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Sonntag, 3. April 2016

Tipps vom 28.03. - 03.04.2016

Neue Woche, neues Glück. Richtung April war die Ausbeute in dem Sinne vielleicht nicht ganz so beachtlich, mal abgesehen von den Kinobesuchen, zu denen demnächst noch Texte folgen werden (es handelt sich um „The Whispering Star“ und „Wild“, soviel schon mal als Vorschau), doch über manche will ich trotzdem das ein oder andere Wort verlieren. Vorerst aber möchte ich auf meine Hauptarbeit der Woche hinweisen, in welche ich rund 9500 Wörter/13-DIN-A4-Seiten investiert und dank praktischer Aufnahmetechnik ins Audiowiedergabeformat gewandelt habe. Es handelt sich dabei um eine hoffentlich unterhaltsame Batman-gegen-Superman-Geschichte, bei der ich mir so einiges an Spaß mit etablierten Charakteren erlaubt habe - Dramatische Vorlesung meinerseits und schnieke Musikuntermalung inklusive. Wer 70 Minuten Zeit hat und/oder was zum Nebenbeihören braucht, kann sich also gerne mit der DC-Show begnügen - ich bin stets gespannt, wie es ankommt.


Zurück vom kreativen Schreiben lässt sich sodann erneut feststellen, dass ich nicht sehr oft aus dem Haus gehe. Zumindest am Freitag ging es wieder in die Bücherhalle und dort habe ich mir erneut zehn Filme ausgeliehen, die in den nächsten Wochen bestimmt an dieser Stelle Erwähnung finden. Gute Freunde, Milchkaffee und Bockwurst mit Brot und Senf waren ebenso zugegen. Vom Start der Woche aus hinüber zum Wochenende lassen sich aber noch über folgende Filme berichten:

 
„Contaminator - Die Mordmaschine aus der Zukunft“ habe ich mir nicht zum ersten Mal einverleibt, doch im Bruno-Mattei-Gesamtwerk hat das in einer Bierbrauerei und ab und an in Venedig gedrehte „Aliens“-Plagiat arge Probleme, einen einvernehmenden Ansporn im Zuschauer zu mobilisieren, so blass sich das Handlungsprozedere durch kaum auseinanderhaltbare Korridore läuft; mit Schablonencharakteren auch nicht mehr macht, als die videotaugliche Action hergibt. Löbliche Ausnahmen sind da ein blonder Surfer-Hühne im Soldatenformat mit Hoschi-Sprüchen sowie die Präsenz von urigen Ungeheuern, die in einem Luigi-Cozzi-Film zur Hauptattraktion erhoben worden wären. Stattdessen bleiben sie vom Narrativ her trotz Bedrohungsfaktor derartig lose im Raum zwischen den Anspielungen auf kaum variierte Vorbilder hängen, dass schließlich noch ein Terminator auftaucht und es bei aller wunderlicher Idiosynkrasie dennoch ebenso schwer hat, in der beliebigen Bilder- & Handlungssuppe hervorzustechen. Eben ein Low-Budget-Abenteuer, das sich aufs Äußerste in seiner Action streckt, ohne eine halbwegs fordernde Grundlage zur Involvierung bereitzustellen. Enttäuschend, selbst für die gewohnten Verhältnisse italienischen Trivialkinos. Lediglich die halbgare Öko-Message weist noch auf die altbekannt tollen Intentionen von Drehbuchautor Claudio Fragasso hin, doch Saft und Kraft sind ihm hier deutlich entglitten.


Etwas besser gestaltete sich sodann das Doppelpacket an Unterwasser-Horror-Thrillern aus dem Jahre 1989, die durchaus im Fahrwasser von „The Abyss“ (ebenso von James Cameron) erschienen. „Leviathan“ und „Deep Star Six“ sind dabei relativ ähnlich geraten und beidesamt Musterbeispiele für sorgfältig konventionelle Drehbucharbeit, besonders inwiefern die jeweiligen Ensembles mit möglichst natürlichen Alltagspersönlichkeiten gezeichnet werden und Motivationen/Zukunftsaussichten im Kontext ihrer Lage darlegen. Beide Filme besitzen auch so ziemlich denselben Schlusspunkt, hinein in die Liebe und weg vom infernalischen Zwang des Kapitalismus, wie dieser binnen der Reagan-Ära Humanes sowie Ethisches gegen Profitabilität einzutauschen versuchte. „Leviathan“ ist da expliziter in seinen Mechanismen der corporate identity verankert sowie in einer aus „Alien“ und „Das Ding aus einer anderen Welt“ zusammengebastelten Plattform an Filmerfahrung. Sean S. Cunninghams „Deep Star Six“ hat in seiner Vermittlung des Creature-Horrors sodann weniger Lust auf die Darlegung direkter Inspirationsquellen und entwirft eher die Spannung einer unbekannten Katastrophe, die sich zudem eher in den menschlichen Konflikten an Bord widerspiegelt, bei denen das Rücksichtslose mit seinen Impulsen des Vorstoßens immer größere Spalten schürft. Fehlgeleiteter Ehrgeiz bestimmt hier die interne Auseinandersetzung, bei „Leviathan“ wäre man hingegen mit der Rückkehr nach oben schon allgemein zufrieden, doch ein Bündel an schleimig heimtückischen Sci-Fi-Transformationen gilt es als Herausforderung oder eben als Ersatz für Charakterentwicklungen zu bezwingen. Das Misstrauen eines „The Thing“ hält sich da z.B. in Grenzen, eher wirkt ein Troubleshooting unter Kollegen nach, wie es als Gleichnis des Arbeitsalltags unter reißerischem Imperialismus nur allzu eindeutig auf den kleinen Mann im Zuschauersessel zukommen will. Jener Film von George Pan Cosmatos wie auch „Deep Star Six“ kriegen gemessen an ihrem konzentrierten Ensemble aber im Verlauf nicht genügend Luft, um sich abseits ihrer schemenhaften Drehbücher zu bewähren, so wenig auch der Terror des Ausweglosen vom Gefühl her akzentuiert wird, stattdessen ein High-Concept zur Erfüllung seiner selbst im Vordergrund steht. Es bleiben gefällige Abenteuer, welche ihre 90 Minuten praktisch durchhalten, in der Theorie allerdings auch zu lange im Kalkulierbaren herumtreiben, ehe die bekannten Muster vom Wer-stirbt-als-nächstes am Meeresspiegel hochsteigen.


Weiter in ähnlichen Genre-Gefilden geht es wieder zurück nach Italien, diesmal zu „Alien - Die Saat des Grauens kehrt zurück“, der sich nicht entschiedener als Rip-Off ausgeben könnte. Seine archaische Umsetzung birgt aber noch einige interessante Beobachtungen, die bei einem „Contaminator“ binnen gelangweilter Optiken verlaufen wären. Dabei scheint das Budget hier noch kleiner ausstaffiert zu sein, so wie sich Cast und Crew zunächst an Astronauten-Archivmaterial orientieren, bald jedoch garantiert ohne Drehgenehmigungen Los Angeles einnehmen, also als Mini-Filmapparat im Geheimen mitten drin ein Figurennetz aufspannen. Jenes besticht nicht unbedingt durch dramaturgische Spitzen und Tiefen, eher aber besitzt das Grüppchen an Höhlenforschern eine kollegiale Leichtfüßigkeit, in die man sich als Zuschauer ebenso gerne hinein verliert, sobald der Roadtrip in die herzliche Belanglosigkeit sowie zu den netten Bekanntschaften unterwegs begibt, die von der Inszenierung gleichsam schludrig abseits von Deutungsabsichten wirken. Einige Aspekte kündigen dabei aber schon die kommende Spannung an, obgleich die plumpe Handhabung ebenso mit einer drolligen Grundnaivität arbeitet, die mit ihren blutigen Schocks und Mysterien vor allem als jugendliches Gemüt Vergnügen bereitet. Protagonistin Thelma (Belinda Mayne) zum Beispiel wird von Visionen und telepathischen Fähigkeiten geplagt, der spärliche Einsatz dessen bringt sie aber nur bedingt weiter, auch im späteren Kampf gegen die außerirdische Bedrohung, während sie im Rahmen der Exploitation auch nackt im Zelt schlafen darf. Zur Ripley gerät sie da nicht, doch nach dem lässigen Arsenal an Zeitkolorit und Hörspiel-artigen Hau-Drauf-Dialogen im Berliner Format erhöht sich das Kinematische am Film durchaus im Betreten der Tropfsteinhöhlen, in deren Dunkelheit die Lichter unserer Recken wie Sterne fallen und Ridley Scotts Version vom unbekannten Terrain effektiv emulieren. Ganz langsam geht es sodann auf die zentralen Gore-Effekte des außerirdischen Grauens zu und tatsächlich wird da auch schon auf eine Körperübernahme mit brachialen Entlarvungen hingearbeitet, wie sie John Carpenter einige Jahre später mit dem „Thing“ perfektionierte. In den Gängen dazwischen bietet sich hingegen reichlich Leerlauf an, der sich offensichtlich auf legitime Spielfilmlänge quält, ehe einen seine Pointen des Schreckens wieder mit hervorspringenden Effekten abholen. Deren direkt in die Kamera fliegenden Charakter sowie die Perspektiven in finstere wie obskure Steinformationen hinein könnten sich dabei auch als 3D-Variante mausern, in etwa wie Werner Herzogs „Höhle der vergessenen Träume“. Abseits dessen ist die Suggestion auswegloser Leere darin gar nicht mal abzustreiten, insbesondere sobald Thelma in den finalen Minuten noch durch ein menschenleeres L.A. läuft, obgleich die Drehumstände frühmorgendlicher Aufnahmen kein großes Geheimnis um die Erzielung dieses Effekts machen. Ciro Ippolitos & Biagio Proiettis Film ist eben ein Werk der Sparsamkeit, der Score von Guido und Maurizio de Angelis spiegelt das Minimale ebenso wieder, und das macht das Gesamtprodukt sympathisch, inwiefern es sich allzu locker mit Potenzial und Inhalten durchschlägt. Einiges an Aufwand, insbesondere in den Effekten, ist da durchaus vorhanden, doch im Grunde macht es aufstrebenden Filmemachern Mut, mit wenigen Ressourcen ein schlichtes Werk auf die Beine stellen zu können, obgleich es mit ein wenig mehr Sorgfalt schönen Boden für Charakterwerte und Einfälle binnen des Gewöhnlichen aufbieten könnte. Kein Brecher unter den Rip-Offs, aber noch lange kein Brechmittel, so naiv das Werk durch simpel definierte Selbstverständlichkeiten wandert.


Den Kurzbericht dieser Woche möchte ich dann auch mit einem weiteren Vertreter des italienischen Films abschließen, ebenso meine Einführung in die streitbaren Leistungen von Regisseur Mario Siciliano, dessen „Der Tag des Söldners“ in den letzten Tagen binnen Schnittberichte.com die Runde machte und zudem die Rede davon war, dass sich seine vorangegangen Filme durchaus an Räudigkeit ergänzen. Obgleich ich eigentlich mit „Häutet sie lebend - Unternehmen Wildgänse“ einsteigen wollte, kam ich zunächst nur an „Stacco“ von 1977 ran, der als asozialer Reißer aber schon einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Lee van Cleef ist darin der Protagonist eines zynischen Weltbilds, innerhalb dessen er nach wenigen Minuten schon von seiner Herzensdame verraten wird und einem missglückten Rennbahnüberfall zufolge einige Jahre lang im Knast einsitzen muss. Daraufhin wird er jedoch von einem Hippie-artigen Mafia-Boss beauftragt, weiter zu töten, was Regisseur Siciliano in ausgesprochen deftiger Montage schon so zeigt, dass Van Cleef mit seinem Scharfschützengewehr und Stelvio Ciprianis Grooves jemanden abknallt, woraufhin ein Flugzeug hochfliegt/landet und sich jene Wiederholungen der Prozedur für den Zuschauer an beiden Händen abzählen lassen. Der letzte Auftrag gilt jedoch einem von Van Cleefs alten Freunden und da lässt er von ab, weil ein Altherren-Ehrgefühl äußerst männlicher Schule noch in seinem Nihilismus vergangener Jahre überlebt hat. Doch die neue Generation an Killern, sprich Robert Widmark aka „ein blondes Arschloch“, ballert alles und jeden mit fiesem Grinsen ab, weshalb auch Van Cleef allmählich grundlos ins Kreuzfeuer der Auftraggeber gerät. Seinen Widersacher spielt er dabei immer wieder clever und kaltschnäuzig aus, doch die Konsequenzen der Anarchie türmen sich ebenso im Wechselspiel der europäischen Arschloch-Haltung. Sleaze ist dabei das Streckenpferd von Sicilianos Thriller, also lässt er die Angelegenheit in finster spekulierte Milieus münden, welche ihren frühen Höhepunkt in einer Transvestiten-Bar finden, wo Van Cleef noch abgeklärt Aufträge empfängt, seinen Verfolger Widmark aber in eine Hütte schmeißt, in welcher dieser sodann von den Männern in Frauenkleidern vergewaltigt und angeschlitzt werden soll. Die Konfrontation dessen fällt dementsprechend grenzwertig aus und wird symptomatisch für dieses dirty picture, bei dem sich die inhärente Coolness im Charakterdarsteller Van Cleef allmählich auch mehr mit ruppigen Impulsen in die Hässlichkeit bugsiert. Schließlich erfolgt dann auch die Begegnung mit seiner alten Flamme, die ihn einst aufs Kreuz legte und sich nun noch weniger an emotionale Bindungen denn an den Opportunismus des Überlebens hält. Wahre Freundschaft gibt es da für Van Cleef nur noch bei Ausweisfälscher, Vogelliebhaber, Barbesitzer und Kriegskamerad Benny (John Ireland), der aber ebenso vom gnadenlosen Widmark der Zerstörung überlassen wird. Um Van Cleef herum können sich nur Leichen versammeln, auch wenn er als Marmorstatue der Y-Chromosome unverhofft Diana Polakov (aus „Supersonic Man“) anlockt und zumindest eine gewisse Hoffnung im Hedonismus anklingen lässt, obgleich Siciliano diese selige Naivität an Freiheit und Lust bald ebenso unter heißer Sonne absterben lässt. Der Krimi-Plot drum herum befähigt sich dann auch eher schleppender Groschenroman-Dramaturgie um Verrat, Zwietracht und Mordkomplotten, ehe die Konsequenz des Ganzen nochmals mit desillusionierter Wut Kugeln hageln lässt sowie mit Easy-Listening globales Übel hinnimmt. Ein Räudenfilm, wie er im Buche steht - ich bin gespannt, wie weit es Siciliano noch trieb.

Bis dahin sind die Nebenerscheinungen der Woche somit abgedeckt, im Folgenden kommen sodann vier Werke zu Wort, die ich grundsätzlich und formvollendet besprochen zur Sichtung empfehlen möchte. Nach den ganzen Alien-Rip-Offs und Italo-Reißern geht es nämlich übergreifend ums Coming-of-Age sowie um Querelen/Gleichnissen menschlichen Miteinanders in:




HÄSCHEN IN DER GRUBE - (Gesichtet im Rahmen des BIZARRE CINEMAS im Metropolis Kino Hamburg, 35mm, besonders rotstichig)

Unmoralische Auswüchse zu vergeben!“ Roger Fritz erzählt von der Perversion der Unschuld, die von ihrer Korrumpierung binnen jugendlicher Naivität zunächst nichts wirklich zu wissen scheint. Leslie (Helga Anders) ist in dem Sinne auch keine Lolita, sprich eine bewusste Spielerin der Verführung, sondern ein Kind auf dem Pfad zur Adoleszenz, dessen oberflächliches Erwachsensein von der Außenwelt sexualisiert und ausgenutzt wird. Schon früh gibt ihr Stiefvater Maurice (Anthony Steel) dem Zuschauer eben solche Anzeichen der Zuneigung durch, welche Mutter Francine (Françoise Prévost) mit subtilem Frust zu übersehen scheint. Regisseur Fritz setzt dabei aber nicht auf einen expliziten Reißer zum Sachverhalt, dafür ist er grundsätzlich eher dem Zeitgeist zugetan, welcher mit der Hippie-Welle ein neues Verhältnis zu Liebe, Natur und Sozialstatus probierte, ohne jedoch die Moral des Einzelnen entwerten zu wollen. Den Idealen der Ära entsprechend bewegt sich die inszenatorische Beobachtung also zunächst ebenso drollig durchs sonnige Italien, in Zufriedenheit der Bevölkerung entlang, ob nun an der Gemüsehändlerin oder lachenden Kindern vorbei, hinein ins Engagement der Kunst, Oper und Ballett. Sobald Leslie jedoch von jenen durch ihre Eltern entschiedenen Pfade abdriftet, bricht Fritz seine Suggestionen stetig mehr in Eindeutigkeiten auf.


Seine Gestaltung konzentriert sich da zunächst vor allem auf den Sound, der im Intro bereits Autogeräusche durch merkwürdiges Surren ersetzt und die Ungewissheit mit Uli Rövers träumerischer Musik umso stärker fördert. So ist Leslies Spaß im Umgang mit ihrer Umwelt und den Avancen des jungen Kommunen-Schönlings Brian (Ray Lovelock), inklusive kleinem Karnickel im Korb, zwar hervorstechend für eine sinnliche Aura der Gemütlichkeit und Freiheit – die gleichsam stechend kontrollierenden Augen von Maurice halten die Laune jedoch an der Leine. Was zunächst als väterliche Fürsorge nach konservativem Format ausschaut, äußert sich allmählich als drakonischer Missbrauch, der im Verlauf auch zur Kritik an der heuchlerischen Fassade der höheren Gesellschaft beiträgt, so wie diese in ihrer Ideologie die Unterwerfung verlangt, um sich dem Eigennutz hingeben zu können. Die politische Ader von Fritz spricht da durchaus entschiedene Töne, statt Didaktik lässt sie aber eindringliche Bilder und Charakternähe vorantreiben, wenn die Kontrolle des Mannes über der Weiblichkeit wie schon bei „Mädchen: Mit Gewalt“ zum Diskurs steht. Diese trifft sowohl auf Maurice als auch auf Brian zu, obgleich letzterer natürlich eher vom Frust der forcierten Verweigerung her energisch ausartet, während Maurice stets den Willen seiner Tochter maßregelt und gleichsam ihre Mutter mit der Einwilligung dazu emotional erpresst, da er diese sonst verlassen würde. Von Francine wird da also ein Kompromiss eingegangen, der ihre gesellschaftlichen Vorteile inklusive Butler beibehält, ihre Moral jedoch bis zum Äußersten verzerrt, solange sie (schon viel zu lange) die Schmierigkeiten ihres Ehegatten duldet. Da muss sich was ändern!


Wider besseren Wissens macht auch Leslie noch das Spiel des Altbewährten mit, doch mit der Aussicht auf neue Perspektiven und Reaktionen erhält ihr Charakter subtile Signale zur Wandlung, die Fritz innerhalb der glühend schönen Sonne mit durchgängiger Natürlichkeit der Hormone einbaut. Das Drama kommt hier also nicht mit Anlauf auf einen zu, Fritz' Methodik geht aber wie gehabt aufrichtig auf Eskalationen zu, die in kurzer, aber einwirksamer Wucht die Reflexion der Verhältnisse erwirkt - weniger ein Urteil an Einzelpersonen, da diese ohnehin eine Einsicht erfahren. Da bewährt sich Helga Anders zentral genauso stark und verletztlich zwischen Anthony Steel und Ray Lovelock, wie es ihr an Klaus Löwitsch und Arthur Brauss widerfuhr. Hier nimmt sie sich jedoch durchaus ihre Zeit, bis sie sich der Schwere ihrer Lage bewusst werden kann, was aber nun mal an der hier extremisierten Autorität der Erziehung liegt, die ihr Coming-of-Age ausschließlich für sich beanspruchen will und damit fast durchkommt, wenn letztendlich nicht doch noch das menschliche Gewissen zur Selbstbestimmung (auch im Weltgeschehen nebenan) obsiegen würde. Wider der Anpassung, aber hin zur Empathie schafft das „Häschen in der Grube“ also seine dramatische Fesselung mit beachtlicher Leichtigkeit und natürlich einigen zeitbedingten Schrulligkeiten (man beachte auch Ray Lovelocks Songeinlage) sowie einer galanten, teils pointiert drastischen Beobachtung am Zusammenspiel, Höhen und Tiefen von Lokalität, Jugend, Masse und Individuum. Ein weiterer Kandidat zur filmhistorischen Wiederentdeckung.




THE JUNGLE BOOK - "[...] Gewalt gegen Gewalt, das ist natürlich auch hier keine Lösung – oder zumindest erst dann, wenn es darum geht, das funktionell zubereitete Böse zu bezwingen. [...] Berechenbar, wenn auch effektiv, geht die Geschichte vonstatten, die man nun als „Dschungel-Action-Abenteuer“ betiteln könnte, so wie das Tempo vor allem im ersten Akt mehr an einer Parade der Schauwerte als an einer behutsamen Figurenentwicklung gemessen wird. Doch obwohl die in Los Angeles über digitale Mimikry entstandene Dschungelgeschichte ein potenzielles Desaster entsafteter Totkalkulation ergeben könnte, lockert sich das Geschehen zu einer Energie auf, die Jung und Alt gleichermaßen angemessen „frisch“ mit dem alten Stoff bekannt macht. Die Kompetenz Favreaus setzt in der audiovisuellen Ebene vor allem auf kohärente und farbenfrohe Unterhaltung, vielmehr besticht jedoch sein Umgang mit den Darstellern (ob nun mit oder ohne Binärfell), der einen natürlichen Dialog voranstellt, gerne aber auch einige kollegiale oder hippe Floskeln benutzt, den Zuschauer jedenfalls grundsätzlich glaubwürdig im Spiel einnehmen kann. [...] Die Moral von der Geschicht’ bindet sodann auch das Selbstverständnis vielfältiger Kulturen und deren Einflüsse in eine Persönlichkeit, die fernab der Kategorisierung in Spezies einen Frieden finden kann und nicht bloß das Feuer des Hasses schürt. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




UNRUHIGE TÖCHTER - In seiner Gefühlswelt drastisch, wenn auch dramaturgisch konsequent setzt dieser Film von Hansjörg Amon auf einem Pfad zwischen Exploitation und Drama Aspekte der Emanzipation um. Direkt aus dem Jahr 1968 basiert dieses Spiel aus Intrigen und der Schere zwischen freier und fester Liebe binnen Bern auf einem waschechten Kolportageroman aus der „Quick“ von Ilse Collignon, dementsprechend sprunghaft hat man es trotz geradlinigem Narrativ mit einem Episoden-Ensemble an Gehörnten zu tun, welche der freimütigen Susanne auf den Leim gehen. Ihre Jugend ist ihr Kapital zum Vorankommen ihrer Persönlichkeit, im Vergleich dazu werden die konservativen Pfade des Coming-of-Age kontinuierlich ausgehebelt, obgleich Sue in ihrer Abgeklärtheit das nötige Verständnis für jedermann in wirksamen Portionen abliefert. Auch wenn sie ganz frech einen Button mit dem Slogan „J'aime les hommes“ im Klassenzimmer trägt, geniert sie sich auch nicht vor dem gleichen Geschlecht, im Gegenteil. Nur Abenteuer mit Jungs ihres Alters werden bewusst, auch vom Film, ausgeklammert. Der älteren Generation spendiert sie demnach Frische, eben eine Abwechslung, mit der sie laut eigener Aussage aufzeige will, dass es auch anders geht als mit den etablierten Modellen des Lebens. Das Treffen mit einem solchen Freigeist erweckt jedoch erst recht die Sehnsucht in ihren verdrossenen Teilzeitliebhabern, doch einem darin unvermeidlichen Weg in die erneute Bindung verweigert sie sich entschieden, was durchaus zur Tragik der von ihr Verbliebenen führt.


In erster Linie nutzt sie den jugendlichen Leichtsinn darin gewiss zur Förderung der Karriere, sogar hinein ins Filmgeschäft sowie anderen Vorteilen in jener Ausnutzung der versteckten, doch mit Anlauf ausgeführten Amoral ihrer Herrenbekanntschaften. Dass der Film aber natürlich auch aufzuzeigen versucht, wo die Grenzen von Modern und Altbacken liegen, wie angeblich ethisch unvereinbar sie letztlich davon treiben, ist nicht ganz unproblematisch. So erleben wir ihren Lateinlehrer (Jöns Andersson) zunächst als Verteidiger der Ideale, der sich dem liberalen Lehransatz verschreibt und dennoch treu auf seinen Haushalt schwört, bis er Sues Verführung zur Freiheit wahrnimmt und der Hormone wegen selbst im Angesicht der potenziellen Konsequenzen jede Verpflichtung des Lehrkörpers sowie der Ehe über Bord wirft. Den Vollzug zum Geschlechtsverkehr traut er sich nicht zu, damit geht Sue ebenso d'accord und hakt die Sache als Abenteuer ab. Erwin jedoch verliebt sich in sie, was er zu reinforcieren versucht, bis ihm der Skandal in der Beziehung zu Halse steigt und nochmals jede Konsequenz aufgeben lässt. Sue hätte mitgemacht, sie kümmert das öffentliche Bild nicht, sie bleibt so oder so für sich frei und bar jeder Herzensverpflichtung. Die Härte kriegen auch andere Herren zu spüren, die sie simultan um ihre Gunst versammelt, wenn diese sie nun mal als sexuelle Eroberung per Pelzmantel erreichen wollen.


Beim ihr schon länger vertrauten Gönner Pit (Eduard Küber) ist der sexuelle Profit der Beziehung offenbar so einvernehmend abgeklärt, dass er dem Ende dieser kaum hinterher trauert und mit ihrer Entscheidung einverstanden scheint, während einer wie der aufdringliche Regisseur Rex Bingen (Ruedi Walter) - bei dem Pit zudem als Kuppler fungiert hat - seine gehegten Aussichten mit ihr wehmütig in Scherben zerschellen sieht. Die Balance des Einfinden in der Jet Generation hat hier nun mal, einigermaßen im Realismus geerdet, lichte wie dunkle Seiten, die Inszenierung des Ganzen feiert den Sex und beobachtet das Missverständnis an Gefühlen sodann mit ein und demselben musikalischen Leitmotiv von Walter Baumgartner. Die Leichtigkeit dessen unterstreicht mit seinen Orgeln und treibenden Beats anfangs noch das Chillen am See mit Speedboat und die luftigen Autofahrten durchs nächtliche Bern, später akzentuiert es dann noch die Euphorie des Sex und schlussendlich die Reise im Fortschritt eines Individuums, von dessen vermeintliche Liebe sich andere unter Tränen verabschieden müssen. Gleichsam stellt der Film das Gift in solchen heraus, die ihre Missgunst gegenüber dem Fortschritt in Hass und Erpressung münden lassen (siehe den nerdigen Schüler Harry) oder mit puritanischer Enthaltsamkeit über das Schicksal misslicher Lagen zu urteilen glauben, die in ihrer Ideologie nur eine strenge Lösung kennen lernen dürften. Zeitweilige Nutznießer teilen hier in ihrer Doppelmoral ohnehin auch gerne schlechte Noten aus.


Sues sonntägliche Schülerinnenrunde (die Authentizität dessen sei mal dahingestellt) offenbart da einiges, vor allem im Bezug zur Geschichte der Mitschülerin Monika, die zwischen Abtreibung und gekaufter Heirat steht sowie hinsichtlich Ruth, die für Sue schwärmt, auch traumatische Schmerzen aufnimmt und von ihr liebevoll aufgelesen wird, obgleich diese sich nicht viel draus macht. Im Nachhinein versucht sie sie sogar mit einem tendenziell homosexuellen Jungen zu verkuppeln, woran der Film zwar keine grenzwertig naive Lösung letztendlich gefundener Liebe versucht, in seinem Gesellschaftsmodell aber durchaus nicht frei von Plakativität und Klischees vom Merkwürdigen ist. Die Konstruktion um solche Stereotypen unterminiert die Wahrhaftigkeit im Gesamteindruck, mit den Ansätzen der Leichtigkeit im Verständnis von Selbstbestimmung und Sex wird diese Trivialproduktion von Erwin C. Dietrich, auch mithilfe des charmanten Zeitkolorits, aber ebenso gehaltvoll wie auch anhand der Ambivalenz zur Reflexion der Gefühle der Zweisamkeit, an der zudem die Sympathie mit Sue stets zwischen den Stühlen steht. Viele Ideale werden daran kranken, bestätigt oder entgegen der heutigen politischen Korrektheit kritisch hinterfragt - das ideologische Spektrum positioniert sich weder ausschließlich zur verblendeten Fantasie, noch zur spaßbefreiten Verklemmtheit. Ein ziemlich diskutables Wesen, welches dieser Film aus der Mitte ausstrahlt, aber zumindest etwas, was ihn aus dem fix verdaulichen Standard heraushebt.




HIGH-RISE - "[...] Die Perversion des Komplexes folgt der Beibehaltung von Establishment und Arbeiterklasse, selbstverständlich mit geringen Aufstiegschancen, und ist demnach auf Konfrontation aus. [...] Missgunst macht sich breit und verschärft sich selbst in trivialen Treffpunkten wie Kindergeburtstagen und Supermarktbesuchen, bis die Herausforderung, wer die besseren Partys schmeißt, das Übel aller weckt. Die Blindheit vor dem Wesentlichen schafft umso energischer die Abgrenzung von Idealen und Empathie. [...] Solche Sachverhalte fängt Wheatley effektiv in audiovisuellen Collagen ein, die manchmal die übergreifende Bewandtnis des Ganzen und deren Abläufe abstrahieren und mit schwarzem Humor voll verziertem Horror auftrumpfen. Der Style des nahenden Untergangs muss sich manchmal aber mit allzu eindeutigen Phrasen arrangieren, die den Inhalt der zwischenmenschlichen Beziehungen und anderer Subtexte in selbsterfüllender Prophezeiung zusammenfassen. [...] Ben Wheatleys Betrachtung des menschlichen Wahns, die er schon mit „Sightseers“ und „A Field in England“ ansetzte, schafft auch hier [...] die Stärke vom (im filmtauglichen Sinne) kohärenten Aufbau in soziologische Tiefen. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)

Sonntag, 16. August 2015

Tipps vom 10.08. - 16.08.2015

Zunächst mal geht es weiter mit der Hans-W.-Geißendörfer-Retrospektive auf CEREALITY.NET. In chronologischer Reihenfolge:




CARLOS - "[...] Hans W. Geißendörfer gebraucht das Genre so in „Carlos“ einerseits für eine freie Adaption von Friedrich Schillers „Don Karlos“, andererseits zieht er die gesamte Romantisierung der Filmwelt zurück und schafft ein Abbild des Leidens, an dem Gute wie Böse untergehen. [...] Insbesondere der Impuls zur Männlichkeit und Macht zerstreut hier das Leben und nimmt dafür ein blutiges Ende in Kauf, während die Frauen dieses Films vor rationaler Fassungslosigkeit den Abstand aus der Enge suchen. So trifft man in diesem Anti-Western auf reichlich ermattete Recken, die von der Glanzlosigkeit ihrer Zeit wissen und sich niederschießen lassen, sobald alle rudimentären Verhandlungen ihre Funktion erschöpft haben und sich im Kugelhagel aufgeben. [...]"


(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




DIE ELTERN - "[...] Der Rhythmus von Geißendörfers Film könnte unter heutigen Gesichtspunkten ebenso disharmonisch erscheinen, keine gängigen Formeln verfolgen oder sich mit leicht identifizierbaren Figurenzeichnungen begnügen. Umso eher erliegt man jedoch dem Reiz eines komplexen Netzwerkes an psychologischer Ambivalenz. Zwischen kindlicher Unschuld, häuslichen Mysterien und Eskalationen bietet diese Wundertüte von Film zudem reichlich inszenatorische Konzentration – erneut getragen von Kameramann Robby Müller und der Musik Eugen Thomass’ als überzeugende Veräußerlichung eines alle betreffenden Traumas. Das vereint Herz und Schönheit, aber auch Wahnsinn und Schock in sich. [...]"


(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




TÄTOWIERUNG - Es gibt ja dutzende von hiesigen Exploitationwerken, Reportfilmen oder auch Melodramen vergangener Jahrzehnte, in denen großspurig vom realistischen Anspruch gesprochen wird - die sind sozusagen Filme ihrer Zeit und angeblich schonungslos. Viele davon wirken unter heutiger Ansicht natürlich fast schon lachhaft, aber egal, wie hoch die qualitative Spannweite angesetzt wird: Ein filmischer Rahmen, die Verfolgung einer Dramaturgie und ausgewiesene Absichten bleiben immer irgendwie über. Johannes Schaaf dagegen schafft es bei diesem Film scheinbar mühelos, ein glaubwürdiges Abbild seiner kontemporären Ära abzugeben. Ohne den Anker einer wirklich greifbaren Dreiaktstruktur oder ähnlichem versehen, zeichnet er den Alltag des jungen Zuchthäuslers Benno (Christof Wackernagel), der anhand der Bemühungen des "netten Onkels" Lohmann (Alexander May) ins normale Leben reintegriert werden soll. Dabei durchläuft Benno aber stets seine Eigenart innerhalb des Westberliner Milieus - wo es scheißegal ist, wie jemand voran kommt und wo Arbeit nicht als Selbstverständlichkeit angeboten sowie von Bennos Lustlosigkeit oder besser gesagt Unfähigkeit zum Engagement gar nicht mal in Anspruch genommen wird.


Aber Lohmann und seine Frau versuchen immer wieder die gutgemeinte Eingliederung in jene idealistischen Gesellschaftsmuster, wie sie auch das abwegige Verhalten Brunos im lockeren Samariter-Modus mit Hang zur Antiautorität einfach nicht wirklich ernst nehmen und beiläufig unterschätzen. Ermöglichung ist eben nicht gleich Verständnis. Was ich hier aber fast wie ein Motto schreiben kann, wird nicht derartig entschieden vom Film ideologisiert, stattdessen stellt er seine Eindrücke im rasenden Tempo dar und legt dabei Perspektiven offen, die schlicht wahrhaftiger und für sich selbst wirken als das Gros einer beliebigen Sozialstudie. Man könnte das einen Reportage-artigen Ansatz nennen, doch dafür ist die Ästhetik des Films immer noch virtuos (nicht überstilisiert) und die Stimmen halt synchronisiert - ganz zu schweigen von George Gruntz' beatigem Soundtrack, welcher aber bewusst kaum als Pointierung der Szenen genutzt wird. Jedenfalls gelingt es dem Film, in einer Art darzustellen, die nicht werten will oder überhaupt Szenen im eigentlichen Sinne präsentiert.


Es bleibt natürlich durchweg kohärent, aber man wird auch nicht an der Hand gehalten, wie man sich zu all dem fühlen soll. Kann auch sein, dass man es als Zuschauer schwer hat, sich dort einzufühlen - was ich mir aber nicht unbedingt vorstellen kann, so wie die Figuren hier als echte Menschen durchgehen. Allen voran dabei: Helga Anders in der Rolle der Gaby, die Tochter jenes Bruno aufnehmenden Ehepaares. Die kümmert sich auch kaum um ihre Zukunft, hat einen unbeschwerten Charakter, vielleicht noch Bock auf Gehalt und ist ansonsten ganz sie selbst; passt in kein Schema, wie allzu passend zum Film an sich. Vielleicht ist es für den geschulten Zuschauer dann schon fast natürlich, dass Bruno was mit ihr anfängt/anfangen will, doch für diese Erfüllung gebraucht Schaaf kaum Stichworte des Erwartbaren und lässt die Beziehung genauso gut wieder fallen, so bindungsgleichgültig Gaby und ihre Generation einfach sind. So verhält es sich hier quasi mit allen charakterlichen Verhältnissen, die immer am Bruch stehen und freiwillig in einer Realität Wurzeln schlagen, die gegen sie arbeitet.


Voll symbolischen Wert besucht Lohmann mit Benno und Gaby auch die Mauer (im Film wird auch DDR-Radio gehört - derartige Aspekte werden normalerweise recht scheu oder gar nicht im Kino jener Tage behandelt), doch macht für seine Schutzbefohlenen fast einen Spielplatz draus, obwohl nichts ferner von der Realität sein könnte. Ohnehin ist es sogar ein Platz für Tourismus, die Geschichte dahinter für Benno langweilig. Unfassbar, wie abgekoppelt alles voneinander wirkt und ein Bild der Bundesrepublik schildert, wie es sich kaum einer so radikal traute - ohne die Funktion eines Plädoyers oder ähnlichem dahinter. Kann man da schon von filmischen Nihilismus sprechen? Eher nicht, denn obwohl sich der Film einer "herzhaften Empathie" entzieht, wie es den Lohmanns vielleicht am gefälligsten entgegenkommen würde, ist er hautnah an seinen Charakteren, obgleich er sie nicht zu erklären versucht. Die "Tätowierung" stellt da bis zum Schlusspunkt eine befremdliche und gottseidank nicht eindeutige Filmerfahrung dar, an der sich keine Moral oder spekulative Psychologisierung feststellen lässt, wo der Weg kein Ziel braucht und wo Impulse wirklich als solche einer emotionalen Perspektivenlosigkeit eintreffen. Kein leichter und gleichsam kein beschwerlicher bzw. schwer betroffener Film; eben wirklich mal einer, auf den das Prädikat "realistisch" zutreffen darf.




CODENAME U.N.C.L.E. - "[...] Diese aufgebrezelte Adaption der Serie „Solo für O.N.C.E.L.“ (1964 bis 1968) erdenkt sich den Kalten Krieg als Dandy-Abenteuer zwischen zwei Weltmächten und verknüpft Weltgeschichte mit Eskapismus. Im Retrofitting zur modern tauglichen Sause ist also Hanebüchenes erlaubt und erwünscht – Regisseur und Koautor Ritchie bleibt diesen Prinzipien treu und haucht dem Ganzen mehr Leben ein, als es eine derart späte und auf Markennamen basierende Stofferneuerung normalerweise erfordert. [...] Da wird im mediterranen Klima im Smoking und mit Lederhandschuh geprügelt, getrickst und geschossen. Ganz schön tough, aber auch mächtig trivial. Grund genug für Ritchie, den Spaß mit einer Lust zu untermauern, die zu einigen der spaßigsten Sequenzen des Kinojahres führt. [...]"


(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




STRAIGHT OUTTA COMPTON - "[...] Dabei wird trotz der eventuellen Selbstdarstellung (die überlebenden Mitglieder waren in der Produktion involviert) nicht auf Unbequemes, Frauenfeindliches, Gewalttätiges oder Naives verzichtet. Pathos und Melodram darf man an verschiedenen Stellen allerdings schon erwarten, wie es eben auch zur Stilistik des Rap-Genres dazugehört. Regisseur Gray nimmt dafür vielleicht eine allzu bereitwillige Stellung ein, doch sein Film zieht weniger ideologische oder moralische Schlüsse, lässt auch mal eine Menge vergnüglichen Blaxploitation-Charakter frei und macht ohnehin Lust auf N.W.A., da er seinem Sujet in passender Ästhetik und Mentalität gerecht wird. Ein „Love & Mercy“ ist hier zwar nicht gelungen – dafür fehlt ihm der Ansporn zu einer Erfahrung jenseits des Narrativs –, doch „Straight Outta Compton“ macht Wut und Laune, wie man sich diese chaotischer und profaner nicht wünschen könnte."



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)


Bonus-Zeugs:


WONDER WITTE ist in da house und zeigt Josh Trank und Fox, wie ihr Film kein Loser geworden wäre, for real, yo!





BARBIE - EINE PRINZESSIN IM ROCKSTAR CAMP - "[...] Reizvoll wird er aber hauptsächlich durch den Fakt, dass man ihn sich im Kino anschauen kann. Und Junge, wie erbärmlich alles auf der großen Leinwand erscheint. [...] Ein Argument kann vielleicht für die omnipräsente Künstlichkeit des Ganzen gemacht werden, die beinahe bewusst den hohlen Charakter des Films selbstkritisch offenbart und uns somit rhetorisch belehrt. Dann wäre man aber auch sehr gnädig in der Annahme, dass sich im Wust der „Barbie“-Filme wirklich um irgendetwas besonders Gedanken gemacht wurde, so sehr hier Malen nach Zahlen betrieben wird und zudem die faulsten Gags jenseits der Samstagvormittagsunterhaltung aufgetürmt werden. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)

Sonntag, 31. Mai 2015

Tipps vom 25.05. - 31.05.2015



MÄDCHEN: MIT GEWALT - Ein bisher weniger beachtetes Schmankerl an verstecktem deutschen Filmgut, das Roger Fritz hier größtenteils innerhalb einer Baugrube inszeniert. Zwei respektlose und doch gewöhnlich scheinende Kerle der Gegenwart, Mike (Arthur Brauss) und Werner (Klaus Löwitsch), leben sich als Duo in eine Freizeit hinein, bei dem sie reichlich junge Miezen aufgreifen. Diese Playboys gabeln einen mit räudigen Sprüchen von der Straße auf; fahren auch mal einfach weg, je nach Lust und Laune. Auf jeden Fall haben sie sich unter einer Gruppe von jüngen Hüpfern die fetzige Alice (Helga Anders) ausgesucht und tricksen sie wie auch ihre Freunde dahingehend aus, sie auf jene oben erwähnte Baugruppe zu begleiten - wobei die Zwei nur mit Alice alleine sein wollen. Die Absicht ist klar und eskaliert dementsprechend vom bedrohlichen Spiel zur Vergewaltigung. Am Tag darauf scheinen allerdings alle drei irgendwie gefangen in dieser Entlegenheit von der Zivilisation - keine rechte Ahnung, wohin mit der Angst, der Macht und den Gefühlen.



Die Sonne prallt gnadenlos aufs psychologische Konstrukt, hetzt gegeneinander auf und sehnt sich blutig nach existenzialistischem Hoheitsgebiet. Allen voran Werners Minderwertigkeitskomplexe lassen da eine Unfähigkeit zur Empathie durchscheinen, die sich eben nur mit Gewalt durchsetzen kann, um einem bestimmten Männlichkeitsideal gerecht zu werden. Mike und Werner bemühen sich jedenfalls gleichsam, als famose Machos zu glänzen und mit galanten Maschen die Frauen zu knacken, ohne jemals wirkliche Sympathieträger oder gar Herrscher ihrer eigenen Situation zu werden. Alice weiß da auch nicht, wie sie in jener Wechselwirkung reagieren soll, obwohl sie bewusst misshandelt wurde. Roger Fritz konzentriert eine zeitgenössische Spannung zusammen, welche hormonelle Mechanismen der Ausbeutung und Befriedigung als Machtspiel unfertiger Persönlichkeiten offen legt. Objektiv nah am Grauen wird der gesellschaftliche Fehler Schicht um Schicht in die Enge getrieben. Einladend hingegen gestaltet sich die Atmosphäre des Ganzen: Sommersonne und Sommernächte zwischen Großstadt, Bars und Baugrube verführen zur Geilheit und lassen mit provozierender Leichtigkeit das Blut erhitzen, bevor doch noch die Kälte der ausgenutzten Realität einschlägt.

Der Soundtrack der Krautrock-Gruppe Can verläuft dabei gleichwertig im blanken Delirium und trägt den Zeitgeist der Verlorenen über unser Trio der Ungewissheit, wie auch Egon Manns Kamera entschieden drauf hält. Dieser Rahmen beinhaltet gewiss eine Menge Schönheit und besonders im handfesten Schauspiel ein Maximum an Konkretheit; Regisseur Fritz verliert sich dabei aber nie in Selbstgefälligkeiten, selbstzweckhaft-reißerischer Sprücheklopferei oder gar einer einseitigen, moralischen Wertung. Dafür bleibt sein Film ein harter Zahn zwischen den Geschlechtern. Hier zeigt sich ein ungemütlicher Querschnitt Westdeutschlands von seiner konsequentesten und niederträchtigsten Seite; abgeklärt und doch voller Verlangen im Missbrauch der sexuellen Revolution vergraben. Eine ganz pfundige Portion an menschlichen Tiefen.




INVASION VOM MARS - "[...] So ist Hoopers Vision ruppiger und blutiger als man es der Zielgruppe vielleicht zutrauen sollte, doch geht der Übergang vom Kind zum reiferen Geist nun mal nicht handzahm vonstatten. Dass diese Verarbeitung aber im Rahmen einer Genre-Fantasie stattfindet, bringt eine Menge an naivem Charme mit sich und entlastet vom Terror, den Hooper als Regisseur von „Blutgericht in Texas“ genauso bedrückend hätte aufwenden können – so aber illustriert er ein Verständnis für den Geist der Kindheit und spricht dabei genau an, was im jungen Alter noch in aller Unbedarftheit an Trivialitäten befürchtet oder schlicht noch nicht verstanden wird. Auf diesem Gedanken kommt ein zeitloser und spannender Kinderfilm mit nettem Ekelfaktor zusammen, der Realitäten vermischt und Gehirngespinste bestätigt, sowie unterschwellig das Coming of Age unterstützt."



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




MASTERS OF THE UNIVERSE - "[...] Mehrere Handlungsstränge führen irgendwie zueinander, ergeben jedoch immer weiter aneckende Töne, die mit ihrer Verzweiflung zur Unterhaltung nicht verschleiern können, dass sich niemand ernsthafte Gedanken um das Gesamtprodukt gemacht hat. Doch was bringt es schon bei einer Cannon-Produktion, derartige Ziellosigkeit zu kritisieren? Der geringe Anteil, den der Film für eine stimmige Botschaft oder ein fesselndes Charakterporträt aufwendet (man wird schlicht Beobachter des Ganzen, denn wirklich emotional involviert), macht er anhand einer dringlichen Unmittelbarkeit wieder wett. Opulente Sets und Kostüme, explosive Actionsequenzen und Effekte, kindische Spielfreude und ehrenhafte Superhelden: Alle Faktoren geben 110 Prozent und retten mit buntem Elan den Tag; drohen stets, am Drehbuch und am Geld zu zerbröseln, ehe doch noch der nächste irre Schauwert probiert wird und alle herzlich miteinander über die neuen Verkleidungen Gwildors lachen können. Wie schreit es He-Man doch so schön: „Ich habe die Kraft!“ [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)

Sonntag, 27. Oktober 2013

Tipps vom 21.10. - 27.10.2013



LEVIATHAN - Dokumente, die entfernt an unsere Welt erinnern.

Dank entschieden-eindringlichen Bildern aus jeder möglichen Perspektive werden wir in einen verschrammt-rauschenden Kosmos des allgegenwärtigen Sterbens hineingeworfen, mit dem keine erdenkliche Dystopie mithalten kann. Und was noch nicht verstorben ist (bzw. seine letzten Atemzüge erlebt), ist seiner transparenten Verlebtheit erlegen, die man vom zerfressend-gammligen Rost der Umgebung bis hin zu den tiefgreifenden Poren der dort rastlos arbeitenden Humanoiden erkennt.

Zudem erscheinen nachjagend-aufdringliche, gefiederte Wesen als nihilistische Vertilger der Reste, getrieben vom Instinkt, wie alles an dieser organometallischen, monströs-dröhnenden Maschinerie, die von Anfang an aus kompletter Finsternis wie ein Urknall herausgeschossen, ihre komplexen und groben Zahnräder in Bewegung setzt.

Ein wahrlich unheimlicher Ort, an den wir hier herangeführt werden, unnachgiebig umschlingend in seiner Aura, unentzifferbar wie auch werte- und hoffnungsfrei in seinem Ablauf. Und so wie wir urplötzlich durch ihn hindurchgezogen werden, entschwindet er uns schließlich, dass wir nur noch im Dunkeln, im Nichts zurückgelassen werden.

Wahrlich kraftvolles Mammutwerk! Seit dem 22.10. in den USA auf DVD & BLU-RAY erhältlich.




L'ATALANTE - Wie eine Fortsetzung von 'UNTER DEN BRÜCKEN', nur mit viel mehr Katzen! Oh, welch herzliche Reise über die Kanäle Frankreichs unsere frisch-vermählte Juliette (Dita Parlo) hier erlebt, mit all dem liebenswürdigen, kernigen Seemannsvolk an der Seite (allen voran das alte, gewitzte Schlachtschiff Père Jules).

Eine musikalische und zauberhaft-leichtfüßige Kennenlernrunde mit der greifbar-natürlichen Menschlichkeit des hier dokumentierten (beinahe zeitlosen) 30er Jahre-Figurengefüges - vollkommen unabhängig davon, ob es in der Realität tatsächlich so erwärmend zuging, wo hier höchstens doch die Eifersucht den größten Spielverderber darstellt.

Schließlich führt diese auch dazu, dass man sich aus den Augen und auf nebelverhangenen, finsteren Bahnhöfen zwischen Metropolen- und Strandhorizont verliert. Doch man muss nur mit voller Sehnsucht auf den Grund des Flusses schauen und schon sieht man sich wieder, dass einen das Schicksal (=Père Jules) wieder zusammenführt - hach...




TELEFONI BIANCHI - Im Italien der 1930er Jahre wurden unter dem Regime des Mussolini-Faschismus sogenannte 'Telefoni Bianchi'-Streifen gedreht - imposante Nachahmungen von populären, amerikanischen Produktionen, die mit konservativen Botschaften versehen wurden.

In diese Filmindustrie voller überheblicher Chaoten will das quirlig-unbedarfte Zimmermädchen Marcella (Agostina Belli, ein Goldengel allererster Güte) als Schauspielerin einbrechen, die sich für ihre Karriere durch die Betten einflussreicher und taktlos-selbstsüchtiger Politiker, Stars und Produzenten schläft, während ihr alter Verlobter Roberto (Cochi Ponzoni) ihr immer wieder als beleidigte Leberwurst auflauert und berechtigte Schuldgefühle einbläut.

Dabei gerät sie u.a. in ein prunkvoll-versautes Bordell für feine Herren, wo sie durch einen Kunden & Komponisten (Lino Toffolo) zum Schlagerstar wird. Lange aushalten kann sie das Muttersöhnchen jedoch auch nicht und gerät sodann in die verführerisch-charmanten Fänge des Star-Akteurs Franco Denza (Vittorio Gassman in einer verschmitzten Meisterleistung) - zudem beginnt sie auch nach einer Begegnung mit dem Duce selbst, für jenes diktatorische Staatsoberhaupt zu schwärmen, auch wenn sie sich selbst eingestehen muss, noch immer was für Roberto zu empfinden, der allerdings an die Front versetzt wird.

Schließlich schafft sie durch den Segen des Duce's den Sprung in den Studiohimmel Cinecittàs, wo man aus ihr trotz mangelndem Talent an der Seite Denza's - der dann auch ihr jahrelanger Liebhaber wird - einen waschechten, nationalen Star unter dem Pseudonym Alba Doris macht. Doch auch hier kriselt die Beziehung und Denza's Geisteszustand schlussendlich unter dem Exzess der faschistisch-ordinären Unbelehrbarkeit & Egomanie, während allmählich der zweite Weltkrieg in die Wege geleitet wird.

Aufgrund der Koalition mit Deutschland gerät sie schließlich irgendwann auch in deutsche Durchhaltestreifen und deren Produzenten, weshalb ihr ewiger Verlobter Roberto ihr endgültig die Liebe kündigt. Bonjour Tristesse, encore une fois, erst recht am Horizont des Kriegsendes, wo sie im Lastwagen eines stehlenden, buckligen Vagabunden landet, der sie aber schnell für eine Gruppe von flüchtenden Juden ablädt (welche er aber dann doch an die Deutschen verrät).

Auf ihrer trübseligen Odyssee zurück nach Hause begegnet sie wieder alten Weggefährten, die sich nun vor den Widerstandskämpfern verantworten müssen. Mit kleinen Gesangsauftritten und einer Vermählung mit William Berger kann Marcella sich dann doch noch bis nach dem Krieg über Wasser halten. Doch auf einer Reise nach Russland dann...

In diesem turbulenten, liebevoll-ausgestatteten, wunderbar anarchisch-gewitzten und über mehrere Jahre erzählten Lustspiel vergehen die knapp 2 Stunden Laufzeit wie im Fluge. Faschistische Witzfiguren übertreffen sich im karikierten Gesellschaftsbild jener Zeit an perverser Verkommenheit, während die Lebensverhältnisse immer perfider werden, den Krieg herausfordernd heraufbeschwören. Und dennoch kämpft sich dabei durch die Jahrzehnte eine recht süße, leichtlebige 'Liebesgeschichte' durch, die schließlich durch die Wirren des Regimes und des Krieges immer wieder chaotisch auseinanderbricht.

Wie eh und je liegt das aber auch im Grunde am verführerischen Glanz & Glamour der Unterhaltungsindustrie, die einen mitreißen, aufsaugen und zerbrechen kann, wie es ihr gefällt - wie auch hier in diesem semi-fiktiven Biopic von Dino Risi, das sich mit dem morbiden Pomp der 30er Jahre schelmisch auseinandersetzt und unsere liebenswerten, wenn auch fehlgeleiteten Protagonisten durch den Fleischwolf jagt.

Ein toller Film, leider nur schwer zu bekommen - ich hab ihn in seiner exzellenten dt. Synchro gesichtet, die mir durch eine TV-Aufnahme von 2005 auf VHS erhältlich gemacht wurde. So oder so, sei es euch versichert: Wer 'Telefoni Bianchi' auftreiben kann, darf ihn nicht verpassen!




LES RAISINS DE LA MORT - Leicht abstrakte und tragische Verarbeitung des 2. Weltkrieg-Nazi-Terrors in Frankreich als Horrorfilm-Odyssee.

Ähnlich wie auch im französischen Rachedrama 'ABSCHIED IN DER NACHT' von Robert Enrico lässt Rollin seine Protagonisten noch im sicheren Glauben, dass rein gar nichts Böses ihnen was anhaben kann, auch wenn es bereits offensichtlich hervorbricht - bis dann auf einmal schlussendlich der Schrecken über sie selbst herfällt, hier in Form 'zombifizierender', mörderischer Pestizide im weit und breit goutierten Traubenwein. Sodann auf der Flucht vor diesem Grauen durch die französische Province, auf der Suche nach Geborgenheit & Hilfe, kommt nur wenig Hoffnung auf.

Ein infizierter Bauer z.B. sticht im Rausch seine eigene Frau und Tochter ab, erschreckt sodann vor seinem eigenen Handeln und verlangt von der schluchzenden Hilfesuchenden Élisabeth (Marie-Georges Pascal), unsere Hauptprotagonistin die zuvor ihre beste Freundin durch eine ähnliche Tat verloren hat, dass sie ihn erlöst. Sodann trifft sie auf eine verlorenene Blinde, Lucie (Mirella Rancelot), die sie in Aussicht auf ein befreiendes Telefon zur Aussenwelt in ihr Heimatdorf führt - dort jedoch ist bereits alles verbrannt und zerstört, Leichen pflastern das gespenstisch-hoffnungsfreie Szenario.
 
Lucie verlangt von Élisabeth zu erfahren, was sie denn sieht - sie kann es ihr aber einfach nicht sagen, das unfassbare Grauen ist schlicht zu überwältigend. Schließlich werden sie von den infizierten Dorfbewohnern umkreist, Lucie glaubt sich sicher, wird aber von ihren alten, nun zwanghaft-umgepolten Mitbewohnern getötet, auch wenn diese sich mit Tränen innerlich darum wehren, in Erinnerung wer sie früher einmal waren - das neue Regime aber kennt keine Gnade und zeigt seine keifende, unmenschliche Fratze.

Élisabeth kommt bei einer Uninfizierten (Brigitte Lahaie) unter, doch die entpuppt sich als Kollaborateurin und wirft sie den Monstren zum Fraß vor, biedert sich sodann den eintreffenden Widerstandskämpfern an (von denen einer schon im Krieg gekämpft hat), die aber den Braten riechen - Élisabeth aus den Klauen der Dämonen befreien und in eine offensichtlich schon lange von den Nazis zerbombte Burg fliehen.

Auf dem ausschlaggebenden Weingut schließlich angekommen, findet Élisabeth ihren Verlobten auf dem Dachboden vor. Ihn hat die Infizierung und sein Gewissen schon fast zerfressen (schließlich hat er die todbringenden Pestizide entwickelt) - dennoch (und trotz mahnend-tränenreichen Widerstand von seiner Seite aus) umarmt und küsst sie ihn ein letztes Mal, bevor einer der Bauern ihn erschießt. Sodann greift sie zum Gewehr und tötet die Widerstandskämpfer, lässt in den letzten melancholischen Momenten des Films das Blut ihres Verlobten auf ihre Lippen tropfen, womit sie sich infizieren lässt - es gibt für sie nämlich nichts mehr, wofür es sich zu leben lohnt.

Ein bitterer Schlussstrich für diese durchaus harte Metapher Rollins auf die Schrecken des zweiten Weltkriegs, adaptiert als Plädoyer für einen gewissenhafteren Umgang mit der Natur. Lässt die alten Wunden wieder aufreißen und macht die ländlichen Bewohner erneut zu unfreiwilligen Sklaven des eingeschlichenen Terrors, der ihnen dennoch ganz tief im Unterbewusstsein seit Generationen innewohnte.

Ein stimmungsvolles und recht tragisches (wenn auch nicht aufdringlich-sentimentales) Horrordrama, das durch den deutschen Verleihtitel allzu sehr ins Belanglose gezogen wurde. Gesichtet auf Blu-Ray, vom US-Verleih KINO LORBER, in Top-Qualität (auch wenn die teilweise ungeschickten Schärfeverlagerungen dadurch umso ungünstiger auffallen).




ALIEN - DIE WIEDERGEBURT - Eine weitere, virtuos-skurrile Komödie (mit einigen traurig-stimmenden Szenen für die gute, neugeborene Ripley) von Jean-Pierre Jeunet, frei nach einem Drehbuch von Sci-Fi-Fantasy-Spaßautorenfilmer Joss Whedon, mit einem Hang zum futuristisch-explosiven Ekel, welchen man auch Stuart Gordon & Brian Yuzna oder dem Robert Rodriguez von 'FROM DUSK TILL DAWN' zutrauen könnte.

Insofern nicht ganz so zuckersüß-drollig wie 'Amélie', im Gegenteil, sogar recht tromatisch-grotesk und gewaltreich, aber mindestens ebenso verschroben-poppig in seinen morbiden, meta-postapokalyptischen Produktionsdesigns, Figuren (u.a. der glubschäugige Dan Hedaya mit seiner Gorilla-artigen Schulterbehaarung) & Kameraspielereien wie in seinen vorangegangenen Werken. Insgesamt eine recht spaßige und knallige Angelegenheit, mit einer übermenschlich-starken und anfangs unbekümmert-verschmitzten Ripley (Weaver hier erneut mindestens so begehrenswert-sympathisch und schlagfertig wie Barbarella, wenn auch weit emanzipierter = Whedon-Writing in Bechdel-Test-bestehender Reinkultur) im funsplattrigen und teilweise sogar spannenden Überlebenskampf gegen die Schleimviecher.

Zudem nimmt sie erneut wie in 'ALIENS' eine Mutterrolle ein, in diesem Fall für Winona Ryder's *SPOILER* Androidenmädel *SPOILER ENDE* Call, welches zusammen mit dem Machotrupp um Ron Perlman in die klaustrophobische Raumstationsbelagerung hineingezogen wird. Zudem verfolgt Ripley eine leicht-verhaltene Obsession mit den ausserirdischen Invasoren, mit denen sie seit dem Klonungsprozess nach den Ereignissen von ALIEN³ in der DNA verbunden ist - schmeißt sich hingebungsvoll in den geschmeidig-feuchten Alien-Körper-Kompost, wie Isabelle Adjani in Zulawski's 'Possession' und 'gebiert' daraus einen garstig-brachialen Hybriden, der für seine menschliche Mom die Kreaturen-Leihmutter zerhackt. Kein Wunder, dass David Cronenberg zu einem Zeitpunkt ebenfalls für die Regie vorgesehen war.

Doch Ripley empfindet im Gegenzug eher Liebe für ihre 'Adoptivtochter' Call und kehrt zu ihr zurück, was das neue Baby natürlich immens verärgert und nun um die Anerkennung seiner Mutter 'buhlen' lässt - sodann entbrennt ein irrwitziges Familiendrama inmitten des letzten funktionstüchtigen und nun flüchtenden Weltraumgefährt. Und schlussendlich, mit Tränen in den Augen, treibt Ripley ihr unschuldiges, aber ultimativ-missanthropes Neugeborenes nachträglich ab - fängt aber entschieden, die Vergangenheit hinter sich lassend, ein neues Leben im komplett verwüsteten Paris mit Call an ihrer Seite an. Da wird Jeunet dann doch wieder ein bisschen drollig, auch wenn der Haunted-House-ähnliche Score Unheil über den Abspann vorausspricht.

Sei's drum, mir hat dieser Teil der originalen Alien-Quadrilogy sehr gefallen, womöglich ist er nach dem Original und der James Cameron-Fortsetzung der Drittbeste aus der Reihe. Echt gewitzter, süßer Schleim...




HARD TO DIE - Mein Lieblings-B-Movie-Regisseur aus Corman's Schmiede, Jim Wynorski, schickt in dieser seiner gagreichen Horrorkomödie 5 stramme & hohlbirnige L.A. Bohème-Babes durch eine aberwitzige Horror-Nacht in einem poppig-klobigen Dessousgeschäft namens ACME LINGERIE (natürlich eine niedliche Anspielung auf die LOONEY TUNES, wie auch alle durchaus plaktativen 'Gewaltszenen') und dessen schummrigen Keller - innerhalb eines Wolkenkratzers, wo der stoisch-schmierige Hausmeister (vor dem sich immer alle übertrieben erschrecken, während die Kamera per Dollyfahrt ständig overstated inkl. Blitzgewitter in seine Fresse rast) einige Schauergeschichten zu erzählen hat und Stock-Footage aus anderen Filmen gewitzt-dusselig in den unterhaltsam-schrottigen Narrativ eingebaut wird.

Unsere Protagonistinnen entfesseln beim Öffnen einer alten, ägyptischen Kiste sodann einen bösen Geist, der eine nach der anderen erledigt (= Schwenk auf leere Wand, Blut spritzt dagegen), doch viel wichtiger wiegen zunächst mal Probleme wie: 'Gibt's was zu essen?' (der Chef hat nur verschimmeltes Futter im Kühlschrank) und 'Ich werd jetzt erst mal duschen gehen.', wodurch natürlich, in Abwechslung mit reichlich bewusst-blödeligen Dialogen, einige grundlose Nacktszenen vor die Linse treten, bevor die turbulente Flucht vor dem blutigen Schrecken unternommen wird. Also, ich weiß, was ihr euch jetzt denkt: klingt alles ziemlich sexistisch und chauvinistisch - und im Grunde wäre das auch so, aber den Unterschied machen die durchgängige, leichtfüßige Verspieltheit sowie die parodistisch-anarchische Grundhaltung, die sich durch das Oeuvre Wynorski's seit jeher ziehen.

Und so ist Jim (der hier zudem ein schnippisches Cameo als Porno-Regisseur vollführt) auch mit HARD TO DIE ein durchweg unterhaltsames und augenzwinkerndes Spaß-Filmchen gelungen, welches durchaus mehr Dessous als normale Kleidung für den durchgeknallten Überlebenskampf vorzuweisen hat, wozu sich allerdings auch automatische Knarren und spitze Gegenstände zur Verteidigung gesellen. Somit wird das (eher männliche) Eskapismus-Herz der jugendlichen bzw. junggebliebenen Zielgruppe ganz effektiv mit frivoler Heiterkeit und Frohsinn erfüllt, wo er doch in knapp 83 Minuten Laufzeit 3 ganz wichtige Knöpfe zur Cine-Liebe drückt: Blödeleien, Blut & Boobs - frei von jeder Moral und herrlich-naiv in seinem cartoonhaften Exzess auf sympathischer Sparflamme.




ZUCKERBROT UND PEITSCHE -  Ich erinnere mich noch an eine Zeit, ca. Ende der 90er und Anfang der 00er, in der VOX im Late-Night-Programm einige selbst bis heute noch recht unbekannte Filme von schön verknarzten 'Direkt-von-der-Kinorolle'-MAZen ausstrahlte, die im Dunkel der Nacht den Fernsehschirm meiner Eltern im Wohnzimmer zur Leinwand machten (schließlich war das in dem Dorf, in dem wir wohnten, das nächstbeste cineastische Erlebnis). In diesem Rahmen sichtete ich u.a. einen meiner ewigen Lieblingsfilme, 'NUIT D'OR', der bis heute auf eine ordentliche Heimkinoauswertung wartet.

In dieselbe Kategorie fällt dieser Film, den ich jüngst als alte VOX-TV-Aufnahme erhielt (weil keine andere Version davon derzeitig erhältlich ist) und nun im Nachtrausch meiner Hamburger Wohnung sichtete.

Es geht um den frustrierten, lebensmüden Werbe-Dressman Roger, Star einer Werbekampagne der Zigarettenmarke 'TOP TEN' - zur Abwechslung beraubt er Banken und Juweliere, muss sich dabei auch mit alten Kumpanen bleihaltig rumschlagen, die ihn tot sehen wollen und zieht zudem eine süße Bekanntschaft vom letzten Raub, die vernachlässigte Frau eines Galeristen, Helga, in die Sache rein, die trotz schweigsamer Empörung über seine Taten schließlich mit Faszination sogar als interner Zuschauer daran teilnimmt.

Der Reiz des kriminellen Lifestyles, gemäß dem wiederholten Mantra des Films aus der inszenierten Zigarettenwerbung 'Französisch lieben - Englisch rauchen', geht sodann soweit, dass sie im entfärbten Betonlabyrinth für ein paar Klunker auf offener Straße Schädel einkloppen und Schienenbeine zerballern (knalliges, beinahe-orangenes Blut spritzt auf den Rinnstein) - man sich daraufhin im herbstlichen Wald-Fort bei Sonnenuntergang vermeintlich romantisch trifft, alles unter den beschwörenden Orgel-Drones des Soundtracks, von dem einzig und allein einige unschuldige, über den ganzen Film verteilte, Schildkröten und ein morbides Puppenspiel über Räuber & Gendarm verschont bleiben.

Als Helga's Ehemann allerdings hinter die Sache kommt, weil er sowieso ein Verhältnis zwischen den Beiden vermutet hat, geht er nicht wie erwartet zur Polizei, sondern geilt sich daran auf, sobald er Helga wieder im Haushalt unter seiner Fuchtel hat - infolgedessen plant sie mit Roger die Ausraubung der bald anstehenden Galerieeröffnung ihres Mannes - und zieht es durch, im zwielichtigen Schein der Straßenlaternen jener tieffinsterer, umschließender Vorgarten-Alleen.

Der Coup gelingt, doch die anarchistische Sicherheit des Outlaw-Daseins nimmt bald eine verhängnisvolle Wendung, der kurzfristige Wunsch nach Ausbruch aus der haltlos-grauen Gesellschaft mit Gewalt ist gerade durch sich selbst zum Scheitern verurteilt. Da bleibt Helga am Ende nur der Gang zurück hinter die massiven Gitter ihres prunkvollen Anwesens.




EINE FALSCHE BEWEGUNG - Wirklich souveräner und zeitweise haltlos-ruppiger, durchweg bodenständig-greifbarer Thriller, welcher sich über das ländliche Smalltown-Folk der USA entfaltet - mit starken und dennoch leichtfüßig gezeichneten Figuren (Top-Script von Billy Bob Thornton, will ich da mal hervorheben), geboren aus einem Ensemble on the top of their game.

Und Junge, Junge, wie sich erst so einige Schichten von Bill Paxton's Charakter eröffnen und einen schönen, dramatischen Bogen um die gesamte Geschichte ziehen...bis hin zum kalt in die Magengrube boxenden Showdown.

Wer diese 'FALSCHE BEWEGUNG' noch nicht kennt, sollte durchaus mal einen Blick riskieren, allein schon für die wirklich reizende Cynda Williams als wohlverdienter Dreh- und Angelpunkt des gesamten Narrativs.




DIE SEVEN-UPS - Nice, der von mir gern gesehene Joe Spinell (R.I.P.) hat hier eine feine Nebenrolle inne! Was es jedoch mehr über diesen Quasi-'French Connection'-Spin-Off, basierend auf einem weiteren echten Fall der Detectives Eddie Egan und Sonny Grosso, zu sagen gibt?

Nun, Roy Scheider spielt gewohnt solide den kernig-melancholischen Bullen, die allgemeine Gestaltung sowie der Spannungsbogen des Films sind ebenfalls von souveräner Erlesenheit. Regisseur D'Antoni kann sogar, wie bei seinen vorherigen Produktionen (u.a. BULLITT & FRENCH CONNECTION), wieder mal eine aufregende, adrenalingeladene Verfolgungsjagd im ungefähr gleichen Zeitfenster des Narrativs vorweisen - dieses Mal sogar noch länger als im Friedkin-Meisterwerk, welchem er sowieso in Sachen Stimmung und Plotstruktur Punkt für Punkt nacheifert.

Leider kann SEVEN-UPS trotz einiger zynischer Ermittlungsmethoden nicht denselben Grad an greifbar-dreckiger Authenzität, eindringlicher Faszination & naturalistischer Ruppigkeit vorweisen - schaffte im Vergleich zu seinem 'Vorgänger' sogar eine familienfreundliche PG-Freigabe, was am insgesamt bieder-oberflächlichen Gesamteindruck der recht beliebigen Krimihandlung leider doch allzu ernüchternd und zudem forciert auffällt.

D'Antoni versucht mit vollem Ehrgeiz, die Magie seiner letzten CONNECTION zu reproduzieren, doch leider versagt er dem Film die 'Connection' zur eigenen Stimme & Vision, macht sich seinen Inhalt auf der Suche nach dem Stil im Endeffekt austauschbar und wirkt deshalb umso belangloser. Schade drum, anschaulich gelungen ist er ja dennoch.




DAS KINDERMÄDCHEN - Wie kann diese 'GUARDIAN ANGEL'-Agentur überhaupt noch legal bestehen, wenn ihre Angestellten immer Babies stehlen und von der Polizei gesucht werden?

Ach egal, immerhin hatte Friedkin seinen exploitativen Spaß mit dieser trivialen Auftragsarbeit, einem abstrusen Okkultthriller der käsigsten Sorte - voll blödelig-blutigen Effekten, durchgeknallten Schauspielerleistungen und Jahrmarkts-Jumpscares, bei denen er sich im Regiestuhl wahrscheinlich totgelacht hat, so heftig-plump sie hier doch aufspringen.

Ursprünglich sollte übrigens Sam Raimi hier Regie führen - man merkt's, vorallem im Finale, in welchem ein lebender, mörderischer Baum (TREEVENGE lässt auch grüßen) dank dem Griff zur Kettensäge in Blutfontänen explodiert.

Für den kleinen Schpläddä-Hunger zwischendurch.




DER ZERSTÖRER / JEDER VOGEL BRAUCHT EIN NEST - 'Ich hoffe sie sitzen gut und haben starke Nerven, denn was ich ihnen jetzt zu berichten habe, könnte sie unter Umständen vom besagten Hocker werfen.'

Wolltet ihr schon immer mal euren gewöhnlich-lahmen, ultrazynischen Cheapo-Crime-Reißer aus dem unbeholfenen Something-Weird-Video-Milieu mit expliziten Hardcoremanövern in jeder Schlüsselszene versehen haben? Vergewaltigung und derb-bekloppte Räudensynchro (die aber unfassbarerweise Heinz Petruo verpflichten konnte) dürfen dabei auch nicht fehlen, während ein alter Sack mit Verbindungen zur Regierung, der 'General', seinen Junior anbölkt, weil der Schulden beim Mob hat.

'- Mr. Mandano, bitte, ich will nicht sterben!
- Das Mädchen wollte auch nicht gefickt werden! Du kennst unser Gesetz: auf Vergewaltigung steht der Tod! Aber du darfst gehen wie ein Mann, mit Würde. Anstelle einer letzten Mahlzeit geben wir dir einen letzten Fick.'

Innerhalb einiger feucht-fröhlicher Lesbenspielereien wird zudem ein alter Vietnamveteran namens Joe Napoli (!) vom General für den Kampf gegen die (hauptsächlich herumverkehrende) Mafia verpflichtet. Dort wird gerade übrigens eines ihrer Mitglieder nach oben erwähntem, knapp 10-Minuten-langen Henkersbumms von einem Revolver, der stilecht aus dem roten Vorhang hervorkommt, erschossen.

Joe Napoli entfesselt sodann seinen gewieften Masterplan, indem er einigen Mobsters aus dem Gebüsch heraus auflauert und diese mit dem Sturmgewehr in die ewigen Jagdgründe schickt. Der große Don Tony Mandano erfährt davon, während er einen geblasen bekommt und setzt nun alles daran, Mr. Napoli auszuschalten, der nun von Staat zu Staat reist, um ganz profan wahllos Mitglieder der Cosa Nostra (u.a. den 'Chef der Mafia', wie die Synchro behauptet) abzuschießen.

'Hallo Vermittlung, geben sie mir die verflixte Nummer von...ALSO ICH HAB DOCH NICHT GESAGT: ICH WILL SIE FICKEN! ODER SIND SIE IM PUFF AUFGEWACHSEN?!'

Schmatzende Schnurrbart-Küsse, extatische Schreihals-Rentner, spartanische Budenzauber-Shootouts im blauen Dunst der 'amerikanischen Nacht', eine uninspiriert-hingeschluderte Story mit reichlich Raum für assiges Gemetzel und verzoomte Porno-Leckereien voller Haare - einfach komplett widerlich als Gesamtwerk, diese ungeschönte, primitve Darstellung der Unterwelt im hedonistisch-gammligen Sexrausch (und damit höchstwahrscheinlich näher an der Realität als manch romantisierte Gangsterepen).

So lässt man eine Woche ausklingen!