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Sonntag, 22. Januar 2017

Tipps vom 16.01. - 22.01.2017


Biele Seler,

wo ist die Zeit geblieben? Es ist schon wieder eine Woche rum und was haben wir nicht alles erlebt, sowohl auf persönlicher als auch auf globaler Ebene, ne? Meiner einer zum Beispiel hat sofortamente nach der xXx-Pressevorstellung am Dienstag bei einem Zwei-Stunden-Transport von 30 Umzugskartons mitgeholfen, am selben Tag/Abend war dann wieder der Filmclub zugegen und ich danach knapp eine Stunde lang auf dem Heimweg quer durch Hamburg, dann gab's die Tage drum herum wieder einiges an Schnittarbeit, einige gute Filme und am Donnerstag schon einen janz jeheimen Kinobesuch mit anschließendem Minifilmabend, wobei ich im Anschluss daran fürs Wochenende nach Bremen fuhr und seit meiner Rückkehr am Sonntag am obigen Banner gearbeitet sowie eine Ausgabe des britischen 'Dark-Side'-Filmmagazins erstanden habe (3,99 Pfund Sterling = 10,50 €?). Was für eine Ladung an Aktivitäten! Ob's im Weißen Haus genauso flott abgeht? Ich hoffe ja und mindestens auch so brutal, dass die Denkmäler der Schande Trump und Co. vielleicht mal einen kollektiven Herzinfarkt erwischen. Dann bleibt unter Umständen auch mehr Zeit zum Durchatmen für folks like us, die neue und eigentlich null neue Logan- wie Power-Rangers-Trailer abkriegen, so oder so auf jeden Fall mehr mit der bunten Welt des Films beschäftigt sind, auch wie doof Scorsese inzwischen geworden ist. Bevor ich mir jetzt aber noch mehr einfallsloses Zeugs aus den Fingern sauge, um hier immerhin einige Zeilen stehen zu haben, verweise ich daher gerne auf jene drei Top-Streifen unter hiesigem Abschnitt, welche diese Woche spruchreif zur Besprechung gekommen sind. Vorbildlich, damit kann ich arbeiten!




Wieso ich die Kontinuität mancher Filmreihen nur bedingt berücksichtige, weiß ich auch nicht so genau, allerdings scheint es den jeweiligen Sichtungen bisher nicht geschadet zu haben – so auch geschehen bei „Onna hissatsu ken: kiki ippatsu“, in westlichen Gefilden eher als „Sister Street Fighter: Hanging by a Thread“ bekannt. Jenes Fräulein der Straßenkeile absolviert dort ihren zweiten, wenn auch von der Kontinuität her lockeren Teil einer Reihe, die ohnehin schon als Schwesterherz zu Sonny Chibas Kampfsportfurie fungierte, ihren Härtegrad aber weniger auf der Brachialgewalt des Helden als auf externer Räude gründet. Mitverantwortlich für das gehobene Maß an Exploitation lässt sich Ko-Autor Norifumi Suzuki benennen, der sein Gesamtwerk hindurch mit leinwandtauglichen Foltermethoden, hautengen Perversionen und einem Humor für Obskuritäten aufwarten konnte. Dessen Grand Guignol voller „Sex and Fury“, wie so oft auch von Kollege Masahiro Kakefuda ergänzt, muss man nicht liebhaben, doch er verdichtet dort den Unterhaltungswert, wo solche Filmreihen im Serienformat zwangsläufig auf bestimmte Muster im Narrativ zurückgreifen müssen. Den Kritikpunkt einer Austauschbarkeit möchte ich dennoch nicht anbringen, dafür ist Kazuhiko Yamaguchis Film doch zu verrückt ausgefallen sowie im Wirbelwind der Stimmungen aufgeblüht. Der erste Ansatz für ein Gros an Kontrastion bietet sich mit Heldin Li Koryu (Etsuko Shihomi) an, die sich in ihren Zöpfen und bunten Klamotten chinesischer Tradition auf einem Image der Unschuld bewegt, das sich zeitweise auch in ein Rotkäppchen-Kostüm kleidet, während delirierende Strips und krumme Geschäfte im Hintergrund jede Scham vergessen, die Ironie der Verschmelzung extremisieren.


Natürlich erfüllen die Karatekünste Koryus dann mindestens einen Schauwert des 70's Eskapismus, der keinen Sprung über die simple pleasures der zeitgenössischen Leinwand auslässt, doch ihr Drumherum an Bewährungsproben und Offenbarungen lehnt sich mit seinen Eindrücken wie eine Atombombe aus dem Fenster, Schocks und Irritationen abzuballern. Der Überraschungsfaktor wartet permanent in kurzen Abständen darauf, von seinen Zuschauern gefunden zu werden, deswegen möchte ich nur einige Szenarien der mentalen Vorbereitung behilflich vorstellen: Geschieht in den Straßen Hongkongs der Überfall inklusive Gassenmord, sind ausgestochene Augen und Klingen in der Stirn blutige Gewissheit. Reist Koryu zur Aufklärung dessen nach Tokyo, schießen schon die Gitterstäbe im Taxi runter, ehe von Zug zu Zug gesprungen wird, um einem Arsenal an fremden Widersachern und Ninjas die Meinung zu treten. Springt ein neuer Herausforderer in die Handlung hinein, frieren Bild und Geschrei ein, um den Kampfstil des jeweiligen Mordsmenschen zu benennen. Mit solchen Faktoren und noch vielen mehr sind die ersten zehn Minuten gewiss schnell rum und überwältigend, genauso urig weiß die Logik an Handlungsabläufen, wie sie einen mehrmals ins kalte Wasser werfen kann. Wo sonst gerät der Heldin ein Glasauge in die Hände, das einen Mikrofilm beinhaltet, auf dem sie ihre Schulfreundin Oh Birei (Hisako Tanaka) wiedererkennt und im Verlauf erfährt, dass dieser Blutdiamanten in die Pobacken implantiert werden? Ja, das Sitzfleisch hat hier in Gemäuern der Unterwelt zu leiden, wird dem Milieu gerecht genauso durchoperiert wie Prostitution, Erpressung, Kinderpornographie und sicherlich auch böses Rauschgift.


Interessant, wie verkommen sich die Nation Nippons hier via des einheimischen Studios Toei selbst bewertet und mit kritischem Sleaze eine Freundschaft zu Hongkong, eigentlich ein Sammelplatz japanophober Kung-Fu-Klopper, sucht (zeitweise sogar chinesisch zu stammeln versucht), welche sich auch in der Verknüpfung an Kampfschulen niederschlägt und Universelles betont, wo der Mensch offenbar schon längst am Ende jeder Moral angekommen ist. Das zeigt sich selbst bei der Übergabe der Wohnung, die sich Koryu zeitweise von ihrer ortsansässigen Schwester Li Hakuran (Tamayo Mitsukawa) ausleiht und dabei von einen Magenschlag des Nachbarjungen begrüßt wird. War ja nur ein Streich, dem sie kollegial entgegen lächelt, dennoch findet die Bedrängung von allen Seiten quasi schon als Einzugsgeschenk statt, wenn die Killer vom Honiden-Trio permanent zu Duellen im Regen bitten (eine Hinterhofvariante vom Finale in „Der Wildeste von allen“), Freunde und Familie verstümmeln sowie mit scharfen Klingensounds die Sinne täuschen. Auftragskiller Inoichiro Honiden (Masashi Ishibashi, schon aus Chiba-Tagen als Scherge bekannt) vervielfacht sich da vor bloßem Auge, wie auch sonst Sadistisches mit Surrealistischem gekreuzt, der rote Rausch der Rache als Tunnelblick manifestiert wird und sich Figurenkonstellationen so zufällig wie perplex ergeben, dass Impulse wie die Bereitschaft zur Mithilfe durch Shunsuke Tsubaki (Yasuaki Kurata, irgendwie Blacky Fuchsberger nachempfunden) vor Spontanität überquellen – von irre verkreuzten Verwandtschaftsverhältnissen, diffusen Allianzen mit Obermotz Osone (Hideo Murota) und krassen Attentaten auf die Weiblichkeit ganz zu schweigen. Apropos: Weiß jemand, was es mit dieser Ochsenkopf(?)-Szene auf sich hat?


Ich bin immer wieder hin und weg, wie die japanische Filmindustrie so ziemlich vom Fließband derart aufregende und fantasievolle Schönheiten an Brutalität und erquickender Gerechtigkeitsdynamiken aufziehen konnte, die sich eben auch zum Finale hin in einen zappligen Wutwanst schreien, dass die Luft kein Hindernis mehr ergibt, sich im Nachhinein aber noch von den Erinnerungsstücken der Vergangenheit rein tränt, welche als Ballade der Güte herzlich naiv am Aderlass ernährt wird. Genialst selbstverständlich ballen sich da auch die stets reizvollen Kadrierungen im Breitwandformat (Mensch → Kampf → Stadt) zum Bilderrausch voller Zoom und Groove zusammen, wo die Ode an psychedelische Gefühlsbonbons und Schattenspiele auch dann nicht gebrochen wird, wenn Bunsenbrenner Knieschenkel ansenken. Der Zynismus zum Fleisch geht in der Drastik eben auch irgendwo nahe, wohl aber vor allem deshalb, da ich bei der Sister und ihrer idealisierten Menschlichkeit im Fokus (für die sich Geschwister hier trotz geleisteter Fehler nimmer Urteile anhören müssen) eine Aufhebung meines Einzelkindstatus in Erwägung ziehen würde, selbst wenn die meisten nach der Bekanntschaft mit dieser flott das Zeitliche segnen. Bis dahin nimmt man immerhin noch an einer Verstrahlung teil, die in giftigen Knalleffekten abstößt und streng kawaii auf die Qualitäten der Einigkeit acht nimmt – so leichtfüßig und gewaltsam zugleich im Gehirn unterwegs, dass ich diesen Text fast 1:1 nachschreiben konnte, nachdem mein erster Entwurf der Schusseligkeit wegen gelöscht wurde. Manche blood diamonds sind eben forever.



Ein-Satz-Kritiken für zwischendurch!

„Super“ - Adolf Winkelmanns abgeklärte Postapokalypse aus der Western-Romantik an Baugruben schmelzt einen lässigen wie nassen Naturalismus unter Liebenden, Gierigen und Sehnsüchtigen in Gold ein, bei dem ich mich schon ins Sprudeln des grünen Wasserbehälters verlor; anhand der Beziehungsdifferenzierungen zwischen Motel und Tankstelle bis ins nächtlich-explosive Augenzwinkern hinein glitt; Demirkan und Lindenberg als Einzelgänger kecker Gefasstheit feierte.

„Liebe auf den ersten Schlag“ - Thomas Cailleys nach Chlor und nassen Klamotten riechende Coming-of-Age-Romanze von der verwischten Camouflage der Geschlechterrollen lässt Frettchen retten, Füchse fressen sowie die feiste Liebe zur wahren Kernigkeit binnen des absurden Pragmatismus an Militär-Machtspielen finden, ehe die ruhenden Küsten sich und ihren Holzpreisen einen Neuanfang im Waldbrand der Zuneigungskeile verpassen.

„Die Nacht ist jung“ - Léos Carax weiß die Hitze von Bowies Modern Love wie jene des Halleyschen Kometen auf die Straßen zu strahlen, die Ohnmacht im Fallschirm mit der Unerreichbarkeit der Liebe binnen omnipräsenten AIDS-Äquivalents zu kreuzen, nicht aber unbedingt manche Gleichförmigkeiten seiner Melville-via-Resnais-Hommage anzufechten, obwohl die krude Nachtlust ihre Gefühlsakrobaten durchweg bittersüß im Leiden kadriert, im Schnitt abschnürt.

„Silence“ - Ehe Martin Scorsese alle großen Bilder zur katholischen Passion auf die Tränensäcke westlicher Bedeutungsschwere zentralisiert, lässt sich Masahiro Shinodas schlichtes Panoptikum forcierter Religionsentsagung als Zustandsevaluierung voller Verkühlungen und entmenschlichter Formalitäten entkleiden, in denen Zwang, Abhängigkeit und Verwahrlosung mehr vom Willen des Einzelnen als von der Allgemeingültigkeit jedweder Theologie herrühren.

„Jahrmarkt“ - Gary Busey sitzt als Harlekin im Wasserkäfig, bohrt sich so schmierig in die schmierige Außenwelt an Sensationslust und Machismus ein, dass sich Jodie Foster als loses Mädel ohne Perspektiven mit dran hängt, in der schwülen Dehnung des Milieus am Reiz der Gefahr teilnimmt, sexuelle Frustrationen sowie die Katharsis des Außenseiters anwendet, um ein Finale brachialer Täuschungen in der Schaubudenkutsche zu empathisieren.

„Hairbrained“ - Inmitten des Indie-Komödien-Konsens für die amerikanische College-Tristesse trocknet Alex Wolff Klischees und Pointen zugleich mit seinem unantastbaren Wuschelkopf ab, kommt im Blitz-Quiz mit schnittigen Wissenssalven und ebenbürtig eindrücklichen Damenbekanntschaften zurecht, ehe noch das Küssen, das Verlieren sowie die Heilung zerrütteter Familienverhältnisse angelernt werden, sich dafür via Brendan Fraser ein Trio an Kondompackungen in den Korb schmeißen.

„Der Sturm – Life on the Line“ - Wenn John Travolta seinen bizarr à la Seagal verzopften Bart durch Jahrzehnte und Rückblenden trägt, den Pathos im Lineman-Job unter dem Oberbegriff „Armageddon“ nachliest und provinziell platte Melodramen der Eifersucht, Schwangerschaften, Traumata, Rabenmutter-Sharon-Stones sowie sehnsüchtig erwarteter Spießigkeit den Sturm heraufbeschwören, ist der Käse unter Stereotypen entsprechend doof konstruiert, aber noch in dauererregter Unbeholfenheit anzutreffen.

„Dog Eat Dog“ - Über „Dying of the Light“ kann man sagen, was man will, doch Paul Schraders Vision hängt sich nun in aller Freiheit nur mäßig involviert in eine Gangsterposse rein, die ihre Schnacker aus den 90ern auf stumpfe wie beliebige Stories zurück kurbelt, welche die Beobachtungen zum entlarvten Kultobjekt Männlichkeit im Blei versinken lassen, bevor der Showdown noch auf den letzten Drücker Inspirationen an Farben sowie den zeitlosen Reißwolf an Autoritäten und kapitalen Egos belegt.

So, jetzt geht's weiter im Text: 




XXX: DIE RÜCKKEHR DES XANDER CAGE - "[...] Soviel Taurin wie nötig kriegt man aber kaum runter bei den Mengen an „Boah, ey“, die D.J. Caruso von einem abverlangt, wenn seine Superagenten voll mit Red Bull extrem die Welt retten, poppig ums Poppen herum mit Vehikeln und Muskeln gegen jede Physik posieren. [...] Der Story-Konsens an Geheimdienstmachenschaften, Intrigen, Doppelspielen und globalem Antiterror-Bumm-Bumm geht einem ohnehin mehr bleiern auf den Senkel, ehe es die vielen kecken Einzelmomente vom Glück der Secret-Honks wieder ungeniert eskapistisch ausgleichen. [...] Äußert sich natürlich noch mit gleichsam oberschlauen wie superblöden Phrasen, doch jenen Reiz an Naivität und Trivialität wünscht man sich ja schon, sobald man ein Ticket für diesen Film löst und weiß Gott keinen weiteren „Spectre“ geliefert bekommen will. [...] Die Typen springen ja auch wie Flummis mehrmals um die eigene Achse und bringen genauso chronisch ihre individuellen Slogans zu Wort, um eine durchgedachte Handlung zu suggerieren. [...] Superdoof zu sein ist auch ein bisschen superdope, [...] ein Quell kindlichen Enthusiasmus, der einst im Bahnhofskino rauf und runter lief, nun größer als groß in 3D vom Tagtraum des Jungskinos berichtet, der sogar seinen verstärkten Hang zur Inklusion noch hauptsächlich auf pubertären Sexappeal gründet. [...]"


(Die komplette Kritik gibt es bei den DREI MUSCHELN zu lesen.) 




Eine der schönsten Begegnungen dieser Woche gehörte auch zu den kürzesten, denn Zoltan G. Spencers Regiedebüt „The Satanist“ läuft nur an die knapp 64 Minuten. Man kann allerdings von Glück reden, dass man dieses seltene Vergnügen hat, schließlich wurde vor der Restauration um 2014 herum stets spekuliert, dass jener Film von 1968 seit jeher verschollen sei. „Willst du gelten, mach dich selten“ - hatte dann auch funktioniert, bislang war ich nicht unbedingt auf der Suche nach derart minimalistischen Frühwerken des Nudie-Cuties (ein Traumbegriff) doch mit jenem Autorenfilmer Spencer könnte es was werden, wenn seine Vorgehensweise in der Erzählung so erfrischend bescheiden und seine Darsteller/innen entsprechend drollig bleiben. Nichts währt so ewig wie Jugend und Schönheit im Korn des Zelluloids, deswegen teilt Maestro Zoltan seine Geschichte auch in einer Szenenmenge auf, die man mit anderthalber Hand abzählen kann sowie das Ensemble an weiblichen Formen zum Hauptmotiv erklärt. Der Softsex schleppt sich dafür ins Fingerspitzengefühl hinein und auch wenn das Dralle am Cast teilweise etwas grob zusammengesucht scheint, sind da durchweg zärtliche Gesichter für formatfüllendes Vergnügen zugegen, die aus ihrer Gewöhnlichkeit Kapital schlagen, zwischen Unbedarftheit und Ungewissheit pendeln, aber in ihrer Präsenz ausnahmslos unantastbar bleiben. Das möchte man auch meinen bei einem Protagonisten wie Joe, welcher sich als Autor mit Brille und Schnurrbart vorstellt – ein Musterbeispiel an zurechtgebogener Harmlosigkeit, das man sich nicht unbedingt als erste Wahl ins Schlafzimmer stellen würde, aber einen herrlichen Spießbürger abgibt. Der fordert uns von seinem Rollstuhl aus dazu auf, festzustellen, ob der folgende Blick in die Vergangenheit seinerseits Traum oder Wirklichkeit gewesen sei – ein einladendes Konzept, das mit seiner neugierigen Schwarz-Weiß-Optik voller Schatten und greller Kontraste eine (auch darüber hinaus gehende) Kuppelei mit den „Meshes of the Afternoon“ eingehen will, genauso stumm vor sich her spricht.


Wir sehen zwar Gespräche, deren Inhalte werden jedoch vom Autor im Voiceover wiedergegeben, der pflichtbewusst auf sein interpretatives Geschick hinweist und zurückgreift, um die Geschehnisse des Zwischenmenschlichen bis ins (nur bedingt erwiesene) Übernatürliche Revue passieren zu lassen. Klingt leicht eitel, ist es auch – Joes eigene Methodik weiß ihn im Verlauf aber auch keck zu verballhornen. Bis hierhin beteuert er nämlich, dass er als bodenständiger Lebemann ausschließlich vom Stress geplagt und der Anweisung seines Hausarztes nach einen Ausflug in die kalifornischen Suburbs unternommen hat - das kaum abgewartete Auspacken seiner Schreibmaschine im Einheitsambiente erzählt da was anderes, doch seine tolldreiste City-Frau Mary (in etwa einer jungen Iris Berben ähnlich) überredet ihn noch flotter zum Urlaubstechtelmechtel auf Triple-Betten (mit den Laken kannste den Bundestag verhüllen), bei dem die BHs nie spitzer und die Verzahnung an Körpern kaum ungelenker ausschauen könnten. Gibt auch keinen Grund, sich diese unbescholtenen Privatleute anders vorzustellen, wenn sich die Matratzenbelagerung knapp auf die mutigsten Anlaufstellen des Pettings einigt, Entkleidungen Richtung Totalverdunklungsgardine sowie Oralverkehr mit äußerster Vorsicht genossen werden. Die Rahmenbedingungen an Behütung sind beiden anzusehen, da aber eben trotzdem ein liebevolles Schauspiel, das sich gegenseitig zugrinst und gerade im verhaltenen Herantasten eine Intimität erwirkt, mit der man warm werden kann, aber noch ein Stück weit von feuchten Hosen entfernt ist. Den Eindruck vom Blümchensex (der Mann schläft mit Socken!) versucht man zeitgleich mit dem gefühlt krautigsten Grundgerüst des Psychedelic Rock entgegen zu wirken, welches vom Soundtrack zum Dauerbetrieb beansprucht wird, so wie sich ohnehin jedes Liebesspiel auf längere Zeit verausgabt. Die Schnittstelle für diese Stimmungen verharrt aber kaum in weiter Ferne, schließlich schaut Shandra von draußen zu, mit strengen Augen aus den Tiefen einer Romero-würdigen Nacht geborgen, dass auch Joe schon ankündigen muss, inwiefern die Geschichte ab jetzt von ihr gegeißelt wird. 


In Shandra kann man sich nur verlieben: Die brünette Teufelsanbeterin (gefühlt ein mütterlicheres Lichtdouble für Barbara Steele) machte schon zum enigmatischen Intro hin Straßenlampen sowie Teens im Rücksitz unsicher, dass man ihr in okkulte Wesenszustände folgte - mit beschwingter Gastfreundlichkeit lädt sie dann aber noch Joe und dessen Frau zu sich nach Hause ein, die Materie zumindest mal als Schmöker für zwischendurch anzutesten. Der Spiegel im Hause Shandras ist unserem Joe schon so suspekt, dass er diesem mehrmals chargierend zuzwinkern muss, ob sich da denn nun wirklich ein noch dralleres Wesen vom Satanskult befände, aber schwamm drüber, die Anleitungen zur schwarzen Magie sind ihm lesenswerter als gedacht! Kein Wunder bei einem Film, der sich für längere Zeit in seine Umwelt vergucken kann, den Pflanzen und Möbeln des Mittelstandes im Auge der Sonne frönt, ebenso die schönsten Details mit Tapetenmustern aus der „Bettwurst“ koppelt – größtenteils zu Totalen, die einem beim Selber-Einrichten enorm behilflich sein dürften, fern jeder Schäbigkeit rangieren. Da muss der Herr Gatte schon absichtsvoll die Opa-Pfeife paffen, Mary im strategisch durchsichtigen Nachthemd schlummern lassen und derweil ebenso den Voyeur geben, wenn er bei Shandra vom Hofe aus ins Schlafgemach glotzt und beschreibt, welch faszinierend schreckliche Rituale er da zu Gesicht bekommt. In Wirklichkeit verbringt die Begaffte traute Zweisamkeit mit ihrem Sukkubus (Helga Anders trifft Brigitte Bardot), cremt das gut bestückte Mädel ein und verwandelt sich per Stopptrick in einen Adonis mit markanter Kinnlade, der bei Bergman hätte anheuern können. Der Cunnilingus für die Frau ist da nur recht, der Wechsel an Beglückung ist der Kamera dementsprechend Sinnespflicht, zudem von höchster Entspannung noch in Joes Träumen unterwegs, dass er den Morgen danach keine Brille mehr braucht. Mary erscheint das rätselhaft und führt sie scheu wie ein Rehlein angetrabt in Shandras Hinterhof, wo sich der Sukkubus (mal unter blonder o. schwarzer Perücke) via Salz und Kerzen eine ganz dufte Zaubereinlage kredenzt, wie die Bäume drum herum über dem Erdboden thront und dafür der Ehrfurcht halber alle Natürlichkeiten auspackt. 


Solche Mächte sind zu viel des Guten, deshalb sind sich die bürgerlichen Spanner einig: Möglichst rasch die Fliege machen! Blöd nur, dass Shandra sie vorher noch zu einer schwarzen Messe eingeladen hatte – der Höflichkeit halber lässt sich das ja wohl kaum ausschlagen! Und so nimmt das seinen Lauf mit der finsteren Fete, welche für ihre Gäste immerhin Klappstühle in den hinteren Reihen aufgestellt hat und zu denen sich Shandra mit nackter Brust ganz casual dazu setzt, während vorne jeder seinen Eigensaft in Krügen abnuckelt. Es macht keinen Sinn, hier jetzt alle Kleinigkeiten zu verraten, mit denen kontinuierlich die Teufelslaune steigt – ich behaupte mal, es ist für jeden was dabei; zwar nicht unbedingt viel freimütiger auf Tuchfühlung eingestellt als in der vorhin beschriebenen Erstlingsszene an GV, aber durchaus noch eine anregende Projektionsfläche, die höchstens beim Aufsetzen der kollektiven Ziegenmaske abbaut. Ganz und gar attraktiv habe ich hingegen das Gesamtpaket liebenswerter Schaffenslaune empfunden, das sich unter Freunden sowie augenscheinlich in Privatwohnungen zum Inszenieren bar vieler Mittel traf und zu Zwischenwelten aus Kerzenschein, Feuer und schwarzen Roben vordrang, ohne dabei das Lachen oder gar seine niedlichen Speckröllchen zu verlieren. Shandra würdigt man in dem Zustand zudem mit vielen Nahaufnahmen ihrer Frohnatur, während Joe auf der Tonspur nicht mal ansatzweise ein überzeugender moralischer Zeigefinger über die Lippen geht. Wäre ja auch totaler Quatsch, so wie man sich hier mit Ketten, Samt, Masken und elastischen Schlüpfern bettet, per Zauberstab Wunder aus dem Nichts erschafft und dabei am Bass zupft, bis jeder Zuschauer als berauschter Sklave der Lust entlassen wird. Ich bin gespannt, was die weiteren Werke Zoltans danach noch mit einem machen konnten.

Sonntag, 3. Juli 2016

Tipps vom 27.06. - 03.07.2016



SPETTERS - KNALLHART UND ROMANTISCH - Sich die Zukunft in der Gewöhnlichkeit verbauen oder für die Zukunft brutal Vollgas geben: In Paul Verhoevens schonungslosem Portrait der 80er-Jahre-Jugend Hollands ist das Leben via Provinz nicht unbedingt eins mit besten Aussichten, der Weg hinaus sodann die Grundspannung schlechthin. Dennoch bringt die Startphase noch die Art Milieubetrachtung auf, an welcher der Spaß in der Nacht, mit Moped sowie netten Mädels zur Disco und wieder zurück, gegeben ist. Ganz unproblematisch wird es aber da schon nicht, wenn die jugendlichen Protagonisten Rien (Hans van Tongeren), Eef (Toon Agterberg) und Hans (Maarten Spanjer) zum Weiberaufreißen große Töne spucken und dennoch als Schlappschwänze agieren, manch Schwulen auf der Straße aufmischen und sich auch so im Alltagsumgang deftige Sprüche wie Kinnhaken setzen. Zum Profilieren braucht es offenbar ein bisschen verstärkt HP und Testosteron im Kleinstadtmief, denn was hat man sonst zu bieten? Die Halbstarken suchen sich also ihre Ziele dort aus, wo sie ihr Mindestmaß an Erfahrung einbringen könnten: In der Werkstatt Muttern drehen, Kneipen aufbauen statt aufmischen, Motocross! Gerade hinsichtlich letzterem könnte man ja eines Tages so ein Champ sein wie Gerrit Witkamp (Rutger Hauer), doch solange gibt’s noch Rangeleien unter Machos in audiovisuell entsprechend brutaler Manier, erst recht, wenn waschechte Rockerbanden Schädel mit Backsteinen einschlagen wollen. Löhnen für Fleischkroketten wäre für die auch nicht drin, wäre da nicht die handfeste Fientje (Renée Soutendijk) als „Frittentorte“ vom Wohnmobil-Imbissstand am Start, mindestens genauso knallhart wie die New-Kids-Vorläufer drauf zu sein.


Sie wird schnurstracks der Schwarm für jene krassen Bengel, doch so locker wie die dafür ihre ohnehin schon wackeligen Beziehungen flöten lassen würden, macht auch sie klare Ansagen: Geld und Erfolg müssen im Gegenüber drin sein, sonst braucht sie sich mit dem Typen gar nicht zu beschäftigen. Das ergibt für den Film auch Chancen, nicht nur an einem Charakter dran zu bleiben, somit Ängste sowie Hoffnungen jenseits der Hau-drauf-Boys-&-Girls-Oberfläche zu erforschen, wie sie sich grundsätzlich binnen der Erfahrungen an Ungewissheit einen und gleichsam nach Liebe eifern. Ganz bitter wird es da u.a. für Rien, inwiefern sich seine Träume in Luft auflösen und die Gemeinschaft ihn nur vom Äußeren her helfen oder Heilung versprechen kann, während sein Inneres nicht mehr für sich selbst einsteht, nicht mal die Grundbedürfnisse des Beischlafs zu erfüllen vermag. Das könnte trivial klingen, aber das Selbstverständliche hat eben nicht in nur in jenen Gefilden Gewichtung, wenn die Überholspur zum Zenit wird. So viel wird dort aber auch sicher: Heilig ist erst recht nichts daran, so wie man dazu auch Eef's Familienverhältnisse beobachten darf, in welchen Herr Jesu eingeprügelt wird, wenn dem Vater mal wieder etwas nicht passt. Am Leiden der Welt war die Jugend eben stets beteiligt und so kommen auch untereinander Machtverhältnisse zustande - da reicht schon ein Blick auf den hiesigen Umgang mit dem Wesen Frau, immer irgendwie am unteren Ende der Fahnenstange bugsiert, via Jugend und Körper erst zum Vorsprung zugelassen. Verhoeven schaut sie allerdings durchweg auf Augenhöhe an, empathisiert das Opfer im erbarmungslosen Spiel an Liebe und Chancen, teilt Entblößungen dann auch zwischen Brüsten und Schwänzen auf, gefolgt von noch stärkeren Einbrüchen im Konflikt der Geschlechter.


Er kokettiert darin durchaus mit Tabus und der Provokation des Konsens, so wie er sodann auch sein Spiel mit der Kirche treibt, dem späteren „Vierten Mann“ nicht unähnlich Symbole extremisiert ausstellt, im Untergrund der Seele erst ihre Wurzel entdeckt. Was dadurch sodann aber auch deutlich wird, sind die Scheren zwischen Schuld und Unschuld, Ausbeutung und Anbiederung, Liebe und Hass, die allesamt zum Wandel ansetzen und die Persönlichkeit des Individuums offenbaren, was jenes zum Schutze des Status beengter Möglichkeiten bekämpfte - „Spetters“ halt. Das bedeutet, die innere Einsicht geschieht hier im Raunen der Maschinen, bei flapsigen Flirts sowie Schlägereien zwischen Flachland und Supermarkt, Graffiti und Leder; frisch, bunt und gern verdorben, wie auch der Frust einwirkt, zwar den Harten heraushängen lässt, den Schmerz oder gar die Faszination zum Unerreichbaren/Vorbild/gleichen Geschlecht der Kamera gegenüber aber nicht verheimlichen kann. Das Netz an Beziehungen nimmt da diverse Verzweigungen und Verlängerungen für auf, bleibt dennoch authentisch auf Zack, locker beim (meist auf Vorteil hinarbeitenden) Sex und doch deftig beim Verbrechen, sofern sich zwischendurch noch am Ehrgeiz versucht werden darf und meistens doch im Tal der Enttäuschungen landet. Das fängt meistens schon beim Grundgerüst der jeweiligen Karren sowie derer Sponsoren an, so wie das Erreichen eines Status Quo der Zufriedenheit ein Krampf an Bedingungen bleibt. Zufriedenheit wäre unter diesen Bedingungen ebenso kaum die Grundlage für guten Filmstoff und so ist auch diese raue Bestandsaufnahme Paul Verhoevens auf einem reizvollen Grad zwischen Magengrubenperforierung und Herzenssache, um die wesentliche Straße der Güte zu finden.




DEAD OF NIGHT - NACHT DES TERRORS - Posttraumatische Belastungsstörungen im Rahmen eines Horrorfilms zu thematisieren - das würde durchaus in unsere Ära passen, doch ein Bob Clark war schon vor über vier Jahrzehnten dabei, das Schicksal der Heimkehrer aus Vietnam im Leben danach via Genre-Pfad anzupacken. Das Monster, das dabei aus dem einst so netten und jungen Menschen Andy (Richard Backus) geschaffen wird, hat das Töten gelernt und doch mag niemand wirklich glauben, dass er sich verändert hat - es wird sogar verklärt, bis der eigene Vater in ihm einen Feind sieht. Die Einsicht kommt vom bornierten Patriarchen Charles (John Marley aus „Gesichter“) her sogar durchaus früh, doch das Eingeständnis des elterlichen Versagens gegenüber Autoritäten und Öffentlichkeit bleibt - wie eben binnen der damaligen Regierung - gehemmt als Schatten der Schuld hängen, ehe der Frust zur Waffe greift. In solch einer brüchigen Behütung der Unkenntnis, wie solch eine, welche die Provinz mitten in Lousiana für dieses Narrativ darstellt, ist diese Form der Verarbeitung scheinbar nicht zu vermeiden, jedenfalls so wie Clark jene Vergangenheit in Wirken und Atmosphäre seiner Charaktere suggeriert. Die familiäre Struktur kommt daher im Verlauf auch verstärkt zum Konflikt mit den mütterlichen Impulsen seitens Mama Christine (Lynn Carlin, sodann auch John Marleys Partnerin aus „Gesichter“), je sorgsamer und gleichsam blinder das Gute im ehemaligen Kinde erhalten bleiben soll, die inneren Probleme stattdessen eher der Wiedergewöhnung angerechnet werden.


Der Kampf um die ideologische Vorherrschaft verliert sich jedenfalls genauso wie Andy im Dunkel des Dickichts, das aus Sumpf und Kleinstadtgrün ein Äquivalent des Kriegsdschungels aus Fernost erschafft, wenn die Nacht anbricht. Der kollektive Schock sitzt tief bis in die Schatten des Eigenheims hinein, selbst zu später Stunde mit solch Knalleffekt illuminiert, dass sich nicht einfach über die Umstände hinweg schlafen lässt. Das Wachkoma bricht hinein, wie man es schon dem eigentlich als tot gemeldeten Andy ansehen möchte, doch Jack McGowans Kamera schaut - bestimmt nicht gerade zufällig - mehr als oft gerade unscharf genug auf alle Charaktere, so einvernehmlich die Freude über Andys Rückkehr einer Lethargie aufgrund seiner Distanziertheit weicht. Der Alternativtitel „Deathdream“ wird da symptomatisch und die Ambivalenz der Gefühle pendelt sodann auch vom reellen Spektrum ins Surreale, bezeichnenderweise je greifbarer sich die Gewalt im Soldaten offenbart und daraufhin beteuert wird, dass Sohnemann doch keiner Fliege was zuleide tun könnte und dass Herr Vater sich als Veteran zu seiner Zeit ganz anders nach Kriegsende verhalten hätte. Die Dimensionen des Leidens lassen sich aber nicht pauschalisieren, umso finsterer setzen sie sich hier ins Grauen um, das dem Blut nach handelt und kaum noch Freunde sowie Familie unterscheiden kann, fürs Töten fremd geworden ist, so wie es bereits die Unmenschlichkeit mit Blei verteilen musste.


Die Furcht findet ihre geradlinige Genre-Entsprechung in jenem eingeladenen Unwesen, doch die bittere Metamorphose vom Gegebenen ins Verstörte lässt sich auch so in ganzer Heimeligkeit nachspüren, wenn Andy stumm im Schaukelstuhl die Wände anstarrt, binnen seines Traumas keine Liebe erwidern kann sowie den Schmerz hinter Sonnenbrille und Lederhandschuh versteckt. Insofern ist Andy auch nicht bloß ein übernatürliches Instrument des Todes, sondern ist sich bewusst, dass er wie schon einmal zuvor von ihm eingeholt wird - die Folge ist der Drang zum Überleben, übrig geblieben als Instinkt ohne Moral und Ideologie, der sich schon bemühen muss, selbst nur rudimentär an die Vergangenheit anknüpfen zu können. Doch Wandlungen und Schmerzen können sich nicht auf die Dauer unterdrücken lassen, zerfressen Individuum und Familie, so wie Krieg nie bloß eine Seite trifft. Bob Clark zeigt, dass das Menschliche verloren, vom Todestraum ummantelt wurde und zum Wiederaufbau Verständnis benötigt, nicht noch mehr Gewalt oder gar Urteile, die manche Morde billigen und andere gleichsam bis zum Entsetzen kriminalisieren. Clark's Horror entzieht sich gewiss keiner Ironie, doch die Widersprüche werden eins im universellen Schicksal des Sterbens, ob nun jenes der Vergangenheit, Familie, Unschuld oder Liebe. Die Last des Umgangs damit lässt er mit Blick auf seine Eltern ebenfalls nicht aus den Augen, die leidende Trennung der Generationen und Erfahrungen erkennt er gleichsam intensiv an, womit er die Spannung bis ins Grab hinein zieht, auf dass alle an ihr teil haben. Es tut weh, aber es muss sein.




ENTSCHEIDUNG IN CARTAGENA - Ein Springteufel in Filmform erwartet einen, wenn man wieder mal unter italienischer Flagge in den Dschungel blickt und deren Variante eines Action-Abenteuers anno 1987 serviert bekommt. Der leider sonst kaum als solcher aktive Regisseur Tommaso Dazzi wandert offensichtlich entschieden auf den Spuren von Indy Jones, Romancing the Stone und Co., doch in seiner Low-Key-Variante sorgt das mit menschlichen Mitteln schon ungewohnt in Bewegung gesetzte Tropenpulverfass für genügend Verwunderung, ehe einen der große Faktor Fantasie wie ein Blitz trifft. Letzteres Detail sollte man vielleicht nicht an dieser Stelle ausplaudern, so unverhofft und voller Selbstverständnis es die Hirnschmelze auslöst sowie umso herzlicher zu empfangen ist, so leichtfüßig der Film sein gesamtes Prozedere aufnimmt. Man möchte es ja gerne bei jedem Werk des Zelluloids sagen: So etwas hat man noch nie gesehen - und Dazzis Film bedient jenes schöne Kriterium schon, sobald er von seinem Easy-Listening-Pop karibischer Coleur aus in die Sklavenwelt der Diamantenbuchten von Kolumbien einsteigt, plakative Räudentypen aufspülen lässt, aber auch klar macht, dass der üble Sanchez (mit Ansteckblume im Jackett und Hass gegenüber Zigarrenqualm) jene Vormacht anhand einer abbezahlten Konzession bald verlieren dürfte.


Wer dafür zu sorgen hat, weiß es in diesem Fall noch nicht, doch der Film schneidet schnurstracks nach New York, wo auf den Bühnen dieser Welt natürlich Shakespeares Romeo & Julia geprobt wird, wobei Hauptdarstellerin Vanessa (Barbara De Rossi) von den blöden Anmachtouren der Männerwelt die Schnauze voll hat, weshalb es ihr gerade recht kommt, als Erbin in Kolumbien einen Anspruch auf oben genannte Diamanten zu haben, sollte sie die Konzession löhnen können. Dort jedoch stellt ihr lange vermisstes Halbbrüderchen Paco klar, dass sie eine Summe von 10000 Dollar anleiern müssten - schon im nächsten Augenblick kriegt Matrose Francis (Franco Nero) genau solche Mengen an Moneten überreicht, mit welcher er sich eigentlich eine Bar in Tahiti aufbauen will. Doch alles kommt erstens anders und zweitens als man denkt! Ein Stein fällt in diesem Drehbuch direkt auf den anderen, so fern alles auch voneinander liegt, weiß manch einer über die langfristigen Vorteile Bescheid, obgleich der Zufall stets so irre zuschlägt, wie Dazzis Erzählung davon unnachgiebig in Bewegung bleibt. Seine Charaktere lassen sich da gerne vom Inneren her schon dementsprechend zum Impulsiven verleiten, ohne von Vornherein große Erklärungen von sich dazu abzugeben, solange Reichtum und individuelles Recht an der Spitze des Verlangens stehen.


Doch auch Dazzis Steadicam liefert Verknüpfungen im ständigen Strom jener Kameratechnik, die hier gefühlt 70 % der Optik ausmacht, zusammen mit den teils wahllos eingeworfenen Synth- und Ethno-Beats beinahe auf einen frühen „Birdman“ schließen lässt. Ohnehin kommt der Film nach seinen beginnenden Abschnitten aus verschiedensten Richtungen beinahe per Echtzeit in Fahrt, wenn man sodann sieht, welches Tagespensum zurückgelegt wird, um Diamanten und Knete einzusacken, wofür eine Jagd per Bus, Moped, zu Fuß, etc. nach der anderen aufgewendet wird. Die Geradlinigkeit daran baut das Grundgerüst der „Fury Road“ Jahrzehnte vor ihrer Fertigstellung auf, so wie Francis auch stets der Griesgrämige bleibt, der sein Hab und Gut nicht nur vor Sanchez' Gang, sondern auch vor Vanessa und Paco zu schützen versucht, obgleich er letzteren im Verlauf zwar unfreiwillig, aber eher zur Hilfe kommt, sofern etwas dabei für ihn raus springt. Eigentlich kann er auch nicht von der hübschen Dame an sich lassen, doch Nero kann in dieser Rolle so oder so - für ihn ungewohnt - nimmer locker bleiben, gleichsam on the road lässt eben auch Dazzi von der Bremse.


Obwohl jener zwar durchaus Konventionen des Genres abarbeitet, familienfreundlich Kabbeleien, Streitereien und Schuftereien unter glühender Sonne im Grün abfetzt, wie es kurzweiliger nicht durch den Nachmittag führen könnte, ist die inszenatorische Auflösung einzelner Aspekte doch so abwegig, im Drive verloren und locker flockig zwischen sexy Tänzen, schwitzig durchgeranntem Lokalkolorit und scheinbar spekuliertem menschlichen Verhalten ausgefallen, dass man es einem Außenstehenden nur schwer erklären kann - nicht mal „Topline“ mit Franco Nero reicht da als Referenzwert. Kindliche Logik sowie eine noch weit naivere Dramaturgie, nicht allzu viel Macho, aber dafür einiges an starken Running Gags sind da mit inbegriffen, die sich alle nicht verstärkt was aufeinander einbilden, umso drolliger das Glück suchen und es sogar wortwörtlich im Spiegelbild finden - nur nicht so, wie es sich schwarz-auf-weiß liest, das stellt ein Dazzi sicher, wie er ohnehin einige nett gemeinte Eindrücke zu verstrahlt in die Sonne stellt. Da explodiert manch Fass an Explosives, manch Romanze im Fest der Anakonda sowie manch Regelwerk im Voranpeitschen der Plot-Elemente und die Synchro-Zwischenrufe sind da ohnehin immer in Hörweite. Wie leicht das einen auf Touren nimmt und doch stets mit ungelenker Dynamik vor die Kokosnuss haut: Könnte es sonst wie schöner sein?




JEANIES CLIQUE - Adrian Lyne, nicht das erste Mal an dieser Stelle vertreten (siehe „Flashdance“), hatte wie jeder von uns sein Debüt, nur sind wenige davon derartig bezeichnend für Ästhetik und Dynamik des Gesamtwerks eines Künstlers, wie es „Foxes“ (so der Originaltitel) repräsentiert. Die blanke schweißtreibende Erotik binnen des Musikclip-Chics ist ihm hier noch nicht vergönnt, wie sie schon im Nachfolgewerk ihren Einschlag fand, unabhängig davon ist Sex nicht ohne Grund bereits ein Thema in diesem seinem Teenie-Trüppchen der Spät-70er-Generation von Los Angeles. Als Coming-of-Age-Querschnitt baut sich allerdings auch ein ganzer Haufen an Problemen, Alltagsstress und gelegentlichen Fetzigkeiten auf, so wie die vier Mädels Jeanie (Jodie Foster), Annie (Cherie Currie von den Runaways und dem Bandnamen alle Ehre machend), Madge (Marilyn Kagan) und Deirdre (Kandice Stroh) in eine ungewisse Zukunft jenseits der High School blicken. Jener Schulapparat an sich kommt komischerweise ziemlich kurz, stattdessen sind andere Störfaktoren beständig an der Gefühlsreibung beteiligt, wobei diese auch dramaturgisch nicht bloß eine Dame aus vier belasten. Ein bisschen zerfahren (also nicht ganz so fließend wie „Spetters“) kann es aber schon wirken, wenn beinahe kapitelweise die Belange einzelner Girls von der gesamten Gruppe und insbesondere Jeanie betreut werden, was sich ungefähr so aufteilt, dass Annie als Sorgenkind auf der Flucht vor Bullenvater und Co. mit Drogenproblemen sowie unangenehmen Gulli-Boyfriends und Pimps (wieder mit Ansteckblumen!) vielerlei Sorgsamkeiten empfängt, während das Stille-Wasser-sind-tief-Schicksal um die schüchtern-suburbane Brillenträgerin Madge an zweiter Stelle steht - Deirdre hat da fast gar nichts zu melden. 


Nicht, dass die Balance darin an Kurzweiligkeit mangeln würde, doch Lyne schafft hier noch nicht ganz den Dreh zur Dringlichkeit, wenn er auch eine Dreieinigkeit via Jeanies persönlicher Umständlichkeiten ergänzt. Die pendelt nämlich mit Truck-Karre und Buddies den Hollywood Boulevard hoch und runter, um bei einem der geschiedenen Elternteile unterzukommen, träumt derweil von der eigenen Bude inklusive Unabhängigkeit für ihre ganze Gang. Schlicht alles nach Lust und Laune tun zu können, ist das Ziel schlechthin und gleichsam wechselhaft versucht sich ein jeder hier schon durchzuschlagen, ob nun im Minijob oder in der Liebe, vor dem nächsten Konzert die Partner tauschend, je nach Mood eben eine neue Platte auflegend und ansonsten ohnehin stets die nächstgelegene Fete im Blick. Die jungen Leute von heute lassen wie eh und je nichts anbrennen, doch Lyne zeichnet sie stets in einem Rahmen der Unschuld, allen voran anhand von Skateboard-Kid Brad (Scott Baio) ums Knutschen bettelnd, aber dem Alter entsprechend doch öfter in der Friend Zone spielend. Drum herum schäumt das Zeitkolorit durch die Quasi-David-Hamilton-Blende, aber so schnittig im Tempo wie eine Vorankündigung zum kommenden Jahrzehnt, bunt und auf die Mucke genau montiert, mit Zwischeneindrücken irrer Hunde auf den Straßen und auch dann audiovisuell pulsierend, wenn freches Flirten im Supermarkt angesagt ist. Ist das beruhigend, wenn Lyne da nur einmal den Po-Backen der Jeanshosen zublinzelt? Ansonsten legt er den Fokus nämlich eher auf Fun & Frust des weiblichen Daseins in den Entscheidungsphasen zwischen Jugend und Reife an und geizt sodann auch nicht mit knallharten Aussprachen und Schlägen, selbst unter Mutter und Tochter, wie locker oder fest Beziehungen geführt werden, wie viel Verantwortung zugetraut werden kann oder belastet, wie man trotz alledem unter Freunden wie Familie zueinander hält. 


Dafür lässt Lyne gleich auch mehrere Gruppierungen dieser Gedanken kennenlernen, zwar hauptsächlich unter typisch weißen Mädels, aber gleichsam universell in einer nur scheinbar gesicherten Mittelschicht eingelagert. Zankereien mit Geschwistern sind da an der Tagesordnung wie auch geheime Liebschaften, peinliche Müttersprüche, übertriebene Lehrerfratzen und das Nachtleben per Anhalter (siehe auch „Raus aus Åmål“). Drehbuchautor Gerald Ayres geht neben diesen geläufigen Beobachtungen bis zum Schluss zudem durchaus etwas gestresst aufs Ganze, vielerlei Zeitgeist-Menschenmodelle einzubauen, die eher Spießerängste ballen als dass sie eine Funktion der Varianz erfüllen. Andererseits packt er auch den Chill-Faktor aus, wenn die Lupe neben der Spur zur Chemie unter Menschen angesetzt wird ohne durchweg Absehbarkeiten wie Happy Ends und andere Naivitäten zur Entlastung anzubieten. In einem auf „Jacob's Ladder“ vorausschauenden, befremdlichen Schnitt zum Schluss hin wirft Lyne sogar Emotionen durcheinander, wenn aufs blutkeuchende Sterben die Hochzeit folgt. Vergänglichkeiten treten hier zum Vorschein, wie sich unter den Beinahe-Frauen das Bewusstsein ums eigene Ich ebenso verstärkt bemerkbar macht. Das klingt nach Standard, das Ensemble jedoch redet sich voller Natürlichkeit ständig ins Wort, während Lyne regelrecht Action draus macht, ehe die Karren der Unschuld wirklich noch ein Todesrennen wagen und dabei ohne Bullerei auskommen müssen. Wie denn auch jenem Alltagsfeind anvertrauen, wenn die Teens (allen voran Annie) im Zwist mit der Autorität stehen oder diese für sich selbst suchen? Es bleibt spannend im Jugenddrama und Adrian Lynes Einstand voll spruchreifer Slice-of-Life-Episoden ergibt da keine Ausnahme.




ONNA GOKUMON-CHÔ: HIKISAKARETA NISÔ - Kann ein Film seine Würde bewahren, wenn er die Leiden des weiblichen Geschlechts im Verlauf der Jahrhunderte thematisiert, aber eine schamlose Exploitation voller Sex und Gewalt drin aufbaut? Die Frage darf man sich oft und gerne in der Betrachtung japanischer Pinku-Eiga stellen, so direkt Sadismus und Vergewaltigung in den Vordergrund rücken, die Hölle auf Erden im Rausch der Sinne und mit barer Haut vorführen. Die kulturellen Hintergründe dazu haben ihre Berechtigung wie jede Ableitung des Grand Guignol im Ausdruck menschlicher Erfahrung und der Zeitgeist anno 1977 tut da sein Übriges, doch es wäre im Falle von Yûji Makiguchis Film, der international wohl auch unter dem Titel „Nuns that bite“ firmieren soll, etwas naiv gedacht, die voyeuristische Absicht an mancher Frevelei zu verklären. Die freche Ausbeutung nimmt in der Kürze von knapp 69 Minuten Laufzeit ohnehin einen guten hohen Prozentsatz ein, vieles daran stellt sich aber auch als kecke Provokation heraus, die im Verlauf nicht bloß der Stimulierung dient, sondern gleichsam dramaturgische wie filmisch reizvolle Eskalationen ballt. So begegnet man also (nicht zum einzigen Mal) bei Schneefall der flüchtenden Omino auf dem Weg in ein Kloster, das sie vom Stigma der Prostitution lösen soll - manch Untertauchen mit dem Kopf ins Flusswasser soll da schon vorbereiten.


Im Strom aus Gegenwart und Vergangenheit binnen dieses Mittelalterszenarios ist die Mühsamkeit ihres Seins von sie drangsalierenden Kerlen gezeichnet, darunter nicht nur selbstgerechte Kerle, die schlagen, aber keinen hoch kriegen können, sondern ebenso solche Meister im Spucken großer Töne, die ihrer eigenen Haut willen ehrliche Abmachungen verraten. Das Vertrauen in die Männerwelt, ihren keifenden Sprüchen und Blicken, hat dann auch unter ehrlicheren Seelen zu leiden, so wie auf diese alsbald die nächsten Schwerenöter wie direkt aus Ingmar Bergmans „Jungfrauenquelle“ folgen. Das Kloster verspricht die Rettung, doch bei aller Freundschaft präsentieren sich im souveränen Panorama-Format schon früh unheilvolle Eindrücke von der Hölle, ganz die „Jigoku“ fürs Selbstverständnis der Qualen geöffnet und sodann nicht weit von den ersten unheilvollen Stimmungen unter Nonnen. Da mag es durchaus an den recht lockeren Bass-Tönen des Soundtracks liegen - welche sich fortan noch mit Drums und Wah-Wah-Pedalen vereinigen werden -, dass Makiguchi weniger auf einen aufgeregten Nervenhorror aufmerksam macht, sondern mit selbstverständlicher Energie in die Untiefen des zwischengeschlechtlichen Konflikts schaut. Stellvertretend dafür scheut die kleinste unter den versammelten Frauen, Osayo, sodann auch keinen Blick auf vielerlei eintretende Gräueltaten - dem Schweigen dazu ist sie ebenso nicht abgeneigt wie sie auch jenseits von Intrigen den Weg zur nächsten aberwitzigen Hysterie weist.


Der Grund dafür liegt in einem Inferno der Erinnerungen, dessen Funken erst zum Schluss entflammt und die davor geschehenden Extreme nicht etwa relativiert, sondern motiviert, wohl kaum aber ihren Schrecken entlastet, erst recht nicht das Vergnügen an lauten Schauwerten daran raubt. Nichts ist nämlich heilig an jenem Ort der kollektiven Einsamkeit, so frei man Moral und Gerechtigkeit für eine Enthemmung der Sexualität liest und jedwedes männliche Pendant zum Abschuss freigibt, um diese von der Welt zu tilgen. Für wahr wirkt hier ebenso das Rape-&-Revenge-Prinzip in seiner ultrafeministischen Form, wenn sich Omino nach einem Anlauf der Skepsis zur ausgleichenden Folter hinreißen lässt. Jene Wechselwirkung wird aber weder ein Freifahrtschein für exzessive Gewaltverherrlichung noch im narrativen Sinne für eine Aug'-um-Aug'-Rache Ominos, obgleich sie vorher schon von der weit finstereren Seite der Medaille mitkriegt, die vom Überraschungsmoment her allein sehenswert ist. Dazu gesellen sich noch weitere Eindrücke vom psychedelischen Wahn der Körpergeißelung hin zum Schulterschluss von Mütterlichkeit und tödlicher Hypnose, direkt aus der Zitze angenuckelt und mit Rosenkranz Richtung Würgegriff. Im Fluss nebenan tummeln sich dann auch schon Leichen und wer glaubt schon, dass das Fleisch von einer Sau kommt?


So bleibt ebenso noch zu raten, wer welches Haustier umbringt, wer mit wem schläft, wie viele Manöver der Missgunst aus dem himmlischen Hedonismus gezogen werden und wie lange die scheinheilige Brutalität mitten in der Schönheit des Tales verheimlicht werden kann, sofern die hormongesteuerten Räuberbanden drum herum nicht schon die Unschuld versalzen haben? Bleibt dann noch ein Unterschied zwischen den Selbstgerechten, der Ausbeutung; wird die Heldin nicht auch Mörderin und hinterhältig dem eigenen Überleben wegen? Selbst in diesem funkigen Rahmen ansprechend fotografierter wie montierter Bösartigkeiten wird die Geschichte der Menschheit und ihrer Wechselwirkung an Grausamkeiten greifbar („Dead of Night“ lässt grüßen), ehe die Flammen an Leidenschaft wiederum jene verbrannte Erde hinterlassen, auf der Frau wie Mann ihr Blut opfern müssen - nicht nur durch die Gewalt eines Gegenüber, sondern schon in der Regelblutung. Makiguchi-san nimmt in seinen ideologischen Gesten wirklich kein Blatt vor Mund und Objektiv, doch taktlos arbeitet er sich genauso wenig durch seinen flotten Reißer voll unmoralischer Moral. So diffus darin die Grenzen verschwimmen und sich zum Spektakel aus Libido und Enthauptung verhärten, in beiden Fällen das Fleisch zucken lassen und die Schönheit des Schmerzes ansengen, lässt diese Exploitation mit fieser Note keine Fragwürdigkeit und Freude aus. Doch diese Nonnen beißen auch nicht ohne Grund hart, aber herzlich zu.




THE ASSASSIN - "[...] Die forcierte Sedierung des Wuxia-Plots gängigster Form erschlägt zudem mit Massen an innenpolitischen Details, die genauso wie Anekdoten aus der Vergangenheit unseres Ensembles in aller Fülle nacherzählt werden müssen, anstatt sie (gerne auf kreativem Wege) zu zeigen. Die resultierende emotionale Distanz geht sodann einher mit einem Mangel an Stimmung, der größtenteils als Natürlichkeit von der strikt nüchternen Sorte vorherrscht. [...] Zur Verinnerlichung eines moralischen Konflikts oder kontemplativer Ambivalenzen reicht die Inszenierung jedenfalls nur bedingt, hält sich vage und teilnahmslos, bis einige Impressionen doch die Poesie von Stille, Ehre und Gnade vervollständigen und nicht bloß das blutleere Prozedere altertümlicher Politik in den Fokus rücken. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)