Sonntag, 22. April 2018

SIGGIS CHOICE - Filmabend April 2018, No. 1 (Tipps vom 16.04. - 22.04.2018)

Dagmar Lassander, Raimund Harmstorf, Sibylle Rauch

Liebe Leser,

nun sehen wir uns doch ein bisschen früher wieder, als es in den letzten Wochen der Regelfall war! Das Ding ist nämlich, dass wir vom Zeitplan her gerade zwischen zwei dicken Filmabenden stecken – würde ich die Verarbeitung des ersten auf die nächste Woche verschieben, wäre ich selber zu verwirrt und würde mir zu viel Druck, quasi mehr und mehr Filme auf einmal aufdrücken. Noch ein Einblick in meine Logik: Wenn ich von einer Woche noch Movies zum Schreiben über habe, die ich besprechen will, schaue ich in der neuen automatisch weniger Filme – Arbeit und schönes Wanderwetter kommen da natürlich auch auf die Rechnung (und da war gerade letzteres nun absolut Bombe!), aber ich will mich so oder so nicht unbedingt aushungern, was den Streifenkonsum angeht. Deshalb rekapituliere ich heute in erster Linie alles, was mir Siegfried Bendix innerhalb eines regulären Filmabends und Mini-Filmabends servierte. Wunderbare Sache, das, Keule - es war eine tolle Mischung, das kann ich mit Fug und Recht behaupten! Der einzige Ausreißer in der ersten Runde am Samstag war höchstens „Ritter Jamal – Eine schwarze Komödie“. Das einzig Aufregende an dem Film war höchstens, auf die Pizza bzw. den Burger zu warten, den wir vorher bestellt hatten. Ansonsten kann ich mich nicht dran erinnern, dass Martin Lawrence mal so eine hyperdröge Pseudo-Kiddie-Gag-Reihenfolge abliefern durfte - und das, obwohl sich ihm als schwarzer Yankee am Hofe des König Artus zumindest genug Raum für einen Ulk der Kontraste bot. Da hatte selbst die „House Party“ mehr Pfiff - und die war schon voll hemdsärmeligster Aufmucker-Sabbelei. Als besserer Funnyman konnte sich daraufhin Rob Schneider bewähren, nach den „Surf Ninjas“ wieder mal im Filmabend unter der Ägide von „Judge Dredd“ zugegen! Da mir dieser schon seit der Kindheit bekannt ist, will ich hier nicht den Topfilm unter dem Einfluss der rosaroten Brille ankündigen. Er ist aber durchaus noch eine kuriose Übergangslösung zwischen 80er Bullen-Selbstjustiz-Pathos, 90er Sci-Fi-Action à la Carolco und Men-In-Black-artiger Persiflage. Allemal witzig anzusehen, wie Stallone versucht, sich da zu positionieren - ein gelungeneres Experiment seinerseits im Vergleich zu „Oscar – Vom Regen in die Traufe“, aber irgendwo auch ein bemühter Nachklapp vom „Demolition Man“. 

Martin Lawrence, Sylvester Stallone, Rob Schneider
Die berühmte "Zwei-Wort-Titel"-Reihe

Ein Film, der noch am Filmabend lief, aber nicht bei den Empfehlungen auftaucht, heißt „Blood Freak“. Der ist sogar ziemlich aufreibend, aber hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt, wie viele Filme aus der Sparte Something Weird eben überzeugen: Als Nirwana des Unvermögens, in der alles sehr langsam, enorm urig und technisch katastrophal auf den Nervenkitzel des Horrors aus ist. Allerdings geht es hier auch um einen mordenden Truthahnmann, der grundsätzlich des Marihuanas wegen zu jener Transformation gelangte und nur durch Jesus‘ Liebe gerettet wird. Filmemacher anno 2018 würden aus der Prämisse eine absichtlich miese und weit beschissenere Komödie erschaffen als das, was sich hier so angenehm ins blutige Durcheinander der Hippie-Moralkeule treibt. Allein der Besuch des angehenden Freaks auf der Truthahnfarm mit anschließender Verköstigung in Rekordlänge lässt Freude schöpfen, doch wir waren zu dem Zeitpunkt schon etwas hinter dem Horizont der Nüchternheit, also kann ich gerade nicht auf noch mehr stichhaltige Qualitäten zurückgreifen. Soll euch aber nicht von der Sichtung abhalten! 

Nicolas Cage, Joey King, Ryan Phillippe

Zwei kleinere Tipps noch vom bereits am Montag erfolgten Mini-Filmabend, wobei diese ihre Vorzüge noch sparsamer einsetzen: „The Humanity Bureau – Flucht aus New America“ muss es sich als Nicolas-Cage-Vehikel tatsächlich gefallen lassen, dass jemand anderes ihm die Show stiehlt: Jungdarsteller Lucas Weller, dem das Drehbuch (und die wie immer kostengünstige NEW-KSM-Synchro) so viele Trottelsätze und Fehltritte auf den Leib schreibt, dass er natürlich den Sohn von Cage gibt. Ups, Spoiler, egal! Es ist ja nicht so, als ob dieses dystopische Drama wirklich mehr aufbieten kann als eine lasche Melange aus „Looper“, „Soylent Green“ und „Logan“. Die einzelnen dramaturgischen Entscheidungen dazwischen hauen aber auch teilweise Abstruses raus, da stört es gar nicht mal mehr so sehr, dass das Narrativ nie so richtig aus der Exposition in die Progression umsteigen kann. Das Problem haftet zeitweise übrigens auch John R. Leonettis „Wish Upon“ an, aber ist nur das geringste Übel, das dort auffällt. Es wurde schon vielerorts darüber berichtet, wie daneben der Wünschelhorror am Teenie-Zeitgeist entlang schrammt und auch sonst mit Menschenkenntnis sowie seiner Genresprache an sich auf Kriegsfuß steht. Ich glaube nicht, dass ich da noch was Neues hinzufügen kann, außer, dass der erzählerische Flow gleichzeitig unfassbar vage, sperrig und peinlichst-auf-Kalkül-produziert ins Spektrum belehrender Spukgeschichten wandert. Solch eine abgewichste Merkwürdigkeit kann ich natürlich nur empfehlen, auch weil die Studiomasche selten so offen und taktlos ihr Baukastenprinzip offenbart. Perfekt erquickender Frust! Aber gut, dem Rest an jüngsten Sichtungen konnte ich überzeugendere Argumente abgewinnen und ich hoffe, dass ihr diese auch erkennen könnt bzw. wollt. Lest’s jetzt, schaut’s im Nachhinein, der nächste Filmabend und der Blog dazu werden bald bei euch sein!


Feel the motion, Sissy Kelling, Ingolf Lück


DER FORMEL EINS FILM (Wolfgang Büld, 1985) – Mit der Liebe lässt sich so manche Hitparade erstürmen, deswegen klinkt sie sich auch hier umso leichter in die Zeitgeist-Blödelei musikalischer Späße ein. Basierend auf der gleichnamigen TV-Sendung der Dritten bitten die berüchtigten Achtziger Jahre zum Eskapismus binnen schrillen Studiobetriebs und Stars zur Revue (u.a. Filmabend-Stammgäste Meat Loaf, Pia Zadora, The Flirts) als Grundlage fürs BRD-Teen-Abenteuer - gespickt mit Insider-Gags und Branchenklischees gleichermaßen, um welche sich die angehende Newcomerin und gegenwärtige Automechanikerin („Flashdance“ lässt grüßen) Tina Lehman (Nena-Zwilling Sissy Kelling) bewirbt und ständig abschmiert, da ihr Demo in allerlei Situationskomiken verschütt geht. Ihre Odyssee wird solch ein Ende nehmen, wie man es sich vorstellt - da macht sich Regisseur und Ko-Autor Wolfgang Büld keine Illusionen, obgleich sein romantischer Pop voll von denen ist, selbst die Persiflage der Szene und ihren mehr als zwielichtigen Managern eher auf irre Streiche und Eifersüchteleien polt. Dies turbulente Treiben funzt dennoch oder gerade dann als Zeitkapsel kunterbunter Unbedarftheit, wenn Büld so ziemlich „A Hard Day’s Night“, Jugendspekulation der LISA-Film und ein bisschen Punk koppelt, um so schier überzeichnet auf zig Anlaufstellen der Selbstfindung anno Kalter/Kult-Krieg zu kommen: 

Campino, Sissy Kelling, Ingolf Lück, Limahl, Pia Zadora, Falco, Meat Loaf

Karrierechancen und –knicke, Musterung und Praktikantinnenausbeute, die Ambivalenz des Groupie-Daseins und die hektische Kurzsichtigkeit Ingolf Lücks. Dazwischen melden sich die zur Amour verquickten Missverständnisse Stevies (Frank Meyer-Brockmann) hinsichtlich Tina, wiederum ihr Familienleben um die Neuentdeckung PC sowie die Toten Hosen auf Imagesuche. Campino und Co. betreiben dabei übrigens derart viel Faschingsrassismus, dass sie ihren Echo zurückgeben müssten. Im kritischen Rückblick bieten sich zudem die Überpräsenz von Super Dickmann’s und die Frage, ob Falco - dem ulkigsten Gastauftritt als Bindeglied zwischen Monaco Franze und Tom Cruise - jemals eine Hauptrolle angeboten wurde. Das Ganze bleibt eben mehr Show als Film, man wünscht sich mehr aufrichtige Aufmüpfigkeit und freche Schnauzen, bekommt stattdessen aber mehrmals die voll ausgespielte Musikvideo-Ästhetik. Allerdings: Wer manchmal alles aus dem Kessel Buntes springt, dürfte selbst strengsten Autorenfilm-Verköstigern imponieren und der Charme der garantiert nicht mundfaulen teen romance inkl. Verfolgungsjagden sowie schrottreifen Karren gen Finale sprudelt sich eh in Unmengen zusammen. Eine winning formula, trotz Limahl, der als Person wie immer alles Negative an seiner Ära vereint.


Xin shu shan jian xia


ZU WARRIORS FROM THE MAGIC MOUNTAIN (Tsui Hark, 1983) – Das Verhältnis von Form und Inhalt ist bei Tsui Hark schon eine sehr eigene Sache, das ist dem Leser dieses Blogs sicherlich schon einigermaßen bekannt. Da überrascht es also auch nicht, wie er die Fantasy-Folklore in diesem Fall wiederum auf den Höchstlevel allgemeiner Verunsicherung treibt. Das Chaos hat sich eingelebt: Ein Spektakel der Spezialeffekte rangelt sich um den ewigen Kampf von Gut und Böse, während die Überwältigung meist irgendwie im Auge des Hurrikans stattfindet. Alles ist stets spontan und grandios groß am Wegfetzen, während die permanente Exposition (inkl. Untertitelmassaker) um Dik Ming-kei (Yuen Biao) überhastig aus dem mythischen Nähkästchen plaudert, sich im gleichen Moment umsetzt. Dementsprechend flott erfährt dieser seine Begegnungen mit Berggeistern, übernatürlichen Meistern und Schutzherrinnen der Sterblichkeit, ehe er der unverhoffte Schüler von Ding Yan (Adam Cheng) wird, des Nächtens wie allesamt in den Flugmodus des Wire-Fu‘s umschaltet. Überirdische wie höllische Magien wirbeln den Schlagabtausch dabei so virtuos auf, dass jedwede externe Dramatik des Überblicks halber kaum probiert wird – obgleich es hier bestimmt nicht an Schicksal und Aufopferung mangelt, entgeht Hark dem Melodram weitgehend in der Gegenüberstellung mit dem nächsten surrealen Effekt.



Die Supermänner im Strudel elementarer Herausforderungen bewandern ohnehin die Grenzen von Dies- und Jenseits, der Film leistet dem Folge und stülpt seine Szenarien mit fliegenden Flammen, Portalen, geißelnden Barthaaren, Erdbeben und Doppelgängern um, dass einem knapp 100 Minuten lang die Kinnlade runtersteht. Die Frage nach dem eigentlichen Inhalt wird da Stück für Stück vergebens, was sich zwischen den Extremen an Shaw-Bros.-Wuxia und „Ashes of Time“ tatsächlich ziemlich gut verleben lässt, sowieso am ehesten damit begeistert, welche fantastischen Visionen und Nachtmahre hier vor der Linse produziert werden können, während Harks Kamera- und Schnittdynamik wie eh und je an ihren jeweiligen Grenzen wackelt. In dem Sinne gigantisch, aber eben kein episches Erzählkino (wir sind ja hier noch nicht bei „Once upon a time in China“ angekommen). Seinerseits sicher zu durchschauen ist, dass Generationen/Nationen/Geschlechter an Kämpfern ihren Frieden untereinander finden sollen, um das Gleichgewicht im Erdkern an sich halten zu können. Natürlich steht das im Widerspruch zum Augenmerk des Ausschweifens in Harks Werk, aber mit den Kontrasten geht man bei dem Herren dauernd gerne auf Tuchfühlung.


Sex Maniac


MANIAC aka SEX MANIAC (Dwain Esper, 1934) – Aus einem der frühsten Lager amerikanischer Exploitation grüßt das Panorama an Geisteskrankheit aus dem Keller/Studio und scheint sich in einem Madman (Bill Woods als Don Maxwell) zu bündeln, der sogar die Rolle seines Mad-Scientist-Lehrmeisters (Horace B. Carpenter als Dr. Meirschultz) mit Brille und Bart übernimmt, ehe er die zerfressende Schuld à la Edgar Allan Poe in sich als Gipfel einer vollends entrückten Welt rauslässt – so als wäre er den brachial reingeschnittenen Texttafeln an Psychose-Definitionstexten erlegen, krasse Konkurrenz für Moses und seine 10 Gebote! Knapp 50 Minuten lang unterwandern Prä-Sleaze-Unternehmer Dwain Esper und seine Ehefrau/Drehbuchautorin Hildegarde Stadie somit vielerlei moralische Konstanten ihrer Roadshow-Zielgruppe, machen aus Sex und Gewalt keinen Hehl, wie der Ton untereinander ebenso im moralischen Bodensatz an Verschwörung, Blutdurst, Spekulation und Hysterie angesiedelt bleibt. Die Akteure dazu bewegen sich meist wie angewurzelt im Kosmos des Spartanischen, schwadronieren aber mit dem Größenwahn, obgleich Katzen und Ratten beinahe auf Augenhöhe mit ihnen untereinander kämpfen. Alle sind eben schon ganz unten angekommen, doch selbst als Leiche hat man da keine Ruhe: 


Die Experimente mit dem Nachleben sollen wahr werden, bleiben natürlich ein Hirngespinst der Fledderei wie jene Urheber dessen auch allzu falsch in die Rolle des Psychiaters schlüpfen. Viel lieber erwarten diese aber ihre Rollenverteilung als Täter und Opfer, weshalb der Revolver schon griffbereit neben dem Einmachglas mit Hirn im Labor verstaut liegt. Solch ein Grad an paranoider Planung geht dementsprechend im Wahnsinn auf, parallel dazu ist die Unbeholfenheit der Regieführung ein absoluter Glücksgriff: Alles schleppt sich in die Ekstase niederer Impulse, die Gewalt ist so karg wie ungelenk von physischen wie psychischen Wänden eingekesselt und dann tummeln sich noch Ausschnitte aus europäischen Höllenvisionen der Stummfilmzeit zum Kopfkino der Manie zusammen. Der ständigen banalen Verbalisierung wegen bleibt keine Deutung dazu offen, umso offener blickt der Film auf Frauen in Unterwäsche und bald danach auch auf Frauen im Faustkampf mit ihren Mordsplänen, wohlgemerkt nachdem das Katzenauge von Maxwell aus der Höhle gedrückt und verspeist wurde – er hat gut lachen, selbst, sobald ihn die Bullen in flagranti stellen. Eine reichlich abgeräudete Parade der Untiefen.




DAS WUNDER (Eckhart Schmidt, 1985) – Wo der deutsche Film an sich ja schon ein netter Geselle ist, erlebt man ihn nicht selten anstrengend, ganz gleich, ob man ihn der E- oder U-Kunst zuordnen mag. Erst letztens re-störten mich Grönings „Die Terroristen“ und Kraumes „Dunckel“ mit ihrer jeweils selbstgefälligen und stumpfen Haltung ins Belanglose hinein und auch wenn dies symptomatisch für die deutsche Kultur allgemein stehen kann, bliebe was Lebhaftes abseits der Genre-Signale dann doch eher hängen. Ein hingegen gelingender Blick zurück ins Glück bietet da Schmidts Wunderwerk, obgleich der Mann sonst nun wirklich kaum was an Anstrengung ausspart. Man erwartet z.B. auch hier von Anfang an, dass Sal Paradise mit einem Track die Gesamtbeschallung stellt, doch selbst da bieten sich einfach mehr Nuancen, mehr Fallhöhen in einem waschechten Familienmelodram an. Jenes buhlt um die religiöse Wende, malt aber Kontraste in der Dissonanz laut, die vom denkbar grellen Export-Trio Raimund Harmstorf, Dagmar Lassander und Anja Schüte ins gesamte Spektrum an Liebe/Hass getragen wird. Letztere, als Tochter Raphaela, hadert nämlich mit ihrer Blindheit, findet durch Zimmermädchen Maria (Anouschka Renzi) jedoch verstärkt zum Glauben/zur Verzweiflung, alsbald in ein echtes Leben zu entkommen. 

Anja Schüte, Dagmar Lassander, Raimund Harmstorf, Anouschka Renzi

Dies ruft die Eifersucht der Mutter (Lassander) auf den Plan, während sie der Untreue des Vaters (Harmstorf) wegen schon mit Antipathie in den Tag hinein lebt. Die giften sich an, nur gehen ihre Entscheidungen öfters in die Defensive – Harmstorf spielt das am schönsten als cholerisches Muskelpaket mit Hang zur stillen Vorsicht, sobald es um die Tochter geht, welche wiederum ihre besten emotionalen Kernsätze im Stil der Stille findet. Dennoch sind alle stets geladen, kurz vor dem Suizid und sowieso beziehungsunfähig, zusammen einsam. Schmidt kurvt da mit scharfen Perspektiven in den Luxus und dessen wechselwürgende Hilflosigkeit, dass die Rettung im Sakralen im Gegenzug nicht unbedingt heimisch daherkommt, eher noch als absurderes Delirium - wenn auch gewiss nicht ohne empathischen Effekt und, noch besser, vom Reiz zeitloser Spurensuche ins Übernatürliche nährend. Für manchen Zuschauer eventuell ein bissl zuviel Märchen, aber wie auch immer die Fügung verläuft: Bei Schmidts Verhältnissen muss man halt festhalten, wenn überhaupt mal dramaturgische Entwicklungen stattfinden (und dennoch Spontanitäten wie die Story um Raphaelas Ex-Boyfriend einbaut) – und in diesem Fall geraten sie zu einer deftigen Passion gegen die/mitten in der Entfremdung. Klingt ein bisschen nach Tsui Hark.


Jason Bateman


TEEN WOLF 2 (Christopher Leitch, 1987) – Wo wir gerade beim Thema sind: „Wunderbare Sache, das!”, ist einer der wiederholten Sprüche im Rahmen der deutschen Synchro (womöglich von Dr. Michael Nowak?), welche diese Fortsetzung der Michael J. Fox-Wolfskanone veredelt (Das Lexikon des Internationalen Films meint hingegen, dass diese den Film erst recht ungenießbar macht - drollig). Jason Bateman ist nämlich als Ersatz dessen zugegen und erlebt so ziemlich dieselbe Storyline vom Cousin, wobei er bereits vom lykanthropischen Schicksal seinerseits weiß und trotzdem mit guten Noten allein durchs College wuseln will – nur dass ihn der unvermeidlich haarige Ausbruch an inneren Werten letztendlich nicht zum Basketball, sondern in den Boxring führen. Selbst die moralische Reagonomie, sich im Ehrgeiz nicht nur auf die naheliegende (athletische) Kurzfristigkeit und Popularität zu verlassen, sondern auch wirklich was für sein Umfeld zu leisten; Disziplin, Wissen und natürlich Menschlichkeit zu beweisen: Altbekannt und -backen. Und davon gab es noch eine TV-Serie? Wie dem auch sei, wegen der internen Wiederholung kommt hiesiger Teil scheinbar nie gut weg und obwohl man durchaus argumentieren kann, dass der Vorgänger zudem mehr Schauwerte und (streitbar) Verquickungen anbot, lief der zweite Wolf dann doch noch mehr zur spaßtreibenden Hochform auf. 


Das liegt einerseits an der inhärenten Honkigkeit der ewigen Spackenvisage Jason Batemans, andererseits an der vollen Blödelladung im verbalen Umgang binnen der Jungs und Mädels, die solche Laberschöpfungen wie „Saudische Kurzsocke, ein sehr seltener Fuppe“, „Wenn der seinen Büffel parkt, staubt’s“ und „Kröte am Mitttag, Pech am Dritttag“ beinahe im Sekundentakt liefert. Macht umso stärker Bock, da allesamt auch als Pointen frischer Frechheit gegenüber den fiesen Dekan, den Raudis und verwirrten Hormonen hinhauen, also muss man hier keinen Brunnemann-Overkill erwarten. Dennoch empfiehlt es sich, die eine oder andere Flasche Promilleverstärker mitzunehmen – insbesondere, wenn es auf das letzte entscheidende Match zugeht, das vermutlich ein Drittel des gesamten Films einnimmt. Vorher gibt’s jedoch eine Montage mit „Send me an Angel“ von Real Life – eine schicke Überraschung und Rückblende zur Filmabend-Legende „Rad“! Sind solche externen Faktoren (sowie der ohnehin bewährte, hier zeitweise recht abwegige College-Schabernack) dafür zuständig, dass der zwote Wolfsbursche bei uns so wirksam glückte? Mag sein, aber man erinnere sich: Alkohol konnte z.B. „Nukie“ jüngst nicht retten – jeder Fall ist anders und dieser hier feuert gehörig Juxpower ins Freundschaftsband.

Kommentare:

  1. GREASE 2 bitte auch noch abchecken

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    1. Jawoll, der steht sogar schon ne ganze Weile auf der Liste, die Zeit wird kommen <3

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