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Sonntag, 22. Januar 2017

Tipps vom 16.01. - 22.01.2017


Biele Seler,

wo ist die Zeit geblieben? Es ist schon wieder eine Woche rum und was haben wir nicht alles erlebt, sowohl auf persönlicher als auch auf globaler Ebene, ne? Meiner einer zum Beispiel hat sofortamente nach der xXx-Pressevorstellung am Dienstag bei einem Zwei-Stunden-Transport von 30 Umzugskartons mitgeholfen, am selben Tag/Abend war dann wieder der Filmclub zugegen und ich danach knapp eine Stunde lang auf dem Heimweg quer durch Hamburg, dann gab's die Tage drum herum wieder einiges an Schnittarbeit, einige gute Filme und am Donnerstag schon einen janz jeheimen Kinobesuch mit anschließendem Minifilmabend, wobei ich im Anschluss daran fürs Wochenende nach Bremen fuhr und seit meiner Rückkehr am Sonntag am obigen Banner gearbeitet sowie eine Ausgabe des britischen 'Dark-Side'-Filmmagazins erstanden habe (3,99 Pfund Sterling = 10,50 €?). Was für eine Ladung an Aktivitäten! Ob's im Weißen Haus genauso flott abgeht? Ich hoffe ja und mindestens auch so brutal, dass die Denkmäler der Schande Trump und Co. vielleicht mal einen kollektiven Herzinfarkt erwischen. Dann bleibt unter Umständen auch mehr Zeit zum Durchatmen für folks like us, die neue und eigentlich null neue Logan- wie Power-Rangers-Trailer abkriegen, so oder so auf jeden Fall mehr mit der bunten Welt des Films beschäftigt sind, auch wie doof Scorsese inzwischen geworden ist. Bevor ich mir jetzt aber noch mehr einfallsloses Zeugs aus den Fingern sauge, um hier immerhin einige Zeilen stehen zu haben, verweise ich daher gerne auf jene drei Top-Streifen unter hiesigem Abschnitt, welche diese Woche spruchreif zur Besprechung gekommen sind. Vorbildlich, damit kann ich arbeiten!




Wieso ich die Kontinuität mancher Filmreihen nur bedingt berücksichtige, weiß ich auch nicht so genau, allerdings scheint es den jeweiligen Sichtungen bisher nicht geschadet zu haben – so auch geschehen bei „Onna hissatsu ken: kiki ippatsu“, in westlichen Gefilden eher als „Sister Street Fighter: Hanging by a Thread“ bekannt. Jenes Fräulein der Straßenkeile absolviert dort ihren zweiten, wenn auch von der Kontinuität her lockeren Teil einer Reihe, die ohnehin schon als Schwesterherz zu Sonny Chibas Kampfsportfurie fungierte, ihren Härtegrad aber weniger auf der Brachialgewalt des Helden als auf externer Räude gründet. Mitverantwortlich für das gehobene Maß an Exploitation lässt sich Ko-Autor Norifumi Suzuki benennen, der sein Gesamtwerk hindurch mit leinwandtauglichen Foltermethoden, hautengen Perversionen und einem Humor für Obskuritäten aufwarten konnte. Dessen Grand Guignol voller „Sex and Fury“, wie so oft auch von Kollege Masahiro Kakefuda ergänzt, muss man nicht liebhaben, doch er verdichtet dort den Unterhaltungswert, wo solche Filmreihen im Serienformat zwangsläufig auf bestimmte Muster im Narrativ zurückgreifen müssen. Den Kritikpunkt einer Austauschbarkeit möchte ich dennoch nicht anbringen, dafür ist Kazuhiko Yamaguchis Film doch zu verrückt ausgefallen sowie im Wirbelwind der Stimmungen aufgeblüht. Der erste Ansatz für ein Gros an Kontrastion bietet sich mit Heldin Li Koryu (Etsuko Shihomi) an, die sich in ihren Zöpfen und bunten Klamotten chinesischer Tradition auf einem Image der Unschuld bewegt, das sich zeitweise auch in ein Rotkäppchen-Kostüm kleidet, während delirierende Strips und krumme Geschäfte im Hintergrund jede Scham vergessen, die Ironie der Verschmelzung extremisieren.


Natürlich erfüllen die Karatekünste Koryus dann mindestens einen Schauwert des 70's Eskapismus, der keinen Sprung über die simple pleasures der zeitgenössischen Leinwand auslässt, doch ihr Drumherum an Bewährungsproben und Offenbarungen lehnt sich mit seinen Eindrücken wie eine Atombombe aus dem Fenster, Schocks und Irritationen abzuballern. Der Überraschungsfaktor wartet permanent in kurzen Abständen darauf, von seinen Zuschauern gefunden zu werden, deswegen möchte ich nur einige Szenarien der mentalen Vorbereitung behilflich vorstellen: Geschieht in den Straßen Hongkongs der Überfall inklusive Gassenmord, sind ausgestochene Augen und Klingen in der Stirn blutige Gewissheit. Reist Koryu zur Aufklärung dessen nach Tokyo, schießen schon die Gitterstäbe im Taxi runter, ehe von Zug zu Zug gesprungen wird, um einem Arsenal an fremden Widersachern und Ninjas die Meinung zu treten. Springt ein neuer Herausforderer in die Handlung hinein, frieren Bild und Geschrei ein, um den Kampfstil des jeweiligen Mordsmenschen zu benennen. Mit solchen Faktoren und noch vielen mehr sind die ersten zehn Minuten gewiss schnell rum und überwältigend, genauso urig weiß die Logik an Handlungsabläufen, wie sie einen mehrmals ins kalte Wasser werfen kann. Wo sonst gerät der Heldin ein Glasauge in die Hände, das einen Mikrofilm beinhaltet, auf dem sie ihre Schulfreundin Oh Birei (Hisako Tanaka) wiedererkennt und im Verlauf erfährt, dass dieser Blutdiamanten in die Pobacken implantiert werden? Ja, das Sitzfleisch hat hier in Gemäuern der Unterwelt zu leiden, wird dem Milieu gerecht genauso durchoperiert wie Prostitution, Erpressung, Kinderpornographie und sicherlich auch böses Rauschgift.


Interessant, wie verkommen sich die Nation Nippons hier via des einheimischen Studios Toei selbst bewertet und mit kritischem Sleaze eine Freundschaft zu Hongkong, eigentlich ein Sammelplatz japanophober Kung-Fu-Klopper, sucht (zeitweise sogar chinesisch zu stammeln versucht), welche sich auch in der Verknüpfung an Kampfschulen niederschlägt und Universelles betont, wo der Mensch offenbar schon längst am Ende jeder Moral angekommen ist. Das zeigt sich selbst bei der Übergabe der Wohnung, die sich Koryu zeitweise von ihrer ortsansässigen Schwester Li Hakuran (Tamayo Mitsukawa) ausleiht und dabei von einen Magenschlag des Nachbarjungen begrüßt wird. War ja nur ein Streich, dem sie kollegial entgegen lächelt, dennoch findet die Bedrängung von allen Seiten quasi schon als Einzugsgeschenk statt, wenn die Killer vom Honiden-Trio permanent zu Duellen im Regen bitten (eine Hinterhofvariante vom Finale in „Der Wildeste von allen“), Freunde und Familie verstümmeln sowie mit scharfen Klingensounds die Sinne täuschen. Auftragskiller Inoichiro Honiden (Masashi Ishibashi, schon aus Chiba-Tagen als Scherge bekannt) vervielfacht sich da vor bloßem Auge, wie auch sonst Sadistisches mit Surrealistischem gekreuzt, der rote Rausch der Rache als Tunnelblick manifestiert wird und sich Figurenkonstellationen so zufällig wie perplex ergeben, dass Impulse wie die Bereitschaft zur Mithilfe durch Shunsuke Tsubaki (Yasuaki Kurata, irgendwie Blacky Fuchsberger nachempfunden) vor Spontanität überquellen – von irre verkreuzten Verwandtschaftsverhältnissen, diffusen Allianzen mit Obermotz Osone (Hideo Murota) und krassen Attentaten auf die Weiblichkeit ganz zu schweigen. Apropos: Weiß jemand, was es mit dieser Ochsenkopf(?)-Szene auf sich hat?


Ich bin immer wieder hin und weg, wie die japanische Filmindustrie so ziemlich vom Fließband derart aufregende und fantasievolle Schönheiten an Brutalität und erquickender Gerechtigkeitsdynamiken aufziehen konnte, die sich eben auch zum Finale hin in einen zappligen Wutwanst schreien, dass die Luft kein Hindernis mehr ergibt, sich im Nachhinein aber noch von den Erinnerungsstücken der Vergangenheit rein tränt, welche als Ballade der Güte herzlich naiv am Aderlass ernährt wird. Genialst selbstverständlich ballen sich da auch die stets reizvollen Kadrierungen im Breitwandformat (Mensch → Kampf → Stadt) zum Bilderrausch voller Zoom und Groove zusammen, wo die Ode an psychedelische Gefühlsbonbons und Schattenspiele auch dann nicht gebrochen wird, wenn Bunsenbrenner Knieschenkel ansenken. Der Zynismus zum Fleisch geht in der Drastik eben auch irgendwo nahe, wohl aber vor allem deshalb, da ich bei der Sister und ihrer idealisierten Menschlichkeit im Fokus (für die sich Geschwister hier trotz geleisteter Fehler nimmer Urteile anhören müssen) eine Aufhebung meines Einzelkindstatus in Erwägung ziehen würde, selbst wenn die meisten nach der Bekanntschaft mit dieser flott das Zeitliche segnen. Bis dahin nimmt man immerhin noch an einer Verstrahlung teil, die in giftigen Knalleffekten abstößt und streng kawaii auf die Qualitäten der Einigkeit acht nimmt – so leichtfüßig und gewaltsam zugleich im Gehirn unterwegs, dass ich diesen Text fast 1:1 nachschreiben konnte, nachdem mein erster Entwurf der Schusseligkeit wegen gelöscht wurde. Manche blood diamonds sind eben forever.



Ein-Satz-Kritiken für zwischendurch!

„Super“ - Adolf Winkelmanns abgeklärte Postapokalypse aus der Western-Romantik an Baugruben schmelzt einen lässigen wie nassen Naturalismus unter Liebenden, Gierigen und Sehnsüchtigen in Gold ein, bei dem ich mich schon ins Sprudeln des grünen Wasserbehälters verlor; anhand der Beziehungsdifferenzierungen zwischen Motel und Tankstelle bis ins nächtlich-explosive Augenzwinkern hinein glitt; Demirkan und Lindenberg als Einzelgänger kecker Gefasstheit feierte.

„Liebe auf den ersten Schlag“ - Thomas Cailleys nach Chlor und nassen Klamotten riechende Coming-of-Age-Romanze von der verwischten Camouflage der Geschlechterrollen lässt Frettchen retten, Füchse fressen sowie die feiste Liebe zur wahren Kernigkeit binnen des absurden Pragmatismus an Militär-Machtspielen finden, ehe die ruhenden Küsten sich und ihren Holzpreisen einen Neuanfang im Waldbrand der Zuneigungskeile verpassen.

„Die Nacht ist jung“ - Léos Carax weiß die Hitze von Bowies Modern Love wie jene des Halleyschen Kometen auf die Straßen zu strahlen, die Ohnmacht im Fallschirm mit der Unerreichbarkeit der Liebe binnen omnipräsenten AIDS-Äquivalents zu kreuzen, nicht aber unbedingt manche Gleichförmigkeiten seiner Melville-via-Resnais-Hommage anzufechten, obwohl die krude Nachtlust ihre Gefühlsakrobaten durchweg bittersüß im Leiden kadriert, im Schnitt abschnürt.

„Silence“ - Ehe Martin Scorsese alle großen Bilder zur katholischen Passion auf die Tränensäcke westlicher Bedeutungsschwere zentralisiert, lässt sich Masahiro Shinodas schlichtes Panoptikum forcierter Religionsentsagung als Zustandsevaluierung voller Verkühlungen und entmenschlichter Formalitäten entkleiden, in denen Zwang, Abhängigkeit und Verwahrlosung mehr vom Willen des Einzelnen als von der Allgemeingültigkeit jedweder Theologie herrühren.

„Jahrmarkt“ - Gary Busey sitzt als Harlekin im Wasserkäfig, bohrt sich so schmierig in die schmierige Außenwelt an Sensationslust und Machismus ein, dass sich Jodie Foster als loses Mädel ohne Perspektiven mit dran hängt, in der schwülen Dehnung des Milieus am Reiz der Gefahr teilnimmt, sexuelle Frustrationen sowie die Katharsis des Außenseiters anwendet, um ein Finale brachialer Täuschungen in der Schaubudenkutsche zu empathisieren.

„Hairbrained“ - Inmitten des Indie-Komödien-Konsens für die amerikanische College-Tristesse trocknet Alex Wolff Klischees und Pointen zugleich mit seinem unantastbaren Wuschelkopf ab, kommt im Blitz-Quiz mit schnittigen Wissenssalven und ebenbürtig eindrücklichen Damenbekanntschaften zurecht, ehe noch das Küssen, das Verlieren sowie die Heilung zerrütteter Familienverhältnisse angelernt werden, sich dafür via Brendan Fraser ein Trio an Kondompackungen in den Korb schmeißen.

„Der Sturm – Life on the Line“ - Wenn John Travolta seinen bizarr à la Seagal verzopften Bart durch Jahrzehnte und Rückblenden trägt, den Pathos im Lineman-Job unter dem Oberbegriff „Armageddon“ nachliest und provinziell platte Melodramen der Eifersucht, Schwangerschaften, Traumata, Rabenmutter-Sharon-Stones sowie sehnsüchtig erwarteter Spießigkeit den Sturm heraufbeschwören, ist der Käse unter Stereotypen entsprechend doof konstruiert, aber noch in dauererregter Unbeholfenheit anzutreffen.

„Dog Eat Dog“ - Über „Dying of the Light“ kann man sagen, was man will, doch Paul Schraders Vision hängt sich nun in aller Freiheit nur mäßig involviert in eine Gangsterposse rein, die ihre Schnacker aus den 90ern auf stumpfe wie beliebige Stories zurück kurbelt, welche die Beobachtungen zum entlarvten Kultobjekt Männlichkeit im Blei versinken lassen, bevor der Showdown noch auf den letzten Drücker Inspirationen an Farben sowie den zeitlosen Reißwolf an Autoritäten und kapitalen Egos belegt.

So, jetzt geht's weiter im Text: 




XXX: DIE RÜCKKEHR DES XANDER CAGE - "[...] Soviel Taurin wie nötig kriegt man aber kaum runter bei den Mengen an „Boah, ey“, die D.J. Caruso von einem abverlangt, wenn seine Superagenten voll mit Red Bull extrem die Welt retten, poppig ums Poppen herum mit Vehikeln und Muskeln gegen jede Physik posieren. [...] Der Story-Konsens an Geheimdienstmachenschaften, Intrigen, Doppelspielen und globalem Antiterror-Bumm-Bumm geht einem ohnehin mehr bleiern auf den Senkel, ehe es die vielen kecken Einzelmomente vom Glück der Secret-Honks wieder ungeniert eskapistisch ausgleichen. [...] Äußert sich natürlich noch mit gleichsam oberschlauen wie superblöden Phrasen, doch jenen Reiz an Naivität und Trivialität wünscht man sich ja schon, sobald man ein Ticket für diesen Film löst und weiß Gott keinen weiteren „Spectre“ geliefert bekommen will. [...] Die Typen springen ja auch wie Flummis mehrmals um die eigene Achse und bringen genauso chronisch ihre individuellen Slogans zu Wort, um eine durchgedachte Handlung zu suggerieren. [...] Superdoof zu sein ist auch ein bisschen superdope, [...] ein Quell kindlichen Enthusiasmus, der einst im Bahnhofskino rauf und runter lief, nun größer als groß in 3D vom Tagtraum des Jungskinos berichtet, der sogar seinen verstärkten Hang zur Inklusion noch hauptsächlich auf pubertären Sexappeal gründet. [...]"


(Die komplette Kritik gibt es bei den DREI MUSCHELN zu lesen.) 




Eine der schönsten Begegnungen dieser Woche gehörte auch zu den kürzesten, denn Zoltan G. Spencers Regiedebüt „The Satanist“ läuft nur an die knapp 64 Minuten. Man kann allerdings von Glück reden, dass man dieses seltene Vergnügen hat, schließlich wurde vor der Restauration um 2014 herum stets spekuliert, dass jener Film von 1968 seit jeher verschollen sei. „Willst du gelten, mach dich selten“ - hatte dann auch funktioniert, bislang war ich nicht unbedingt auf der Suche nach derart minimalistischen Frühwerken des Nudie-Cuties (ein Traumbegriff) doch mit jenem Autorenfilmer Spencer könnte es was werden, wenn seine Vorgehensweise in der Erzählung so erfrischend bescheiden und seine Darsteller/innen entsprechend drollig bleiben. Nichts währt so ewig wie Jugend und Schönheit im Korn des Zelluloids, deswegen teilt Maestro Zoltan seine Geschichte auch in einer Szenenmenge auf, die man mit anderthalber Hand abzählen kann sowie das Ensemble an weiblichen Formen zum Hauptmotiv erklärt. Der Softsex schleppt sich dafür ins Fingerspitzengefühl hinein und auch wenn das Dralle am Cast teilweise etwas grob zusammengesucht scheint, sind da durchweg zärtliche Gesichter für formatfüllendes Vergnügen zugegen, die aus ihrer Gewöhnlichkeit Kapital schlagen, zwischen Unbedarftheit und Ungewissheit pendeln, aber in ihrer Präsenz ausnahmslos unantastbar bleiben. Das möchte man auch meinen bei einem Protagonisten wie Joe, welcher sich als Autor mit Brille und Schnurrbart vorstellt – ein Musterbeispiel an zurechtgebogener Harmlosigkeit, das man sich nicht unbedingt als erste Wahl ins Schlafzimmer stellen würde, aber einen herrlichen Spießbürger abgibt. Der fordert uns von seinem Rollstuhl aus dazu auf, festzustellen, ob der folgende Blick in die Vergangenheit seinerseits Traum oder Wirklichkeit gewesen sei – ein einladendes Konzept, das mit seiner neugierigen Schwarz-Weiß-Optik voller Schatten und greller Kontraste eine (auch darüber hinaus gehende) Kuppelei mit den „Meshes of the Afternoon“ eingehen will, genauso stumm vor sich her spricht.


Wir sehen zwar Gespräche, deren Inhalte werden jedoch vom Autor im Voiceover wiedergegeben, der pflichtbewusst auf sein interpretatives Geschick hinweist und zurückgreift, um die Geschehnisse des Zwischenmenschlichen bis ins (nur bedingt erwiesene) Übernatürliche Revue passieren zu lassen. Klingt leicht eitel, ist es auch – Joes eigene Methodik weiß ihn im Verlauf aber auch keck zu verballhornen. Bis hierhin beteuert er nämlich, dass er als bodenständiger Lebemann ausschließlich vom Stress geplagt und der Anweisung seines Hausarztes nach einen Ausflug in die kalifornischen Suburbs unternommen hat - das kaum abgewartete Auspacken seiner Schreibmaschine im Einheitsambiente erzählt da was anderes, doch seine tolldreiste City-Frau Mary (in etwa einer jungen Iris Berben ähnlich) überredet ihn noch flotter zum Urlaubstechtelmechtel auf Triple-Betten (mit den Laken kannste den Bundestag verhüllen), bei dem die BHs nie spitzer und die Verzahnung an Körpern kaum ungelenker ausschauen könnten. Gibt auch keinen Grund, sich diese unbescholtenen Privatleute anders vorzustellen, wenn sich die Matratzenbelagerung knapp auf die mutigsten Anlaufstellen des Pettings einigt, Entkleidungen Richtung Totalverdunklungsgardine sowie Oralverkehr mit äußerster Vorsicht genossen werden. Die Rahmenbedingungen an Behütung sind beiden anzusehen, da aber eben trotzdem ein liebevolles Schauspiel, das sich gegenseitig zugrinst und gerade im verhaltenen Herantasten eine Intimität erwirkt, mit der man warm werden kann, aber noch ein Stück weit von feuchten Hosen entfernt ist. Den Eindruck vom Blümchensex (der Mann schläft mit Socken!) versucht man zeitgleich mit dem gefühlt krautigsten Grundgerüst des Psychedelic Rock entgegen zu wirken, welches vom Soundtrack zum Dauerbetrieb beansprucht wird, so wie sich ohnehin jedes Liebesspiel auf längere Zeit verausgabt. Die Schnittstelle für diese Stimmungen verharrt aber kaum in weiter Ferne, schließlich schaut Shandra von draußen zu, mit strengen Augen aus den Tiefen einer Romero-würdigen Nacht geborgen, dass auch Joe schon ankündigen muss, inwiefern die Geschichte ab jetzt von ihr gegeißelt wird. 


In Shandra kann man sich nur verlieben: Die brünette Teufelsanbeterin (gefühlt ein mütterlicheres Lichtdouble für Barbara Steele) machte schon zum enigmatischen Intro hin Straßenlampen sowie Teens im Rücksitz unsicher, dass man ihr in okkulte Wesenszustände folgte - mit beschwingter Gastfreundlichkeit lädt sie dann aber noch Joe und dessen Frau zu sich nach Hause ein, die Materie zumindest mal als Schmöker für zwischendurch anzutesten. Der Spiegel im Hause Shandras ist unserem Joe schon so suspekt, dass er diesem mehrmals chargierend zuzwinkern muss, ob sich da denn nun wirklich ein noch dralleres Wesen vom Satanskult befände, aber schwamm drüber, die Anleitungen zur schwarzen Magie sind ihm lesenswerter als gedacht! Kein Wunder bei einem Film, der sich für längere Zeit in seine Umwelt vergucken kann, den Pflanzen und Möbeln des Mittelstandes im Auge der Sonne frönt, ebenso die schönsten Details mit Tapetenmustern aus der „Bettwurst“ koppelt – größtenteils zu Totalen, die einem beim Selber-Einrichten enorm behilflich sein dürften, fern jeder Schäbigkeit rangieren. Da muss der Herr Gatte schon absichtsvoll die Opa-Pfeife paffen, Mary im strategisch durchsichtigen Nachthemd schlummern lassen und derweil ebenso den Voyeur geben, wenn er bei Shandra vom Hofe aus ins Schlafgemach glotzt und beschreibt, welch faszinierend schreckliche Rituale er da zu Gesicht bekommt. In Wirklichkeit verbringt die Begaffte traute Zweisamkeit mit ihrem Sukkubus (Helga Anders trifft Brigitte Bardot), cremt das gut bestückte Mädel ein und verwandelt sich per Stopptrick in einen Adonis mit markanter Kinnlade, der bei Bergman hätte anheuern können. Der Cunnilingus für die Frau ist da nur recht, der Wechsel an Beglückung ist der Kamera dementsprechend Sinnespflicht, zudem von höchster Entspannung noch in Joes Träumen unterwegs, dass er den Morgen danach keine Brille mehr braucht. Mary erscheint das rätselhaft und führt sie scheu wie ein Rehlein angetrabt in Shandras Hinterhof, wo sich der Sukkubus (mal unter blonder o. schwarzer Perücke) via Salz und Kerzen eine ganz dufte Zaubereinlage kredenzt, wie die Bäume drum herum über dem Erdboden thront und dafür der Ehrfurcht halber alle Natürlichkeiten auspackt. 


Solche Mächte sind zu viel des Guten, deshalb sind sich die bürgerlichen Spanner einig: Möglichst rasch die Fliege machen! Blöd nur, dass Shandra sie vorher noch zu einer schwarzen Messe eingeladen hatte – der Höflichkeit halber lässt sich das ja wohl kaum ausschlagen! Und so nimmt das seinen Lauf mit der finsteren Fete, welche für ihre Gäste immerhin Klappstühle in den hinteren Reihen aufgestellt hat und zu denen sich Shandra mit nackter Brust ganz casual dazu setzt, während vorne jeder seinen Eigensaft in Krügen abnuckelt. Es macht keinen Sinn, hier jetzt alle Kleinigkeiten zu verraten, mit denen kontinuierlich die Teufelslaune steigt – ich behaupte mal, es ist für jeden was dabei; zwar nicht unbedingt viel freimütiger auf Tuchfühlung eingestellt als in der vorhin beschriebenen Erstlingsszene an GV, aber durchaus noch eine anregende Projektionsfläche, die höchstens beim Aufsetzen der kollektiven Ziegenmaske abbaut. Ganz und gar attraktiv habe ich hingegen das Gesamtpaket liebenswerter Schaffenslaune empfunden, das sich unter Freunden sowie augenscheinlich in Privatwohnungen zum Inszenieren bar vieler Mittel traf und zu Zwischenwelten aus Kerzenschein, Feuer und schwarzen Roben vordrang, ohne dabei das Lachen oder gar seine niedlichen Speckröllchen zu verlieren. Shandra würdigt man in dem Zustand zudem mit vielen Nahaufnahmen ihrer Frohnatur, während Joe auf der Tonspur nicht mal ansatzweise ein überzeugender moralischer Zeigefinger über die Lippen geht. Wäre ja auch totaler Quatsch, so wie man sich hier mit Ketten, Samt, Masken und elastischen Schlüpfern bettet, per Zauberstab Wunder aus dem Nichts erschafft und dabei am Bass zupft, bis jeder Zuschauer als berauschter Sklave der Lust entlassen wird. Ich bin gespannt, was die weiteren Werke Zoltans danach noch mit einem machen konnten.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Tipps vom 19.10. - 25.10.2015

 

NEONSTADT - "Was ich haben will, das krieg ich nicht. Und was ich kriegen kann, das gefällt mir nicht". Ungestüm kommt der Zeitgeist der Jugend um die Phase zwischen Punk und NDW herum hier in fünf Episoden daher, die sich im faustdicken Eigensinn zu Liebe und Selbstbewusstsein äußern und dabei dennoch saukomisch, tragisch, impulsiv und frech zugleich auftreten. Nicht, dass dafür in allen Fällen überhaupt Genremuster oder spekulatives Drei(t)akten zur Anwendung kommen - der urbane Umgang ist hier stattdessen bereits von der ersten Episode an ("Verliebt, verlobt, BRD-igt" von Gisela Weilemann) ein abgeklärtes Spiel im Milieu, das seine Sehnsüchte von Mann und Frau spielerisch ausspäht sowie in bunten Lichtern illustriert. Genauso knackig die Klamotten, Frisuren, der Slang, die Akzente und der ungezwungene Bezug zum Sex - irgendwie doch ganz drollig, voller Unschuld und so frei wie rotzig im Umgang, dass sich die Dramaturgie auch je nach Belieben, aber weiterhin stimmig, die ganze Nacht hinweg umorientieren kann. Botschaft oder Moral müssen nicht dahergeführt werden, da der Zustand des Zeitgenössischen schon entschieden für sich spricht.


In der zweiten Episode, "Star" von Helmer von Lützelburg, folgt sodann der Drang, darin aufzugehen, etwas darzustellen und dem Mief sowie U-Bahnen des Alltags zu entkommen, obgleich das Innere nicht wirklich mitgehen kann zu dem, was mit dem Äußeren dargestellt werden soll. Wie findet sich da zwischen den Zeilen, im Mantel der Schönheit, das Glück unter jenem Sonnenuntergang, der von dunklen Türmen umkreist scheint? Imagepflege ist eben heute wie damals eine schwierige Frage des Selbstbewusstseins. Die dritte Episode hingegen, "Running Blue" von Dominik Graf, koppelt sich in ihrem Selbstbewusstsein ein Stück weit vom dargestellten Gesamtkomplex ab und stellt sich einen Waffenschieber-Gangsterpathos mit kahler Stirn und Coolness vor, der Mechanismen der Übermächte in einen kontemporären Rahmen setzt, darin die Strenge in der Existenz per Unterwelt abwickelt und mit Aussichten auf die lieben Kleinigkeiten auflockert. Letztendlich endet es da aber so, wie derartige Geschichten immer Sch(l)usspunkte setzen und wirkt daher (auch handlungstechnisch) quasi wie eine vereinfachte Variation von "Eine Rose für Jane".


Die vierte Episode, "Panter Neuss" von Hans Schmid, geht dafür aber wieder in die Vollen und fungiert als Highlight mit einzigartiger Charakterstudie, die ein kaputtes Wesen mit einer gleichgültigen Gesellschaft fusioniert und dieses darin auf umso schönere Wege des Unkalkulierbaren geraten lässt, ohne Wahrhaftigkeit aufzugeben oder zu forcieren. Der kapitalistische Wunschtraum hat eben keine Chance gegen das Individuum, dass so herzensgut und doch unbeholfen abfetzt, bis die Anziehungskräfte das Zelluloid zerreißen. Also geht es zur fünften Episode nicht nur vom Titel her in die "Disco Satanica" von Wolfgang Büld, der jenen Nachtzirkus mit entsprechenden Hits unter der Lichterkugel füttert und Hormone gegenseitig anbaggern lässt, bis die provinzielle Schnauze überfahren wird und zum Killer mit Travolta-Maske mutiert. Der Beischlaf wird dabei natürlich nur bedingt eingedämmt und spritzt Blusen voll, solange das Wochenende ansteht - Vorsicht allerdings vor der Eifersucht, die hat Schaum aus dem Feuerlöscher vorm Mund! Sowas Wildes und Rohes, schlicht Unmittelbares an Film ist aus deutschen Landen vielleicht nicht mehr ganz so gängig zu sehen, was schade, aber umso sehenswerter ist. Hoffen wir zumindest auf eine baldige Verewigung im Heimkino, damit die "Neonstadt" immer wieder besucht werden kann.




SCHOOL OF THE HOLY BEAST - Einerseits ist es schon komisch, wie solch japanische Exploitation stets mit visueller Brillanz auftreten und in ihrem Exzess mit Leichtigkeit treffende Pointen des Zeitgeists (siehe bereits die Montage des Intros dieses Films) und der Kritik einbauen kann. Andererseits sind die Geschichten darum stets so einfach, dass sich die Balance zwischen Reißertum und Melodram nicht immer glaubwürdig halten lässt. In solchen Fällen heißt es ohnehin: Man wird wahrscheinlich schon von Vornherein wissen, auf welch spezielle Genrefaktoren man sich einlässt und gerade, was japanisches Kino betrifft, sollte man dessen kulturellen Eigensinn berücksichtigen, der weißgott nicht mit dem allgemeinen Konsens und abendländischer Moral vereinbar ist.


Umso hemmungsloser kommt dann allerdings Norifumi Suzukis Zeugnis der Erotomanie daher, welches geistliche Symbole keck umspielt und für einen Thriller einsetzt, der spielerisch die Doppelmoral des Klerikus entlarvt und dabei gegen den guten Geschmack verstößt, ohne jedoch haltlose Beleidigungen am laufenden Band zu äußern. Viel mehr wird die Selbstgefälligkeit der religiösen Geheimgesellschaft ins Visier genommen sowie die Abschottung vor der Welt, dem Menschlichen und speziell dem Bewusstsein zum eigenen Körper - zwar überspitzt in genussvollen Extremen, aber eher frech als karikaturenhaft. Auf der storytechnischen Ebene kulminiert jenes Konzept zudem in der Erforschung zur Vergangenheit der Protagonistin Maya Takigawa (Yumi Takigawa), deren Existenz aus dem Leiden innerhalb der Klostermauern erst erschaffen wurde und im Ursprung so verklärt wird, dass ihr weiteres Leiden im Bewusstsein der Wahrheit angetan wird.


Zudem aber sind ihre Antagonisten nicht gerade grundlos so wie sie sind, ebenso von der Geschichte gebrandmarkt und in einen Glauben hineingestiegen, dessen Widersprüche zum mentalen Selbstbetrug führen, wie es jüngst auch in "El Club" (2015) nur die Eskalation hervorbringen konnte. Die hat es dann aber auch in sich, schreitet zur Entschlossenheit individueller Selbstbestimmung UND explodiert in einem blutigen wie nackten Bilderrausch, der gleichsam ins Übernatürliche und Hymnische mündet - und das gar nicht mal so verrückt oder zynisch, dass der charakterliche Rahmen darunter leiden muss. Eine schöne Symbiose aus konfrontierender Glaubensfrage und bildhübscher Drastik, Ken Russell und Marquis de Sade würden ihre helle Freude daran haben.




DIE MELODIE DES MEERES - Sich rein visuell von diesem Werk einnehmen zu lassen, ist gar nicht mal zu schwierig und erst recht nicht unfair gegenüber dem restlichen Inhalt des Films, welcher die Schönheit von Mythen und Zauberei in die Wirklichkeit überträgt und ein spannendes wie herzliches Narrativ daraus entwickelt. Das Abenteuer um zwei Geschwister, die im Verlauf von allem entrissen werden, was sie ausmacht, dabei aber auch erst zusammenfinden, sehnt sich nach Heimat sowie der Wahrhaftigkeit und Hingabe der Gefühle, wie es einerseits der kindlichen Zielgruppe gerecht werden dürfte, aber sich dafür auch nicht an diese anbiedern muss. Sehr löblich ist auch der runtergeschaltene Gang in Sachen (ich nenne es einfach mal so) "Blödi-Humor", der sonst die Spannweite der Themen und Emotionen mit brachialer Komik niederschmettern würde.


Nicht, dass "Die Melodie des Meeres" komplett ohne Humor auskommen würde, im Gegenteil, doch der Spaß macht weder einen Witz aus sich selbst noch aus seinen Charakteren. Die sind nämlich in zweierlei Hinsicht so liebevoll gezeichnet, dass sie nicht bloß funktionär für simples Tearjerking oder Comic Relief herhalten oder im Gegenzug übererklärt werden. Die Schicksale besitzen bereits im visuellen Rahmen emotionale Resonanz (toll, das verstärkt über die Bilder allein erzählt wird), werden aber auch zugleich über die farbige Ortssprache zum Leben erweckt und vermeiden zudem im Endeffekt komplett die Aufteilung in Gut und Böse. Dabei gelingt in einfacher Dramaturgie mit durchgängiger Leichtfüßigkeit reichlich Kreativität, die zudem mehrere kleinere Figuren und Geschichten als Teil des Ganzen miteinander verknüpfen kann, ohne überladen zu wirken. Ohnehin blüht darin eine Euphorie für Fantasie auf, die noch von einem dringlichen Gefühl der Wiedererlangung unterfüttert wird.


Die Spannung basiert sodann erneut auf Muster eines Rettungsplans, eines Countdowns sowie einer Art Prophezeiung, wie sie im modernen Kino nicht mehr wegzudenken sind. Vielleicht schöpft sich die Geschichte da zum Ende hin etwas aus, wenn sich Erwartungen erfüllen, die den eigenständigen Mythos in eine gängige Erzählform bugsieren und sich da in die Länge strecken. Andererseits entschädigt der Film dann wieder mit dem Abschluss einer tragisch schönen Reise, die eine Einigung der Welten zum Tränenfluss einer bittersüßen Katharsis avancieren lässt. Im Klartext: Es war einfach nur sehr schön, eigenständig und aufrichtig, sowohl in der liebevollen Optik als auch im liebevollen Plot. Eine klare Empfehlung für klein und groß zum stilechten Starttermin um Weihnachten herum.




MACBETH - Die nachfolgende Kritik wurde von Stefanie Schneider und mir zusammen verfasst - kleiner Hinweis: ich hab mehr über die positiveren Aspekte des Films herausgekitzelt ;)

"[...] Es folgt ein Delirium in eine kaum entlastende Heimkehr, die im Morast versinkt, da die Macht mit sauberen Händen über allem ruht. Kurzel reflektiert die kontemporäre Politik wie Polanski – aber wo seine Adaption darauf aus war, die Tyrannen, gleich welcher Herkunft, ausbluten zu lassen, spürt das modernere Pendant der Qual seiner Hauptfigur als Übertragungskette des Grauens nach. [...] Kurzel weiß dieses Schicksal in einen Rausch aus Erschöpfung und Schock zu verwandeln. Daher zieht sein zweiter Spielfilm zwar große Stücke auf, legt seinen Fokus jedoch auf ein menschliches Martyrium im tief versumpften Mittelalter, statt ein Historienepos aufzufahren. Er tritt mit seinem Bruder Jed ans Schlagzeug und rumst ins Fieber eines Vergifteten, das Chance, Schuld und Sühne zu einem Stimmungsstück der Verlorenen ballt. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




IRRATIONAL MAN - "[...] Regisseur und Autor Allen setzt diese Konflikte wie gewohnt in einen leichtfüßigen Rahmen mit Jazz der Marke Easy Listening, kreiert stilsichere Konversationen mit neurotischem Flair, welche sich im oberen Mittelstand mit Beobachtungen und Einsilbern über Dostojewski („He got it!“) bis Heidegger und dem Faschismus begnügen [...] Dennoch verlässt man den Film mit einem Gefühl der Teilnahmslosigkeit, da das Menschliche eher im Rechtfertigungszwang aufgeht und sich für einen gehobenen Umgangston vom Praktischen abkoppelt, das sträflich unterrepräsentiert scheint [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)


Bonus-Zeugs:




ICH UND EARL UND DAS MÄDCHEN - "[...] Im Grunde der Geschichte schlummert das Psychogramm eines Egomanen, der sich nur durch andere definieren kann – seien es Filme oder Menschen. [...] Dieser filmische Poser verpasst sich zudem noch selbst Zynismus, als Greg Rachel in seinem Voice-over zum Spielball des Publikums umfunktioniert, ob sie überleben wird oder nicht. Die Zuckerglasur des Ganzen legt sich natürlich ins Zeug, ein Trostpflaster zu spenden, indem sie nicht nur durch eine Anekdote von Gregs Lehrer McCarthy (Jon Bernthal) ankündigt, dass ein Mensch nie stirbt, weil im Nachhinein immer wieder etwas Neues an ihm zu finden sein wird. [...] Zudem ist ein ehrlicher Umgangston zeitweise ebenso anzutreffen [...] Vieles davon kennt man aber schon anhand anderer Genrebeispiele – jetzt eben mit dem anbiedernden Gimmick der Weltkinoreferenzen und dem Tearjerker Krebs. Laut diesem Film schafft Film alles, doch der Film an sich schafft zu wenig, obwohl er meint, das Herz am rechten Fleck zu haben."



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




THE LAST WITCH HUNTER - "[...] Vielleicht liegt dies an seinem Schauspiel, das ausgerechnet unter der Ägide von Breck Eisner (dessen Remake von „The Crazies“ für effektives Horrorkino sorgte) zum nuschelnden Expositionsanrufbeantworter verkommt und in den Kampfszenen reichlich amüsante Grimassen von ihm abverlangt. Trotz der gelegentlich reichhaltigen Ausstattung schafft es aber keiner der Herren, Tempo aufrechtzuerhalten, da sich der Großteil des Films durch Erklärungen über Hexen, Geheimkonsulate, deren Sentinel-Monster und ach so wichtige MacGuffins definiert. [...] Ein weiteres Symptom für einen Film, der niemals in die Gänge kommt und stattdessen Standardbilder von Rückblenden, Schwertkämpfen mit CGI-Monstern in dunklen Höhlen sowie dem nahenden Ende der Welt bemüht. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




A PERFECT DAY - "[...] Das Szenario um eine Gruppe von fünf Helfern ohne Grenzen zur Zeit des Bosnienkrieges rattert witz- und stillos durch ein Arsenal an forcierten Schlagfertigkeiten, das alle zwei Szenen entweder auf Ü-40-Coolness pocht oder oberflächliche Betroffenheit übt. Genauso anbiedernd pendelt der permanent angeschaltete Soundtrack von Classic Rock über Marilyn Mansons „Sweet Dreams“ zu austauschbaren Synthesizerflächen, damit jede Stimmung genauso eindeutig bleibt, wie es die Charaktere sind. [...] Wer neu ist, braucht vielleicht noch Eingewöhnung, aber es dauert nur die gesamte Laufzeit, um im gleichen Atemzug Fairness gegenüber der Bevölkerung zu verlangen und eine dicke Leiche als „Fat Fuck“ abzutun. [...]"



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