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Sonntag, 20. Mai 2018

NACHHOLBEDARF (Tipps vom 23.04. - 20.05.2018)

Chow Yun-Fat, Conan Lee, Wolfgang Fierek, Cleo Kretschmer, Dwayne The Rock Johnson, Gerard Butler, Little Bear

Liebe Leser,

ich bitte um Entschuldigung für die Verspätung! Der Titel des Blogeintrags ist heute sehr programmatisch gedacht und umfasst einfach vieles an der derzeitigen Gefühlslage, die mich heute wieder hierher geführt hat. Zum einen war es doch mal an der Zeit, die Rekapitulation der inzwischen zwei (!) letzten Filmabende schriftlich festzuhalten – da liefen also schon mal 15 Filme durch, die sich repräsentiert wissen wollen. Zum anderen habe ich mir in den letzten Wochen auch eine Menge Filmgut gegönnt, auf das ich schon länger heiß war oder dauernd von hörte und nun eher durch Zufall Zugang zu hatte (und dann war ich seit März auch mal wieder im Kino!). Von letzteren ist im Blog eventuell weniger über geblieben, aber erwähnen möchte ich sie trotzdem. Vorher ist es mir aber noch sehr wichtig, durchzusagen, dass für mich auch ein besonderer Nachholbedarf herrschte, euch mit Lesestoff zu versorgen. Ist ja beinahe schon wieder ein ganzer Monat her seit der letzten Ausgabe und das sollte so eigentlich nicht geschehen. Die üblichen Ausreden von der regulären Arbeit und anderweitigen externen Einflüssen hilft euch gewiss wenig über die Runden, deswegen ist das Angebot der Kompensation in der Fülle all dieser Faktoren vor allem jetzt eins geworden: Ziemlich dick, mit 12 Filmen in umfangreichen Abschnitten (abgesehen von den schlechteren Streifen, aber das merkt ihr schon, hoffentlich ohne Abzug an Qualität wohlgemerkt). Bei der Auswahl der Filmabend-Streifen hatte ich mir überlegt, diese im Review-Rahmen fair aufzuteilen – jeweils 4 Beispiele vom jeweiligen Evening habe ich spontan auserwählt, vom verbliebenen Ensemble seien vor allem aber noch folgende Filme herzlichst empfohlen (nur im Augenblick irgendwie nicht in meinem Schreibfluss gelangt):

DER FALL BACHMEIER - KEINE ZEIT FÜR TRÄNEN (Hark Bohm, 1984); SCHICKSALSSPIEL (Bernd Schadewald, 1993); GIB GAS - ICH WILL SPASS (Wolfgang Büld, 1983); THE SOULTANGLER (Pat Bishow, 1987); STEP UP: MIAMI HEAT (Scott Speer, 2012); MARIHUANA (Dwain Esper, 1936); DREAM NO EVIL (John Hayes, 1970)


Da auch ein wenig rumexperimentiert wurde, was die Verpflegung bei den jüngsten Filmabenden angeht, möchte ich noch einige kulinarische Erfahrungen bezeugen: Ich hatte mir vom örtlichen Asia-Markt Getränke besorgt, die uns bisher vollig fremd waren. Leider nur zwei Sachen davon würde ich uneingeschränkt empfehlen: Zum einen den Energydrink Lipovitan-D Plus und zum anderen Sake als geschmeidigerer, wenn auch etwas verdächtiger Wodka-Ersatz, jawoll! Mit einigen Einschränkungen hab ich auch den Soja-Drink der Marke Chin-Chin sowie den kalten Kaffee „Oliang“ aus Thailand ausgetrunken, doch beim Grassgelee-Getränk mit Kokosnuss-Geschmack (ebenfalls von Chin-Chin) war’s dann doch zu viel des Guten. Noch schwerer fällt es mir allerdings, folgenden Filmen keinen ordentlichen Text spendieren zu können, aber ihre hiesige Listung ist eventuell sowas wie meine persönliche Cannes-Siegerliste:

DER FAN (Eckhart Schmidt, 1982); THE COMMUTER (Jaume Collet-Serra, 2018); PADDINGTON (Paul King, 2014); LA BOUM - DIE FETE - ELTERN UNERWÜNSCHT (Claude Pinoteau, 1980); GREASE - SCHMIERE (Randal Kleiser, 1978)

Oha, was blieb nach diesen ganzen Top-Streifen dann noch alles übrig? Ich hoffe, ich kann euch mit der folgenden Auswahl so oder so trotzdem zufriedenstellen und freue mich jetzt schon, bevor der heutige Hauptteil rankommt, auf die nächste Ausgabe an Filmtipps – irgendeiner muss es ja tun :D


Cleo Kretschmer, Wolfgang Fierek, Dolly Dollar


FLITTERWOCHEN (Klaus Lemke, 1980) – Langsam wird es eng bei uns im Fundus an Cleo-Kretschmer-und-Wolfgang-Fierek-Paarungen. Abseits dessen, was auf diesem Blog schon besprochen wurde, sind die verbliebenen (Fernseh-)Filme immer seltener vorzufinden, doch hier lässt sich zumindest nochmal aufatmen, dass die Zwei immerhin endlich in einer fruchtenden Ehe zusammenfinden. Zumindest theoretisch, denn mancherorts besitzt der Filmtitel nicht umsonst die Zusatzzeile „Zitterwochen“ – die Begleitumstände hierfür macht der Film auf die Schnelle fest, wenn neben der Romantik unter unseren beiden drolligst naiven Zollbeamten ständig Alltag+Frust in die Bindung einkehren, bereits im kleinsten Kleinen an die jeweilige Gurgel gehen. Schon bei der Hochzeitsfeier steigt der Alkoholpegel Wolfgangs in die Höhe, sobald der Ex der Cleo noch seine Blumen abgibt, sie hingegen im Rausch aller gen Kohlenkeller rumkrabbeln muss. Ein seltsamer Brauch, der in eine ebenso dustere Hochzeitsnacht mündet – und dann soll’s am morning after schon nach Rio in die besagten Wochen gehen. Wie dünn da jeder Geduldsfaden wird, genauso knapp auch die freien Zimmer im Hotel, auf dass man sich eins mit dem Reiseleiter teilen muss. Es wird nicht leicht für unser Traumpaar, trotz der Zauberkulisse im Hintergrund auch nur einmal zum Schmusen zu kommen. Alles funkt dazwischen und da darf sich der Film gerne von einer gesteigerten Hemmung in die nächste hangeln, so wie der improvisierte Urlaubszank seine Ventile sucht, höchst nachvollziehbar auf den Nerven des Gegenübers rumkaut, genauso wie die schiere Komik des Verlorenseins im Paradies. Und wenn sich dann noch die fesche Dolly (Dollar) und Guntram Vogel von der Scotia als Touristen aus deutschen Landen zwangsläufig der hart vermissten Kommunikation wegen dazu gesellen, ist das Chaos an Cockblock und brasilianischem Exzess ringsum perfekt. Im Gegenzug bedient sich Lemkes Film sehr frei an bodenständigen wie abstrusen (auf jeden Fall sehr gelingenden) Gags, verlässt sich wie gehabt auf schlichte Perspektiven mit umso größeren Ausblick. Im Gegenzug wirkt der Spießrutenlauf von Cleo und Wolfgang, ihre Strapazen mit Dialekt nochmals umso mehr zum Kugeln, liebenswert und ohne Plan – eine Tati-Dynamik erlebnissüchtiger Demut. Kann die Liebe in solch unsteten Zeiten aber noch Bestand haben? Da muss der Film selber auch erst mal einen drauf kippen, um zur Einsicht zu gelangen, wie viel Freimut, Eifersucht, Überwältigung im Großen, Ganzen und Privaten die richtige Mische ergibt. Selbst dann macht er jedoch Lust auf mehr von dieser Kombo an Filmschaffen – ein bittersüßer Ausflug!




BORN HERO 2 (Liu Chia-Liang, 1988) – Die 2 im Titel bitte mal kurz wegdenken, da es sich ja trotz jener Kreation des dt. Verleihs in Wirklichkeit um „Tiger on Beat“ handelt, gelle? Gut, das ging fix, ich wette, da könnt ihr euch dann auch gleich genauso flott mit dem Film an sich vertraut machen, oder? Schließlich ist es eine Actionkomödie aus Hongkong mit den Dreh- und Angelpunkten Chow Yun-Fat (mit Schirmmütze und Hawaii-Hemden!) und Conan Lee, die sich als Bullen-Buddies einen tolldreisten Schlagabtausch liefern, wie weit Berufsethos und Energien im Medium Film an sich auszulegen sind. Eine gehörige Sauerei ist den Genremixern aus jenen Landen und Zeiten ja immer vorbehalten, doch hier geht das Kurzweil besonders sympathisch im Pendel  blutig-durchchoreographierter Action und moralisch-grenzenlosem Jux auf. Jene Extreme lassen sich exemplarisch auf zwei Szenen festlegen: Eine, in der Yun-Fat mehrere Eier der Potenz (?) wegen ins Glas schmeißt und in einem Schwung runterkippt; dann wiederum eine andere gen Schluss, in welcher Conan Lee das Kettensägenduell aus „Texas Chainsaw Massacre 2“ auf den Mond schießt. Die Verbindungslinie dazu hat wie so oft mit Drogenschmuggel zu tun – ein Fall fürs Kino wie viele andere zuvor und danach, weshalb dessen kriminelle Mechanismen eher funktionell dahinticken, während die geballten Sequenzen drumherum mit unseren Tigers im jeweiligen Zentrum der Einmischung erst die Bomben platzen lassen. Und da bleibt einfach alles (auch intensiv spruchreif) in Erinnerung: Die scherbenreiche Neumöblierung der Aerobic-Buden, Verfolgungsjagden und Geiselnahmen in Unterhosen (bei denen schon Verhandlungssache ist, wer sich entblättern muss), vollends misogyne Verhöre und sowieso das stets bipolare Gebären einer Macho-Männerwelt im kunterbunten 80’s Outfit. „Lethal Weapon“, Stallones „Cobra“-Irrsinn und Jackie Chan wären da als geistige Anleitung schnell genannt, doch die hiesigen Unmengen an Groteske, Melodram und Dynamik² arbeiten nochmal auf einer wilderen Ebene. Launig, sehr daneben und exzessiv – ich liebe alles daran! 




LINIE 1 (Reinhard Hauff, 1988) – Mir war der Ruf von Musical und Film bisher immer irgendwie entgangen, welcher offenbar von Kult bis Geißel der Schulzeit reicht. Ganz ab davon muss ich jedenfalls festhalten, dass Reinhard Hauffs Adaption gehörig konsequent, derbe und innig an die Gosse ran ausgefallen ist – vielleicht sogar als eine der überspitzt abstoßendsten und ehrlichsten Darstellungen Berliner Subkulturen überhaupt. Der Vermengung des S-Bahn-Panoramas menschlicher Untiefen mag als Musical ein Hauch der Romantisierung innewohnen, doch die Haltestellen gen Sozialkitsch existieren eher im Wunschdenken. Das schroffe Ensemble bietet die richtige Schnottersprache zum Bodensatz der Existenz, der physische Umgang untereinander ist ebenso penetrant am Fummeln und Drohen, natürlich auch in der Permanenz des eigenen Drucks gefangen. Ressentiments und Gruppendenken/-kloppe schüren sowieso die Abgrenzung ins Asoziale wie Alksüchtige, da bietet man im Gegenzug umso weniger Fußraum, eher das Durchsetzungsvermögen der Provokation. Dies im schamlosen Sing-Sang auf Touren zu erleben, bereitet nicht von ungefähr auf Schlingensief vor, wie die urbane Intensivstation daher rast – jeweils voller Hypokrisie, Desillusionierung und Abenteuerlust ins endgültige Entschwinden. Schulschwänzer, Selbstmörder, No-Futuristen, Kellerkinder, Hobbydetektive, Hascher, Napper und Nazis, Penner, Schweinepriester und die Normies mit ihrer vorgehaltenen Hand der Doppelmoral: Hier treiben sie einen alle in die Enge, doch die Sympathien liegen definitiv gegen das Verklemmte, für den Außenseiter, gegen Fremdenhass und die Übermacht des Molochs. Gut so, vor allem, da diese Reise von Neuankömmling Sunnie (Inka Victoria Groetschel) nie so tun will (oder kann), als ob sie irgendwas davon zu überwinden vermag, so wie alles an sich schon unmöglich geballt daherkommt. Der Film endet sogar lediglich mit einer kleinen Hoffnung im großen Scheitern – eine ganz schön schonungslose Supershow, vom im Dreck spielenden Hauff ins Neonlicht der bombastischen Schmierenkulisse gerückt und dann doch nicht im Voyeurismus gelandet. Hart und happy halt.




THE AMAZING WIZARD OF PAWS (Bryan Michael Stoller, 2015) – Von den Machern von „First Dog” und sogar mit demselben Haustier Little Bear am Start, gibt’s noch einen sehr merkwürdigen Hundefilm hinterher – und es wird nicht der letzte bleiben! Klingt wie eine Werbezeile und sollte genauso wahrgenommen werden, denn hier wird ja getippt und bei solchen Abenteuern an zauberhafter Tristesse bestimmt nicht zu knapp. So abgegriffen Narrativ und Inszenierung auch in sicheren B-Movie-Gefilden verbleiben wollen, sind die unverhofften Qualitäten des Herrn Stoller wiederum im Großeinsatz: Darsteller von Jung bis Alt, die zwischen ausgestelltem Desinteresse und hyperventilierter Depression pendeln; Schnittmuster der Abwegigkeit aus visueller Leere, spontan-entrücken Reaktionseffekten und dauergedämpfter Musik; das Nimmerendenwollen eines Nicht-Spannungsbogen angelernter Magie, der nicht nur einen (!) Bösewicht auszubremsen versucht, sondern auch einen Talentwettbewerb gewinnen und am besten noch den verstorbenen Vater zurückholen will. Wie wird sich dies auflösen? Das Raten überlasse ich euch, auf jeden Fall ist die absehbare Kausalkette weniger entscheidend als die Erwartungshaltung, die der Film von Anfang an mit seinen Widersprüchlichkeiten der unerfüllbaren, ständig umgeworfenen und doch ersehnten Niedlichkeit schafft. Ganz bezeichnend dafür ist der Umstand, dass Little Bear als magischer und Pizza-verrückter Hund nun spricht. Stoller animiert die Sache selbst und man muss es gesehen (und gehört) haben, um diesen Film Stück für Stück ins Herz zu schließen – insbesondere, wie frei er mit der allgemeinen Menschenkenntnis umgeht (siehe den Kurzauftritt von Tiny Lister) und seine eigenen Supersituationen (siehe alles im Zusammenhang mit dem Talentwettwerb und dessen Eindruck von der Existenz der Magie) verflachen lässt. Eine Weihnachtsvariante dieser Gruppenleistung ist schon unterwegs!




MARS MEN aka HUO XING REN (Hung Min Chen, 1976) – Mehr aus der Trickkiste Asiens, ordentlich (optisch) angestaubt und obskur, aber nicht minder delirierend in geballter Topos-Sause inszeniert. Anhand einer DVD aus Frankreich unter dem Titel „Les hommes d’une autre planete“ hat man die Gelegenheit, jenes Sci-Fi-Puppenspiel, welches sich anhand von Mythologie und Kautschuk-Eskapismus schnell wie oft in den Sternen wiederfindet, in angemessener Synapsen-Pestilenz einzuverleiben. Einen besonderen Hinweis hat dabei die englische Synchronisation verdient, die mit Ach und Krach aus dem Hobbykeller stammt, unter wenigen Leutchen alle Rollen aufteilt und bei Kinderstimmen sogar den Chipmunk-Effekt einsetzt, während die Tonqualität sonst vor allem mit Lautstärke, die Sprecher mit steifem Unvermögen glänzen. Wie viel davon bewusst eingesetzt ist, sei mal dahingestellt – es ergänzt vor allem einiges an Aberwitz, welcher diesen Film mit seinen unglaublich aufgeregten wie ausgestreckten Expositionsphasen umhüllt, nur um diese mit allzu turbulenten Auflösungen jeweils in die nächste Surrealität der Invasion kippen zu lassen. Böse Aliens vom Mars greifen nämlich an und ehe man sich mit dem taiwanesischen Hauptpaar angefreundet und miterlebt hat, wie dieses den Götzen Hanuman zum riesenhaften Lebensretter wiedererweckt, verbündet sich dieser sodann mit dem Roboter-Pendant aus Japan und nimmt damit über die Hälfte der verbliebenen Laufzeit ein. Pyrotechnik und Lasermalereien schießen sodann kreuz und quer durch die Galaxis, am Erdboden kriegen zudem mehrere Monster Zorres auf die Birne. Nicht, dass den Beteiligten deswegen öfters die Worte fehlen würden, dafür geht’s dem Zuschauer blendend fassunglos in seiner Konstante an Verwunderung. Passend dazu empfehlen wir: Lipovitan-D Plus, allerdings aus Thailand.


Matt Dillon, Andrew McCarthy


KANSAS (David Stevens, 1988) – Wer es nicht bis Ende des Jahres abwarten kann, Matt Dillon beim Abrutsch ins Soziopathische via Lars Von Trier zuzusehen, dürfte zumindest einen guten Anhaltspunkt in diesem späten Americana-o-drama vorfinden. Zweigleisig auf den Pfaden des Outlaw-Mythos spazierend, findet man hier eventuell sonst wenig festen Boden, was in diesem Fall nichts Schlimmes bedeuten soll. Im Panorama aus Kleinstadt-Ruhelosigkeit und endlosen Maisfeldern finden nämlich Gleich-/Abstand von Kumpelfeinden Dillon und Andrew McCarthy statt, die als entwurzelte Macker ziemlich hitzig auseinanderreißen, gleichsam in ihren jeweiligen Einöden ankommen, dort auf ihre Art mit begrenzten Chancen auf Tuchfühlung gehen. Regisseur Stevens zeichnet dieses Kansas trotzdem geradezu widersprüchlich als Leinwandromantik in Sonnenblumenfarben, die sich nach der Auseinandersetzung sehnt, da latent homosexuell in Schwüle bis Flammen schwelgt. Dass zudem eine gute Handvoll Jugendfantasien ausgespielt werden, steht hoffentlich außer Frage, aber der Reihe nach vorhanden sind: Liebe auf den ersten Blick zum Mädel auf dem Pferd (Leslie Hope), heimtückischer Einstieg ins fremde Haus inkl. Ausstatten mit dessen Kleidern, Aushilfsarbeiten auf dem Rummel (siehe auch „Gib Gas – Ich will Spaß“) inkl. Stelldichein mit der Chefin oder auch eine Spritztour mit dem Truck vom Vadder der umworbenen Meid, bis man zum zweifachen Helden erklärt wird. Dazu gesellen sich aber noch Geschichten um Gouverneure, Autounfälle, Banküberfälle, unschlüssige Journalisten und versteckte Kohlen, auch eine üble Vergangenheit um Antiheld Dillon und so gut wie gar keine um Sonnyboy McCarthy. Ein seltsames Potpourri an Wurzeln und Verästelungen, das hier durch die Lande streift und stets voll Übergriffigkeit schwärmt, mehr als vagen Zielen (Geld, Ehre, Liebe?) zu ahnden. Klar, dass Dillon dann auch mal einem Girl voll patzig erklärt, was er von ihr nicht hören will, obwohl wir von ihr zuvor nix gehört haben. Die USA, so wirr und unbedingt heimelig, wie man sie sonst vielleicht nur in „Dirty Tiger“ erlebt.




RAMPAGE - BIG MEETS BIGGER (Brad Peyton, 2018) – Nach dem hochemotionalen Aufstieg aus Ruinen namens „San Andreas”, den Regisseur Peyton und Dwayne The Rock Johnson schon zur tollen Familienkittung anwenden konnten, bleibt ein guter Anteil dessen auch in der Videospieladaption um ein Städte demolierendes Riesenmonstertrio über. Die Bindung zwischen dem Rock und Albino-Gorilla George ergibt da schon früh ein Quell an Freude und Pathos, der fortan auf die Probe gestellt wird, wenn Malin Akerman als Bösewichtin mit Gespür fürs Cartoon-Theatralische (Peytons Weltbild seit eh und je) skrupellose Gentechnik betreibt, Söldner und Sonarsatelliten vorschickt. Mit jener Plotte nimmt es der Film mal sehr und mal gar nicht ernst, ist aber trotzdem selten in Erklärungsnot, seinen Ansporn an Spaß und Spannung auf den Zuschauer zu übertragen. Man trägt das Absurde mit Fassung und bewegt sich sicher im Genre-Rahmen, dass sich die Action per Wow-Effekt steigert und die gottseidank spärlich eingesetzte Komik eher aus der Ehrfurcht der jeweiligen Größen/Rollen und nicht bloß aus den ach so beliebten „Echt-jetzt?“-Phrasen ergibt. Selbst Jeffrey Dean Morgan als verschmitzter Cowboy kann da einiges an Charisma ausschütten, während er genauso selbstverständlich ins Prozedere eingepflanzt scheint (und zufällig überall auftaucht) wie die meisten hiesigen Topoi - vom Flugzeugabsturz über Militär-Kurzschlussentscheidungen bis hin zum Wolkenkratzerinferno. Das Leinwandspektakel weiß sich genau richtig zu stapeln, so dass die ollsten Kamellen an Wendungen schon einer Katharsis gleich kommen à la „Ich hoffe (und weiß), dass das gleich passiert.“. Die Sommerfilmstimmung buhlt sodann um Zerstörungsschauwerte und immer heftigeren Fähigkeiten von Tier wie Rock, demnach hat der Kern der Dringlichkeit aus „San-Andreas“-Tagen hier eben etwas abgenommen (und ist auch hinsichtlich Naomie Harris etwas zu kurz gedacht), obgleich das Spiel mit dem vermeintlichen wie reellen Leinwandtod erneut an entsprechenden Stellen tiefer als erwartet atmen lässt. Ein angenehmes Präludium zum nächsten „Jurassic World“ scheint’s allemal zu sein.




GEOSTORM (Dean Devlin, 2017) – Wenn man mal einen Tag erwischt, an dem der filmische Anspruch recht niedrig eingepegelt ist, können einen die Weltuntergangsvisionen eines Dean Devlin noch immer einigermaßen catchen, obgleich er sich hier grenzdreist etlicher Quellen bedient, den Katastrophenfilm-Baukasten nochmals abendfüllend trivial auszubreiten. Zwischen dem Space-Melodram à la Gravity/Armageddon und der kontinentalen Verwüstung, die jeweils einen vom Desaster Verfolgten zur Rettung begleitet (und Tausende mit einem Schlag killt), macht das Ensemble eben zentral noch einiges an identifikationsstiftendem Boden gut: Ein Brüderzwist um Jim Sturgess und Gerald Butler (wieder als der beste der Besten) sehnt sich insgeheim ständig nach Versöhnung, kommt im passiv-aggressiven Konkurrenzdenken aber immer näher an die Lösung aller Menschen Leben. Beide spielen sich zudem fortwährend Verschwörungstheorien zu, wer für die Fehlfunktion der weltweit verkomplizierten Klimakontrollstation im All verantwortlich ist – und da sind vielerlei verdächtige wie unverdächtige Kandidaten unterwegs, im globalen Abenteuer mit Klischees en masse ausgestattet (siehe Alexandra Maria Lara als die Deutsche, Ute Fassbinder!). Die Lösung dieses Whodunits macht sich wie abermals aufgegeilt ins Hemd, wie auch die Melange aus Action, schlagfertigen Sprüchen, Ro-/Bromance und Pseudo-Technobabble schier nach Prinzip aus Überzeugung (und gehörig Deus Ex Machina) zu handeln scheint. Im Vergleich zur „Independence Day“-Wiederkehr herrscht aber zumindest keine volle Gleichgültigkeit, die Blockbuster-Muster von vor 20 Jahren zu wiederholen, so dass sie in ihrer Menge an CGI-Schauwerten zwar angepasst werden, Rollenmodelle aber dieselben Aufbau-Etappen mitnehmen, selbst wenn sie mit Andy Garcia als Präsidenten und Ed Harris als dessen Berater nicht typischer ausfallen könnten. Jene seltene Ecke an Aufrichtigkeit, kurz vorm Tele-5-Ironiegewitter, ist tatsächlich etwas kostbar geworden und wenn schon nicht originell, dann hier wenigstens noch auf eine stimmige Euphorie im Sieg des Menschen gegen seine Natur eingestellt.




BIBO'S MÄNNER (Klaus Lemke, 1986) – Etwas neben dem regulären Kanon an Lemke-Filmen firmiert diese Sam-Waynberg-Produktion, die den bewährten Schwabinger Humor jenes Regisseurs in der Mitte der 80er zu orten versucht. Die neue Generation des Anpflaumens startet allerdings mit Protagonisten bedingter Anziehungskraft, wenn man so will. Tanja Moravsky, Nikolas Vogel, Dominic Raacke und der Rest an Provinz-Damen wie Münchener Kerlen sind in ihrer Pomeranz weniger von herzlicher Naivität als von sprunghaftem Temperament geprägt, verlieren sich daher öfter in sehr lockeren und gleichsam intensiven Beziehungen, wie dann auch der Film an sich agiert: Abhängend wie abgehangen im Zeitgeist. Leicht sperrig, diese Sommerlaunen, aber gewiss nicht mundfaul voll Konfrontationsbock - so sehr, dass die Synchro im Vorbeigehen stets mehr beleidigte Leberwürste aus den Leuten macht, aber gerade da mangelndes Vertrauen in den Film offenbart. Tempo und Pointe bleiben daher eher kleinen (uneingeweihten?) Rollen, Gesten, Klamotten und Situationskomiken vorbehalten, während die feschen Teens wie eh und je ihre Möglichkeiten der Eifersucht austesten, anlernen und mit Gegensätzen anziehen. Der Zuschauer findet in dem Hin und Her leider bedingt Stichhaltiges vor, einen neuen Satz zur Herzensangelegenheit mitzumachen – gut also, dass jene Beziehungsposse nicht zu dolle für sich selbst aus allen Wolken fällt, nach unter 80 Minuten fertig in die Turbulenz d‘amour gaga aufgestiegen ist.


READY PLAYER ONE (Steven Spielberg, 2018) – Wo man den Eskapismus wüten lässt, muss es zwangsläufig auch mal eine empathische Dockingstation geben, doch in diesem digitalen Wunderland binnen einer Virtual-Reality-Dystopie hat es selbst ein Spielberg schwer, vom Polierten weg das Herzstück rauszukramen. Seine Führung zieht stattdessen höchst unpersönlich durch, die I-Love-the-80’s-Hobbynerds (aka Fans vom saulahmen Buckaroo Banzai) mit Eindrücken aus zig IPs im Strom zu halten, während der Junge (Tye Sheridan) auf der Jagd nach dem Schatz das Mädel (Olivia Cooke) trifft und die Welt vor dem Bösen rettet, Realität als einzig real erklärt und den Online-Kasten daher für jeweils 2 Tage in der Woche (!) dicht macht. Nichts gegen jene Essenz von Heldensage, wenn man diese abseits des Grundgerüsts anfüttern würde. Bei hiesigen Stereotypen kommt allerdings relativ nix neben der Markenidentität hinzu – schlicht grelle Gesellen in funktioneller Perfektion, die selbst mit Muttermal im Gesicht natürlich noch vor Schönheit strotzen. In jener denkfaul positiven Haltung ist der Widerspruch von Kommerzfreundlichkeit und Anti-Großkapitalisten-Adventure natürlich umso stimmiger im emotionalen Nirwana unterwegs - ebenso bleibt der technische Esprit auf Vordermann, also wie viele Renderfarmen in Sekundenschnelle verpulvert werden können. Und das ist zusehends anstrengender anzuschauen, so wie sich die Derivate im Pre-Viz-Mantra türmen. Eben ein Kinderfilm/Mini-Minority-Report äußerst flacher Spannungsebenen, als 3D-Tornado der Nostalgie verschachtelt und selbst dann nur bedingt spaßig (4mal „Echt-jetzt?“ inkl., aber auch mit einigen besseren, visuellen Witzen).

C. Thomas Howell

SOULMAN (Steve Miner, 1986) – C. Thomas Howell gibt die College-Nudel und der Film dazu nimmt ebenfalls die gewohnten dramaturgischen Mühlen der Bildung ins Visier, vom Schlendrian zum Musterschüler – mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass sich jener via Blackface ins Stipendium wieselt und somit die ganze Palette an rassistischen Vorurteilen wie Klischees vom afroamerikanischen Mitbürger durchlebt. Check your privilege, sagt die moralische Note, konsequent stellt sich das aber noch lange nicht dar. Es bietet sich eher die zu erwartende Klamotte voller Notlügen, Missverständnisse und unverhoffter Ironie an, deren Lektion genauso gut einem Genrevertreter vom Schlage Body/Gender-Swap gleichen könnte. Der Mut (auch zur bissigen Satire hin) hält sich also in Grenzen, macht zudem noch Platz fürs aufrichtige Pauken in filmischer Gleichgültigkeit. Eine schnarchende Peinlichkeit, gäbe es nicht noch:


BODY OF EVIDENCE (Uli Edel, 1993) – Der Film mit der sexy Wachs-Szene, soweit dürfte ungefähr die kollektive Erinnerung zurückreichen. Was hier jedoch zusätzlich zum mühsam skandalösen Techtelmechtel zwischen Madonna und Willem Dafoe in die Sabbelschmelze getunkt wird, ist ein Gros an Langeweile, das sich zunächst anhand laxester Etablierungsüberholspur jedem Thrill verweigert, seine mickrigen Femme-Fatale-Verführungsskills sodann im ultrapedantischen Gerichtssaalkrimi einlöst. Zig stumpfe Wenden zur Waffe Frau darin ergeben kaum mehr als eine Handvoll müde Lacher, Uli Edel selbst nutzt die Gelegenheit daher lieber für die Lichtgestaltung/Puffbeleuchtung.

Sonntag, 14. August 2016

Tipps vom 08.08. - 14.08.2016



IM SPINNWEBHAUS - Ab und an erfreut es, einem Film begegnen zu dürfen, der sein stilistisches Anliegen nicht als Zwang versteht, sondern anhand jener Grundlage auch Elemente einfließen lassen darf, die normalerweise der Subtilität halber eliminiert werden müssten, sei es verdeutlichende Symbolik, Musik oder dramaturgische Kernsätze auf dem Pfad zur manifestierenden Fantastik. Im Fall von Mara Eibl-Eibesfeldts Debütspielfilm macht das ohnehin nochmal Sinn, wenn die kindliche Perspektive eine verstärkte Rolle dort spielt, wo diese in ihrer Selbstversorgung allein gelassen wird, nachdem die Mutter (Sylvie Testud) für einen Kampf gegen Dämonen im sogenannten Sonnenthal das Feld geräumt hat. Jene Ansage besitzt zweifellos befremdlichen Anklang, schließlich ist das Narrativ in einer zeitgenössischen Provinzstruktur verinnerlicht, gewissermaßen aber auch zeitlos in seinem Prozedere kreiselnd, so wie das Schwarz-Weiß der Kamera (Jürgen Jürges) Kontraste verstärkt und geradezu in einer Zwischenwelt des Verlorenen lagert. Der gotische Reiz dieser Rahmengestaltung fließt folglich auch in die Wahrnehmung der Protagonisten ein, deren Häuslichkeiten ohne Aufsicht Erwachsener zu einem Keimherd sondergleichen verkümmert, Massen an Spinnweben herbei fördert, im Mangel an Einkommen auch Energieressourcen abstellt, bis sich das Trio an Kids in ihrer selbst zusammengebauten Höhle verkriecht.


Die Höhle, jenes Fort aus Stühlen, Decken und liebgewonnenen Kleinigkeiten ist durchaus eine kindliche Kunst, die jeder irgendwann mal mitgemacht hat, als sei es ein Urinstinkt aus vergangenen Jahrtausenden der Evolution - zurück in die Geborgenheit kleinster Zellen, in jenem Kontext aber auch zum Zusammenhalt unter den Umständen ungewisser Einsamkeit. Bis dahin verfestigt sich der Film aber auch nicht zur gnadenlosen Dramatik, im Gegenteil. Der älteste von dreien, Jonas (Ben Litwinschuh), übernimmt so gut er kann den Haushalt und mogelt sich durch die Welt nachfragender Erwachsener, während er seinen Geschwistern Wahrheit und Pflicht zugleich auf den Alltag zu schreiben fähig ist - bis zu einem gewissen Punkt, versteht sich. Seine vorgezogene Reife ist eben nur eine erforderte Maßnahme, deren Qualifikation soweit reicht, wie ihn die flapsigen Sprüche seines Bruders Nick (Lutz Simon Eilert) und die drollige Ziellosigkeit der vierjährigen Schwester Mielchen (Helena Pieske) nicht vorzeitig aus der Fassung bringen, wohlgemerkt der Organisation mit Schule, Kindergarten, Ernährung und Co. wegen auch zu Tabletten treiben. Der erforderte Hang zur Kompetenz und Autorität liegt eben auch im Zwiespalt mit dem Kindsein, was eine tief schürfende Verletzlichkeit offenbart und genauso von der Inszenierung empathisiert wird, ohne von den kleinen Darstellern forcierte Emotionen und Phrasen zu verlangen, so wie jene Ausnahmesituation am inneren Kostüm der Unschuld anschlägt.


Die Schuld wird aber auch nicht auf die Mutter abgeladen, so wie ihre Psyche am selben Subjekt Liebe und Schrecken gleichzeitig vorherrschen lässt (zeigt sich auch im Verhältnis zum Vater, dem sich die Kinder ebenso nur ambivalent öffnen können), vielleicht schon von Vornherein im Stil so definiert, in zerrütteten Familienverhältnissen binnen trister Provinzialität womöglich aber noch befeuert wird, so finster die Nacht voller Bäume und verfolgender Lichter auf die Seele drückt. Dies setzt sich auch bei Jonas fort, der auf seinem von „Nobody knows“ (ferner auch „Fast Food Family“) inspirierten Weg hilfloser Verantwortung noch der urigen Gestalt Felix (Ludwig Trepte) begegnet, einem rätselhaften Goth voll diebischer Impulse, welcher einem magischen Wesen ähnlich Wünsche erfüllt, zusammen bei nächtlichen Einbrüchen ins Lager des örtlichen Supermarkts aushilft und doch nie von einer absoluten Sicherheit zeugt, so wie er einen Fluch an Jonas' Situation zu erkennen vermag. Die Omen häufen sich sodann im Strudel der Verwahrlosung und Armut, aus dem man nicht ausbrechen kann, so wie die Regeln der Mutter dafür Sorge tragen sollen, dass man sie ihrer Verfassung wegen nicht von ihren Kindern trennt, was natürlich auch eine ungesunde Abhängigkeit erschafft, wenn Jonas und seine Geschwister das Vertrauen in einer Lücke aufrechterhalten müssen, welche allesamt in ein Vakuum einbrechen lässt.


Die Liebe im Umgang miteinander scheint aber stets ungebrochen, so wie die Kinder eben auch keinen Zynismus absondern, sei es nun durch Mierchens Versuche des „Piep piep piep, wir haben uns alle lieb“ beim mickrigen Abendessen oder in Nicks Aufmüpfigkeit der Empathie zur Schwester wegen, um ihren Geburtstag in jenem Loch von Zuhause noch gebührend feiern zu dürfen. Sich an den Kleinigkeiten festhalten zu müssen, auch die Verzweiflung aller spüren zu können, in der Jonas seiner Rolle wegen auch fast zur Kapitulation getrieben wird, macht eben das tragische Herzstück dieses Films aus, der aus der Sorge heraus sodann auch in die entlegensten Winkel schauen kann, um die Hoffnung am Raben und am Friedhof vorbei ersehnen zu können, so vergänglich er auch die Behütung der Erwachsenen zeichnet, wie hilflos diese durch Jonas der Intervention verwiesen wird, wenn die Extreme seines Daseins mehr als nur eventuell die Trennung von seiner Familie bedeuten würde, auch wenn sie bereits das Existenzminimum erreicht haben - zumindest zusammen in verschworener Schweigepflicht. Erstaunlich ist, dass jene Ballung der Zwänge dann eben doch noch eine Fülle an Perspektiven aufbietet, visuell dynamisch bleibt und auch manch musikalische Dramatisierung glaubwürdig anbandelt, so natürlich das Ensemble diese und sich selbst mitnimmt, wie sich zudem allgemein das Unglaubliche mit wahrhaftiger Selbstzerstörung ergänzt.


Letzteres ist eben ohnehin selten nüchtern zu begreifen, so profund der Sachverhalt schon emotional gesehen ankommt. Nicht, dass die Form hier zur Sentimentalität greifen müsste, doch die Nähe menschlicher Erfahrung traut sich hier einfach auch, in die finstere Verzerrung des Irrationalen zu steigen, diese im Selbstverständnis aufgehen zu lassen, zärtlich und furchterregend zu gestalten, während die realen Konsequenzen stets geerdet bleiben, vonseiten der Kindlichkeit eh nur bedingt beeinflusst werden können, aber Verständnis erhalten und ihre Ängste daher genauso irrational in naiven Gesten verbrennen. Gleichsam schickt sich auch der unberechenbare Faktor Felix an, das gegebene Chaos einer disfunktionalen Familie aus eigener Erfahrung nachvollziehen sowie umsetzen zu können, worauf die vorzeitige Wiederherstellung einer gewissen Norm gleichsam keine Spuren vorheriger Desolation zu verwischen imstande sein dürfte (siehe auch die einigermaßen geistig verwandte Netflix-Serie „Stranger Things“). Mit moralischen Eindeutigkeiten hält sich diese Mär dann schlussendlich auch zurück, zumindest ist fürs Erste eine Sicherheit gegeben, die gleichsam temporär das Kindsein rekonstruiert, aber nicht aus jenen Kontrasten des Schwarz-Weiß entlässt - man wird ja auch nicht jünger. Dass solch bittersüße Wahrhaftigkeiten im Sinne eines Films so oder so nicht ohne Konstruktion auskommen, wird durch dieses Beispiel gewiss nicht aufgelöst, in Sachen kraftvoller Vermittlung macht jene aufmerksame Studie des inneren wie äußeren Zerfalls aber keine halben Sachen, um das Kind als wachsenden Menschen wahrzunehmen, der mit den Erwachsenen ebenbürtig zwischen den Fronten von Realität, Idealen und Ängsten zu bestehen versucht.


(Anmerkung: Die online erhältlichen Abzüge der Filmposter sind auflösungstechnisch der letzte Scheiß, daher der Screenshot)

48 STUNDEN BIS ACAPULCO - Zurück auf Anfang, Blick frei für Klaus Lemkes Langfilmdebüt, welches als Reflexion zum Genrekino zeitgenössischer Natur scheinbar wenig mit dem Oberhausener Manifest gemein haben wollte. Von einem Beispiel dessen, was bei jenem Regisseur später zum eigenwilligen Format avancierte, könnte man dennoch nicht zu 100 Prozent reden, so verhältnismäßig kontrolliert (zudem von Max Zihlmann geschrieben) auf den Spuren von Goddard, Eskapismus, Noir und Zeitgeist-Chic gegangen wird, um das Abenteuer in der Desillusionierung zu finden. Lemke selbst schien jene Erfahrung im Sinne seines Bezugs zum Kino innerhalb dieses Films sowie dem Nachfolger „Negresco**** - Eine tödliche Affäre“ gemacht zu haben, weshalb die Jahre darauf mehr wahre Typen in seinem Werk Platz nahmen. Der Ansporn zur Verwirklichung dessen markiert hier jedoch schon sein Revier, so wie aus den Topoi ein geiles Ideal gebildet und gebrochen wird. Die Ballung an Stilmitteln weist liebevoll und schnurstracks auf das hin, was dem jungen Menschen von der Leinwand aus als Sehnsucht anschlägt, mitunter auch verkauft wird, über die Kolportage hinaus aber die Freiheit verspricht, wie man sie sich offenbar am ehesten verdienen kann: Mit Macht, Kühnheit und Coolness hinaus aus dem Mief der Gewohnheit. Lemke versteht allerdings schon in hiesigen Gefilden solche Werte zu projizieren, wenn sich Roland Kovacs Musik wie ein Italo-Western über München legt, die tollen Schlitten auf ihre Designer-Villen steuern, deren Fahrer der Party bewusst fremd bleiben; Sex, Frühstück und Swimming-Pool im wahrscheinlich ebenso gepachteten Sommer dulden. Der messerscharfe Schnitt und die ebenbürtige Kameraführung (u.a. Niklaus Schilling) zwischen losgelöstem Trieb und schleichendem Raubtier suggerieren dabei ohne Beihilfe dramaturgischer Behauptung den Meister, Chers „Sunny“ liefert dazu die passenden Akkorde.


Gruner (Alexander Kerst) heißt der Gastgeber, ein gemachter Mann und Herr des Geldes, welcher den kleinen Fisch Frank Murnau (Dieter Geissler, mit einem in „Paul“ wiederkehrenden Rollennamen) gleichsam impulsiv und gelassen - quasi nach Art des Films - auf eine Mission schickt, Dokumente für Bares an einen Amerikaner in Rom zu schleusen. Die Details dazu werden alsbald MacGuffins im Ambiente geheimnisvoller Abgeklärtheit, in denen die Tatsachen aber so helle scheinen, wie sie die Schwarz-Weiß-Optik knallhart zu konzentrieren vermag. Das beinhaltet eben auch eine von Lemkes profunden Thesen, nämlich wie restlos erlegen man dem Blick einer Frau ist, komme was wolle. Gruners Tochter Laura (Christiane Krüger) ist sodann als Begleiterin ebenso dabei, schon träufelt die Sonne ins Gefährt und bringt die Laune der Bewegung, doch am pumpenden Bass bemerkt man bald Motive, die unter der Haube klopfen sowie die Pläne Franks durchkalkulieren lassen. Immer nur wenige Worte reichen für die nächsten Minuten aus, seine stille Eleganz öffnet Wege und lässt doch so vieles verborgen. Manchmal glaubt man wirklich, er könne im Moment an der Spitze der Welt stehen. Dann wiederum bleiben aber noch die wilden Momente, eben das grundsätzlich Menschliche zwischen den Zeilen: Liebe, Ungeduld, Schulden und Schwäche. Dass er vor Laura nur ersteres zeigt, macht ihn groß; doch es ist scheinbar nur gespielt, wenn er alles doch zwischenzeitlich für eine andere, Monika (Monika Zinnenberg), arrangiert, Gruners Plan zu seinem Gunsten umformuliert, so wie er von ihrer Erscheinung - nackt mit Zigarette - gebannt ist. Sicher wird er nachts auf den Straßen dadurch auch nicht, so wie sich der Topos Verfolgungsjagd anmeldet und den Schulden wegen einen nassen Klumpen an ihm hinterlässt, später vom einstigen Chef (Lemke selbst) aber noch einen halbwegs klärenden Spaziergang mitkriegt.


Es wird gequalmt und es qualmt. Allmählich wird es also Zeit zu verschwinden und da jettet der Film in mächtig Horizont-geißelnder Fahrt erstmals nach Rom, wo die Instrumentalversion von „Summer in the City“ mehr als nur unbewusst den Style hochpusht, obgleich die Erscheinung des Amerikaners Cameron (Roland Carey) jede Romantik von Geschäftswegen her unterbindet, die Frank und Laura seitdem so zwiegespalten knüpften. Es steckt dann auch jede Menge Frust in Franks Leberrausch, welcher sich daraufhin in Camerons Strandhaus ausschlafen muss, während dieser mit Laura in den Wellen vögelt, wie sich die gemachten Macher der Erde eben an jener austoben. Gegen eine Ladung Blei sind sie aber auch nicht gewappnet, so schnell und vergänglich Vertrauen, Gefühle und Geschäfte zusammenbrechen, wenn das vergänglichste von allen, das Geld, zum Ego lockt. Frank bleibt vor Laura stoisch, doch von ihr weg geht der Film mit ihm daraufhin in den Panik-Modus über, fliegt nach Mexiko und von dort aus nach Acapulco, so wie sich die Paranoia an Verfolgern bestätigt, die Bilder umso straffer die Schlinge um den Hals ziehen, je weniger Worte in den Schlund zwingen. Letzterer ist aber auch ein selbstgewählter; ein Träumer, der unmöglich das kriegen kann, was er verlangt, auch nicht die Frau. In dem Ambiente schielt das Leben noch heraus, das Singen über Kalifornien und die letzte innige Begegnung mit dem Frieden inmitten pechschwarzer Gefahr, doch für den Pathos der Melancholie hat Lemke da letztendlich wenig übrig, auch wenn er nicht zum Zynismus abdriftet. Der Eskapismus verschlingt sich stattdessen selbst und da wird das Begräbnis kalt wie grandios, von seiner Form in die Konklusion gesteuert und dennoch stets mit Lust nach Knarren, Karren und Scheinwerfer gesehnt. Die Wiederauferstehung ließ nicht allzu lange auf sich warten, doch der Weisheit letzter Schluss konnte im neuen deutschen Kino so keiner richtig benennen.




SAN ANDREAS - So wie die Saison an explosiver Kinoware mit sommerlichen Flair allmählich früher abzieht als gedacht und damit kurioserweise auch dem Wetter folgt, empfiehlt es sich, auch mal einen Blick zurück zu wagen und das Heimkino für einige schöne Stunden der Alltagsflucht zu bemühen. Dann begegnet nämlich seiner Erinnerung: Hey, 2015 hatte doch noch diesen Katastrophenfilm mit Dwayne „The Rock“ Johnson in petto und obwohl vielerlei an seiner äußeren Fassade nach der Standardklausel des Genres schreit, bemüht sich Regisseur Brad Peyton nicht nur um eine effektive Konzentration der vertrauten wie willkommenen Topoi, sondern bastelt für das Unterbewusstsein auch eine äußerst menschliche Erfahrung inmitten der digitalen Zerstörungsorgie darin hinein, aus welcher eine ganz saftige Ladung Herzblut geschöpft wird. Vieles davon hängt anfangs dennoch mit einer Charakterisierung zusammen, wie sie ein Roland Emmerich nicht weniger simplistisch auffahren, höchstens mit noch mehr Charakteren füllen und eine Ballung an Stereotypen riskieren würde. Das Geschehen bleibt hier stattdessen strikt auf höchstens zwei Handlungslinien befestigt: Den Experten und den Menschen, die in gewöhnlicheren Berufungen mit dem Desaster zu hadern haben. Im Grunde wäre zweitere Ebene zwar vollkommen ausreichend gewesen, wenn man bedenkt, dass die erstere - via Paul Giamatti als seismologischer Wissenschaftler Dr. Lawrence Hayes - mehr darauf konzipiert ist, Plausibilität in die Geschehnisse zu infusieren, als dass sie mehr zur Grundthese individueller Willenskraft im Angesicht der Überwältigung addieren würde. Immer wieder goldig zwar, wie Amerika anhand jener Ideologie in Filmen über den Dingen stehen kann, indem der gesellschaftliche Struggle am stellvertretenden Beispiel gelöst zu werden scheint (und die Suggestion leistet sich Peyton mit dem epischsten Pathos im Regal), doch hier kommen noch Ideale ins Spiel, die Distanz und Nähe zugleich hervorrufen.


Jemand, der mit Raymond Gaines (Johnson) und seiner Erscheinung mithalten kann, möchte man dieser Tage jedenfalls dringend öfter vorfinden. Fakt ist, dass er als Meister im Rettungseinsatz zwar den lockeren raushängen lassen kann und mit seiner Statur zu jeder (bereits zu Beginn bewiesenermaßen noch so unmöglichen) Heldentat fähig ist, aber eben auch mit der anstehenden Scheidung von seiner Frau Emma (Carla Gugino) zu hadern hat. Die Gründe dafür liegen sodann am Trauma, eine der zwei gemeinsamen Töchter verloren zu haben, gerade ihr nicht zu helfen imstande gewesen zu sein. The Rock hält sich in der Darstellung dieser Trauer überraschend zurück, nicht weil man ihm Talentfreiheit attestieren muss, so wie insbesondere das letzte Drittel (nicht bloß an ihm) den genuinen Ausbruch offenbart, wenn das trotz aller Umstände Gebliebene ihm erneut zu entgleiten droht. Er bleibt eben auch sich selbst treu und demnach kein Stoiker, doch der designierte Held lässt sich an ihm durchweg festmachen, so wie das Genre seine Protagonisten nun mal projiziert und zudem mit Angehörigen ausstattet, die dessen Werte reflektieren und für den eigenen Selbstbeweis umsetzen. Beispiellose Güte und Bescheidenheit sind demnach seine Markenzeichen im Kontrast zu seiner Erscheinung, durchweg besonnen verhält er sich auch gegenüber seiner der Zukunft ungewissen Ex, weshalb beide im Zusammenspiel stets den Konstanten von Streit und Häme entgehen, als hätte der Film eine Utopie zur Beobachtung ausgestellt. Gleiches gilt für die Tochter Blake (Alexandra Daddario), von der ein Charakter später behaupten wird, dass sie schlicht unglaublich sei - und damit gar nicht mal falsch liegt. Die äußere und innere Schönheit wie Kompetenz an dieser Frau übertrifft sogar manch Superhelden in der Vorbildfunktion, gibt dennoch weder die durchsexualisierte Gafferfläche noch den Übermenschen, wenn nur die wenigsten Situationen ohne die Hilfe der Gemeinschaft zu meistern sind.


Dennoch übt sich der Film natürlich im Habitus, dem großen Massensterben inmitten jener Parteien nur bedingt adäquat emotional begegnen zu können, auch wenn die Darstellung dessen wenig Halt macht, digitale Körper in gespaltene Straßen, Tsunamis, Wirbelstürme und Brände zu werfen. Ohnehin klingen wiederum einigermaßen befremdliche Zwischentöne auf, wenn dieser Vertreter des kontemporären Blockbusters ebenso gierig dem Untergang frönt, eine Materialschlacht am Computer unter die 3D-Brillen streut und zweifellos an der Exploitation teilnimmt. Die Erwartungen werden also auch erfüllt, gleichsam sind die Antagonisten dann auch Abgekoppelte von grundlegender Empathie, klassischen Familienmodellen und auch so gnadenlos überzeichnet, dass ihr Ableben objektiv gesehen schon zynische Töne mitbringt. Wichtig ist hier aber, von wessen Perspektive diese Ereignisse gezeigt werden, wie sie eine ungefähre Katharsis für den Sachverhalt der Filmfigur ergeben und jenseits von Gut und Böse einen inneren Prozess reflektieren. Mithilfe von Dr. Hayes scheint der Film von dieser Deutung beinahe ablenken zu wollen, doch zu beinahe jeder Minute steht das Verhältnis der Familie Gaines zur Debatte, wie sie ein zerstörtes Stück von sich selbst mit Ersatzlösungen zu glätten versuchen, bis der Schmerz in angestauten Übermengen ausläuft und mit dem Drang zur letzten, aber möglichen Chance konfrontiert. Die Mechanismen einer Scheidung und den Wiederaufbau anhand eines solchen Films zu verstehen, mag absurd klingen, doch vielerlei Signale tragen die Botschaft front and center ins Bewusstsein, wenn man neben der offensichtlichen Spaltung Kaliforniens vom Rest Amerikas (welche wohlgemerkt über den ganzen Kontinent zu spüren sein wird) z.B. den Stiefvater in spe auscheckt. Dabei ist der millionenschwere Architekt Daniel Riddick (Ioan Gruffudd) in seiner Fassung außerhalb der Erdbeben-Begegnung kein von Vornherein konspirierendes Monster oder dergleichen, doch er teilt schon früh seine Unerfahrenheit mit der Erziehung mit, so wie er sein Leben lang eher seine Gebäude aufzog.


Das Eingeständnis wäre plump, wenn er sich im Endeffekt wirklich nur um sein Werk kümmern würde, stattdessen gibt es sein unqualifiziertes Verständnis der ihm angetrauten Familie preis, die er im Angesicht der Verzweiflung und eigener Hilflosigkeit sogar im Stich lässt, auch wenn der Film sein Bewusstsein dazu offen hält (wie seine Orientierungslosigkeit parallel mit die größte Furcht innerhalb jener Katastrophen repräsentiert). Wirklich subtil wird die Sache nicht gehandhabt, doch Regisseur Peyton will gewiss nicht die Ahnung einer Prätention ermöglichen, wenn sich anhand der großen Show doch so viele kleine Wahrheiten spielerisch aufzeichnen lassen. Dafür darf Kylie Minoque als Riddicks Schwester schon früh die giftige Tante ansetzen und sterben lassen, indem das Erdbeben jene Sache erledigt, ehe Emma und Blake auf ewig mit ihr zusammenhängen müssen. Später wirft scheinbar schon jede Erwähnung der Riddicks ein böses Omen auf das Weiterkommen der Wiedervereinigung, der Anblick eines seiner im Bau befindlichen Wolkenkratzer allein erzeugt wohl schon ein Nachbeben. Es ist alles over-the-top und in der Direktheit auch ein schön anpackender Faktor, wenn man die Selbstverständlichkeiten betrachtet, mit denen sich die Familienmitglieder wieder den Weg zueinander bahnen, bei der Hemmung in der Reflexion zur Vergangenheit einer geographischen Hürde begegnen und im Gegenzug abheben, wenn Einsicht und Aussprache die Klärung untereinander bringt, das eben noch nicht alles verloren ist. Ohnehin belohnt „San Andreas“ die Positionierung zur positiven Menschenkenntnis im Taylor-Gespann, welches in seiner Brüderlichkeit schnell mit Blake zusammen findet, wenn sie sich auf Charakterwerten der Vernunft und Hilfe gegenseitig stützen, dafür ihre Handy-Nummer absahnen und diese dennoch als erstes dazu benutzen, um sie im Geröll zu finden.


Triviale Impulse darf man hier durchaus nicht ausschließen, doch an der vermittelten Kohärenz findet sich dann doch ein humanistischer Ansatz ein, der sich zum Finale hin immer mehr steigert, obgleich die kleinen Helden ganz groß werden und sich sogar Zeit nehmen, um Plündereien zu vereiteln oder alten Mitmenschen den Superjeep zu überlassen. Monsterwellen, Frachter und einstürzende Stadien in deren Gegenwart werden bezwungen, weil das Vertrauen sich nicht mehr hemmen will und trotz der Angst durchzieht. Letztere bleibt ja dennoch bestehen und spielt erst recht auf, wenn die Tapferkeit der Güte scheinbar nach all dem überstandenen Größenwahn voller Naturgewalten an der vom Menschen geschaffenen, ferner von Riddick installierten Panzerglasscheibe zu scheitern droht. Vor allem, da jene Situation genau das Trauma wiederholt, welches die Gaines-Familie schon viel zu lange mit sich trägt, als wären sie im Limbus gefangen, was am Medium Film sowie an der vorherrschenden Haltlosigkeit des Chaos ohnehin kein allzu falscher Gedanke wäre. Dass Peyton da durchaus auf reeller Ebene die Emotionen herausholen kann, ist ihm ja zweifelsohne gegeben, doch das Szenario ist an sich nicht mal etwas Besonderes im Wust an Jahrzehnte-langer Genre-Installation, dass es umso mehr beeindruckt, wenn es eben nur in seinem Rahmen noch so intensiv beim Zuschauer ankommt und sich dafür nicht mal einen Bruch heben muss. Selbst den Käse mit der Flagge am Ende noch aufzutischen (neben vielen Klischees, die vermieden wurden), verbittert die Erfahrung noch nicht mal, sondern scheint nur konsequent in dieser Fantasie einer Schmerzbewältigung, die selbst inmitten des plattentektonischen Genozids geradewegs zum Optimismus zu steuern fähig ist. Ist das noch aufrichtig unbedarft oder ein verstecktes Epos über das Bestehen der Menschlichkeit vom Innern heraus? Wahrscheinlich beides.


Bonus-Zeugs:

Diese Woche habe ich knapp 11700 Wörter und so ziemlich einen ganzen Samstag an Arbeit in folgendes Video gesteckt, das sich in etwa als Fortsetzung zu jener Batman-v-Superman-Geschichte anhören lässt, die ich im April schrieb, aber gleichzeitig auch ein Stück spekuliert und reflektiert, was ich von nachfolgenden Werken des DCEU erwarte oder eben nicht. Es geht genauer um die heiß erwartete Zusammenführung der Justice League und wenn sich ein Stoff für Räudige Hoschi-Fiction anbietet, dann diese dramaturgisch durchweg haarsträubende Baustelle voller bescheuerter Witze. Ich beneide niemanden in der Position, einen stimmigen Film draus zu machen und hoffe auf das Beste oder eben Merkwürdigste von Zack Snyder. Solange dürfte mein Projekt zum Anhören vielleicht nur Hardcore-Fans sättigen, aber im Nachhinein macht ein Vergleich wohl auch Spaß. Wie auch immer der Schlussstrich gezogen wird, würde ich mich freuen, wenn sich ein Leser hier auch dafür entscheidet, mir für knapp 86 Minuten zuzuhören. Ich hätte an dieser Stelle sonst gerne auch schon Texte für die Ultimate Edition von Batman v Superman (sehr gut, vor allem in Sachen Superman eine profunde Ergänzung) sowie Suicide Squad (enttäuschendes Mittelmaß ohne ersten Akt) anbieten können, doch die harren noch ihrer Veröffentlichung, was eben außerhalb meiner Kontrolle liegt. Unter diesen Umständen aber nicht vergessen: Danke im Voraus und viele Grüße aus der kreativen Höhle!