Sonntag, 14. Juli 2013
Tipps vom 08.07. - 14.07.2013
ICH DENKE OFT AN PIROSCHKA - Leichtlebig-schöne Technicolor-Romanze von Kurt Hoffmann, mit Liselotte Pulver und einer recht bittersüßen Geschichte, aus der ich eins gelernt habe: Wenn ich mal groß bin, will ich nich so ein Versager wie der Andreas im Film sein! Die Piroschka würde ich heiraten! :D
JASON UND DIE ARGONAUTEN - Fabelhaft funktionierendes Fantasy-Abenteuer mit einem saugut-gelaunten Helden Jason und seinen höchst männlichen Argonauten, dass zwar nicht das Tempo, aber bereits die Grundstruktur vieler späterer und heutiger Blockbuster ähnlicher Coleur inne hat. Wie immer schön natürlich Harryhausen's Topeffekte, aber auch die Heroik und der Spaß der Monsterodyssee laden zur "göttlichen" Sandalenunterhaltung ein. Allerdings fehlt irgendwie noch ein Showdown mit Pelias, um die ganze Story abzurunden, aber auch egal, war schon richtig gut, der Film :)
P.S.: Ein Remake nach modernen Standards wäre gar nicht mal so unsinnig ;)
THE PAPERBOY - Ein Film, der perfekt in die klebrige Hitze jetziger Tage passt. Südstaaten-Sex&Crime der vergnüglich-perfiden Art, mit einer atemberaubend-aufgebrezelten Nicole Kidman zum Dahinträumen, was Hauptdarsteller Zac Efron desöfteren praktiziert. Da kommen Körper in Wallung, während ein brisanter Kriminalfall um Drecksau John Cusack von Matthew Mcconaughey gelöst werden will, bis hinein in die schwülsten Sümpfe der Filmwelt. Nebenbei wird auch der damalige Rassismus unterwandert. Toller Sehnsuchts-Sleaze auf 16mm gedreht, sehr schön :)
SHARKNADO - Eigentlich sind ja nur das Stockfootage-Patchwork und die Spezialeffekte die einzigen Makel dieses unterhaltsamen TV-Hai-Actioners mit einigen richtig netten Setpieces, gewitzt-doofen Ideen und Charakteren, einem hohen Tempo, souveränem Soundtrack und Acting - FÜR ASYLUM-VERHÄLTNISSE. Ausserdem ist der Barkeeper-Daddy als Hero ziemlich badass und erhält ein fulminantes Deluxe-Finale, das man einfach gesehen haben muss.
DAS BLAUE LICHT - Leni Riefenstahl's Regiedebüt, ein Bergdrama auf simplen Märchenniveau mit mystischen und romantischen Elementen, lebt vorallem von seiner hochwertig-impressionistischen Optik, aber auch von Riefenstahls Selbstinszenierung als niedlich-naive Hauptdarstellerin. Schade, dass ihre Filmographie danach nie mehr so leichtlebig daherkam wie hier, stattdessen den Nazis verfiel.
ICH SPRENG EUCH ALLE IN DIE LUFT - Hauptsächlich ein ulkiges Kammerspiel um einen vorlauten Psycho-Halbstarken (Werner Pochath), der ein Polizeibüro in Schach hält, während sein eigentliches Ziel - der Götz George als Blomfield - am anderen Ende der Stadt einen trivialen Mordfall zu lösen versucht, handlungs- und strukturtechnisch ähnlich wie im italienischen Merli-Krimi "Kommissar Mariani - Zum Tode verurteilt".
Die Auflösung des "Falls" ist auch recht nebensächlich und auch im Hauptplot findet nichtmal ein finales Aufeinandertreffen des Bösen und des Guten statt. Stattdessen müssen die anderen Kollegen (u.a. Gert Günther Hoffmann und Eddi Arent), zusammen mit 2 Stripperinnen, hinlangen, um den Gangster mit der Lederjacke und seinem Nitroglizerin aufzuhalten. Blomfield selbst kriegt von der Geiselnahme zum Schluss selbst gar nix mehr mit, obwohl er der Grund für den ganzen Schlamassel war, steht dennoch als Held des Tages da.
Fast also schon ein recht gewitzter Gegenentwurf zum typischen Kommissar-im-Mittelpunkt-Krimi, erst recht im Vergleich zum restlichen, profilierteren Gesamtwerk George's. Dazu gibt's auch einige schmissig-zynische Sprüchlein und ein paar nackte Tatsachen, gepaart mit 2 richtig liebevoll-verkorksten-und-getricksten Verfolgungsjagden zum Anfang und zum Ende hin. Ein bisschen mau ist der Gesamteindruck dennoch - hier wird viel mehr geredet, als das wirklich was gemacht wird (genug Potenzial hätte es ja gegeben). Als Abendunterhaltung auf dem VIERTEN aber allemal ok.
DIE VERSTOSSENEN - AM RANDE DER APOKALYPSE - Ambitioniert-solide B-Dystopie über ein brutales Zweiklassensystem. Erinnert sogar ein bisschen an CHILDREN OF MEN oder AEON FLUX oder wasauchimmer. Die deutsche Synchro ist auch überraschend wohlklingend für eine SyFy-Produktion, was auch für die handtechnische und schauspielerische Umsetzung des Ganzen gilt. Der große Funken fehlt hier zwar, aber insgesamt ein stimmiger Streifen, mit überraschend wenig CGI für einen Tele5-Film.
Und beinahe sehenswert, weil unfassbar:
MISSION I.R.I.S. - Immens verkackter Serienzusammenschnitt als konfuser Agententhriller, der jedes Timing und jeden Spannungs-/Charakteraufbau aus dem Fenster wirft, sodass man immer mehr damit hadert, der Wendungs-überschäumenden Handlung im interlaced-TV-Look interessiert zu folgen. Immerhin ist das Finale einigermaßen cool, aber bis man sich dorthin durchgekämpft hat, nach zahlreichen schludrigen Actionsequenzen und Langweiler-Baddies, die sogar STIRB LANGSAM 5 unterbieten, schaltet man wahrscheinlich eher ab. Vermurkst!
Montag, 8. Juli 2013
Tipps vom 01.07. - 07.07.2013
SUMURU, DIE TOCHTER DES SATANS - Eine kostengünstig produzierte Eurospy-Sause von Rom bis Hongkong mit den trottelig-daherblödelnden Agenten und Frauenhelden George Nader und Frankie Avalon, die den Weltmachtfantasien der Powerfrau Sumuru und ihren treu ergebenen Pseudoemanzen entgegenstehen. Was nun genau der Plan von Sumuru bringen sollte sowie vereinzelte Handlungen unserer Helden, wird nie wirklich greifbar, spielt aber eher eine untergeordnete Rolle. Einerseits ist der fixe Film (76 Minuten Laufzeit) recht spaßig, mit tolldreisten Sprüchen und Flirtereien, schönen Frauen und einer guten Portion Budenzauber-Action angereichert, andererseits vermitteln die seltsam entrückten 60's-Euro & Asia-Kulissen, der Swinging-Psychedelica-Soundtrack, die stimmungsvoll-bizarre Kameraarbeit, die ständige Grinserei und Sprücheklopferei Nader's und Avalon's sowie der umherspringende Handlungsverlauf die surreale Atmosphäre eines bunten, daherwabernden Fiebertraums mit Macho- & Gothik-Elementen (siehe Sumuru's Folterkeller). Somit ergibt sich ein unterhaltsam-weirder Euroknaller, der sowohl als trashige Männerfantasie als auch als psychotronischer Traumtrip gesehen werden kann. ONLY GOD FORGIVES anno 1967? ;D Bin mal gespannt, ob Jess Franco alle diese Elemente in seiner Fortsetzung "Die sieben Männer der Sumuru" nochmal verstärkt hat.
DER ARZT VON ST. PAULI - Einer der vielen, tollen St. Pauli-Reißer von Rolf Olsen, voll naivem Sex/Romantik & Crime, unterlegt mit ulkig-zynischen Sprüchen, einem astreinen Erwin Halletz-Score, spekulativen Gruppensexparty-Inszenierungen und einem guten Spannungsbogen um Intoxikation, Erpressung und Mord unter dubiosen Gynäkologen. Dem entgegen stehen der ruppige Gutmensch-Doktor Jan Diffring (Curd Jürgens), Matrose-auf-der-Flucht Hein Jungermann (Fritz Wepper), dessen neue Flamme Karin Steffen (die viel zu selten in Filmen eingesetzte Marianne Hoffmann) und natürlich auch Heinz Reincke. U.a. werden sie aktiv gegen den Bruder von Jan, Klaus Diffring, ebenso krimineller Frauenarzt, der über Leichen geht und Frauen mit Aphrodisiaka für seine perversen Spielchen gefügig macht. Dabei kommen im stetigen Verlauf einige Härten zusammen (auch spruchweise dank der derben Berliner Synchro - besonders im letzten Filmdrittel dreht Arne Elsholtz als großmauliger Gangster so richtig auf), die mit Olsen's bewährtem Handkamera-Stil eine schön knallig-unbedarfte, wunderbar-sleazige Milieufiktion erschaffen und in einem gewaltigen Shootout-Finale münden (zudem begeistert zur Filmmitte hin auch eine recht spannende und inszenatorisch gelungen-"herzliche" Herzoperation Diffring's an einem kleinen Mädchen). Pure Unterhaltung bei diesem toughen Vertreter des deutschen Exploitation-Kinos!
ABSOLUTE GIGANTEN - Einer dieser großen Hamburg-Filme, die mir bisher entgangen sind. Der Abschied als nächtliches Abenteuer - besser geht's nicht.
Ich hab auch viele PIXAR-Klassiker nachgeholt, die ihr sicherlich schon alle kennt. Da sie alle eigentlich toll sind, hab ich mich mal ganz mathematisch darauf beschränkt, welche in meiner Gunst höher stehen: FINDET NEMO > OBEN > WALL-E > RATATOUILLE > DAS GROSSE KRABBELN
DER GIGANT AUS DEM ALL - Der Pre-SUPER-8-Animationsklassiker von Brad Bird um einen Jungen und seinen großen Alienroboter. Mit soviel Herz und Frische, dass es umso schader ist, das er floppte. Nebenbei der beste Nicht-Superman-Superman-Film.
ICH, EINFACH UNVERBESSERLICH 2 - Wenn man schon Teil 1 mochte, wird einem auch dieser gelungene Nachfolger gefallen. Zwar steckt hier nicht soviel Herzschmalz drin wie im Vorgänger und die Figur der Lucy ist vom Humor her eher was für die ganz kleinen Zuschauer, aber dafür sind natürlich die Minions (die sich gegen Ende zu WORLD-WAR-Z-artigen Massentrauben auftürmen und zudem ihr recht offensichtliches Coming-Out zelebrieren) und Gru's Mädels wieder feinste Sahne, sowie der neue Schurke in petto, EL MACHO, der mit seiner Backstory wohl allen die Show stiehlt Spaß und gewitzte Unterhaltung, für jedermann geeignet.
ALL-STAR SUPERMAN - Wahrscheinlich der beste Superman-Feature-Zeichentrickfilm seiner Zeit, basierend auf dem gleichnamigen, beliebten Graphic Novel.
WOLKIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN - Unterhaltsames und gewitzt-einfallsreiches CGI-Abenteuer um die Invasion durch riesiges Essen, für alle Altersklassen. Fortsetzung folgt dieses Jahr!
SUPERMAN: UNBOUND - Ein Supi-Animationsabenteuer von 2013, in dem er gegen den bösen, allwissenden und Welten-verschlingenden Braniac antritt. Souverän und actionreich!
DIE REISE NACH TILSIT (1969) - Schwarzweiß-Provinzdrama, so hoffnungslos und hart wie später DAS WEISSE BAND, so von Wolken verhangen und erdrückend wie später Filme von Bela Tarr - zumindest in der ersten Hälfte, dann versucht man nämlich die Stimmung 35 Minuten lang zu heben. Vergebens, wie das Ende zeigt.
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Montag, 1. Juli 2013
Tipps vom 24.06. - 30.06.2013
AMERICAN DRIVE-IN - Unterhaltsame US-B-Komödie um ein verrücktes Autokino, wo blödelig synchronisierte Rocker und notgeile Teens abhängen, die sich gemeinsam Ausschnitte aus den zu der Zeit noch nicht fertiggedrehten HARD ROCK ZOMBIES schauen, dabei in gewitzte sexuelle und kämpferische Situationen geraten.
DIE LEGENDE DER WÄCHTER - Zack Snyder's charmant-düsteres Animationsabenteuer um niedliche Eulen vs. Nazi-Eulen mit "300"-infusierter visueller Superkraft, schickem Soundtrack (inkl. DEAD CAN DANCE) und einigen erhebenden Momenten. Ausserdem ist das Ende fast dasselbe wie bei MAN OF STEEL
SUPERMAN III - Anfangs noch ziemlich bieder und unfassbar ulkig, wird's interessant, sobald Superman zum Bösen modifiziert wird und wie ein Arschloch Unfug anstellt (z.B. rückt er den Turm von Pisa gerade und löscht mit seinem Superatem die olympische Fackel). Dazu gibt's auch ein tolles Finale mit 8-bit-Grafiken, Cyborgs und Pamela Stephenson inkl. Top-Dekolleté. Superman 2 bleibt unübertroffen natürlich
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Montag, 24. Juni 2013
Tipps vom 17.06. - 23.06.2013
MAN OF STEEL - Dieser Neuversuch des Superman-Franchises ist alles andere als scheu (höchstens im Humorbereich, gar nicht so "witzig" wie Superman 3 & 4 :P).
Zack Snyder bedient zwar eine gewisse Nolan-Template (was man im fragmentarischen Handlungsaufbau bemerkt, der mit seinen hart-geschnittenen Flashbacks und Compressed-Stroytelling Erinnerungen an BATMAN BEGINS, INCEPTION und auch RISES zu Tage fördert), kommt inszenatorisch aber ein gutes Stück verspielter, was vorallem die visuelle Ebene betrifft. Auch scheut er weder vor gar-nicht-so-subtilen Anspielungen auf den Jesus-Mythos, noch vor auch teils drastischen Bildern (Terraforming, ne) und erst recht nicht vor brachialer Überaction mit ganz ganz viel CGI und allgemein ziemlich eindeutigen Figuren und Bildern zurück. Leider hält der Film nicht ganz den emotionalen Level, den man von den Trailern erwartet hat, was aber nicht heißt, dass der Film ohne Herz wäre. Mindestens ein bestimmter Moment von Kevin Costner's Jonathan Kent-Charakter dürfte für gehörig Gänsehaut sorgen, und gegen Ende wirds auch so larger-than-life-dramatisch, dass einem schon mal der Atem stocken kann. Sowieso sollte man aber auch den Vergleich mit den Trailern vermeiden, denn viele Stellen werden nicht so ausgespielt, wie man erwartet hätte - wirkt manchmal etwas befremdlich.
Grade neben solchen Momenten überraschte mich der Film aber doch schon wieder sehr, allen voran wie akzentuiert die Sci-Fi- und Mythosebene gestaltet wurde. Das Setdesign auf Krypton und auch die gesamte Alientechnologie/Gesellschaftsstruktur hatten was von DUNE bzw. auch H.R. Giger, einfach daher wie organometallisch alles funktionierte und auch so ein Stück Mittelalteranleihen hatte. Und zusammen mit der düsteren Kamera, dem leicht synthizierten Hans Zimmer-Score und der serious-business-Story und Schauspielerei entwarf sich da eine recht schön-gloomige Atmosphäre, die schon wirklich, um es mal ganz trivial auszudrücken, cool rüberkam, mir jedenfalls imponierte. Gleiches gilt natürlich auch für den humanistischen Part des Films, u.a. darin, wie es wohl wäre, wenn auf einmal wirklich Aliens existieren würden oder auch ganz explizit, wie und ob man diese Supergaben mit der Menschheit teilt, und ob die Menschen einem dann vertrauen. Ab und an wünscht man sich auch mehr davon, insbesondere mehr von den Kents wäre toll gewesen (oder auch von Perry White und seinen Kollegen, die für ihre dramatischen Szenen gerne vorher mehr Screentime hätten haben können).
Doch mit dem, was man geliefert bekommt, kann man durchaus zufrieden sein (reichlich ikonographische Größe wird auch gebracht). Und erst recht zufrieden kann man mit dem Anteil an Action sein, der wohl alle Superman-Filme und allgemein die Blockbuster dieses Jahres in den Schatten stellt, teils so orgiastisch und apokalyptisch grimmig, inmitten ausgeballlerter Wolkenkratzter, mit akrobatischen intergalaktischen Fistfights - das haut schon rein. Wie man es auch dreht, ein perfekter Film ist der Man of Steel jetzt nicht geworden - aber ein eindrucks- und stimmungsvoller Blockbuster mit impressionistischen Ambitionen, der zudem seinen Sci-Fi-Aspekt richtig überzeugt umarmt, ist er dennoch geworden. Klare Empfehlung.
DIE MONSTER-UNI - Eine typische High-School/College/Uni-Story alà RACHE DER EIERKÖPFE, Pixar-Style! So schön famos-witzig und auch gewitzt-einfallsreich inszeniert, dass man einfach nur damit sympathisieren kann. Stimmiges Character-Development und unterhaltsame Dramaturgie inkl. - das Original hat dagegen allerdings noch die Nase vorn, was so Spannung, Showdown und Herz betrifft.
LOHN DER ANGST - Ich liebe ja das Remake "ATEMLOS VOR ANGST", aber das Original mit seiner liebevollen Charakterzeichnung und ohne Musik auskommende Superspannung ist mindestens genauso stark. Und inszenatorisch so frisch wie eh und je.
RALPH REICHT'S - Der Disney-Animationsfilm in der Videospielwelt. Funktioniert wundervoll - Witz, Action und Herz sowie liebevolles Design am Start. High-Score!
MANBORG - Trotz niedriger, visueller Qualität (wegen kleinstem Budget), ein ultrawitziger Sci-Fi-Reißer von den Machern von FATHER'S DAY. Voller Gore, Stop-Motion, ulkigen Masken und top-80's Soundtrack, mit famosesten Charakteren (mein Favorit: #1 Man). Der ganz große Coup ist aber der "Trailer" nach dem Film, BIO-COP. Konstant totgelacht Ich bereue wahrlich nicht den Kauf der ungekürzten US-DVD^^
NOBODY KNOWS - starkes, humanistisches Armutsdrama aus Japan, basierend auf einen von vielen wahren Fällen gröbster Vernachlässigung.
BEHIND THE CANDELABRA - Die tragikomische, vergnüglich gespielte und gestaltete Bizarro-Variante von "FAUSTRECHT DER FREIHEIT". Im Vergleich dazu aber auch weit expliziter, weit weniger humanistisch, dafür aber auch zelebröser, teils an so unsubtile Freakshows wie "EIN KÄFIG VOLLER NARREN" grenzend (liegt auch an den kitschig-understatigem Soundtrack). Ultrasympathisch und nachvollziehbar sind alle Charaktere dennoch, erleben auch *SPOILER* ein recht bitter-bodenständiges Ende, dass sie sich selbst aber mit zauberhaft-süßer Verblendung schöner machen *SPOILER ENDE* - Soderbergh's "Abgesang" auf die Kinowelt ist ein liebes und spaßiges Biopic geworden.
SUPERMAN 2 - Seit langer langer Zeit mal wieder gesehen, ein Meilenstein im Comicfilmgenre, von dem es ja bekanntlich 2 Fassungen gibt. Ich finde ja schon die Lester-Version echt toll, auch wenn einige Gags extrem aufgesetzt wirken und der Paris-Part schon zur Entstehungszeit alt ausgesehen haben müsste. Dennoch zünden die meisten Gags (die dann von Donner später allesamt rausgeschnitten wurden) und ich wurde prächtigst unterhalten, vorallem dank Zod und seiner Crew. Der Donner-Cut lässt (nicht nur viele witzige) Szenen weg, um seiner ursprünglichen ernster-epischen Vision gerecht zu werden - und die meiste Zeit über funktioniert's auch. Unstimmig wird's allerdings, sobald die für jene Fassung neu gemachten Spezialeffekte eingestreut werden, ebenso wenn furchtbar aufgesetzte, neue Soundeffekte zum Einsatz kommen - beides passt einfach nicht zum restlichen Ambiente des Films. Zudem wirkt das Fehlen altbekannter (Lester-)Sequenzen doch arg schädlich für das Tempo mancher Szenen. Nunja, unter den Umständen war es halt nicht anders möglich für Donner, seine Wunschfassung zu erstellen, von daher sei es ihm verziehen - der Film bleibt so oder so trotzdem toll. Nach dieser Woche darf ich übrigens feststellen, dass mir sowohl die spaßige (Superman 2), als auch die bitterernste Variante (Man of Steel) der Superman-Mythologie wirklich zusagen. It can happen!
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Montag, 17. Juni 2013
Tipps vom 10.06. - 16.06.2013
A MOMENT TO REMEMBER - Unfassbar effektiv-kitschiges, süßes, südkoreanisches Liebesepos mit härtesten Tearjerker-Auftrag. Hier wird einfach jeder weinen!
DIE FRAU IN DEN DÜNEN - Japanischer Klassiker, ein Kammer- und Psychospiel in der Wüste, delirierend inmitten brütender Hitze und Körpersehnsucht, mit einnehmend-starker Atmo. Also, ich würde auch meine Wohnung unter eine Sandkuhle vergraben und mit der "Antagonistin" zusammenleben, soooo coooool! Dennoch eine spannende und düstere Studie menschlicher Panik mit einer guten Ladung Stockholm-Syndrom.
OLYMPUS HAS FALLEN - Ein Film aus den 90ern - transformiert in die Jetztzeit: Auf einer Stirb-Langsam-Schablone nachgezeichnet; voller inhaltlicher und dialogtechnischer, lachhafter Klischees; mit GIGANTISCHEM Patriotismus (u.a. Melissa Leo's Rolle: OMG!) und knallender Gewalt ständig aufgegeilt pumpend (wozu der Bombast-Score auch seinen Teil beiträgt); Ultra-Schwarz-Weiß-Zeichnung XL Turbo; ein Held im Weissen Haus, der seinen Feinden markige Sprüche, Fäuste, Messer und Kugeln entgegensetzt; Veteranen wie Ashley Judd, Morgan Freeman, Angela Bassett und Robert Forster; klobige CGI-Effekte aufgrund fehlendem Budgets - alles so souverän zusammengepackt mit einer neumodern-inszenatorischen Rasanz (shakey-cam und fast edits inkl.) und Ironiefreiheit, dass man blendend von Anfang bis Ende unterhalten wird (vorallem, wenn man ähnliche Filme von damals, wie "ALARMSTUFE: ROT 1+2", gerne im Regal stehen hat). Teilweise geht's auch richtig ruppig zu, mit Schottensympath Gerard Butler als McClane-esquer Superagent, der seinem nordkoreanischen Terroristenfeind ein ganz schönes Dorn im Auge ist, inkl. harter Körperkloppereien und Genickbrüche. Vieles in diesem Film hat man schon tausend Mal gesehen, aber ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich mir seit langem mal wieder so einen toll-doof-harten Actionfilm gewünscht habe. Suck on that, STIRB LANGSAM 4+5! (P.S.: Vor dem Hauptfilm lief bei uns auch der Trailer zu WHITE HOUSE DOWN. That's comedy!)
Montag, 10. Juni 2013
Tipps vom 03.06. - 09.06.2013
BREAKFAST CLUB - Den hätte man in der Jugend echt gut gebrauchen können, und ich hatte ihn bis dato verpasst Dennoch ein Glanzstück des Coming-of-age-Genres. Am Ende geweint, well done.
MIND GAME - Stilistisch aussergewöhnlicher Anime über Schicksal, Persönlichkeits-Entfesselung und Liebe, richtig schön durchgeknallt in Szene gesetzt mit famosen Ideen und Metaphern - actionreich, witzig, bunt und inspirierend!
GANDAHAR - Düsteres und einfallsreiches Sci-Fi-Zeichentrick-Abenteuer von René Laloux. Leider etwas kurz und nicht ganz ausgereift on the emotional level. Dennoch: was ein tolles Design, welch ein relativ starkes Ende.
GOOFY DER FILM - Nach knapp, lasst mich lügen, 16 Jahren wiedergesehen. Unterhaltsame, solide Father-&-Son-Roadtrip-Komödie (mit vielen dramatischen Szenen). Dennoch nicht wirklich ein Goofy-Film, mehr einer über seinen Sohn Max.
MOM UND DAD RETTEN DIE WELT - Ich weiß nicht, ob ich den hier schonmal vorgestellt hatte, aber trotzdem: Amüsante Fantasykomödie mit höchst beachtlichem Set- und Creature-Design (& Jerry Goldsmith-Score) - ganz souverän vergnüglich inszenierte und harmlose 90's-Kost, die eine gute Handvoll schicker Gags bereithält. Die dt. Blödelsynchro mit Randolf Kronberg auf Jeffrey Jones, Dagmar Heller auf Teri Garr, Christian Tramitz auf Eric Idle und Arne Elsholtz auf einen richtig gut aufgedrehten Jon Lovitz gibt der ganzen Sache sogar noch mehr Pfiff. Schade, dass noch keine dt. DVD-Veröffentlichung angekündigt ist, solange muss das alte Tape von VPS herhalten (habe aber auch die US-DVD zuhause). EXTRA TRIVIA: Das Drehbuch stammt von den Bill&Ted-Autoren Chris Matheson & Ed Solomon. Solomon war auch einer der Autoren des berüchtigten Super Mario Bros.-Films (u.a. war sein erster Entwurf dazu weitaus Fantasy-orientierter, im Grunde genau wie dieser). Und zufälligerweise sollte Greg Beeman (Regisseur von MOM & DAD) dort auch ursprünglich Regie führen. Interessanterweise teilt sich MOM & DAD viele Storyelemente mit dem SMB-Film, mehr noch dessen Videospiel-Vorlage. Ist MOM & DAD SAVE THE WORLD also eine abgewandelte Version eines alten SMB-Scripts? THINK ABOUT IT, PEOPLE!!
RATTENNEST - Bestes Ende der Welt! :D
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Montag, 3. Juni 2013
Tipps vom 27.05. - 02.06.2013
DEKALOG - Kieslowski's 10-teiliges TV-Mammutwerk von 1988, aus dem 2 verlängerte Folgen sogar ins Kino kamen und ultratop waren ("EIN KURZER FILM ÜBER DAS TÖTEN" und fast genauso gut, "EIN KURZER FILM ÜBER DIE LIEBE") über die 10 Gebote, teils abstrakt umgesetzt als moralische Melodramen (abgesehen von Episode 10, eine naiv-schwarze Farce). Bei so einem High-Concept-Unterfangen (jede Episode dauert ca. ne Stunde, alles wurde quasi in einem Jahr gedreht) konnte es einfach nicht vermieden werden, dass einige, vergleichsweise, schwache Episoden dabei rausgekommen sind. Geradezu frustrierend ist da z.b. die Episode "Du sollst den Sabbat heilig halten", die ihre schön eingeführte Atmosphäre mit konfusen Charakteren und Wendungen runterzieht - oder auch "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib", leider ziemlich belanglos. Und leider auch zu einem gewissen Grad "Du sollst Vater und Mutter ehren", wo mich die erste Hälfte wirklich verzauberte, die zweite dann aber recht unnötig in Inzest-Gefilde vordringen musste - hätte mir eher gefallen, wäre da ein stimmigerer Weg genommen worden. Ansonsten gibt's einige richtig tolle Episoden, die sowohl atmosphärisch, als auch dramaturgisch saustark fesseln. Episode 1 setzt da schon ein frühes Highlight, oder auch "Du sollst nicht stehlen" mit dem beinahe bittersten Schluss der Reihe. Man mag jetzt vielleicht den Eindruck bekommen, dass alle Episoden irgendwie düster sind und melodramatisch enden, aber es gibt auch genug Folgen, die die Güte der Menschen propagieren und auch so wirklich zu Herzen gehen. Die formale Gestaltung der einzelnen Episoden ist recht unterschiedlich. Einige wirken kameratechnisch und damit auch irgendwie handlungsmäßig so gezwungen konform/bieder wie in etwa Folgen der deutschen Serie "Merkwürdige Geschichten", andere dagegen entfalten sich künstlerisch so impressionistisch und beweglich wie man es von Kieslowski's besten Werken kennt ("Ein kurzer Film über das Töten" bzw. Episode 5 ist da so ziemlich das beste Beispiel). Bemerkenswert ist auch, wie einzelne Episoden ineinandergreifen, u.a. durch mehrmals auftretende Charaktere, McGuffin's und Stories - später, in seiner DREI FARBEN-Trilogie wendete Kieslowski diese Connectivity sogar noch effektiver an. Im Endeffekt bleibt auf jeden Fall, dass diese Fernsehreihe wirklich sehenswert ist, mit einigen richtig schönen Episoden (und einem durchweg tollen, orchestralen Soundtrack), aber es gibt schon Gründe, warum lediglich 2 Episoden das Zeug für großartige Spielfilme hatten.
THE PLACE BEYOND THE PINES - In der Sneak im O-Ton gesichtet. Das neue Werk vom BLUE-VALENTINE-Regisseur Derek Cianfrance. Ein Generationen-übergreifendes Crime-Drama-Epos, erzählt in 3 starken Kapiteln, die jedes für sich selbst einen Top-Streifen ergeben würden, natürlich trotzdem stark ineinandergreifen. Es geht um Verantwortung, um die Sünden der Väter, um Schuld und Gerechtigkeit, history repeating itself. In einer allein schon audiovisuell stark mitreißenden Form, bleibt der Film trotz seiner 2 "Neuanfänge" pro Kapitel stets spannend, tragisch und bitter - auf das Tränen kullern werden. Ebenso mächtig: das Darsteller-Ensemble, dass so authentisch wie nur möglich daherkommt. Selbst Gosling's Filmbaby überzeugt auf ganzer Linie! - Das Einzige, was man an dem Film bemängeln könnte, ist, dass sich jedes Kapitel des Films fast schon immer von Neuem aufbaut und dadurch alles länger wirkt als die tatsächlichen 140 Minuten Laufzeit. Das passt von der Struktur her eher zu einer Miniserie, machte mir allerdings nicht soviel aus - ich denke, es wurde alles gut ausbalanciert, obwohl's anfangs natürlich etwas gewöhnungsbedürftig war. Der Film ist zwar in der Form sehr eigen, hat aber richtig was auf dem Kasten - Cianfrance steckt da soviel Persönlichkeit rein, das hat schon Größe.
KURONEKO - Japanisches Gruseldrama um ein Mutter&Tochter-Team, dass von den Toten wiederaufersteht, um sich blutsaugend an Samurais zu rächen. Doch dann kommt der Sohn/Ehemann aus dem Krieg wieder und ist gezwungen, sie heimzusuchen, auf dass sich genug romantische Tragik entfaltet, inmitten von einer dichten, bewaldeten Folk-Atmosphäre in Black&White.
PROFESSOR LAYTON UND DIE EWIGE DIVA - Liebevolle Anime-Videospielverfilmung mit ein bisschen nette logische Rätselei und einem stetisch bombastisch-süßen Handlungsverlauf (3rd act takes the cake!). Am besten: der aufwendig-rührende Soundtrack.
MIT MOTORSÄGEN SPASST MAN NICHT - Boobs, schlechte Witze, Pappmaché-Sets und Linnea Quigley im Chainsaw-Ausdruckstanz. Mehr is nich drinne, mehr brauch man auch nich.
METAMORPHOSIS: THE ALIEN FACTOR - Schade, schade, schade...Nicht falsch verstehen, dieser Independent-Gore-Film ist wirklich recht unterhaltsam, wenn's drauf ankommt. Aber meine Fresse, soviel Arbeit die da in den ansprechend inszenierten Gross-Out-Creature-Effekten steckt (die in ihrer körperbrechenden und verstörenden Ekligkeit teils durchaus mit Carpenter's THING mithalten könnten), so ein recht aufwendiges Setting und teilweise auch echt gelungenes Sounddesign...und dann solch lediglich zweckmäßigen Darsteller für blasseste Charaktere, eine schablonenhaft eintönige Story (mit lahmster Rückblendenstruktur), einfallslose Kamera-Arbeit und billigste Musik...es hätte soviel mehr sein können - oh, wären die Ambitionen nicht nur auf die FX fixiert gewesen...Dennoch echt anschaulich!
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