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Sonntag, 15. Mai 2016

Tipps vom 09.05. - 15.05.2016 (Pfingsten-Ausgabe)



In Sachen Spielfilme hatte sich Luigi Bazzoni nicht gerade oft betätigt, wenn man mal (dank einer großspurigen neuen Edition von Koch Media) zwischen seinem Debütwerk „LA DONNA DEL LAGO“ und dem letzten für die Leinwand, „SPUREN AUF DEM MOND“, pendelt. Zudem lassen sich dort beiderseits Schnittpunkte finden, inwiefern Held beziehungsweise Heldin im schwammigen Drang der Identitätskrise auf Spurensuche gehen und dafür, sich allmählich zwischen Zeit und Raum verlierend, Hotels als Anlaufstelle nutzen. Die Passion des Mysteriums ermitteln Bazzoni sowie seine jeweiligen Ko-Regisseure Franco Rossellini und Mario Fanelli im Fokus auf individuelle Sehnsüchte: In „Lago“ wird dafür die titelgebende Frau am See, Tilde (Virna Lisi), vom Autoren Bernard (Peter Baldwin) gesucht, der sich von ihrem Ideal treiben lässt, um womöglich einen Inhalt seiner selbst zu erfüllen, sprich nicht nur Schreibstoff aus dem Zauber der Frau zu schöpfen, an deren Erinnerung er sich über ein Jahr hinweg bereits klammert. Das Schwarzweiß der Kamera kennt dabei gewiss kein Erbarmen, vielleicht doch noch per Transparenz aus den Katakomben der Seele entsteigen zu können, vertieft sich sogar in diese, wenn in Bernards Träumen die Grenzen zwischen Wunsch und Wahrheit verschwimmen, bis sich die Zweifel zu Extremen ballen und in Frage stellen, wie sehr er sich von seiner reellen oder eben mehr seiner luziden Wahrnehmung steuern lässt. 


Das diffuse Spiel bleibt noch von Erzählerstimme und Schauplatz sowie wiederkehrenden Mitmenschen zwecks Anhaltspunkte und Motivationen geerdet, gerade darin konzentriert sich jedoch ein surrealer modus operandi, der Verdächtigungen und Geheimnisse, auch offene, durch einzelne Gesten aus den Fugen brechen kann, diese im Schlaf ankündigt und doch als Geständnis hinnimmt - das Medium Film zeigt es nun mal, also darf alles in jenem Rahmen wahr sein, auch die Liebe, mag sie sich noch so sehr aus der Distanz beobachten oder Zuneigung als Gefahr veräußern. Die Lust auf Geister; das Glauben des Nicht-Vorhandenen; die Sucht nach einer vergangenen Leidenschaft, die man nie wirklich erhalten, sondern fantasiert hat - sie äußern sich bei Bazzoni besonders audiovisuell, im himmlisch leuchtenden Filter auf Schnee, Friedhöfen und Spalten Richtung zart wehender Haare und delirierender Erotik, verbunden mit einem Totenchor, der seine Sirenen in einzelnen Seufzern durch die verführende Echo-Kammer jagt. Die „Spuren auf dem Mond“ sind da vielleicht sogar noch versessener auf die Auswahl eines Charakters jenseits der scheinbar persönlichen Hülle, so wie die Dolmetscherin - ein passender Beruf zur Adaption vom Eigenen und Fremden zwischen innen, außen und zurück - Alice (Florinda Bolkan) um jeden Preis herausfinden will, weshalb und wo sie bar ihres Wissens drei Tage lang von ihrer Tätigkeit fern geblieben ist.


Über Umwege gerät sie in eine malerische Gegend, deren Geografie so verstreut aus vielerlei globalen Erscheinungen zu bestehen scheint, wie sie als Person dort ohnehin mehr als eine gewisse Nicole wiedererkannt und definiert wird. Solche Umstände kündigen sich schon früh in ihrem Albtraum vom zurückgelassenen Astronauten an, den sie aus einem Film (mit Klaus Kinski) zu wissen glaubt sowie in der Strenge der Perücke, mit der Frau Bolkan ihre Figur als wahrhaftig verkörpert und die Darstellung ihrer eigentlichen Frisur wiederum als Perücke ausstellt. Bazzonis Meta-Rätsel der Wahrnehmung lässt in seinen „Spuren“ doch etwas transparenter die Hinweise auf die doppelte Identität zurück, durchaus ergiebiger auf die Farben des Ambientes schielend und vom Ensemble her einladender/romantischer, als es Bernard an jenem See der kollektiven Schuldfrage erging. Doch in beiden Fällen versuchen die Unbequemlichkeiten binnen fester Überzeugungen, unsere Protagonisten unter Hürden der Kommunikation zu erreichen sowie Offenbarungen zu leisten, welche die anfangs klaren Ideale nicht vollständig aufklären, aber soweit in andere komplexere Richtungen lenken, dass die innere Zuordnung zum Fieber gerät. Abseits der Leinwand ist es nicht anders, wenn man in der Differenzierung von Argumenten und Grauzonen über die Vergänglichkeit von Positionen und Selbstsicherheit lernt, sich ihr womöglich anfangs verweigert und doch suggestiv in den Alltag einfließen lässt, bis selbst die letztendliche Überzeugung im transformativen Prozess neue Seiten beachtet und vorsichtiger wird, sich festzulegen - mal mehr, mal weniger konstruktiv, kommt immer auf den Kontext wie auf die jeweiligen Autoritäten von einem selbst und dem Gegenüber an.

Das macht Bazzonis Filme ebenso reizvoll wie im positiven Sinne verloren wirkend, wenn die Pfade der Ego-Erkenntnis eben ein psychisches Chaos offenbaren, das so versiert und mörderisch zugleich auftritt, wie es auch omnipräsent im Zentrum der Protagonisten bleibt, so umso dichter vom Zuschauer reflektiert wird. Man darf die Erfahrungen bei beiden Filmen durchaus als Hypnose bezeichnen, die einen mit unendlicher Wellenfolge vom Ufer weglockt und doch dort verharren lässt, mehrmals diesem entlang rennt beziehungsweise daran verfolgt wird, bis man in der Eskalation verschiedener Wahrheitsaussichten ins Kaleidoskop hinein kapituliert, narrativ zwar nicht im Stich gelassen wird, aber genauso gut darauf verzichten könnte, so sehr die Spannung doch auf dem Rausch des Zelluloids und darüber hinaus basiert. Ich persönlich hatte da sowohl Schwierigkeiten, Details bewusst aufzunehmen, die Deutungen und Stichpunkte einer klassischen Filmkategorisierung in einen stimmigen Mantel zu betten, weshalb ich mich auch umso verhaltener an eine Besprechung dieser Werke Bazzonis traute. Ich kann nicht sagen, dass es mir im Nachhinein umfassend gelungen ist, so wie sich die Eindrücke noch immer recht urig um meinen Kopf schnüren und einen Strom der Ungewissheiten, auch meiner eigenen, vorführen, doch Innehalten und Hinterfragen sind nun mal deren Bestandteile, die in der Realität auf jeden Fall ebenso ihren Raum verdient haben, mehrfache Beobachtungen binnen jener Filme erlauben und in diesem Rahmen sogar gar nicht mal von vorsätzlicher Sperrigkeit gekennzeichnet sind, sich eher intrusiv in den Rezeptoren breit machen und diese durcheinander wühlen, wenn man nicht mit voller Konzentration dagegen hält, sofern man es denn will. Eine schöne Herausforderung. 




Eine nicht ganz unähnliche erhält man zudem in Giorgos Lanthimos' „DOGTOOTH“, wenn dieser auch eine stilistisch striktere Komödie schwärzester Natur darstellt, die mit einem neuen Regelwerk von Kommunikation und Familie entgegenkommt. Dieses scheint zwar im offenen, aber auch abstrahierten Narrativ voll geschickter Suggestionen einer (ganz gleich welches Ziel verfolgenden) Motivation aus Perversion und Soziopathie entsprungen zu sein, doch als System funktioniert es nicht minder kohärent, restriktiv und heimelig zugleich wie jede noch so (dis)funktionale wie hingenommene Vorstellung vom Leben auf eben diesem Planeten - eine nette Erinnerung/Kritik daran, was man alles und warum man dieses als gegeben hinnimmt (Stephen Hereks „Critters - Sie sind da!“ hat sich mir diese Woche ebenso effektiv in jenem Themenspektrum gezeigt, so als Aufeinandertreffen von gewünschter Anarchie, heimeliger Geborgenheit und der individuellen Aufgabe mitten drin). Die Beobachtung jener Verhältnisse - zwischen Vater, Mutter, Sohn, der älteren und der jüngeren Tochter - nimmt Lanthimos dann auch außerordentlich schlicht hin, umso schärfer zieht er aber noch die Spannung aus derer Begegnung mit dem allgemeinen Verständnis von sozialer Interaktion, Moral und vor allem Sexualität. Das Kennenlernen oder auch Abstoßen der Kontraste ergibt den Drive des Films, obgleich er sich stets gelassen in der Hitze, eingezäunt mit Swimmingpool, binnen Supergärten und aufgeräumter Villa aufhält, somit auch die Selbstverständlichkeit jener Verhältnisse als permanenten Siedepunkt herausstellt, der von außen hin per psychischem Missbrauch eine neue Art von Erwachsenen formt. 


Diese muss mit kindischer Mentalität womöglich als Versuchskaninchen herhalten oder eben die Auswüchse der Kontrolle, ob nun familiärer oder gesellschaftlicher, als Extrem der Impulse in eine Welt setzen, welche davon eigentlich nicht mehr geschockt sein dürfte (siehe „Big Brother“). Schließlich ist der bestimmende Faktor der Macht - ob nun im Hirn oder Herz, von oben oder von einem selbst, gegen oder für etwas - ja omnipräsent und da ist diese kleine Zelle ein gutes Beispiel für, nicht nur hinsichtlich der unsichtbaren Gewalt einer behaupteten Zufriedenheit, sondern auch, wie sie sich letztendlich von innen heraus selbst zerfressen kann. Nicht, dass Lanthimos dafür eine Katharsis entwerfen würde, wie er überhaupt mehr auf Konkretes denn auf Gefälligkeiten setzt. Stärke und Brüchigkeit jeder noch so kleinen Bedingung und Klarheit sind in seinen Händen so oder so die Aufregung wert, selbst in der Gefühlsverzerrung sinnlich, in umgekehrter Logik als allzu nachvollziehbare Pointe komisch und perplex zugleich, wie sich allein am großartigen Tanz der Schwestern abzeichnet. Zähne ausschlagen zum Versprechen der Emanzipation; Hormone als Instinkt ohne Gefühl und Empfänger von Leistungen; Lehrmeister der Menschlichkeit im Biodom der Lügen, der selbst dem Nichts hinter seinen Mauern eine Bedeutung zumisst und gleichsam im Katzenblut unterdrückt: Die Indoktrination spart hier gewiss nicht mit intensiven Eindrücken, erst recht darin, wie leicht umsetzbar sie sich erfassen lässt und auch wie detailgenau ihre Insassen sie verinnerlichen. Diese Satire haut drauf! 




Apropos Draufhauen: Da gibt Russ Meyer ja recht entschiedene Signale anhand seiner „SATANSWEIBER VON TITTFIELD“, die von der rockenden Varla (Tura Satana) angeführt direkt in der Wüste zum Rennen heißer Reifen ansetzen sowie mit formatfüllenden Jeans links und rechts binnen der Kadrierung den Boden unter ihren Füßen zur Ehrfurcht zwingen. Das Intro will meinen, dass im Zeichen der Kino-Fantasie selbst das Wesen Frau als Hardcore-Gangster, gar unmenschlich, agieren kann, doch es klingt wie eine entbehrliche Vorsichtsmaßnahme zwecks Moral des damaligen Zeitgeistes, so wenig dieser es dem weiblichen Geschlecht zutrauen wollte, Meyer jedoch durchweg die Wahrheit von der Anarchie des Östrogens feiert. Schließlich stellt er sie derartig voller Leben dar, bei dem die Mitstreiterinnen Billie (Lori Williams) und Rosie (Haji) ihr frech ballerndes Vokabular auf eine Wonne selbstbewusster Körper treffen lassen und sowieso eine derartige vergnügte Gewalt des Individuums ausdrücken, dass es einen nur imponieren kann sowie selbst per Easy Listening in eine wunderbar wilde Welt entführt. Testosteron wird gegen Bikini, Leder, lange Haare und aufrechte Staturen vom corpus delicti eingetauscht, der in weiblicher Physiognomie durchaus als Fetisch wirken kann, aber als Vertreter des Abtrünnigen immens am Herzen ankommt, während er es noch raus reißt, im Blutrausch aufgeilt und dies eben dann doch nicht aus Gefälligkeit macht, sondern wie eine Klapperschlange erbeutet. 


Der Wüstenwind brennt dann durch und schüttet Männerleichen zu, gleich mit der geknebelten Unschuld (Sue Bernard als Linda) im Gepäck dorthin, wo der schnelle Zaster zu vermuten ist. Die Konstruktion atemberaubender Krassheiten schlägt ohnehin so deftig von Backe zu Backe, so leichtfüßig in den Magen tretend durch den B-Movie-Charme träger Karren und leerer Landstraßen, dass die Sonne scheinbar niemals untergeht und an dem einen Tag schließlich so viel passiert, wie es einem ganzen Leben nicht widerfahren würde. Belastet fühlt sich die Dramaturgie dadurch nie, wenn es dann auf die Farm vom alten Mann (Stuart Lancaster) und seinen zwei Söhnen geht, von denen einer ein psychisch labiles Mordinstrument darstellt. In jener Männerhierarchie, ganz bezeichnend aus dem Herzen Amerikas, kommt wie ein frühzeitiger Verweis aufs „Blutgericht in Texas“ so einiges an Ekel, Horror und Zwietracht zusammen, versifft in fiebrigen Traumata der Geschlechterideale, die sich selbst der Ehre wegen in den Rollstuhl verfrachtet haben und fortwährend an der Unschuld nagen. Da kann das weibliche Gegenpol mit direkteren Eindrücken gegen halten, offener die dunklen Seiten jedweder Menschlichkeit ausstellen, mit diesen sogar verführen, ohne sich Schuld dafür eingestehen zu müssen. Das gibt Dampf und kräftig aufs Maul, auf dass das Blut, ob nun von Mann oder Frau, kaum noch zu unterscheiden ist, wenn es in den heißen Sand tropft oder sich im Alkohol versenkt, darin auch die Lust zueinander findet und gleichsam Switchblades an die jeweiligen Kehlen richtet. 


Meyers Film ist weder Soft- noch Hardcore-Porno, doch hier wird für wahr hart gefickt, Anweisungen von All-Round-Domina Varla ausgeteilt, die ihre Mitstreiter, ihre Geiseln, die Männer, eben auch den Film und zu guter Letzt den Zuschauer als Gangleader derartig in der Hand hat, wie es nur ein Meyer mit solch ungehemmter Imposanz zu vermitteln pflegte. Selbst wenn die Eskalation die großen dramatischen Opfer fordert: Hier entsteht kein Kind von Traurigkeit, so toll die Flamme des Outlaws hier glüht und nur per ebenso feurigem Nitroglyzerin aufgehalten werden kann. Was für ein Totentanz, das setzt Zeichen! Gibt sogar die Straße frei für eine Ladung Güte und Einsicht für die männliche Verschlossenheit, inwiefern sich jenseits der Geschlechter als Menschen treffen lässt, wie tief allesamt sinken oder für aufrichtige Werte einstehen können (siehe auch aktuell „Bad Neighbors 2“). „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ (so der Originaltitel) kommt eben nicht darauf, aus seinen Kontrasten in monochromer Coleur auch noch ausschließlich Schwarzweiß-Malerei zu betreiben, doch die Kraft, die der Film aus dem Aufmischen dessen schlägt, ist sicherlich keine lasche Handkante, auf jeden Fall ein durchpowerndes Vergnügen als Hot Rod der Weiblichkeit.




Zum Schluss gehen wir nochmals auf ein direktes Genre-Beispiel zu, jedoch eins, dessen narratives Spektrum im Zeichen des Jenseits obsolet wird: Andrea Bianchis „DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES“, eine Höllenvision, die derartig konkret ihre Titel-Monster an die Oberfläche spült, dass für ausbaufähige Charakterisierungen keine Zeit mehr bleibt. Man kann auf der Menschenseite nicht mal von funktionellen Figuren sprechen, eher begegnet man wohl einer Gruppe an guten Freunden, die des Nächtens in einem tollen Schloss verharren, auf einen Professor warten (der bereits im Intro per Zauberformel die Untoten aus dem Grab geweckt hat) und miteinander schlafen. Eine von ihnen, Janet (Karin Well) kriegt zwischendurch die Panik anhand einer Eingebung dessen, was demnächst geschehen wird, aber für eine Vermittlung des emotionalen Effekts erlaubt sich der Film keinerlei Aufbauphasen, nur spätere Spaziergänge für ein unbedarftes Fotoshotting. Die größten Charaktermerkmale spricht er aber dem Gespann aus Mutter Eveyln (Mariangela Giordano) und Sohn Michael (Pietro Barzocchini) zu, an dem sich innerhalb minimalistischer Selbstverständlichen Eindrücke à la Ödipus abzeichnen, allerdings mit Schmierfaktor 100 in einer Kombination aus gehemmter Entwicklung, übersteuerter Hormone und destruktiver Blutlust. Selbst da lässt sich auch nicht unbedingt von einem impulsiven Drive sprechen, so schlicht der Film zudem seine Monster einfängt, sich ihrem Tempo anpasst und dennoch teilweise eine externe Dynamik per Handkamera erzeugen will. 

 (Aushangfotos hier entnommen)

Die Betrachtung der vielen urigen wie klobigen Masken zerrissener Gesichter voller Maden, verschrobener Augäpfel und querbeet wachsender Zähne - puh, so viele Adjektive - ist als Horrorschau von einer Faszination fürs Morbide erfüllt, dass es schon (einem Luigi Bazzoni nicht ganz unähnlich) hypnotische Qualitäten mit sich bringt. Ohnehin lässt sich im Rausch der tranigen Vermoderung auch ein Bogen zu Jean Rollin schlagen, so wie die Schreckensbrut am schönen Nachmittag ihre perplexen Besucher heimsucht, im Garten um die Villa jagt und schließlich eine Belagerung derer Flure unternimmt, welche mit malerischen Impressionen römischer Antike auf eine einbetonierte Vergangenheit hinweisen, die einem nun doch mit aller Hässlichkeit nach dem Fleisch trachtet. Die Kohärenz dessen bewegt sich durch einen sedierten Terror, aufgelöst im Strom aus Zeitlupen, Nahaufnahmen abgestandenen Blutes sowie Hirninnereien, stets unterlegt mit elektronischen Gedankenwellen im Zustand der Ermattung. Im Gegenzug aber liefern gerade die Menschen Pointen in ungelenken Handlungen, äußerst theatralische Visagen und Gebrüll binnen des kostengünstig ausgestatteten Zeitkolorits, das sich von der deutschen Synchronisation her zudem mit Dialogen brüstet, die voller Naivität ums Reißerische und Offensichtliche kreisen, schließlich gibt sich der Film auch nicht anders. Seine Existenz im klassischen Sinne des Mediums wäre ohnehin recht fragwürdig, so sehr er eher geradezu wirkt, als ob er lediglich seinen Aushangfotos gerecht werden müsste (wenn man bei Google jenes Wort sucht, sind in der Vorschau schon entsprechende Bilder von diesem Film dabei). 


Eine gewisse Schludrigkeit und Streckung simpler Szenarien muss man diesem Herrn Bianchi ebenso zusagen, zumindest schneidet er jedes Fett weg, um seine Schauwerte derart zu verdichten, dass man ratlos wird, was man sich denn überhaupt gerade anschaut, so entbehrlich Narrativ und Charaktere am Bewusstsein vorbei segeln. Man bleibt gespannt, so wie sich eine Schreckenssituation nach der nächsten abspielt, reichlich Effekte ausweglosen Grauens in der Netzhaut ankommen, doch eigentlich nur wenig Spannung dafür empfunden werden kann oder gar von Bianchi genutzt wird. Die schlichte Hingabe zum Genre, seiner Funktion und seiner Begegnung mit dem Unmenschlichen, welches sich aus dem Menschlichen gründet, ist aber nicht gerade ein Widerspruch ehrlicher Kenntnisnahme. Es unterhält, weil das Bewusstsein gewisser Regeln wie in Trance vorgeführt wird und in der Aufgabe narrativer Komplexe ebenso des Zuschauers Hang zum Gegebenen zur Reflexion verleitet, wie es diese Woche auch ein Giorgos Lanthimos in der Variation der Umkehrung anwendete. Die Effektivität von Andrea Bianchi ist im Sinne der Exploitation dann auch nicht auf einen Knopf zwecks Nitro-Boost gelandet, was sich für einige Genre-Kenner als Enttäuschung gedämpfter Wildheit äußern könnte, doch gänzlich verschlafen ist seine Horde an desolaten Wandlern nicht, so wie ihr mythischer Stumpfsinn auf Haut und Fleisch seine inszenatorische Entsprechung findet. Das Jenseits habe ich mir sowieso immer etwas doll trist vorgestellt, von daher...

Sonntag, 8. März 2015

Tipps vom 02.03. - 08.03.2015



HARAKIRI - "[...] Mit entschieden beengender Set-Optik in die Gefangenschaft der Tradition und die Hypokrisie der Ehre. Beide dampfen schon im Vorspann in den ungreifbaren Nebel der Unterdrückung, der wie aus einem Urgestein des Leids heraus über die Jahrhunderte dünstet. Das folgende dramaturgische Prozedere im Hause des Iyi-Klans veräußerlicht dann den Schmerz vom Schwert, für das die Ehrenträger leben, sterben und in ehrfürchtiger Askese das Menschliche verdrängen, welches sie zugunsten des Ansehens opfern. [...]"


(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)



ES WERDE STADT - Dokumentationen erklären sich meist von selbst; dieses Essay von Martin Farkas und Dominik Graf über die Geschichte des Grimme-Preises sowie über das deutsche Fernsehen an sich muss man aber auch nicht groß erklären, sondern schlicht erleben. Daher nutzt die Gelegenheit und wendet Euch diesem Link der ARD-Mediathek zu, auf dem der Film noch bis August zu sichten ist.




FOOTLOOSE - So, ich kenne jetzt zwar das Original nicht, kann mir nach der Sichtung dieses Remakes schon so ziemlich gut vorstellen, dass man die narrative Grundstruktur 1:1 übernommen sowie die Markenzeichen jeglichen 80's Eskapismus nochmals verbraten hat. Wäre aber gelogen, wenn ich nicht zugeben würde, dass die ganze Angelegenheit reichlich Spaß gemacht hat - so vergnügt und grell alles hier zwischen High-School-Teen-Drama, Honk-Humor, Jock-Arschlöchrigkeiten, Establishment-Plakativität und jugendlicher Rotzigkeit mit Tanzbein abläuft. Und weil der rhythmisch schneidende Regisseur Craig Brewer nach "Black Snake Moan" noch ein bisschen Erotik im Blut hatte, kommt das sommerliche Country-Suburb-Ambiente stilecht mit engen Jeans und flexiblen Hüften daher. Julianne Hough hottet da am Steilsten, Hormone zischen aus jeder Pore.


Und wenn diese ganze ungenierte Danceploitation (wo jede entsprechende Szene wirklich kathartisch im Drang zur Teen-Freiheit zählt) nicht schon reizvoll genug wäre, spielt ausgerechnet Miles Teller den schnippischen Buddy vom Hübschen-und-gewissenhaften-Held-mit-finsterer-Vergangenheit Ren McCormack (Kenny Wormald). Ein Subplot zwischen den Beiden ergibt sich sodann, da Teller nicht tanzen kann/will, woraufhin Ren ihm mit der Hilfe seiner kleinen Cousinen in einer MONTAGE ein paar Moves beibringt. Ansonsten ist Ren aber so ziemlich der rebellische Aussenseiter, in den sich die heißeste Flamme der Stadt verknallt, deren Daddy ausgerechnet Pastor und Aufrechterhalter des Tanzverbots ist - wenn's da mal nicht zu ideologischen und stürmischen Konflikten der Generationen kommt!


Wie gesagt, die besten Formeln (und offenbar auch Tracks) jenes Jahrzehnts des Originalfilms finden hier ihre stimmige Wiederentdeckung und pointieren mit freimütiger Naivität eine Rechtschaffenheit fürs triviale und doch so fundamentale Tanzen - eine Realität, wie sie nur im Genrefilm existieren kann. Wenn aber etwas handzahm wirkt, dann die allzu glatt laufende Versöhnung mit der christlichen Vorherrschaft - gibt zwar genügend Reibungspunkte bis zum Schluss hin, aus der Einigung lässt sich aber nicht allzu viel konsequente Wildheit erschließen. Immerhin kann man sich noch wehrhaft gegen die antagonistischen Spielverderber und Eifersüchtler von der Schule prügeln. Das wird im Finale aber schnell erledigt, um wieder zum Abfetzen in der Scheune zu kommen. Irgendwie also doch wieder ein entschiedenes Zeichen zur knalligen Ausgelassenheit, coole Schimpfwörter inklusive. CUT LOOSE!




DIE MAISINSEL - "[...] Die Konzentration auf einen Schauplatz zieht den Zuschauer schnell in ihren Bann und lädt ein zur räumlichen Erfassung und zum Nachempfinden der umweltlichen Wärme, ohne dass sich der Protagonist als filmisches Vehikel erklären muss. [...] Der alltägliche Wandel zwischen Arbeit, wortloser Hilfe und Ruhe reicht allein zur Empathie und zur reizvollen Vorstellung, in derartig friedfertiger Isolation zu wirken. Nach und nach legt der Film dann aber doch hintergründige Texturen frei, die aus der etablierten Wahrhaftigkeit der Atmosphäre eher ein festes Narrativ zurecht stricken. [...]"


(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




DER BABADOOK - Die schnippische Inszenierung und psychische Ebene in allen Ehren...aber so eine permanent (variiert erfüllte) Jumpscare-Stimmung nimmt mich echt derartig aus dem Film raus, dass ich mich nur schwer in die Furcht der Charaktere einleben konnte. Stattdessen musste ich stets um meine Erwartungshaltung zu den Genre-Formeln bangen, wann genau jetzt ein lautes Schreckgeräusch oder eine finstere Erscheinung aus dem Dunkeln kommt - dass jene Mittel eintreten, ist stets garantiert. Schon eine recht frustrierende Bedrängnis, die dabei entsteht; offenbar muss man noch eine zweite Sichtung investieren, um Jennifer Kents Zitaten-reiche Horror-Reinterpretation voll subtiler und weniger subtiler Andeutungen, audiovisueller Kniffe, darstellerischer Intensität, effektiver Schocklage und zynischen Humor womöglich wirklich schätzen und verknüpfen zu können. Beim Erstkontakt mit diesem Debütwerk lenkt einen die forcierte Schauer-Konstruktion aber doch zu sehr davon ab - schade drum. Dennoch ohnehin empfehlenswert für unempfindlichere Zuschauer des Genres. Eines Tages gehöre ich hoffentlich auch dazu^^




EVERY THING WILL BE FINE - "[...] So sucht (Wenders) eine visuelle Sinnlichkeit, die sich im bildlich unspektakulären Schicksalsdrama versteckt und verdichtet die Dimensionen recht konventioneller Schauplätze, um das Umfeld der Figuren als zusätzlichen Charakter zu vermitteln. Das scheint zumindest die Theorie der angewandten Methodik zu sein. Allerdings versperrt die Umsetzung jenes Potenzial mit einer Inkonsequenz, sich zwischen Handlung und Gefühl entscheiden zu können. [...]

 
Hätte er den Ballast der narrativen Verstrickungen auf ein Minimum reduziert und seine visuellen und emotionalen Gewichte wirklich aufs Einverleiben bestimmter Ortschaften und Stimmungen gerichtet, dann wäre hier eine echte Besonderheit entstanden. So wirkt das nicht unbedingt fehlerhafte, aber doch mittellose Drama wie Standardware der Gemütlichkeit inklusive nachträglicher Zusatzdimension.
[...]"

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CHAPPIE - "[...] Mit der Adoption des neugeborenen Cyborgs, der fortan „Chappie“ genannt wird, beginnt allerdings auch das eigentliche Herzstück des gleichnamigen Films. Der eigentliche Entwickler Deon wird nach Hause geschickt, während sich Ninja und Yo-Landi allmählich als Erzieher des lernfähigen Roboters erweisen. [...] Diese Herzlichkeit einer ungewöhnlichen Familie würde vollständig für einen Spielfilm ausreichen – mit einem stetig vermenschlichten Roboter im Fokus, der kontinuierlich mehr vom Leben, vom Hass, von der Armut und der dennoch bestehenden Sozialität im Untergrund lernt. Im audiovisuellen Wust der Standardisierung versemmelt Blomkamp jedoch die Konzentration aufs Wesentliche und drängt auf die Abarbeitung seiner selbst auferlegten Klischees [...]"



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DIE WOLKEN VON SILS MARIA - Oberflächlich eine Sinnkrise zur Ambition auf ausgestellt hohem Niveau, eben abstoßend bourgeois als Reflexion über künstlerische Frustration und Relevanz voll gestelzter Dialoge wirkend. Zwischen thematisch ähnlichen Filmen wie "Alles über Eva" und "Birdman" also nicht unbedingt die empathischste oder stürmischste Variante, audiovisuell eher im glatten Kunstgewerbe angeordnet und mit spekulativer Insider-Distanz ausgestattet. Am kindischsten wird's, sobald sich Regisseur Assayas anhand seiner Charaktere, Bilder und dazu geäußerten Philosophien ideologisch über Trivialkultur stellt und diese zudem mickrig zu emulieren/parodieren versucht.


Im Verlauf stellt sich immerhin allmählich heraus, dass der Film die Prätentiösität des dargestellten Ensembles subversiv ironisiert und visualisiert; schließlich dessen menschliche Unzugänglichkeit offen legt, weshalb der Film auch vom Konzept her eher emotional kalt lässt. Das äußert sich am Stärksten mit der Figur Kristen Stewarts, welche gegen das Schubladendenken argumentiert, vorbehaltlos unterstützt und somit Stück für Stück ebenso nötig für Juliette Binoches Charakter der Zeitgeist-fremden Veteranin wird; dennoch letzten Endes von dieser aufgrund egoistischer Verkennung verstoßen wird und folglich die Freundschaft beendet.


Ambivalent wird es da allerdings schon wieder im Epilog nach dem Bruch der potenziellen Einheit von E- und U-Kunst. Dort ist man abgeklärt über die Verhältnisse des modernen Schauspiels zwischen Anspruch und Sensationalismus als unausweichliche Faktoren, mit denen man nun mal leben muss; sodann findet sich ein stiller Pathos im nachgereichten Rollensieg der Veteranin gegenüber der als frecher dargestellten Jungschauspielerin. Eitelkeit erhält hier Bestätigung; der Film gibt dem im Vergleich zum Trivialkino nicht weniger systematischen Arthouse den Vorzug. Muss ja nicht die endgültige These sein, fühlt sich tendenziell aber schon recht selbstverliebt an. Eine schwierige Erfahrung, diese Wolken von Sils Maria.




A BLAST - AUSBRUCH - "[...] Das Problem ist, dass Regisseur Tzoumerkas im nationalen Selbsthass nur den Weg der Wut kennt und aus den Augen verliert, wie plump er das Zeitgeschehen würgt und in spekulativen Zusammenhang stellt. [...] Ein politisches Statement ohne Taktgefühl, zwar gnadenlos von Respekt, aber auch von Einsicht befreit; ein Punk-Film ohne die Glorie der Anarchie, dafür mit Vollgas in entschiedene Ermattung rasend; eine Selbstbefriedigung, bei der man nur zuschauen, nicht anfassen und fühlen darf. [...]"


 (Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




BACK IN THE GAME - Mir war das ganze Narrativ größtenteils wurscht, so unausgegoren dabei zwischen Versöhnung, Comeback, Love-Story, Vergangenheitsbewältigung, Altersschwäche, Schwäche leugnen, Bar-Fights und -Tänze sowie Baseball-Babble hin und hergependelt wird. Nicht unbedingt eine schlechte Mischung, aber dann doch nicht so aufregend in die glatten Americana verpackt, dass einem vor Unterhaltung der Leder vom Ball fetzt. Ist eben alles etwas witz- und doll harmlos, obwohl das Ensemble der Sportfilm-Klischees sowie forcierte Etablierungs-Dialoge anfangs für einige starke Lacher sorgen. Was taugen denn Computer und Statistiken (unvorteilhaft durch Matthew Lillard vertreten), wenn der menschliche Faktor eines greisen Scouts (Clint Eastwood als grimmiger, alter Mann, der seine Schwächen erst gen dritten Akt eingesteht) eh alles besser beurteilen kann?


Eben, so etwas MUSS einfach als Plot-Vehikel herhalten, um die Wiedervereinigung mit der entfremdeten Tochter zu probieren. Das ist ja auch alles ganz süß - man beachte allein die pathetische Katharsis, die sich im Finden des neuen Talents und der gleichzeitigen Versöhnung/Anerkennung der Tochter äußert -, wenn auch durchweg am kastanienfarbenen Standard lutschend. Doch dann gibt es nun mal diesen einen entscheidenden Vorteil, der einen entgegen ähnlicher Ergüsse jenes Genres durchweg bei Stange hält und das ist Amazing Amy Adams in der Rolle von Mickey, der drolligen Maus. Diese kann Billard spielen; gelingend Baseball-Talente beurteilen; Abhotten; ein hohes Tier in der Rechtsanwaltskanzlei, treu, schlagfertig, rotzig, eigenwillig, enttäuscht, streitlustig und schlicht knackig sein; usw. und sofort.


Da kann sie dem alten Clint ordentlich Paroli bieten und stiehlt ihm deshalb auch so ziemlich den Großteil der Storyline weg. Sein größter Sympathiepunkt erwirkte er hingegen dadurch, dass er genau dann eine Pizza im Film bestellte, als meine gerade frisch aus dem Ofen kam. Guter Mann. Auch nett vom Altmeister, dass er sich eine Szene mit Filius Scott Eastwood teilt. Stallone hätte nicht solange für sowas gebraucht, aber gut: trotz einiger Ähnlichkeiten im Konfliktaufbau zwischen Vater und distanziertem Kind ist dieser Film noch lange kein "Over the Top" - da fehlt es diesem Werk hier doch an naiver Coolness, bekräftigt es doch eher die ultimative Wohlfühl-Gicht zwischen den Generationen. Bereuen muss man sowas aber erst recht nicht, solange Frau Adams stets problemlos "Back in the heart" des Zuschauers landet.




THE BOY NEXT DOOR - "[...] Diese Type ist das Letzte und folglich ein Höhepunkt der Unterhaltung, so wie Regisseur Cohen auf jegliche Subtilität pfeift und seinen Darsteller Guzman in plakatives Overacting entlässt. Der Psychopath entwickelt in seiner Wut übermenschliche Kräfte und bedient sich bei seiner systematischen Bedrohung einem Schandmaul zum Niederknien, aus dem dumpfe Wortspiele mit dusseligster Verschmitztheit sprudeln. Sein Auftreten wird somit kontinuierlich lächerlicher, während Frau Lopez hauptsächlich mit Kurven und Schreien spielt und die Regieanweisungen von Cohen jegliches Gefühl für Klasse und Spannung vermissen lassen. [...]"


(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




GODZILLA - ATTACK ALL MONSTERS - Dafür, dass dieser Streifen so ein gemächliches Armutszeugnis für Pionier Ishirô Honda ist, funktioniert er als honkiger Kinderfilm mit einem sprechenden "Minilla" und ulkigen Tunnelblicken in die Fantasie eines Görs gar nicht mal so verkehrt - wenn's auch nur für Zuschauer bis 7 Jahre spannend sein dürfte. Und tricktechnisch muss man sowieso reichlich Recycling in Kauf nehmen; von der Schlussmoral, laut der man sich mit Prügel gegen die Probleme im Leben stellen sollte und mit Frechheit Freunde findet, ganz zu schweigen. Ein bisschen Anarchie geht aber klar, weshalb würde man hier sonst Godzilla und Co. als Vorbilder gegen Raudis, Besetzer, Gangster und andere Fieslinge evozieren? Naja, macht nicht wirklich viel Sinn. Ist auch eher etwas, was man nebenbei abspulen lässt; wo einen lediglich die Synchro ("Du hast gesagt, ich könnte auf Godzillas Rücken durch den Urwald reiten!"), die holprig "sprechenden" Monsterkostüme, andere drollige Effekte und sowieso die Fights bei Laune halten. Ansonsten hat man ein nettes, kleines und vollkommen entbehrliches Kinderabenteuer urbaner Coleur am Start, das bei gerade mal 69 Minuten Laufzeit noch weit nerviger hätte ausfallen können. Man soll aber nicht denken, dass man mit dem dort dargestellten, verharmlosten Zeitgeist allzu viel in Richtung Nostalgie-Bonus anfangen könnte. Ist eben reduzierte Schnellschussware.


Bonus-Zeugs:




NUR EINE STUNDE RUHE - "[...] Einmal Egoist sein – das darf man sich doch wohl noch erlauben. So cholerisch Michel sich seinem Hobby widmen möchte und folglich allen Mitmenschen vor den Kopf stößt, sollte es theoretisch eine stets zu belächelnde Distanz zum Zuschauer schaffen. Regisseur Patrice Leconte spielt aber nach perfider Methode und drängt gar auf eine Identifikation mit jenem Menschenfeind, der sich über alles und jeden, vor allem über die dummen Frauen und platzraubenden Ausländer-Familien beschwert („Wie in der Dritten Welt ist das hier!“). [...]"


(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)