heute konvertiere ich euch kurzerhand zu Hörern - ihr habt
da keine andere Wahl, wenn ihr erfahren wollt, was und warum ich dies empfehle.
Und da gibt es diesmal auch keine Bonussektion zum Ausweichen: Ich hab mich so
erschlagen lassen an Qualität anhand des jüngsten von mir veranstalteten
Filmabends, dass ich die Woche über kaum was anderes in die Glubscher antingeln
konnte (außer mittelschweren Oberrotz wie „Back for Good“). Die Ehrfurcht war
einfach zu groß im Mark verteilt, dass ich mir sogar sehr uneinig war, wie ich
euch diese gesammelten 8 Topfilme vermitteln sollte (allesamt übrigens sehr
pärchenlastig, außer beim 4. und letzten – da werden die umgebracht). Wieder
die Handschrift bemühen wollte sich - einem „Stephen Kings Stark“ ähnlich - nicht so recht ergeben und das von
früher bekannte Schribbeln am PC kam mir ebenfalls etwas anstrengend vor. Meine
Vorurteile, zack! Weil ich diesmal mehr zum Quasseln aufgelegt war, gab es also
eine Aufnahmesession im Freiflug! Über 2 Stunden hatte ich mich durchgequält, mich
mit nem unsichtbarem Publikum zu unterhalten und das war so schick unangenehm
und banal und zudem vom schlimmsten Schlafrhythmus aller Zeiten angeschissen,
dass das Material im Endschnitt schließlich nur zu 38 Minuten überleben durfte!
So viel Lebenszeit raube ich euch also nicht, na wie ist denn das? Lasst meine
Goldstimme bei euch im Hause erklingen, Freunde, beim nächsten Mal ist es
vielleicht schon wieder alles ganz anders!
Übrigens, ich habe gelogen, was die Bonussektion angeht! Es
gibt sie, aber ohne Filme – man will ja präsentieren und teilen (mehr Klicks
erhaschen), was man in seiner Freizeit inzwischen noch so alles geleistet hat.
In diesem Fall kam ich auf den Trichter, mich nach all der langen Zeit beim
Videospielen zu filmen. Tja, ich rücke euch heute lautstark auf die Pelle und
da könnt ihr nix gegen tun, so spielt das Leben! Bzw. so spielt meine Wenigkeit
COOL BOARDERS 2+4 für die Playstation One (alias 1 oder auch X),
eurer Zeit und Sympathie zuliebe auf nicht mal 12 Minuten runtermontiert! Ihr
müsst diese Woche also insgesamt nicht mal ne Stunde mit mir hier verbringen – mindestens
erträglicher als „Baby Driver“, mein
neuer „La La Land“!
wir lassen uns das Tippen nicht verbieten! Warum denn auch,
hat ja keiner nach verlangt. Aber es steht fest: Ich habe wieder eine neue
Ausgabe für euch parat, was innerhalb letzter Woche so an schicken Movies
zusammenkam. Das beste von allem kam, wie das Sprichwort so schön sagt, eher
zum Schluss, aber auch Anfang der Woche ließ ein tolles Trio binnen des
Minifilmabends dazu bitten, aufmerksam hinzuschauen. Und zwei von jenen via
Siegfried Bendix ausgesuchten Filmen (allesamt anno 2017) hatten letztendlich
den Sprung ins Tipp-Terrain geschafft, aber: Der Einstieg mit „Spider-Man: Homecoming“ glich einer
mittelschweren Katastrophe. Selten hat sich ein Superheldeneintopf so egal vor
einem abgespielt, dass er genauso gut ab seiner Variante der berüchtigten „Fähren-Szene“ hätte anfangen und alles
erzählen können, was ihm eigentlich auf dem Herzen liegt – also knapp 40
Minuten vor Schluss (von über 130!). Und selbst das ist dann auch noch komplett
Banane und sogar weit hinter den Vorgängern in Sachen Charaktergehalt, schier überladen an Nichtigkeiten. Da
wünscht man sich gottlob die Marc-Webb-Bumsspektakel zurück – die hatten
immerhin eine Mindestmenge inszenatorischer Aufregung parat, die hier nun in
der offiziellen Marvel-Zwangsjacke
gänzlich fehlt, luschigsten Baby-Humor reiht und wohl Cosplay-Fetischisten
wegen konstant Spider-Mans Anzüge durcherklären muss, während sein Kumpel keine
Pause unternimmt, zu fragen, wie das Leben als Spider-Man so ist. Das wüsste der
selber gerne, schließlich weiß er sich fast ausschließlich darüber zu äußern,
wie hart er zu den Avengers gehören und sich Tony Stark beweisen will. Es hört
nicht auf, lobet die Anpassung! So redundant natürlich, dass ich auch beinahe
nur einen Gag für die Sichtung über hatte: „Guck
mal, das ist wie „Cop Car“, denn das spielt gerade in einem Auto.“ – ne,
die beiden Streifen sind schließlich von Jon Watts, aber nicht, dass man’s hier
wirklich merken würde. Ob er bei der kommenden Fortsetzung weniger
maximalmiserabel gestalten darf?
Schlimmer als meine Collagen?
Wie dem auch sei, das bessere an der Woche entschädigt für
solch einen Schmarrn, selbst für die Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen,
welche einen meiner persönlichen Favoriten vom letzten Jahr, „The Florida Project“, beinahe komplett
aus dem Wettbewerb verdrängten. Was ich wiederum beinahe verdrängt habe: Meine
Sichtung von „Batman: Gotham by Gaslight“.
Jener weitere Eintrag in die Animationsschiene an DC-Verfilmungen war sich
selbst zwar nicht ganz so egal wie Spider-Man, aber dass die reguläre
Bat-Masche ins viktorianische Zeitalter um Jack the Ripper verfrachtet wird,
klingt eben nicht mal auf dem Papier sonderlich originell. Visuell
unbeeindruckend ist das Ganze sowieso und der Schauplatz des Finales (das
Riesenrad einer Weltausstellung) wird einem schon binnen 10 Minuten Laufzeit
ausgewiesen – für den Endboss hat man sich zumindest etwas mehr einfallen
lassen, aber das reicht für eine Empfehlung gewiss nicht aus. Gutes könnte ich
hingegen noch über „Midnight Special“ sagen,
welcher nach einem etwas doll uninvolvierenden Start Stück für Stück zum
angenehm intimen Genrestück mausert. Mit den Topoi der Erlöserfantasie und
Telekinesis-Science-Fiction spricht man sogar (wenn auch etwas unausgegoren)
auf das Potenzial religiöser Wahrheit an - wohlgemerkt anhand des Individualismus
anstelle orthodoxen Gruppenzwangs. An der Tour und Jagd durch die USA erkennt
man zwar viele Signale von einst wie jüngst wieder, dass man das Konzept
relativ dünn und den charakterlichen Inhalt allenfalls funktionell bewerten
könnte, aber zumindest ich war recht überrascht, wie viel Kraft allesamt dann
doch summieren konnte – allen voran Regisseur Jeff Nichols in der Handhabe
sequenzieller Spannung, gekrönt von den Innereien der Mutterliebe Kirsten
Dunsts.
So, jetzt aber genug an Spider-Man zurückerinnert, wollen
wir zu den regulären Tipps kommen! In diesem Fall würde ich drei von denen
zumindest noch ankreiden, dass sie mit Einschränkungen empfehlenswert sind,
aber interessant waren sie allemal für den gegenwärtigen Schreibprozess. Seid
ihr mit dem eigentlich noch zufrieden oder soll es ab Februar wieder anders
laufen? Könnt ihr gerne beizeiten Bescheid geben, aber jetzt zöger ich’s erst mal
nicht weiter hinaus – Zieht euch die hier rein:
(Yasujirô Ozu, 1959)
(Hong Sang-soo, 2004)
(Andrew Jay Cohen, 2017)
(Noah Baumbach & Jake Paltrow, 2015)
(Richard Eichberg, 1930)
(Martin Guigui, 2017)
Und nun wie bei den letzten zwei Malen auch wieder die
Videovariante der Tipps, falls ihr meine Schreibe beim besten Willen nicht
entziffern könnt:
Alles klar, das war’s für die heutige Ausgabe! Auf eine
Bonussektion müsst ihr dieses Mal leider verzichten (quasi wie die Nasen im
Dschungelcamp grade auf Tabakentzug sind), da ich schon im Intro alle Filme
ausgeplaudert habe, die hier im Abseits noch gesichtet wurden - kommt davon, wenn man mal wieder mehr echte Arbeit zu erledigen hatte, gottseidank! Nicht traurig
sein, ne, denn es geht nächste Woche bestimmt wieder pralle weiter: Der 1.
Filmabend 2018 in meiner Bude findet nämlich statt und 8 Schmankerl stehen
dafür auf dem Speiseplan! Ich hoffe mal selbst, dass ich ausschließlich
Gewinner herangezüchtet habe – ich werde berichten! Bis dahin wünsche ich euch
allen noch eine schöne Zeit und freue mich sowieso auch selbst auf alles, was
da noch kommen mag – damit bin ich engagierter als „Spider-Man: Homecoming“, jo (die Eitelkeit hab ich mir von De Palma
abgeguckt, hihi)!