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Sonntag, 25. September 2016

Tipps vom 19.09. bis 25.09.2016 (Wirre Woche)

Potrait ihres beliebten Chefredakteurs Christian Witte:

 
Liebe Leser,
was für eine wirre Woche! Jeden Tag hatte ich mindestens zwei Filme geschafft, aus der Bücherhalle zudem erstmals einige Videospiele ausgeliehen (u.a. das recht nette „Captain Toad: Treasure Tracker“ für die Wii U), mehrere Looney-Tunes-Kurzfilme, alte „Simpsons“-Folgen, etc. gesichtet und doch glaube ich, dass ich mehr hätte schreiben können, auch wenn der Umfang für die zentralen vier Filme geradezu wieder in die Vollen geht. Vielleicht rührt mein Gemütszustand daher, dass viele Sichtungen diese Woche enttäuschend ausfielen und ich mir im Nachhinein mehr Titel gewünscht hätte, die punktgenau im Herzen landen oder zumindest die Aufmerksamkeit des Lesers in die Stratosphäre der Relevanz katapultieren würden (die neue Blu-Ray von Roger Fritz' „Mädchen, Mädchen“ z.B. liegt noch ungesehen herum). Kann man natürlich schlecht einschätzen, wie das Angebot der Woche diesmal ankommt, auf jeden Fall sind jene Streifen jetzt nicht die offensichtlichsten Kandidaten und ich bin mal ehrlich: So kompliziert hatte ich schon lange nichts mehr in der Nachbetrachtung empfunden, wie hiesiges Ensemble aus hauptsächlich asiatischem Filmgut, unter dem zu alledem noch ein streitbarer Amerikaner haust. In jedem Fall die Qualitäten zu benennen, gestaltet sich von Woche zu Woche eben mal mehr, mal weniger schwierig, wenn man ebenso ungefähr vermitteln will, wie viel stets vorgeht in einem zur Betrachtung herangeholten Beispiel. Und da sind im Grunde allesamt geradliniger gestaltet, als es mein Schreibstil vielleicht reflektiert, doch die Eigenarten schlagen sich wie ein roter Faden mit Karacho durchs Gehirn. Das gilt übrigens auch für jene Filme, die eher unter „Ferner Liefen“ bis „Geht so“ einzuordnen sind, im Folgenden aber dennoch ein bisschen Platz verdient haben:


Besonders auffällig möchte ich da Jack Sholders Debüt „Zwei Stunden vor Mitternacht“ (also 22 Uhr) benennen, das einen Stimmungsmix an unkonventionell eingesetzten Horror-Topoi sowie gewitzte Einfälle für die Home Invasion einer Reihe profilierter Psychopathen (Martin Landau, Jack Palance, Donald Pleasance) anbietet, im Tempo jedoch auf reichlich schleppenden Phasen ausgetragen wird. Einige metaphysische Sequenzen weisen da schon auf die baldige Zukunft des Sholders in „Nightmare 2 - Die Rache“ hin, doch die Stringenz entweicht ihm ein Stück weit auf dem Pfad umgekehrter Erwartungen und verzerrter Einbildungen. Ebenso auf den Horror gekommen, glaubt man bei „Prom Night - Das Grauen kommt um Mitternacht“ (diesmal also genau 00.00 Uhr) anfangs ebenso, dass der Film seine Slasher-Zutaten durchweg mit inszenatorischem Witz auf falsche Fährten locken würde, doch leider entwickelt sich Richtung Abschlusstanz wieder nur das bewährte Killen - diesmal trifft es zumindest keine Unschuldigen (eher Anti-Helden), was den Spannungsbogen allerdings umso passiver zum erwartbaren Finale führen lässt, wenn jene Art Rache als Grundinteresse wenig Boden zur Emotion freigibt. Um meine Urteilssprechung nach Manier des „Lexikon des internationalen Films“ fortzusetzen, sei aber auch gesagt, dass sich Bob Clarks „Karriere mit links“ genauso urig an filmischer Bewandtnis verhebelt, wenn Judd Nelson als überheblicher Anwalt die Sympathien des Zuschauers erhaschen soll, mit theatralischen Tricks zunächst eine Art Komödie vor Gesicht aufzieht, in der zweiten Hälfte jedoch auf einen spekulativ soziopathischen John Hurt trifft, dessen Fallausgang höchstens „Der Richter - Recht oder Ehre“ alle Ehre machen würde. Ebenso mit an Bord: Stumpfe Expositionsmonologe, die Sympathie zum neokonservativen Erfolg/Fucking-Over, haarsträubende Justizprozesse und zumindest noch einige Andeutungen vom anatomischen Kammerspiel mit einem Mörder. Worauf der Film seinen Fokus legen will, mag er innerhalb von knapp zwei Stunden Laufzeit allerdings nie so recht entscheiden oder mit echtem Biss anpacken. Echter Biss ist allerdings auch Mangelware bei (Achtung, noch ein Regisseur, der hier normalerweise gut wegkommt) John Carpenters Biopic „Elvis“, das als Dick-Clark-TV-Produktion einem harmlosen Narrativ zum Werdegang des Kings treu bleibt, die emotionale Spannweite höchstens auf Presleys Liebe zu den Frauen ausweitet, eben wie sehr er an seiner Mutter hing, ihre schwarzen Haare bei sich und Gattin Priscilla emulierte. Darüber hinaus ist die Rekreation der Ära sowie die dazugehörigen chronologischen Höhepunkte souverän auf Filmformat aufbereitet worden, doch die Essenz dessen bleibt einzig und allein an der energischen Darbietung durch Kurt Russell hängen. Das bleibt selbst bei knapp drei Stunden Überlänge kurzweilig, doch der wahre spannende Saft, z.B. vom Widerstand der Konservativen gegen das Sexsymbol Elvis oder alles nach dem Comeback von 1969, kommt nicht zur Sprache. Anthony Lawrence, Drehbuchautor vieler echter Elvis-Vehikel und auch dieses TV-Films, wollte/durfte sich wohl nicht mehr trauen und Carpenter selbst spürt man erst recht kaum bis gar nicht, wenn man denn von manchen Parallelen zum High-School-Dasein in „Christine“ absieht.


Damit macht er aber noch eine bessere Figur als Rudolf Thome mit seinem zweiten Spielfilm „Rote Sonne“, öftermals eine Art Vorzeige-Reflexion über den 68er-Zeitgeist an „Gammlern“, APO und RAF-Terror, die sich abgesehen von ihrer bedingungslosen Ruhe nur schwer vom romantisierten Milieu mörderischer Belanglosigkeit trennen kann, in emanzipatorischer Funktion nur behauptete oder an Misogynie grenzende Töne anschlägt und zu allem Übel ausschließlich endkarge Tapeten vorzuweisen hat. Daran die seelische Leere zu erklären, ist schnell Unterforderung pur fürs visuelle Spektrum, ansonsten hat die Atmosphäre einige liebliche Eindrücke, Unbedarftheiten und surreale Laien-Aktionen (der Showdown!) parat, die es jedoch schwer haben, sich zwischen dieser Selbstgefälligkeit an Nichtigkeiten innerhalb der Münchener Bohème zu entfalten, welche von der kalten Synchronisation zusätzlich wie erwürgt scheint. Ein Problem, das Klaus Lemkes „Negresco**** - Eine tödliche Affäre“ ebenso hatte, weshalb seine Filme darauf der synchronisiert-gestellten Coolness vollends entsagten (deren Rückkehr im „Zocker-Express“ kam demnach umso blasser an). Konsequentes Durchziehen propagiert hingegen Rob Zombie mit seinem neuen Werk „31“, das schnell klar macht, wie wenig Interesse es an dramaturgischen Absichten innerhalb seiner Gruppe an mit der Sterblichkeit konfrontierten Protagonisten hat. Stattdessen herrscht beinahe pausenlos totaler Horror, schamlos in gewaltverherrlichende Exploitation abdriftend, die gänzlich Zombies inszenatorische Eigenarten und Terror-Vorlieben bedient, je tiefer sie in die Grundprämissen des Genres schaut und die menschlichen Feindbilder schlechthin ums Schreckenslabyrinth jagt. In dieser knalligen Räudenwelt aus Blut, Dreck und Stahl könnte man aber auch einen Rückschritt im Vergleich zu „Lords of Salem“ sehen, wenn Grindhouse-Impulse à la „The Devils Rejects“ reiteriert werden, Stimmung für den Knalleffekt geopfert wird, der Dialog größtenteils aus „Fuck“ besteht und man ohnehin das Gefühl hat, dass Zombie bei aller gelebten Freiheit nur wenige Register an Variation anfährt. Nicht, dass da trotzdem die Feier zur Intensität durchweg stattfindet, aber irgendwann ist sie auch erschöpft und findet bewusst keinen entlastenden Schlusspunkt. Unser Rob kommt wieder, keine Frage, als Stärkung zwischendurch ist „31“ (die Nummer vom 31. Oktober, sprich Halloween, ta-damm!) immerhin noch saftig genug in eigener Soße. Zum Abschluss dieser kurzen Betrachtung des Nicht-Besprochenen sei dann noch „Die Zeitungsjungen“ von Kenny Ortega erwähnt - ein Disney-Musical, das den jungen Christian Bale als Anführer einer Gewerkschaft von Zeitungsjungen zeigt, die sich im frühen 20. Jahrhundert dagegen auflehnten, im Wettstreit zwischen den Pressemogulen Pulitzer und Hearst immer den Kürzeren ziehen sowie draufzahlen zu müssen. Das kindgerechte Epos bringt das Flair des alten New Yorks mit vollem Period-Piece-Einsatz zur Geltung, gleichsam glatt laufen die typischen Charakterisierungen von hoffnungsvollen Träumern, gehemmten Idealisten, draufgängerischen Brooklyninskis und hinkenden Mitstreitern, die sich gemeinsam auf die Freundschaft einschwören, gegen böse Gangs, ausbeuterische Fettsäcke und einen Herrn Pulitzer (Robert Duvall) auflehnen, wie er derartig antagonistisch wohl selten gezeichnet werden dürfte. Es ist schwer zu sagen, was neben der souveränen Erfüllung der Erwartungen aufgrund dieser Ausgangslage speziell zu erwähnen wäre, aber: die choreographierten Gesangsnummern sind ein Stimmungsheber vor dem Herren, Ann-Margret ist wie immer aufreizend am Start, der „California“-Junge aus „Joystick Heroes“ verarscht die Leute, Bill Pullman ist als aufrechter Reporter Bryan Denton eine große Hilfe und zum Schluss ergeben Katharsis, Einsicht und Einigkeit einen Schlussakkord, der in seiner Herzlichkeit weit mehr rührt, als dass man es vom bisherigen Prozedere erwartet hätte. Geht eben langsam ins Mark, aber ist durchaus eines der sympathischeren Beispiele dieser Woche geworden.


Ohne Scheiß: Es wird eh wieder Zeit für ein bisschen mehr Optimismus, wie mir scheint. Deshalb Vorhang auf für diese interessanten oder gar tollen Werke in der detaillierten Besprechung:




Unter dem Banner der Nikkatsu Corp. findet man seit jeher unzählige Filme des Pinku Eiga, einem Genre, das in seiner Kunstfertigkeit und Selbstverständlichkeit im Spannungsfeld erotischer Machtverhältnisse heute kaum noch als Mainstream denkbar wäre. Nur ein Bruchteil hat es zudem bislang in westliche Gefilde geschafft, weshalb ich mit beinahe schauriger Regelmäßigkeit Werke kennenlerne, deren Qualitäten maßlos unterschätzt scheinen. Tatsumi Kumashiros „Shoujo shofu: kemonomichi“ aka „Path of the Beast“ gehört wiederum zu solchen Erfahrungen und lässt sich dennoch selbst innerhalb der vielen Varianten und Signale an Exploitation nur schwer kategorisieren. In gerade mal 72 Minuten Laufzeit zeichnet er ein Gesamtbild äußerer und innerer Verwüstung, mit Blick auf eine Küstengegend kleinster Menschenmenge, welche ein noch abgekoppelteres Eiland suggeriert, als es Japan ohnehin schon zu sein scheint. Gleichsam sind die Verhältnisse unter Figuren triebgesteuert in der Tristesse verankert, anstatt dass sich der Film auf konventionellem Wege zu Sympathien aufmachen würde - die Verwahrlosung in der Ziellosigkeit greift um und da ziehen die Handlungen schon früh einen Reiz aus den Lücken ihrer Impulse. Auf die körperliche Sehnsucht wird weniger Wert gelegt, als dass die kollektive Isolation hier zum frühen Zerfall eines jungen Mädchens stilisiert wird. Saki (Ayako Yoshimura) sieht sich insofern mit Schlüsselereignissen konfrontiert, die sie als Frau ausnutzen und prägen - ehe ihr Urteilsvermögen überhaupt reif dafür ist, wird sie schwanger und von den möglichen Vätern abwechselnd dazu motiviert, das Kind abzutreiben oder zu behalten, je tiefer die verzerrten Ehrgefühle im männlichen Geschlecht Einfluss zu üben versuchen. Natürlich sind letztere selbst im fortgeschrittenen Alter kein Deut erwachsener, höchstens Symptome eines sozialen Sadismus, den der Film als kritischen Würgegriff vergegenwärtigt. Mit den Mitteln der Demütigung z.B. überredet Sotoo (Mon Muso) sie zum ersten Mal, gleich nach einer Fahrradfahrt zum Strand so energisch deklariert, obgleich er ihr zusätzlich dazu zeigt, wie er Möwen mit Steinen vom Himmel holen kann. Der Beweis der Gewalt erzeugt Angst und Willigkeit, fortan scheint sie den Erwartungen halber wie imprägniert zur Promiskuität gezwungen, die sodann auch vom älteren Schwerenöter Ataru (Yûya Uchida) forciert wird. Das Psychogramm dieser Beziehungen lässt Regisseur Kumashiro nicht vollends transparent, dennoch lässt er einige pointierte Faktoren durch, die an diesem Drama teilhaben: Sakis Mutter Yûko (Minako Mizushima) z.B. lässt sich mit einer Vielzahl von Kerlen ein, damit diese ihre Imbissstände schieben und sie sich nicht permanent abrackern muss.


Zudem reichen Sakis Erinnerungen an den verstorbenen Vater nur bis zu einem einst beobachteten Beischlaf, den sie so idealisiert, dass man den Hang zur Abhängigkeit einigermaßen nachvollziehen kann. Die verstörte Einsamkeit aller in diesem Ambiente behält jedoch überhand, so verzweifelt die Sucht nach dem Beischlaf den Alltag beherrscht, in dem man sich am ehesten dafür begeistern kann, auszurechnen, wie oft im Jahr man theoretisch Sex haben könnte. Dem chancenlosen Ambiente nach bleibt alles andere am Straßenrand, weshalb der Zynismus untereinander greift, am Kreislauf an Demütigungen zu Wunschträumen der Penetration neigt, während einen die psychische Apokalypse schon fortgeschritten im Sand vergräbt, dass die Möwe ebenso immer wieder aufs Neue tot ins Wasser fällt. Die Natur spielt hier gewiss eine große Rolle, um das Gemüt der Figuren zu reflektieren, so unwohl sich Regen und Hitze abwechseln, von außen mit brutalen Wellen knallen und in der Festlandstille ebenbürtig unbarmherzig auf endlose Kargheiten deuten. Da wird die Befriedigung nur schlüssig zur Verzweiflungstat und in der Selbstgefälligkeit der Männer erst recht kein Unterfangen der Treue, wovon sich Saki durchaus einiges an Unmenschlichkeit abschaut und den jeweiligen Herren vom Schwanz des anderen vorschwärmt, in ihrer korrumpierten Naivität zeitgleich jedoch zur chaotischen Drastik des Affekts getrieben wird. Wohlgemerkt bleibt das in diesem Film keine rein weibliche Erscheinung, so wie die ausweglose Ausbeutung der Frau porträtiert wird, die in jener gesellschaftlich geduldeten Form eine Dreiecksbeziehung an Enttäuschungen, Fatalitäten und offenen Ungewissheiten ergibt, in welcher jeder jeden verletzt, aufgeilt und im Endeffekt zur ewigen Maloche verdammt. Im Vergleich zu anderen Genre-Vertretern ist Kumashiro dann auch nicht zur Fleischbeschau angetreten, sondern dem bitteren Gefühl verbunden, das hier als Nebel der Hilflosigkeit herumtreibt. Wenn hier im Intimen geschwiegen wird, ist das verstörender als jeder Schrei, so bedingungslos sich den Bedingungen eines Anderen hingegeben und die Frage nach dem wahren Vater zur erzwungenen Beobachtung angeleitet wird, nachdem man den Konkurrenten gerade noch vom Freitod in den Wellen retten konnte. Die Grausamkeiten der Liebe lassen hier die eigenen Köpfe zuschütten, Messer in Füße einstechen, das Zusammensein als vergängliche Not schlechthin auftreten, bei der Saki sogar noch ihre Mutter annuckelt, um ihrer Empathie Ausdruck zu verleihen. Nicht, dass der Film überakzentuiert oder gar den Pathos eines Sozialpornos aus jenen Eindrücken schöpft, schließlich würde das ja thematische Eindeutigkeiten beinhalten, die in der bewusst losen Dramaturgie eh nicht fruchten sollen, stattdessen vielmehr Ambivalenzen des Selbstbewusstseins und der Bildung an Sehnsüchten ergänzen.




Renny Harlin, seit jeher ein waschechter Harlin Globetrotter, ist mit „Skiptrace“ dieser Tage an einen chinesischen Blockbuster geraten, der womöglich das beste Jackie-Chan-Vehikel seit „Rush Hour 3“ darstellt. Sodann wundert es auch nicht, dass hier vielerlei Bezüge zum Buddy-Cop-Faktor vergangener Erfolge bestehen, sobald sich Chan als Hongkong-Inspektor Benny Chan (!) mit dem unfreiwilligen Partner Connor Watts (Johnny Knoxville) auf Reisen begibt, obwohl er diesen an die Behörden in Macau zu überführen versucht. Das Prozedere gestaltet sich entsprechend simpel im Zeichen jener Prämisse und ist allein deshalb schon eine willkommene Abwechslung zum aktuelleren Chan-Œvre, das sich eher - wie exemplarisch an „Chinese Zodiac“ feststellbar - an konfus wie uninspiriert geballten Blockbuster-Topoi sowie propagandistischen Ideologien abzuarbeiten versteht, anstatt die akrobatische Frechheit seines Hauptdarstellers entsprechend zu würdigen. Auch wenn früher schon in „Police Story“ und Konsorten zur Idealisierung von Milieus, Recht und Ordnung angelegt wurde, ist nun mal der Einfluss regierungskonformer Verharmlosung inklusive obligatorischen Lumpensoundtrack zu spüren und obgleich sich in der Darstellung von Verbrechen, Korruption oder Militär hier mehr Freiheiten als z.B. in „Special ID“ erlaubt werden, kommt durchweg ein Hang zur touristischen Attraktivität zum Vorschein, wie er allmählich auch im globalen Franchise-Apparat zur Gewohnheit geworden ist. Als reines Unterhaltungsstück allerdings vermeidet „Skiptrace“ größtenteils die Falltüren politischen Kalküls und geht im Grunde so unbelastet wie „Shang-High Noon“ und Co. auf das Treffen von Ost und West ein, dessen Typen man schon des Öfteren begegnet ist und daher auch erwartbare Wege des charakterlichn Wandels hervorruft: Chan als ehrgeiziger Bulle, der nie abschalten kann und dennoch kein Chaos auslässt; Knoxville als risikoreifer Hitzkopf und Frauenheld, der ebenso stets in ungesunde Schlamassel gerät. Beide haben ihre Fähigkeiten und Macken, können sich gegenseitig nicht ausstehen und doch nicht ohne einander vorankommen, ehe sie sich die richtigen K.O.-Griffe beibringen. Jackie hängt stur an seinem Job und beschützt seinen Gefangenen zur Pflichterfüllung vor den Bösen, Johnny versucht dauernd zu fliehen und mischt dennoch kräftig im Teamwork mit, wenn die Verfolger das Duo hetzen. Eine klassische Comedy-Routine halt, die anfangs noch deutlich vom verworrenen Krimi-Plot gehemmt wird, in welchem Der Matador, ein geheimnisvoller Boss der Unterwelt, für den Tod von Chans Partner verantwortlich scheint und zudem eine Lady auf dem Gewissen hat, welche dem von der Russenmafia verfolgten Watts in ihren letzten Atemzügen noch ein Handy in die Hand gedrückt hat. Dieses beherbergt brisante Informationen, die im Verlauf durch einige überflüssige Rückblenden aufgeklärt werden, während der Schnitt in der Etablierung seiner selbst auch ebenbürtig unbeholfen auf jene unsäglichen Standbilder zurückgreift, in denen Charakternamen wie Pop-Art aufschreien, während manch Voiceover die Lage zusätzlich einzuordnen versucht.


Überholt, überhastet und überflüssig springt der erste Akt somit über mehrere Standorte und Charaktere, hofft auf den verbindenden Faktor von Chans hübschem Patenkind Samantha (Bingbing Fan) und arbeitet dennoch nur schwer auf eine Involvierung des Zuschauers hin, wenn Harlin fröhlich durch ein Arsenal an Aufwand (inkl. schlechten Computereffekten), Schauplätzen und Gags hüpft. Irgendwann jedoch treffen sich die Parteien endlich zu einem Scharmützel klassischer Chan-Action, das in der Tradition effektiver Eskalation (sowie ihrer Manifestation in einer Matrjoschka) zum Stuntvergnügen einlädt und Kulissen fantasievoll ausreizt, wobei sowohl Chan wieder zu ungefähren Höchstformen auffährt als auch durch Knoxville einen würdigen Mitspieler des Selbsteinsatzes erhält, der im brachial choreographierten Slapstick engagiert einsteckt wie austeilt. Überhaupt fragt man sich (gleich nach „A Dirty Shame“ von letzter Woche), warum Knoxville im Kino der Moderne keine größere Plattform erhält, der risikobereite Entertainer an ihm unterfordert bleibt und dennoch das meiste aus seinen Möglichkeiten zieht, wenn man hier sein Spiel betrachtet, das sogar Harlins mangelhafte Stringenz zu kaschieren versteht. Es legt zudem den Grundstein für ein Abenteuer unter unfreiwilligen Kumpels, welches die Beiden von Sibirien über die Mongolei nach Hongkong zurück führt, wo das Spiel der Rivalitäten à la Cop/Crook zu einer gewitzten Bandbreite an Situationskomiken führt, die vielleicht nicht sonderlich originell ausartet, aber noch die Art enthemmende Laune mit sich bringt, die Chans Old-School-Charme für gewöhnlich aus der Kiste lockt. Bei den Mongolen z.B. entwickelt sich eine musikalische Nummer der Brüderlichkeit im Kreis der Kulturen, wie es anhand derer Märchenhaftigkeit überraschend herzlich ankommt (auf jeden Fall mehrere Ligen über dem abgestandenen Vaterlandsquark von „Little Big Soldier“) - nur ein Aspekt vom Bündel an Unbekümmertheit, das den Film in seiner Mitte so herausstechen lässt. Dennoch wünscht man sich zeitweise, dass Harlin länger in den jeweiligen Lokalitäten verbleiben könnte, so wie sich seine Ressourcen für mehrere Topfilme anbieten dürften sowie erneut klasse kämpfende Ladys miteinbeziehen, aber letzten Endes doch vorantreiben müssen, wie sich der Fall für unsere Zwei aufklärt. Zum Finale hin waltet also wieder das Desinteresse des Konsens-Plots, immerhin mit genügend Kampf- und Jagdsequenzen ausgestattet, bis dann doch noch einigermaßen wahrhaftig (in einer Szene mit Richard Ng) die Kraft der Freundschaft auf die Probe gestellt wird, zu welcher Zukunft man dem Gegenüber verhelfen will, was richtig und falsch ist, wer als wahrer Vater/Liebhaber Samanthas wirken kann („Path of the Beast“ lässt grüßen). Vorbildliche Polizeiarbeit (auch mal über die Regeln hinweg), eine Handvoll Melodramatik sowie ein actionreiches Happy-End schließen die Erwartungen im Standard-Modus ab, doch bis dahin hat der Plot genügend Abstand von sich selbst genommen, um den Spaß an der Chan/Knoxville-Paarung über die Erwartungen hinaus zu erfüllen - was dennoch nicht verschleiert, was für ein Honk-Streifen „Skiptrace“ einfach sein muss.




Mehr Hollywood geht hingegen nicht, wenn man „Fletchers Visionen“ betrachtet, eine jener Kollaborationen zwischen Richard Donner und Mel Gibson, welche sich binnen der 80er und 90er Jahre galant aufeinander verlassen konnten, inmitten der „Lethal Weapon“-Reihe also auch versuchten, ein High-Concept-Genre-Kompendium zum Thema Verschwörungstheorien anzuleiern - daher auch der Originaltitel „Conspiracy Theory“. Knapp 20 Jahre nach Veröffentlichung und Ausbreitung des Internets kann man sich allerdings nur schwer vorstellen, wie man die obsessiven Individuen jenes Phänomens des Misstrauens irgendwie liebenswert gestalten könnte, doch dieser Film versucht sein Bestes, auch aus den verdrehtesten Wirrkopfhandlungen seines Protagonisten etwas Mitreißendes, gar Romantisches zu stilisieren. Mit einem Autor wie Brian Helgeland am Start stellt das nicht mal eine schiere Unmöglichkeit dar, wird in Kombination mit dem Umstand einer Joel-Silver-Produktion zudem entsprechend mit facettenreichen Szenarien angefüllt - doch es kommt so oder so urig an, derartig unbefangen einen Menschenschlag zu inszenieren, der in nicht allzu ferner Zukunft nimmer mit „9/11 was an inside job!“ aufhören und sich hierin sogar bestätigt sehen konnte. Als ob die retroaktive Problematik nicht schon reichhaltig genug wäre, hat man mit Gibson ohnehin einen Darsteller am Ruder, dessen Vater u.a. Holocaust-Leugner ist, obgleich das private Auftreten des Sohnemanns sogar noch präsenter gegen jede Sympathie immun sein zu wollen scheint. Eine bipolare Störung tut da wohl seit jeher ihr Übriges, auf jeden Fall scheint Gibson teilweise nicht allzu fern zu sein von dem Charakter, den er hier verkörpert, weshalb bereits das Intro einer genaueren Betrachtung bedarf. Hier erzählt Taxifahrer Jerry Fletcher (Gibson) seinen Fahrgästen in dynamischer Montage von reichlich variierenden Verschwörungstheorien, die in einem Redeschwall daherkommen, dem keiner etwas entgegenzubringen wagt und dem alle mehr oder weniger gespannt zuzuhören scheinen, was eben auch am geschickten Umgang Jerrys liegt, der seine Manie in pointierter Lockerheit zu verpacken versteht. Das geht so selbstsicher von der Hand, dass es schon früh exemplarisch wird für den eigentlichen Reiz an der Person Gibsons, die als Schauspieler von anspornendem Talent zeugt, in der Ideologie jedoch eine Menge Bullshit verkauft, was auch insofern bekräftigt wird, dass die meisten in jener Montage aufgeführten Gespräche seiner Improvisation geschuldet sind. Spätestens dann kommt man nicht umhin, Fletcher als Abbild Gibsons zu verstehen, an dem sich sodann der paranoide Stalker sowie der keck-urbane Held der Herzen entfaltet. Die intensive Wahrhaftigkeit im Spiel wird also schon ambivalenter Schauwert genug für mehr als zwei Stunden an Laufzeit, doch während der Film daraus Momente schöpft, die zwischen Humor und Psycho pendeln, entwickelt er eben noch einen Plot defensiver Regierungskräfte, die Jerry schnurstracks auf der Spur sind, sobald er quasi per Zufall eine vertuschenswerte Wahrheit in Umlauf bringt, selbst wenn sie nur an die fünf Leute erreicht. Die Gegenmaßnahmen der CIA und deren sinesteren Unterorganisationen muss man in ihrer Auffälligkeit schlicht als naive Fantasie empfinden, so wie der mysteriöse Dr. Jonas (Patrick Stewart) das MKUltra an Jerry manifestieren lässt und zudem Alice Sutton (Julia Roberts, die schönste Frau der Woche), eine Mitarbeiterin des Justizministeriums, hineinzieht. Die ist zuvor schon der Lichtblick Fletchers, welcher sie vom Taxi aus mit Fernglas in ihrer Wohnung beobachtet, via Frankie Vallis „Can't take my eyes off you“ idealisiert und sie auch mit aufbrausender Dringlichkeit mehrmals in ihrer Kanzlei aufsucht, um angehört zu werden und vielleicht noch ein Bild von ihr für seine Wand-Collage an Merkwürdigkeiten zu erhaschen. 


Alles Vorzeichen einer Verbotsverfügung - stattdessen aber baut sich jene pervertierte Ausgangslage daraus kontinuierlich ein Caper auf, wie es weniger auf der Realität als auf der Unwiderstehlichkeit des Hollywood-Baukasten basiert, selbst obwohl Carter Burwells Score durchweg an die ungewissen, inneren Zustände der Coen-Brüder-Filme erinnert. Gut also, dass der Begriff Liebe in diesem Fall distinktiv zum Überbegriff „Geronimo“ umgemünzt wird, der so sehr an die Überhöhung glaubt, dass er auch mehrmals zufällig à la „Nummer 23“ vorkommt. Aber ja, es wirkt schon widersinnig, wie sich Frau Sutton in diese Angelegenheit einmischt, an Fletchers Ängsten eine Wahrheit vermutet und ihm auf jeder Ebene der Flucht behilflich wird, je mehr Signale sich zum Verschwörungsthriller verdichten. Regisseur Donner besitzt angesichts dieser Irrationalitäten jedoch ein gutes Händchen dafür, einen ansprechenden Strom an audiovisueller Gestaltung zu ballen, wenn es um die Vereinigung vieler gegensätzlicher Berührungspunkte und Emotionen geht. Action, Spannung, Gags, Euphorie und Verwirrung, Angst und Zuneigung: Im souveränen 1997-Gewand bleibt sich der Stil stringent treu, sei es durch die Erdung im variabel genutzten Realitätsbezug oder durch die Stroboskop-durchfluteten Ereignisse um Fletcher, der mal mit hochgeklebten Augenlidern sowie im Rollstuhl sitzend Treppen runterstürzt oder ein andern mal mit Kotze im Gesicht durch den Wäscheschacht eines Krankenhauses düst - da ist's nur die Spitze des Eisbergs, wenn er Dr. Jonas die halbe Nase abbeißt. Man merkt, dieser Film ergibt sich seiner bizarren Natur, erst recht, wenn Alice Sutton bei Fletcher zuhause ankommt und die volle Bandbreite seines Paranoiker-Apparats feststellt, bei dem jeder die Flucht ergreifen würde, sie jedoch sogar bleibt, nachdem ihr sich durchweg seine gar posttraumatischen Neurosen offenbart haben. Nicht, dass sie ein völlig willenloser Charakter wäre, der alles ungefragt mitmacht, doch der Film macht es sich letztendlich zu einfach mit ihr - sie übernimmt auch einige seiner Tricks, die gegen die Machenschaften der CIA durchaus von Vorteil sind. Weil diese Konstellation aber ebenso noch nicht genug an Inhalt für den Film ist, versucht Fletcher zudem, sie an ihre Leidenschaft des Pferdereitens zu erinnern, damit sie ihr wahres Glück wieder erwecken solle und er im Sinne des Films nicht vollends wie ein gruseliger Spinner rüber kommt. Neben allen Bestätigungen seiner Theorien wird das auch damit deeskaliert, dass knapp ab der zweiten Hälfte soviel Ernst vorherrscht, anhand dessen man sich gepflegt in der detailliert aufgedeckten Rationalität bisheriger Ereignisse ausruhen darf, ehe ein Showdown feinster Verknüpfungen auf kernige wie kitschige Erwartungen zugleich eingeht. Der Epilog dazu bringt die Verstrahlung schlüssig grenzdebil zum Vorschein, dass es schon wieder was Sympathisches inne hat, wie sich das Verrückte als Realität ausgeben darf, wie soziopathische Zustände in eine Hollywood-Unschuld gebettet werden und wie überhaupt diese ganzen falschen Zutaten (ganz gleich, wie weit man mit Jerrys Theorien übereinstimmt) eine interessante Filmerfahrung ergeben. Einen Freifahrtschein möchte man „Fletchers Visionen“ deswegen wohlgemerkt noch lange nicht austeilen, wenn man die reellen Hintergründe dazu reflektiert, was Milieu und Hauptdarsteller angeht.




Nicht ganz so problematisch kommt Tsui Hark mit seinem „The Master“ daher, einem Jet-Li-Vehikel, das im Originaltitel „Wong Fei Hung '92 Ji Lung Hang Tin Gwong“ wohl sowas wie eine Verbindung zu Li's Charakter historischen Ursprungs in „Once Upon A Time in China“ herstellen will, im Grunde aber wieder eine dieser goldigen Beispiele filmischen Schaffens abgibt, die mit der Action-Sprache Hongkongs Amerika zu entziffern versucht. Natürlich bin ich als hiesiger Zuschauer an sich schon ein Außenstehender, der via Medien auf die USA blicken darf, doch Harks Interpretation der Erwartungen an jene Nation ist nicht minder auffällig wie z.B. jene der israelisch-stämmigen Cannon Group. Das gilt natürlich auch, um im Genre zu bleiben, für John Woos Exkurse im amerikanischen Genrekino, obwohl er sich bis zu einem gewissen Grad an dieses anzupassen verstand. Hark bleibt größtenteils extern, wie er L.A. für seine inszenatorischen Ansprüche aufbereitet, doch manche Charaktere, die angesichts solcher Umstände Stereotypen abgeben müssten, sind trotz Cartoon-Faktor beinahe schon wahrhaftig beobachtete Signale ihres Zeitgeists. Man siehe z.B. den Shootout auf einem Parkplatz, bei dem einige Autofahrer quasi aus Gewohnheit nicht auf die vielen Schusswechsel und Kämpfer um sie herum zu reagieren scheinen. Bei anderen Eindrücken hingegen wird nicht mal unbedingt auf Klischees zurückgegriffen, da Harks Realitätsbezug stattdessen eine Vielzahl an Situationen entwirft, die schlicht in keinerlei Muster passen. Das fängt bereits in der Etablierung an, in welcher Akrobatin Anna (Anne Rickets) einer Rivalin das Bein stellt und deswegen vom Verein ausgeschlossen wird, später jedoch Tak (Wah Yuen) zur Hilfe kommt und dennoch im Verlauf beinahe völlig vom Film vergessen wird. Jener Tak, ein chinesischer Mediziner mit Kampfsporterfahrung und eigener Apotheke auf den Straßen von L.A., der sich eigentlich nicht helfen lassen will, hat währenddessen mächtig Schwierigkeiten mit seinem ehemaligen Schüler Jonny (Jerry Trimble), der - wohl Vokuhila und Business-Suit geschuldet - keinen Respekt mehr vor ihm hat und deshalb alles kaputtmacht, wie er überhaupt jede gegnerische Schule oder derartiges in den Boden stampft. Die simple Motivation des Bösen ist schon der pure Aberwitz, mündet dementsprechend auch in ein Kampfspektakel-Setpiece, an dem soviel kunstvoll zu Bruch geht, wie auch Scherben nicht nur einmal Blut spritzen lassen. Später werden an derselben Stelle auch Polizeiwagen von allen Seiten eingetreten, vorerst aber kommt per Flugzeug Jet (Li) an, den ein Hulk-Hogan-Klon zuerst als Taks Sohn zu identifizieren glaubt, der aber eben auch nur seinen alten Shifu besuchen will. Auf den Weg dahin wird er zunächst von drei Latino-Gangstern (mit tollem Graffiti-Karren) ausgeraubt, die er mit seinen Martial Arts so schwer beeindruckt, dass sie ihn selber als Shifu wissen wollen. Auch wenn das anfangs als Running Gag gedacht ist, wird daraus noch eine gegenseitig bereichernde Freundschaft, so wie Hark dann auch die Integration von Chinesen im urbanen Alltag L.A.'s betrachtet. Interessant ist da schon ein dicker Taxifahrer, der mit einem fehlerhaften Taxameter hadert, weshalb ihn Jet der Wucherei beschuldigen möchte, obgleich der Fahrer die Kosten der Verwirrung wegen von Vornherein auf sich nehmen will. Hier spalten sich schon Erwartungen, gefolgt von der Erkenntnis, dass eine durchweg von Chinesen geleitete Bank für die Pfändung und Schließung von Taks Laden verantwortlich ist, nachdem dieser auf der Flucht vor Jonny bei Anna untergekommen war.


Im Endeffekt lernt Jet auf diesem Wege May (Crystal Kwok) kennen, die von ihrem Boss und Liebhaber Paul (George Cheung) so betrogen wird, dass sie sich wiederum auf Jets Seite schlägt, während der eben versucht, Tak zu finden und den Laden wieder auf Vordermann zu bringen, obwohl sein Touristen-Visum allmählich abläuft und eine rivalisierende Rasta-Gang - vor der er Cito (Rueben Gonzáles), Ruben (Guy Fadollone) und Mouse (Derek Anunciation) verteidigt hat - ihm auf den Fersen ist. Das geht soweit, dass die ihm selbst bei einer regulären Busfahrt auflauert und somit Blei und Blut vom reinen Impuls her auf die Leinwand stürzen lässt, bis hin zu Drive-by-Shootings, bei denen Jet auch Jonny rettet. Der jedoch bleibt stur, ihn und seinen Meister Tak zu vernichten, weshalb Jet seine versammelten Kollegen nun auch ein bisschen in Kung-Fu unterrichtet, was sowohl Harks visuelles Flair als auch manch weitwinkligen Honk-Faktor in sich vereint. Zudem kommt in kleinen Schritten eine gewisse Romanze zwischen Jet und May zustande, die aber entweder darin ausartet, dass sie bei argen Fahrübungen auf dem Highway von der Polizei angehalten werden (ihr Jeep hat übrigens einen Ninja Turtle am Fenster hängen) oder dass Jet einfach gar nicht mitkriegt, dass sie etwas von ihm will. Aber gut, der wundert sich auch, warum es so dunkel ist, wenn er eine Sonnenbrille trägt. Obskures Witzgut und gleichsam irre Action wechseln sich also enorm kurzweilig ab, was angesichts des Ambientes durchaus an einige Werke Godfrey Hos erinnert (siehe „Honor and Glory“), sich aber weit wildere Eskapaden der Ressourcennutzung leistet. Renny Harlin hätte sich also durchaus etwas davon abgucken können, so wie Hark mit choreographischem Überfluss und brachialem Körperkontakt die Parteien gegeneinander antreten lässt, Ip-Man-artige Kämpfe vom Einzelnen gegen Mehrere aufzieht und dabei auf den Synth-Sound der Ära schneidet, den Klimax sodann an die Spitze eines Wolkenkratzers verlagert, wie er sie in der Optik stets ehrfürchtig repräsentiert und seine Charaktere gewiss gerne an deren Höhenkoller abhängen lässt. Mitten drin greift er dann aber auch zur ihn auszeichnenden surrealen Willkür, lässt Jet wie aus dem Nichts erscheinen, wenn ein Haufen Handlanger Tak übermannt, sein Schüler aber aus der Belagerung herausspringt. Auch wenn es dann tiefer in die Eingeweide des Wolkenkratzers geht, Schuhe in Rädern stecken bleiben, weitergekämpft wird und die Scherben wieder ihre Aufwartung machen, bis Jet sie in ihrer noch so tief im Arm steckenden Länge ohne Weiteres herauszieht, kommt man zweifellos ins Zweifeln. Hark versteht es eben, gleichzeitig zu erstaunen, zu erheitern und zu verballern, was seinen Hybrid zur reizvoll enthemmten Sause macht, im selben Atemzug aber auch kraftvolle wie rasante Energien an Kampfsport und Zerstörung ballt. Solch ein Culture Clash kann eben nur perplex in seiner Kohärenz verlaufen, aber neben dieser formalen Unruhe bleibt letzten Endes dann auch noch eine Herzlichkeit untereinander, die zum gegenseitigen Verständnis kommt und neue Horizonte erblickt. Die Ideale des westlichen Kinos, ein Stück weit am Kitsch entlang, hat der treue Tsui Hark eben auch sonst in der Handschrift verankert, doch sein ungehaltenes Temperament macht diesen Blick auf die Facetten von Los Angeles und Amerika insgesamt erst so verrückt, dass man sie fast schon als glaubwürdig im Land unbegrenzter Möglichkeiten empfinden kann.

Sonntag, 3. November 2013

Tipps vom 28.10. - 03.11.2013



THE INSIDER - Michael Mann, was für ein Talent. Aus so einer faktenbasierten und bodenständigen Geschichte, direkt aus den Schlagzeilen, fördert er das Maximum an empfindbarer Furcht hervor und versetzt selbst den unbeteiligsten Zuschauer in eine seelisch-einschlagende Krise. Hält zunächst einen Furchtlosen (Al Pacino) bereit, der dem unsicheren & furchtsamen Familienvater (Russell Crowe) Vertrauen zusichert und ihm hilft, die Wahrheit ans Licht zu bringen, um der Welt die Augen zu öffnen, trotz greulichster Todesdrohungen.

Doch selbst um den Furchtlosen herum versammelt sich soviel juristische Paranoia, dass die Augenöffnung verhindert wird. Und so erleben wir diesen Zusammenbruch an allen kämpfenden Beteiligten so hautnah mit, dass es uns selbst im Innersten erschüttert, auch wenn oder gerade weil Regisseur Mann dieses Mal vollkommen ohne intensive Waffengewalt gegen die menschliche Seele arbeitet (wie z.B. in dem vorangegangenen HEAT), hier vollends auf die inneren Konflikte, theoretischen Gefahren und persönlichen Opfer der allzu realen Figuren eingeht, die ihr Vertrauen in ihre Partner in fataler Gefahr sehen.

Aber wie in beinahe jedem Mann-Werk treten diese Menschen ans offene Meer, sozusagen an die faire Natur heran, um sich über ihr Gewissen klar zu werden und die rettende Insel zu sichten, nach ihr mit allen Kräften zu schwimmen. Und am Ende dieser Reise, infolge eines unterkühlten und bitter abweisenden Tribunal nach dem anderen, schenkt es ihnen durch harte Arbeit und dem letztendlich unerschütterlichen Vertrauen den glorreichen Wiederaufbau der Weltordnung und der Seele, die reinende und gerechte Erfüllung ihrer und somit auch unserer Wunschbilder.

Mann lehrt uns nochmals, in seiner packensten Form, dass nicht die Furcht, sondern nur die Wahrheit, der Ursprung und der Antrieb des menschlichen Gewissens, der ultimative Sieger sein kann - was sich bis zum heutigen Tage, in Zeiten von Snowden und dem immer tiefer gehenden NSA-Abhörskandal, noch immer bewährt hat...'Whistleblowing? Back in my day, we called that journalism!', besagt da ein gewisses Internet-Meme. THE INSIDER ist der filmgewordene Tribut an diesen Gedanken.




BLOW OUT - Erstmals (dank dem Metropolis Kino in Hamburg) von der Leinwand aus gesehen, diese knallige Watergate-Verschwörungs-Reflexion und Ehrerbietung an die Schnitt- und Tontechnik des Kinos als spannendes und genüsslich-schöpferisches Thriller-Werkzeug von Brian De Palma.

Zudem auch recht bezaubernd zu sehen, wie zwischen all den perfiden (Auftrags-)Morden und politischen Intrigen zudem eine süße Romanze zur niedlich-unbedarften Nancy Allen in die Wege geleitet, ein herrlich-chaotisches Exploitation-Filmstudio portraitiert und allgemein eine hohe Geschicklichkeit in Bild- und Tonsprache sowie sympathische Darstellerleistungen an den Tag gelegt werden.

Ein Goldwerk - leichtfüßig, anspannend, methodisch, gefühl- und humorvoll und reißerisch zugleich ♥




LUMIÈRE ET COMPAGNIE - Die Zusammenkunft 40 kontemporärer Filmemacher, die 1995 in Tribut an das 100jährige Bestehen des Kinos der Gebrüder Lumière mehrere Kurzfilme auf dem alten Lumière-Kamerakasten Cinématographe drehten - mit ganz klaren Vorgaben: kein Film darf länger als 52 Sekunden dauern, kein direkt beim Dreh aufgenommer Ton darf verwendet werden, nicht mehr als 3 Takes.

Zwischendurch werden die Filmemacher von Projektleiterin Sarah Moon zu dem Vorhaben und ihrer Philosophie zum Kino befragt, Behind-the-Scenes-Material wird auch en masse beigefügt, um nochmals zu verdeutlichen, was hinter der Filmemacherei wie eh und je so alles steckt. Die Liste der Beteiligten ist dabei lang und bemerkenswert:

Merzak Allouache, Gabriel Axel, Vicente Aranda, Theo Angelopoulos, Bigas Luna, John Boorman, Youssef Chahine, Alain Corneau, Costa-Gavras, Raymond Depardon, Francis Girod, Peter Greenaway, Lasse Hallström, Michael Haneke, Hugh Hudson, Gaston Kaboré, Abbas Kiarostami, Cédric Klapisch, Andrei Konchalovsky, Patrice Leconte, Spike Lee, Claude Lelouch, David Lynch, Ismail Merchant, James Ivory, Claude Miller, Idrissa Ouedraogo, Arthur Penn, Lucian Pintilie, Jacques Rivette, Helma Sanders-Brahms, Jerry Schatzberg, Nadine Trintignant, Fernando Trueba, Liv Ullmann, Yoshishige Yoshida, Jaco Van Dormael, Régis Wargnier, Wim Wenders, Zhang Yimou

Die einzelnen Ergebnisse ihrer Leistungen hier jetzt zu beschreiben oder einzeln zu bewerten wäre hier zwecklos (weil sich sowieso alle von selbst erklären), viel wichtiger ist das Projekt an sich und wie diese Regisseure ihre persönlichen Stile und Visionen an diesen unsterblichen Aufnahmemodus anpassen, ihm dabei, sowie dem Kino und seiner innovativen Ursprünge an sich, mit voller Liebe und Hingabe ein ehrwürdiges Denkmal setzen - eine Zelebration des Triumphs der Fantasie und der Filmkunst.




DER GROSSE SPRUNG - Ich bin 25 Jahre alt und kann auf ein bisher einigermaßen bewegtes Leben zurückblicken - aber was die hier traumhaft-drollige Riefenstahl mit ihren damaligen 25 Jahren für den Film alles geleistet hat (Stichwort: Bergsteigen!), tja, da kann ich ehrlich gesagt nicht mithalten.

Sehnsucht und Bewunderung für dieses (hier noch) komplett unbedarfte und herzliche Landmädel treibt sodann Figuren & Handlung dieser aktions- und temporeichen Slapstick-Komödie aus der Stummfilmzeit hauptsächlich an - erst recht den kurbedürftigen Berliner Millionär Hans Schneeberger, der zu ihr in die Südtiroler Alpen zur Entspannung hingeschickt wird, dabei aber in irrwitzig-akrobatische Abenteuer gerät und sich durch ihre Rettung & ihrer Aura (berechtigterweise) hoffnungslos in sie verknallt.

Doch auch ihr Nachbar aus der Heimat, Luis Trenker, hat ein Auge auf sie geworfen - und so entbrennt ein erbitterter Zweikampf um das Herz der unschuldigen und doch neckischen Maid, bis in die stürmischen Tiefen des selig-flockigen Winters und dem obligatorischen 'großen Skirennen' hinein (das man zudem auch mit filmtechnischen Tricks gewinnen kann - grandioser Moment übrigens :D) - wobei der Berliner Diener Paul einige ausgefuchste, irrwitzige Erfindungen zur Unterstützung hervorzaubert.

Ein wirklich zuckersüßes, mit zahlreichen tollen Ideen und Spielereien gespicktes und hochamüsantes Lustspiel aus einer scheinbar weit, WEIT entfernten Galaxie der ulkigen Glückseligkeit.




LONE STAR - Im Schatten der Vergangenheit bemüht sich die Gegenwart um eine gemächliche Zukunft, doch wie kann diese erreicht werden, wenn das Vergangene - das Werk vorheriger Generationen - jenes Gegenwärtige nochmals unterwandert und aufmischt, da sich die unausgesprochenen Geheimnisse wieder an die Luft wagen und entschlüsselt werden wollen? Denn das letzte Wort ist ganz bestimmt noch nicht gesprochen...und das ist auch gut so.

Eines ist auf jeden Fall sicher: diese investigativen Entschlüsselungen von Sheriff Sam Deeds werden endgültige Konsequenzen für jede mögliche Zukunft mit sich bringen - auch wenn sie nicht unbedingt jeder sehen wird - und schlußendlich die Gerechtigkeit walten lassen, für welche die götzenartige Sheriffslegende, sein Vater Buddy Deeds, im bewundernswerten wie im fragwürdigen Sinne, in der Grenzstadt Frontera stand. Unausweichlich müssen nämlich Grenzen überschritten werden - zur Brüderlichkeit, zum Herzen, vorallem zur Wahrheit.

Ein humanistisches Crime-Epos im interkulturellen Kosmos zwischen Mexico und Texas, dass die jeweiligen Generationen ineinanderfließen lässt, um das soziale Klima wieder ins Gleichgewicht zu bringen, wenn nötig auch mit einer beinahe katholischen Vergebung, in einer schon selbstgerechten, doch herzbetonten Cowboy-Mentalität. Mir scheint übrigens, 'PLACE BEYOND THE PINES' hat hiervon so einiges abgeguckt - ich kann's ihm nicht ganz verübeln, so ergreifend und dennoch bescheiden LONE STAR sich wie ein gut geöltes Uhrenwerk selbst löst.




PORCO ROSSO - 'Werner - das muss kesseln!!!' hat offenbar eine gute Menge hiervon 'geklaut', auch wenn das Schwein dort weder sprechen, noch fliegen konnte ;)

Wie gewohnt bekommt man aber auch hier ein herzliches, süßes und fantasiereiches Abenteuer-Epos von Hayao Miyazaki geliefert, hier im stark fiktionalisierten Rahmen des Italiens zur Zeit des Faschismus. Die Szene mit dem 'Flugzeughimmel/-hölle' war da übrigens mein persönlicher Höhepunkt.

Für meinen persönlichen Geschmack blieb in 'PORCO ROSSO' der großartig-eindringliche Zauber anderer Miyazaki-Kracher etwas auf der Strecke, folgte er doch hier eher einem Eskapismus-Konzept, das weit näher an der revisionistischen Blockbuster-Mentalität eines INDIANA JONES oder ROCKETEER angelehnt ist, als wirklich persönlichen Ambitionen, wie z.B. in 'MEIN NACHBAR TOTORO'.

Und dennoch verspüre ich auch hier reichlich Liebe und Charme durch und durch - das kann sich Studio Ghibli einfach gottseidank nie verkneifen.




THE LORDS OF SALEM - Rob Zombie entdeckt erstmals das Konzept der Kadrierung für sich (landet dabei irgendwo zwischen Stanley Kubrick & Ken Russell) und bleibt im Vergleich zu seinen vorherigen Werken mit diesem seinen klassischen Satanisten-Ulk überraschend bodenständig, bietet zudem eine einigermaßen unaufgeregte und auch ein Stück weit herzliche Charakterzeichnung für seine Hauptprotagonistin Heidi (Sheri Moon Zombie) und ihrem umliegenden Figurengefüge - schneidet seine gewünschte, subtile Gruselaura aber anfangs manchmal etwas kurz, um sich dem eher publikumswirksamen Jumpscares und Blutklatschern zu widmen.

Der Spannungsbogen bleibt sowieso recht gemäßigt und methodisch, um sodann ab und an einige garstige Visionen unter Aufsicht eines einfach zu entziffernden, Symmetrie-fixierten Symbolismus einzuschieben, der nur bedingt den eigentlichen Narrativ über die Auswirkungen und den Umgang mit Drogensucht als Subtext verschleiern kann. Dies nimmt allerdings teilweise dermaßen bizarre und eigensinnige Auswüchse an, dass sich allmählich eine schöne Chemie der Sympathie zwischen Zuschauer und 'Zombie' entwickelt, welcher durchweg echte Hingabe für sein Sujet vermitteln kann und zudem die gewitzt-perfide '3 Hexen'-Dynamik eines 'Die Hexen von Eastwick' wiederbelebt.

Erst recht schön wird es in der Eskalation des delirischen Satanswahns, der sich mehr wie eine körperlich-spirituelle Katharsis anfühlt, als die fucked-up Horrorshow, die er eigentlich darstellt. Echt süß, Rob, wie überraschend warm du deinen okkulten Surrealismus in die Welt gesetzt hast - gerne mehr davon!




DER RE-ANIMATOR - Ja, auch mir gefiel diese Frankensteinvariante von Stuart Gordon, basierend auf der H.P. Lovecraft-Kurzgeschichte gleichen Namens, die an sich schon den ausserordentlichen, perfiden Drang der Wissenschaft nach grenzenerweiternder Körperlichkeit um einige schauerliche Gedankengänge erweiterte - wohl auch voraussah, was für Grausamkeiten skrupellose Perverse wie Todesengel Mengele mit dem menschlichen Körper im Namen der Wissenschaft anstellen würden.

Aus dieser Vorlage entwickeln Gordon und Produzent Brian Yuzna sodann, unter dem Klangteppich eines an PSYCHO-mahnenden Titelthemas, eine irrwitzige, schwarze und kunterbunt-syruprote Komödie um den staubtrockenen, abgeklärten Mad-Scientist Herbert West, der hinter das Geheimnis gekommen ist, wie man Menschen nach dem Tode zum Leben wiedererweckt, wobei diese sich in groteske, attackierende Monstren mit einigen intakten Erinnerungen und Grundmotoriken des vergangenen Lebens verwandeln - allerdings auch die Grundessenz ihrer alten Persönlichkeit ausstrahlen.

Doch auch der Uni-Professor Dr. Hill hält seinen Humanismus für den potenziellen Fame dieser Entdeckung entschieden zurück und missbraucht die neue Unsterblichkeit, derer er selbst Opfer wird - nun ganz offensichtlich als der grässliche Sack auftritt, der er schon vorher im Innern immer war - für persönliche Rachegelüste und sexuelle Begierden. Daraus entwickelt sich sodann eine gewisse Tragödie für das zunächst unbedarfte Liebespaar des Films, Dan und Megan, welches schließlich von der Macht der Verführung verzerrt und auseinandergetrieben, sogar ethisch herausgefordert wird, doch selbst für sie bleibt am Ende eine Aussicht auf Hoffnung - wenn diese auch alles andere als erstrebenswert ist. Aber ihr kennt ja das alte Motto: 'Long live the new flesh.'

Eine recht wilde und brachiale Angelegenheit, dieser heraufschaufelnde und rücksichtslos-zynische Vorstoß ins Totenreich - in seinem innerlichen (Figuren-)Konstrukt schnörkellos und behutsam, sogar anfangs bieder und um Vernunft buhlend aufgebaut, in seinen eruptiven Körperexperimenten dann allerdings so knallig und anarchisch, dass es der pure Wahnsinn ist. Nicht nur für Halloween eine feine Horrorgrotesken-Kost, da freue ich mich doch mal auf die Fortsetzungen!




BRIDE OF RE-ANIMATOR - Brian Yuzna steht hier seinem Vorgänger stilistisch in fast nichts nach, folgt sogar beinahe den selben Plotbeats, denkt allerdings das perfide Experimentieren mit menschlicher Körperlich- und Sterblichkeit konsequent sowie schnörkellos weiter und ergänzt die morbide Schlachtpallette um einige effektive, scheußliche Dimensionen - trotz verhalten-dusseligen Score, welcher leider manchen Situationen die nötige Subtilität und Ernsthaftigkeit raubt, im Grunde allerdings bewusst dazu dient, den Schrecken etwas zu entwaffnen.

Der schwarze Humor ist ja tatsächlich noch immer grundlegend präsent, allerdings nehmen die versifften, grausamen Horror-Abstrusitäten amoralischer Forschungsrücksichtslosigkeit zusammen mit dem weitaus schäbigeren Ambiente und Figurengefüge, im Sinne von 'more bang for the buck', eine durchaus erdrückendere und nihilistischere Aura ein (man bemerke, wieviel skrupelloser West inzwischen geworden ist), die das Original noch nicht komplett ausspielte.

Jene Aura kommt auch davon, dass das unaufhaltbare Sterben hier allgegenwärtiger den Ton bestimmt, die neue Körperlichkeit im Vergleich zum ersten Teil noch weniger als potenziell-positive Lebensoption behandelt wird und somit die wissenschaftliche Verblendung eben als solche sofort von jeder Rationalität, meist lediglich anhand kritischer und effektiver Bilder, konsequent entkräftet wird. Ähnlich verhielt es sich auch später in Yuzna's durchgehend dystopischen Beitrag zur Zombie-Comedy-Reihe 'RETURN OF THE LIVING DEAD'.

Lediglich zum Ende hin steigert sich der Film hier wieder in eine Cartoonhaftigkeit hinein, die dem Witz des Originalfilms eher gerecht würden dürfte, im Gesamtkontext dieses Teils allerdings doch nicht ganz stimmig, eher entkräftend und ernüchternd wirkt - was aber nicht heißt, dass dieses Ende 'falsch' für die Story und die Charaktere wäre. Lediglich die Stimmung überschreitet hier ihre bis dahin ordentlich aufgebaute Glaubwürdigkeit, behandelt die dort stattfindende Entwicklung eher irrwitzig (Stichwort: Fledermaus-Kopf) und hätte stattdessen in eine weit tragischere Richtung schlagen müssen.

Dennoch eine durchaus gelungene und finstere Fortsetzung zum Stuart-Gordon-Genreliebling, die noch tiefer und kritischer in dessen ungeschönt-grässliche Ansätze des verzerrten Mad-Scientist-Ethos vordringt.




JACKASS: BAD GRANDPA - Knoxville, Tremaine und Crew weben erstmals einen recht losen Narrativ um ihre krassen Streiche öffentlicher Erregung, lassen den verdorbenen Opa einen wilden, formelhaften Roadtrip (inkl. klassischer, zweckloser Rückblende) mit seinem frechmäuligen, stets-entspannten Bengel-Enkel erleben und liefern dabei einen genüsslichen Querschnitt durch die amerikanische Bevölkerung, ob high class oder low class - hier wird jeder mit den absurden Slapstick-Sketchen, platt-obszönen Anmachen vom Make-Up-Opa und Verarschungsmanövern des dynamischen Duos konfrontiert.

Dabei entwicklet sich aus der gelungenen Chemie des Gespanns das anarchische, gewitzt-blödelige Herz dieses unhaltbar platten und höchst unterhaltsamen Films, gerade weil teilweise die ältesten Vaudeville-Taktiken in die Öffentlichkeit hineingetragen werden, was teilweise hysterisches Entsetzen der aberwitzigsten Sorte hervorruft und dennoch sympathisch-gemütliche Bodenständigkeit ausstrahlt. Wer sich hier bewusst reinwagt, wird garantiert nicht enttäuscht!





A SNAKE OF JUNE - Japanern sagt man nach (und lassen sich darin öfters in der Popkultur bestätigen), dass sie einerseits voller Scham mit ihrer Sexualität umgehen, diese aber dennoch in abstruseste, offenherzliche Bahnen leiten. Diese Mentalitäten treffen in A SNAKE OF JUNE aufeinander, um der verhalten-unsicheren Hauptprotagonistin Rinko, Mitarbeiterin einer Hilfs-Hotline, zu ihrer sexuellen Selbstfindung zu verhelfen, selbst mit durchaus perversen, psychopathischen Anleitungen eines mysteriösen Stalkers, dem sie zunächst widerwillig gegenübersteht, aber schließlich mit steigender Obsession folgeleistet.

Unterstützend für diesen Sinneswandel wirken auch die stetige, schwüle Feuchtigkeit ihrer bewachsenen Umgebung und der prasselnde, in Strömen fließende Regen, der die Grenzen zwischen Menschen und erdrückenden Stadtbeton aufweicht, die sehnsuchtsvollen Seelen preisgibt und mit seiner Transparenz beinahe metaphysisch zusammenführt. Dem Ehemann Rinko's hingegen wird vorgeführt, wie weit die Perversion inzwischen voangekommen ist, trifft sogar jenen Stalker, der selbst daran zu scheitern droht, seine Mission für Rinko allerdings nie aus den Augen verliert - in die sich ihr Ehemann sodann keinesfalls konfrontierend, sondern ebenso voyeuristisch hineinverliert.

Shinya Tsukamoto sucht nach einem Gleichgewicht der sexuellen Wahrnehmung in Japan's Gesellschaft, dass sich schließlich im ewigwährenden, hitzigen Regen findet, wo immer wieder neue Mutanten, Fetische und Auswüchse der Körperlichkeit im sozialen Gefüge heranwachsen. Sowie auch der Krebs in Rinko's Brust, gegen die der Ehemann allerdings offenbar nichts zu tun vermag, wodurch sich ihm der Stalker gewaltsam ins Gewissen redet. Er sieht es ein und so treffen sich seine und ihre Seele nochmals bzw. erstmals in seliger Harmonie, endlich ausserhalb des strömenden Regenfalls, ganz intim und voller Hingabe. Schöne Lösung, wie direkt von 'Shōnen Bat' herbeigeführt.




HACK-O-LANTERN - Der ist nun vielleicht nicht besonders fantastisch oder überhaupt phantastisch, aber immerhin ein schön unschuldig-sleaziges, schnell-heruntergekurbeltes und quirlig-buntes 80's-Okkultfamilien-Slasherkleinod für den Videomarkt. Spielt dabei im Dosen-mit-der-Stirn-zerdrückenden Hinterwald-Americana, mit einem schmierig-hillbilligen, lüstern-knurrenden Opa als Satanisten-Oberhaupt und seinen 3 grundverschiedenen, allerdings dysfunktionalen Enkeln. Und das ist nur der Gipfel der Verrücktheiten!

Selbst ein offensichtlicher, unterdurchschnittlicher Stand-Up-Comedian wurde für eine Art Showcase seines Halloween-themenbezogenen Programms bei der obligatorischen Teen-Kostümparty am Ende eingesetzt (wo u.a. ein Cowboy mit einer Konkubine japanisch paliert). Und wenn das nicht reicht, besitzt der Film zudem eines der krachigsten White-Trash-Metalstücke des Genres, direkt aus den Gehörgängen des aufgepumpt-soziopathischen, 'vom Teufel besessenen' Arschloch-Enkels Tommy (der dazu eine Traumsequenz geliefert bekommt, wo ihn sogar ein Teufelsweib mit zahlreichen Armen, ähnlich Vishnu, verführt - man merkt nochmals: Regisseur Jag Mundhra und seine Produzenten sind indischen Ursprungs):



Ich denke, der Track vermittelt und suggeriert schon viel mehr in Sachen Inhalt und Stimmung, als meine Worte auf die Schnelle hierfür ausdrücken können. Na gut, ich erwähne wohl besser noch die rohen Mengen an Full-Frontal-Nudity, damit auch der letzte Leser diese kleine Genrespielerei ausfindig macht. Aber jetzt mal im Ernst, 'HACK-O-LANTERN' ist ein wirklich sympathischer und gewitzter Whodunit-Dussel von Film, der nur allzu gerne in die Abstrusitäten seiner Enstehungs-Ära abdriftet.

Und weil ich nichts besonders Schönes unerwähnt lassen will, arbeitet der Film zudem auf diskrete, leicht zynische, aber doch herzliche Weise (die ich hier nicht verraten will) darauf hin, dass der Arschloch-Tommy sich letztenendes doch wieder mit seiner verbitterten und um seine Liebe ringende Mutter versöhnt, die ihn seit seinen Kindheitsjahren an seinen dreckig-verschmitzten Satans-Opa verloren sah.

Schön!




MONEYBALL - Baseball interessiert mich einen Scheißdreck und typische Underdog-Stories hat man schon zu genüge gesichtet.

Aber 'Moneyball' gestaltet seine fast schon dokumentarisch-methodisch dargelegte Mastermind-Geschichte so stilsicher, gediegen und taktisch-effizient (siehe auch den pragmatischen Soundtrack-Anteil zwischen Wehmut und cleverer Offenbarung), mit pointierten Einsätzen von natürlichem Witz und glaubwürdigen Darstellerleistungen, dass man die knapp 130 Minuten Laufzeit um den Triumph des Vertrauens mit durchgehender, cinephiler Hingabe genießen kann.

Dabei macht sich aber auch eine undramatische Kälte fortwährend bemerkbar, da eine Menge tiefgreifender Emotionen lediglich suggeriert wird und sich meistens im passiv-aggressiven Kaputtmachen von Büromaterial ausdrückt, während die verschiedenen Teamplayer nicht viel Raum zur Entwicklung bekommen, mehr als austauschbare Zahnräder im Gesamtkomplex zu sein. Das ist aber eigentlich nicht weiter schlimm, weil der Film ja ganz klar seinen narrativen Fokus darauf legt, dass Brad Pitt's Billy Beane es allen nochmal zeigen und sich beweisen kann.

Im Endeffekt lernt man dabei als erfahrener Zuschauer zwar nicht viel Neues hinzu, darf aber die wohl meisterlichste und bodenständigste Umsetzung des kinotauglichen Sujets erleben. Eben der altbekannte Aaron Sorkin-Deal, bei so einem Drehbuch. Aber erst in den letzten Momenten des Films, mit dem mahnenden Song seiner Tochter in den Ohren, erkennt Pitt dass er seine Zeit mit seinem Job lieber genießen soll, statt ihn allzu sehr zu verkopfen - das hätte der Film selber auch irgendwo gebraucht, finde ich.




BURIED ALIVE - Wer hätte das gedacht, vor dem Publikumsliebling 'DIE VERURTEILTEN' inszenierte Frank Darabont diesen perfiden und zynisch-schwarzhumorigen Genrefilm, einen astreinen und konzentrierten Crime-Thriller, als Langfilmdebüt fürs Fernsehen.

Stadtmädel und kaltschnäuzig-zickige Femme Fatale Jennifer Jason Leigh hat die Nase voll vom langweiligen Leben im Hillbilly-County mit ihrem Beau Tim Thomersen, der ab und an mal gerne mit dem Sheriff angeln geht - unterhält währenddessen lieber eine Affäre mit dem Mogul-Doktor William Atherton (wer's glaubt), der sie überredet ihren Mann mit dem einzig giftigen Extrakt eines japanischen Fisches, den sie vorher gegessen haben, umzubringen (erinnert sich da sonst noch jemand an die Simpsons-Folge 'Die 24-Stunden-Frist'?).

Doch wie sich herausstellt, war das Gift wohl nicht genug und so schlägt der Gatte aus dem maroden Grab gegen seine nihilistisch-verschmitzte Frau und deren Liebhaber zurück! Diese Wiederauferstehung geschieht zudem unter einem comichaft-reißerischen Gewitter, wie direkt aus einem klassischen Gruselstreifen, schön vermischt mit der eklig dreckigen Modder der Graberde, die den Ausstieg aus dem ranzigen Inferno nochmals unterstreicht, während der Synth-Soundtrack peitschend in die Nacht hineinpumpt.

Er zieht sich zunächst in den Keller seines Hauses zurück, greift dann aber auch zu seinem alten Gewehr, um sich an seiner Frau zu rächen, die zudem das von ihm selbst aufgebaute Haus sowie sein Geschäft verkaufen will UND sein Baby durch Atherton nur allzu gerne abtreiben ließ. Er entschließt sich jedoch, seine Rache deswegen noch etwas extravaganter zu gestalten und so beginnt er einen psychischen Terror an seinen konspirativen Mördern, der sich gewaschen hat.

Da löst er zunächst seine Fingerabdrücke mit Säure ab, während sie kichernd die Summen der Versicherungpolis nachzählt. Doch schon bald kriegt sie nur allzu deutlich mit, dass jemand ins Haus eingedrungen ist - sie kann nicht einmal ihren Liebesarzt erreichen, der sowieso bei ihr vorbeischaut, um sie wegen ihres Geldes mit dem selben Gift loszuwerden, und so entfalten sich an Beiden bereits die erste Phasen des sadistischen Racheplans. Jetzt sind sie nämlich dran, unter dem verbarrikadierten Mauern des Hauses, lebendig begraben zu sein - und sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen.

Krasser, augenzwinkernder Stoff.




BODY SNATCHERS - Die Angst vor dem Militärfaschismus nach dem 1. Golfkrieg und dem eskalierenden Rassismus nach Rodney King - recht effektiv von Abel Ferrara umgesetzt, der den altbekannten Invasorenschrecken an den kleinsten, gemeinsamen Nenner des kleinstädtischen Amerikas versetzt und ihn in der organisierten Macht des stets allgegenwärtigen und nun bestialisch-um-sich-packenden Armeestützpunktes erblühen lässt.

Ein unterkühltes und bitteres Schreckensszenario durch und durch, noch immer einigermaßen 'close to home', gibt aber im Vergleich zu den Vorgängervefilmungen leider auch rein gar nichts Neues hinzu und bleibt inhaltlich wie auch gestalterisch etwas zu 'behutsam' (und in den letzten Minuten auch etwas zu peinlich platt), auch wenn der Score einige recht dramatische Höhen trifft - das Figurengefüge allerdings eher austauschbarer (tihihi) Natur ist.

P.S.: Wie konnte so ein komplett unfertiger Spezialeffekt in einem Mainstreamfilm unbeachtet unterkommen - vorallem auch noch im Finale (*SPOILER*)?


Der Junge hat auf einmal keinen Unterkörper mehr (ausser natürlich im nächsten Greenscreen-Shot, da ist er wieder da)!




HIDEAWAY - Nach einer wirklich stimmungsvoll inszenierten und fotografierten Eröffnungssequenz (über die Gestaltung des Restfilms kann man durchaus streiten) wurde mir aber schlagartig klar, dass Brett 'Rasenmäher-Mann' Leonard hier am Ruder saß. Schließlich lässt er den Doppelmord/Selbstmord des Satanisten nicht nur geschehen, sondern begleitet dessen verdammte Seele ins effektreiche Jenseits mit CGI-Tunneln, wie direkt aus Leonard's vorherigen Virtual-Reality-Thrillern.

Jene Sequenz wird im Verlauf des Films sodann öfters variiert. Und auch wenn die eingebetteten Gesichter der reisenden Seelen allesamt zum Kichern anregen, interessierte mich diese bizarre und abstrakte Darstellung des Totenreiches am meisten am ganzen Film. Das restliche Geschehen, basierend auf einem Gruselroman von Dean R. Koontz (der immerhin noch die Vorlage für DES TEUFELS SAAT vorweisen kann), ist da weit weniger packend oder inspiriert - schmeißt im Verlauf immer mehr potenzielle Glaubwürdigkeit & Motivation ungeschickt und unfreiwillig komisch-unnatürlich aus dem Fenster, bis nichts mehr übrig ist.

Ein Glück also, dass sich tatsächlich Jeff Goldblum bekloppt-teilnahmslos durch die Hauptrolle langweilen und die ein oder andere, verwundert-doofe Fresse ziehen darf - was den Spezialitäten-Bonus des allmählich recht bissfreien und durchweg-dusseligen Films um einige Punkte nach oben drückt. Dazu gesellen sich dann auch noch einige recht schäbig gestaltete Club- und Mordszenen, die von der Beleuchtung & Wirkung her einem SEGA-CD-FMV ähneln.

Aber hey, immerhin steigert sich 'DAS VERSTECKSPIEL' im Verlauf immer mehr in forciert-hingeschissene Dialoge, unfassbar plakativ-hölzerne Regie-'Einfälle' und irrsinnigste Wendungen, dass er zum unübersehbar-knalligen, durcheinandergewürfelten Quatsch mutiert (DAS FINALE!!!). Fast zeitgleich erschien übrigens Leonard's, in meinen Augen, bester Film 'VIRTUOSITY'. Dieser Streifen hier jedoch wird wohl eher ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass er danach erstmal 10 Jahre lang keinen Spielfilm mehr in die Welt setzte. Nach dieser Pause förderte er aber auch u.a. 'HIGHLANDER - DIE QUELLE DER UNSTERBLICHKEIT' (2007) zu Tage, also bezweifle ich, dass er irgendetwas aus diesem Unding von Film hier gelernt hat. Heiliger Bim-Bam!




PHANTOMS - LOOOOUUUDDDD NOOOOIIIIIIISSSSEESSSSS!!!!

Wann sonst erlebt man mal, wenn nicht in PHANTOMS, das Äquivalent eines unbeholfenen Kindergeburtstag-Gruselspaß-Heimvideos (man bemerke den noch jungen, wunderbar-vorlauten Ben Affleck als Kleinstadt-Sheriff mit einem viel zu großen Hut) auf Mainstream-Größe und im ungünstigen TV-Look - dessen überhastete Story scheinbar erst während des offenbar spaßigen Drehs ausgedacht wurde?

Ich spreche da aus Erfahrung, habe mich damals selber oft genug an solche Sachen versucht, wenn auch nicht auf dem selben Budget wie hier. Doch die einst im Kinderzimmer entfalteten, scheinbar willkürlich gewählten Zutaten & Zitate, basierend auf einer rudimentären 'In den Filmen machen die das immer so'-Genrekompetenz, sind in Joe Chappelle's Arbeit eindeutig die selben - wobei er vorallem auf JUMPSCARES zurückgreift.

Und ja, ich weiß, dass PHANTOMS auf einem Roman von Dean Koontz basiert, aber nach HIDEAWAY bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es überhaupt möglich ist, irgendeines seiner Werke ordentlich umzusetzen oder ob man sich als Regel bei der Adaption einfach stets für das unfähigste Team entscheidet.

Immerhin macht der Film ab der Hälfte dann einigen irrwitzigen Boden gut, lehnt sich an Genre-Lieblinge wie Carpenter's THING, Chuck Russell's BLOB, INDEPENDENCE DAY, BODY SNATCHERS, TERMINATOR oder auch eine beliebige Stephen-King-Template mit religiösen Anspielungen an. Furchterregend wird's dabei zu keinem Zeitpunkt, wie so oft bei einer DIMENSION FILMS-Produktion liegt das Augenmerk auf Spaß für die jugendliche Zielgruppe - und den liefert PHANTOMS durchaus, wenn auch ab und an unfreiwilligen (das CGI!).

Vom Unterhaltungsfaktor her bekommt man also durchaus beständig was geboten - die formale Gestaltung, allen voran was Glaubwürdigkeit und Schauspielerführung betrifft, lässt aber insgesamt ziemlich zu wünschen übrig, fährt gerade so einigermaßen zweckmäßig auf platten Reifen durch die endlose Straße des Horrorquatsches und findet seine finale Einfahrt zumindest auf einem recht niedlich-perfiden Schlussgag.