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Sonntag, 23. Oktober 2016

Tipps vom 17.10. - 23.10.2016

Lybe Leser,
wo wart ihr letzte Woche? Ich will jetzt keine konkreten Zahlen nennen, da diese bei Blogs wie diesem ausnahmslos armselig ausfallen, aber bei der zweiten Ausgabe des SPEKTAKEL USA! haben so wenige geklickt, wie das letzte Mal so niedrig bei der großen DC-Berichterstattung im August. Erinnert ihr euch noch alle an diese magische Zeit? Offensichtlich nicht bei der nachweisbaren Abwesenheit. Hat der Filmfreund dieser Tage etwa die Schnauze voll vom guten alten ehrlichen und verzweifelt abgeranzten Amerika, das sich in den Facetten jener Zelluloidwerke zeigt? Dabei war dieser Tage doch die dritte Debatte zur Präsidentschaftskatastrophe in Aussicht, also kann von irrelevanter Berichterstattung eigentlich kaum die Rede sein – what's going on?! Natürlich kann ich mir vorstellen, woran sich die starken Gefälle in manchen Wochen erklären lassen, wenn ich mir so die Statistiken und Suchbegriffe angucke, anhand derer auch viele Italiener, Amerikaner, etc. zuschalten, während die Deutschen vor allem nach den perversesten Begriffen schlechthin suchen und hier mehr oder weniger fündig werden. „Devote Haltung“, „Coming of Age Filme mit Jungs Masturbation“, „Bruce Lee Todesfoto“ - das sind nur einige sexy Beispiele an Google-Eingaben, welche hier die Klicks bringen und verstärkt nahe legen, dass der Großteil der Leserschaft wegen der schönen bunten Bilder, weniger wegen meiner inhaltlich brisant-geilen Schreibkünste an Ort und Stelle aufläuft. Ich kann es keinem verübeln, aber was soll ich aus diesem Feedback herleiten? Und vor allem: Warum bin ich noch immer so furchtbar dumm, kein Geld aus meinen Ressourcen zu schöpfen? Tja, da ich nicht rein auf Porno umsteigen möchte und trotz meiner unverkennbaren Affäre mit den USA nicht alles auf englisch niederschreiben will, wird die Entscheidung schwierig, ob eine Neuerfindung stattfinden muss oder mir schlicht egal sein kann, was ich dem Leser vorsetze. Ich denke, eine gesunde Kombination aus beidem dürfte die Lösung bringen – auf den Punkt genau, damit sich auch niemand um seine kostbare Zeit geprellt fühlen muss. Ich versuche mich mal ans Umstellen, in der Zwischenzeit könnt ihr ja in Martin Hentschels neues Buch zur Eis-Am-Stiel-Reihe, „Zitroneneis, Sex und Rock 'N Roll“, rein lesen, das vor kurzem auf Amazon erschienen ist.


Kostet € 19,99, ist 382 Seiten dick und bietet eine unvergleichlich umfassende Chronik zu jenen deutsch-israelischen Produktionen, die von den Siebzigern an bis zu den späten Neunzigern für frivolen Coming-Of-Age-Spaß mit sexgeilen (vielleicht sogar masturbierenden) Jungs gesorgt hat. Biografien, Interviews, Infos zu Trittbrettfahrern, zahlreiche Behind-The-Scenes-Unglaublichkeiten und seltene Abbildungen vervollständigen das Bild für jeden Fan, der die ganze nackte Wahrheit auch vertragen kann. Wer im Jahre 2016 lebt, hat manchmal eben keine andere Wahl.




Aber keine Sorge, manch Jahr wie z.B. 2001 war auch nicht gerade die Krönung der Leichtigkeit, so wie einige Krisen aus jener Zeit bis heute noch nicht überwunden wurden. Ganz recht, ich rede von Jon Favreaus erster Regiearbeit fürs Kino, „Made“. Letzte Woche schon nach meiner Sichtung von „Swingers“ befürchtete ich die Begegnung mit einem weiteren kultverdächtig dialoggeladenen Ableger der Scorsese/Tarantino-Tradition, der sich seinem Infantilismus nicht ansatzweise so bewusst ist wie z.B. Eli Roths Kurzer „Restaurant Dogs“ (1994) – und, wer hätte es geahnt, Favreau war wieder mal ganz er selbst. Dabei mangelt es ihm gar nicht mal an Vorteilen, so wie sich sein Narrativ - um zwei in den Mechanismen der Unterwelt herumgereichten Boxern voller Geldsorgen - von der Hommage abgrenzt und scheinbar weniger behauptet vom Lauf der Welt phibrosophiert, stattdessen aber nun belanglos in der Faszination zum gefährlichen Gangster-Gestus herumeiert. Buddy Vince Vaughn vermasselt ihm mit großer Fresse wie gehabt oftmals die Tour, aus der Dynamik entwickelt sich für den mitgehangenen wie mitgefangenen Zuschauer sodann die Art turbulente Nacht, bei der so unbeholfen oft der harte Macker markiert wird, dass der Film sich im Kern eben immer wieder von vorne aufdreht und daraus schlussendlich einen moralischen Kodex unter wachsenden Kerlen zu destillieren glaubt. Wenn man mit P. Diddy durch Clubs marschiert, mehrmals die ganzen „Faggots“ von sich abgrenzt und untereinander wie die gesamte Kundschaft einer Bostoner Bar kabbelt, ist's doch noch etwas weit bis zum liebenswerten Charakterbezug, doch wenigstens bleibt noch soviel Selbstreflexion, dass Vaughn als vermeintlicher Womanizer stets die Arschkarte zugereicht bekommt und sich allesamt letzten Endes auf das Erziehen eines kleinen Mädchens konzentrieren – inklusive drolligen Malkursen und Umarmungen. Seitdem ist Favreau auch mehr der Kinderfreund unter seiner Generation an Kollegen geworden, schließlich kann man von diesen mehr lernen, als von der hier geballten Versager-Macho-Attitüde, die u.a. Famke Janssen als zentrale Frau zur Stripperin und somit schlechten Mutter stilisiert. Ganz schön kapital versumpft.




Erheblich aufregendere Minuten verbringt man hingegen mit Shun'ya Itôs „Curse of the Dog God“ aka „Inugami no tatari“ von 1977. Die japanische Gruselgeschichte voll moralischer Bange ist vielfach auf den Hund gekommen und allein deshalb schon sehenswert, bietet aber auch kulturbedingt überschäumende Wellen der Gnadenlosigkeit, sobald drei rücksichtslose Uran-Kapitalisten den kleinen Akita eines noch kleineren Jungen überfahren und nacheinander vom titelgebenden Fluch heimgesucht werden. Neben der Belagerung durch zig Schäferhunde ist oftmals Seppuku angesagt, nachdem jeder spontan der Unterlicht-Seuche verfällt, die mit ein bisschen Make-Up, Schatten und Farbtemperatur filmtaugliche Krankhaftigkeiten stilisieren kann, in jener „Exorzist“-geschwängerten Ära der Besessenheit aber alsbald auch von ihren Herzdamen übernommen wird, deren Opferbereitschaft sich zudem gerne von der Dorfgemeinschaft betatschen lässt. Itô-san, Regisseur der „Sasori“-Reihe, macht in der sozialen Gefangenschaft der Frau schließlich keinen Halt vor exploitativen Eindrücken, holt Brüste raus und fährt maskierte Räudenbiker zur Drangsalierung zwischen Fluss und Klippe auf, anhand dessen natürlich bewusst wenig Ehre fürs männliche Geschlecht übrig bleibt. 


Jenes hat ja auch schon Natur, Religion und Hochzeitsriten beleidigt sowie Familienbanden getrennt, kriegt dafür explosive Unfälle zu spüren, schlägt im Gegenzug aber mit abergläubischen Racheaktionen zurück, die allerdings noch üblere Geister aus dem Wind des Waldes heraufbeschwören. Die Effekte steigern sich Richtung Finale sodann mit unglaublichen Eindrücken, fliegenden Hundeköpfen und bisher verheimlichten Familienmitgliedern ins melodramatische Schauerstück, bis das kleinste Mädel der Familie mit roter Robe durch die Nacht springt, grell attackiert sowie mit übler Zunge spricht, ehe der Antiheld ganz nach dem Formate Vater Karras' die Schuld auf sich nimmt. Das Feuer unterm Arsch hört danach aber gewiss nicht auf, weiß man ja schon aus „Jigoku“ - an dessen Tempo, Stilsicherheit und Zeremonien der Doppelmoral erinnert der Film hier sowieso, obgleich der Faktor des Umgangs mit der Atomkraft hier einen Zusatz kritischer Belehrung darstellt, genauso einige Bremsschwellen im Spannungsbogen hinterlässt, wenn Itô-san manchmal zu konventionell Schuld und Sühne abarbeitet. Doch wenn er mal entschlossen im Blut herumstochert, ist der rote Geysir mit voller mystischer Pumpkraft in die kalte Schnauze des Zynismus gerichtet.




Bleiben wir asiatisch, aber etwas problematisch, um mal wieder bei Tsui Hark vorstellig zu werden, dessen erste drei Teile der „Once Upon a Time in China“-Reihe wirklich eine Probe der Ambivalenz darstellen, erst recht wie ihr Regisseur politisch steht. Klar, man muss wirklich nicht alles am Kino politisieren, aber in diesem Fall wird es schon trotz aller kultureller Schönheit nach wenigen Minuten unumgänglich. Chinesische Filme, insbesondere solche Action-orientierten im historischen Rahmen, haben irgendwie immer etwas Nationalistisches und Xenophobes an sich, wenn dann auch noch von ikonischen Helden wie Ip-Man und Co. die Rede ist – man braucht seine Fühler auch gar nicht mal so weit ausstrecken, um jene Tendenzen bei Werken von Jackie Chan, Wang Yu oder gar Bruce Lee festzustellen, wo vor allem Japaner dem zweiten Weltkrieg wegen allerorts zum Abschuss freigegeben werden. Dennoch sind die Plattitüden jener Ideologien im ersten Teil der von Jet Li verkörperten Wong-Fei-Hung-Abenteuer expliziter als der gewöhnliche Antagonismus zum Westen sowie eine gesteigerte Liga der Widersprüche, wenn sich Harks Regie mit enorm visueller Aufregung dem Zuschauer von außerhalb öffnet, in der Anwendung internationaler Techniken jedoch schamlose Propaganda austeilt (immerhin um ein Vielfaches stimmiger und beherzter als „Die letzte Schlacht am Tigerberg“). Plumpe Gwailo-Stereotypen, konstruierte Horror-Szenarien und gleichsam deftige Entmystifizierungen der pazifischen Nachbarn als Hort der Folter lassen sich keineswegs einfacher entschuldigen, wenn man auch vom reellen Rassismus und Kolonialismus der Besatzer weiß – so sehr treibt Hark den Hass auf die Spitze, dass er die Melodramatik der Heimatehre noch freiwillig dazu addiert und stets betonen lässt, wie der Verlust der eigenen Sprache und Kultur schon von Vornherein bejammert, insofern auch bekämpft werden muss. 

 
Die ideologische Schiene ist eben zu hardcore auf rechte Anbiederung und manipulatives Kalkül aus, geradezu kongruent energisch zum visuellen Ereignisreichtum aufwendigster Sorte - ein großzügiges Budget vonseiten Golden Harvests weiß sich zu nutzen. Jackie Cheung z.B. kehrt zwar mit dem perfekten Umgang der englischen Sprache zurück, stottert seine Muttersprache aber nur schwer an der cartoonhaften Trottelfigur vorbei, was Wong Fei Hung wenigstens noch als verbesserungsfähig toleriert und gegenüber absoluten Räuden verteidigt. Tante Yee (Rosamund Kwan) wird das Leben ihrer Kamera sodann wichtiger im Angesicht eines Großbrands als der traditionelle Fächer, der abgefackelt als Symbol brachliegen muss, um Jet Lis Charakter auch endlich mal zu einem Ausbruch gesteigerter Wut zu verhelfen, obwohl sie eigentlich in ihn verschossen ist. Seine Darbietung ist leider größtenteils eher stoisch in der selbstverständlichen Weisheit denn wirklich dreidimensional definiert, lebt wie vieles am Film erst in der Akrobatik des Lokalkolorits auf und hat daher narrativ enorme Schwierigkeiten, einen neben der beeindruckenden Kampffähigkeiten am Ball zu halten. Kurioserweise scheint er zur zweiten Hälfte hin sowieso mehr nur im Geiste anwesend zu sein, sobald Verräter unter den Weißen und Kollaborateure aus einheimischen Schutzgelderpressern eine Massenverschleppung von Frauen zur Zwangsarbeit nach Amerika konzipieren, vorher schon die vermeintlich gefährliche Bevölkerung dezimieren und dabei noch von einem scheinbar unzerstörbaren Kung-Fu-Meister angeleitet werden. Irgendwie gerät der Film eben so episch bei all diesen Strängen, dass er zeitweise seinen roten Pfaden verliert, verwirrt um die nationale Identität wettert, dann aber wieder einen gütigen Priester von außerhalb präsentiert, mit westlichen Klamotten kokettiert und schließlich in seinen besten Szenen noch als aufreizendes Wirework-Showcase herausstechen kann. Davon mal ab ist das Titelthema ein regelrechtes Ohrwürmchen im Chorus unentschlossener Signale.




Wie wankelmütig sich Hark auch wandeln kann, beweist der Nachfolger, in dem Wong Fei Hung ausgerechnet die Weißen, nun Kollegen seiner medizinischen Ambitionen, vor den rechtsextremistischen Anschlägen der „Weißer-Lotus“-Sekte beschützt. Wie aufrichtig Hark diese Gegenthese nun meinte (wirklich echt lässt sich keine Begegnung mit Vertretern von außerhalb empfinden) oder das unvermeidliche Arrangement mit kulturellen Einflüssen anhand einer Serienstruktur motivieren wollte, sei mal dahingestellt – auf jeden Fall erlaubt es einen, unbelasteter an eine stringendere Geschichte heranzutreten, in der sich Tante Yees Liebe zu Wong Fei Hung mit festen Schritten weiterentwickelt und konzentrierte Szenarien der Belagerung einen sympathischen Beschützer aller aus eben diesem Herren machen. Für Hark bietet sich zudem manch Projektionsfläche für morbide Eindrücke, die am frühesten Anfang seiner Karriere noch omnipräsent waren, hier Häute abziehen, in der Rücksichtslosigkeit der Sekte Kinder durch die Helden umbringen lassen oder auch mal Hunde zu Menschenfutter verarbeiten. Donnie Yen ist als verräterischer Kommandant ebenso vor Ort, bedingt dann auch Angriffsflächen für luftige Kampfsequenzen, die höchstens noch von sporadischen Honk-Momenten übertroffen werden („Ihr seid alles Flaschen!“). Nichtsdestotrotz bleibt der Eindruck, dass Teil Eins trotz aller Hässlichkeit nicht ganz so blass war wie sein Nachfolger, zumindest wilder auf Eigensinn pochte als dieser Kompromiss einer Annäherung durch Akupunktur und Kampfgeist. Der dritte Teil hingegen begibt sich von den Feindbildern und nationalen Empfindungen her wieder mehr ins Territorium des Erstlings, beschränkt sich dabei aber hauptsächlich auf interne Intrigen und Kampfschulenrivalitäten, weniger auf Generalisierungen ganzer Kontinente anhand plumper Propagandaphrasen. 


Wesentliche Variationen von Altbekanntem bleiben aber ebenso aus – Tante Yee und Wong Fei Hung reden zwar inzwischen schon von Heirat, bleiben im Endeffekt aber immer kurz davor; ihre Kamera nimmt sie noch immer enorm wichtig, inzwischen wird das Medium Film aber auch gerne zur Verewigung der Kampfkünste und stichfester Beweise genutzt, damit Hark nicht ganz der Hypokrisie beschuldigt werden kann. Tolle Löwentänze lassen sich neben all dem noch als Highlights der gewohnten Schauwerte feststellen, doch bei einem Film, der wie alle Teile an die zwei Stunden Laufzeit innehat, verlaufen sich die Zwischenräume dazu immer wieder in konventionelle Bahnen, die den gesamten Streifen letztlich als Lückenfüller erscheinen lassen. Zwar ein solider Lückenfüller, aber keiner, nachdem man noch mehr von Wong Fei Hung sehen zu müssen glaubt - zwei weitere Filme und einige Trittbrettfahrer sollten dennoch folgen. Kurios ist die Reihe an sich allerdings durchaus und bestimmt nicht ohne einige Höchstwerte des Charmes umgesetzt, auch wenn sie mir hauptsächlich eine stärkere kritische Distanz zu Tsui Hark beigebracht hat. Niemand bleibt unschuldig in dieser Welt, aber so ein wechselhafter Bezug zum Werk eines Regisseurs ist nicht die schlechteste Sache. Mehr über die Gründe für solch ein Hin und Her bei gerade diesem Mann lese ich wahrscheinlich demnächst eh im von Esther Yau herausgegebenen Sammelband analytischer Essays zur Hongkonger New Wave nach - „At Full Speed“, so der Titel. Was ich der Vorschau da an lesenswertem Potenzial entnahm, würde ich Euch da draußen ebenso gerne ans Herz legen.




Danach versuchte ich mich jedenfalls wieder ein Stück weit mit Guy Maddin zu versöhnen, dessen „My Winnipeg“ sich vom stilistischen Ansatz her dermaßen schnell totreiten ließ, dass die inhaltliche Ebene, so sehr ich mich auch für diese interessieren wollte, geradezu ersoffen war im Arsenal verquaster Sperrigkeiten und narrativer Abzweigungen. Immerhin kamen dann auch Pferdeköpfe vor, die aus dem ganzen gefrorenen Fluss herausragten - in jedem Übermaß lässt sich eben doch noch was finden, was bei einem hängen bleibt. Mit ähnlichen Problemen hat sodann auch „The Saddest Music in the World“ zu hadern, die geradliniger auf den melancholischen Irrwitz Winnipegs zusteuert, mitunter aber weiterhin an der Hektik ihres Autoren scheitert. Maddin wechselt die Formate wie ein waschechter Oliver Stone, will sich aber in einer Variation des Screwballs à la Old Hollywood wiederfinden, der er ein wildes Schnittgewitter aus statischen und entfesselten Kamerabewegungen aneignen möchte, beinahe gleichsam überladen auf der Audioebene mitgestaltet, während die optischen Filter schlicht keine Ruhe finden. Diese grundlegende Dissonanz des Äußeren zum Inneren ist auf die Dauer natürlich anstrengend, bis dahin kommt aber durchaus so manch genialer Witz aus der Mischung des Naiven mit dem Profanen heraus, wie absurd die Ära der großen Depression in einen Wettbewerb um das traurigste Lied der Welt verwandelt wird, zu dem sich alle Nationen des Globus am Gipfel des schlichten Leidens, Winnipeg, antreffen.


Im charakterlichen Ensemble sind die vergänglichen Beziehungskreise zwischen Chester Kent (Mark McKinney), seinem Vater Fyodor (David Fox), Bruder Roderick (Ross McMillan) sowie den Frauen derer aller Leben, Lady Helen Port-Huntley (Isabella Rossellini) und Narcissa (Maria de Medeiros), ohnehin tolle Spannungspunkte für den Flirt mit der Tristesse und der Verklärung wahnsinniger Einsamkeit bis hin zur Musicalnummer der Todessehnsucht mit einer ordentlichen Portion Pazzaz - gerade mal etwas über dem Status einer Karikatur hinaus und doch so gepeinigt vom Schmerz des Planeten, dass dem Kurzweil ständig zugespielt wird und gleichsam keine Zeit zum Atmen bleibt. Manchmal eine echt tolle Sache und innerhalb der großen Kulissen mit Stock-Footage-Vermengungsflair als Bündel an hysterisch schönen Einfällen aus dem Stand heraus ein Knallbonbon, teilweise aber auch bis zur Redundanz hektisch überdreht bzw. am Zuschauer vorbei inszeniert. Was hätte Maddin denn zu verlieren, wenn er sich ein bisschen mehr Erdung und Sinnlichkeit erlaubt, um sein surreales Großwerk greifbarer, gar pointiert durchscheinen zu lassen, als dass er es immer wieder in der Überhöhung des Überhöhten zu verschleiern versucht? An jenem Rätsel verfremdeter Schönheiten wird der Widerspruch von Showfaktor und Misere vielleicht gänzlich vervollständigt, kann und soll sodann ja nicht weniger als delirierend-frustrierend wirken. Auf jeden Fall eine gute Erinnerung daran, dass der Winter kommt und sicherlich keinerlei Übel der Welt verstecken können wird.




Zurück zu Jet Li und dem Jahr 2001, schließlich verschlägt es den guten Mann zu mehreren Welten, da James Wongs „The One“ zur Jagd durchs Multiversum ansetzt. Als Superverbrecher Yulaw entledigt er sich dabei Stück für Stück seiner parallelen Pendants, um die durch alle alternativen Fassungen seiner selbst aufgeteilten Kräfte in sich zu vereinen. Er ist quasi der Kurgan, wenn dieser jedes Mal sich selbst enthaupten würde – übrigens auch eine tolle Gelegenheit für Li, sich in dutzende dumme Posen einzuleben und generell engagierter als ein Wong Fei Hung aufzuspielen. Gejagt wird er dabei von seinen ehemaligen Kollegen des MBI (Multiverse Bureau of Investigation), Roedecker (Delroy Lindo) und Funsch (Jason Statham mit bereits schütterem Haupthaar), die Yulaw davor aufhalten wollen, auch seine letzte Gegenvariante zu vernichten, da dies ungeahnte Folgen für die Galaxis bedeuten könnte. Doch wie das High-Concept so will, entkommt er und bedrängt nun den ausgerechnet enorm gesetzestreuen Polizisten Gabe Yu Law im Los Angeles unserer Erde, welcher außerdem ebenso unglaublich starke Kräfte besitzt, sich aber keinen Reim darauf machen kann. Die actionreiche Konfrontation der Beiden ist unausweichlich, für eine Spielfilmdauer von unter 90 Minuten recht optimal ausgefüllt und voller Missverständnisse, bei denen die Polizeikollegen und Freundin T.K. (Carla Gugino) erst recht nicht wissen, wie ihnen da zumute sein soll. Solch einer Prämisse nicht total unterhaltungsorientiert zu begegnen, wäre James Wong jedenfalls nimmer eingefallen, weshalb man sich mit der Transparenz des Ganzen recht schnell verstehen kann, nicht unbedingt anfreunden muss. Sein Film ist zudem recht jugendlich getrimmt, stets auf Schauwerte zusteuernd sowie die inzwischen typischsten Nu-Metal-Anlaufstellen auf dem Soundtrack vertretend, was ihn zum Relikt seiner Zeit, aber auch ein gutes Stück unbedarft macht. Einige Merkmale sind rückblickend dennoch leicht bemerkenswert, wenn man sie Witte-mäßig aufbauscht: In jedem Universum, ob es nun von Al Gore oder George W. Bush als Präsidenten der USA geführt wird, setzt Wongs Perspektive zur Etablierung stets auf die jeweiligen Gefängnisse an, in denen Fernseher mit den jeweiligen Staatsoberhäuptern laufen. Das Problem der Mass Incarceration, das sich hier schon prophetisch abzeichnet, ist inzwischen ein hitziges Wahlkampfthema angekommen, hier zudem von einer durchgängigen Gewalt gegen Autoritäten unterstrichen, bei denen der Status der Uniform in Fakern wie Yulaw ohnehin ambivalent aufgefasst werden kann. 


Was für ein düsteres Gesellschaftsbild, das hier jeweils zugrunde liegt, selbst im comichaften Ausbau des suburbanen Normalolebens nie vollständig aufgehoben wird. „The One“ mag in dem Gefühlsarrangement zwar auch nur ein Produkt seiner zeitgeistlichen Symptome sein, Ästhetik und Milieu irgendwo zufällig zwischen Rodney King und „Matrix“ gefunden haben, aber es wirkt jedenfalls nicht vollkommen abwegig, dass der PG-13-Film von der FSK weiterhin erst ab 18 freigegeben ist – die damalige Begründung stützte sich angeblich auf das Echo zu den Amokläufen in Erfurt und Columbine, irgendwie verliert der Film diese Bezüge auch dann nicht, wenn die Versionen Jet Lis - ob gut oder böse stets obercool - hier manch physikalischen Wahnwitz abziehen. Multischläge im Speedrausch, Supersprünge, mit Leichtigkeit metallbiegende Tritte oder auch das Zerquetschen des Gegners mit zwei Motorrädern in den Händen – bei der Bandbreite an Manövern dürfte Terence Hills „Supercop“ bestimmt ebenso der letzte seiner Art im Multiversum sein. Gleichsam schnippisch arbeitet sich der Film durch sein Sci-Fi-Action-Prozedere, wie es ein ähnlich konstillierter „Demolition Man“ noch satirisch gefüttert hätte, hier stattdessen mit einer Naivität funktioniert, die in ihrem Jungskino auch soweit ist, keine Aufmerksamkeit auf Gabe Yu Laws asiatische Herkunft lenken zu müssen oder gar Rassismus zu thematisieren, da die multikulturelle Kollegenschaft sowie Freundin T.K. wie selbstverständlich eher vom gegenwärtigen Fall der Identitätskanonade eingenommen werden. Vielleicht spielt der Film doch in einem vorteilhafteren Paralleluniversum zu unserem eigenen, höchstwahrscheinlich Kino genannt. Okay, ich spare mir jetzt noch weiteren schnulzigen Pathos zum Medium, schließlich muss man nicht mehr als nötig aus einem eskapistischen Reißer wie diesem rausholen. Aber man darf schon zugeben, dass die Actionszenen - vor allem im Duell Li gegen Li - in ihrer eleganten Klarheit weiterhin frisch mitziehen lassen, das Narrativ voller Klischees und Grellheiten ohne jeden prätentiösen Ernst launig zur Tat schreitet, allerdings auch den Spagat zwischen Unschuld und reeller Zwiespälte repräsentiert, wie er ab 2001 immer präsenter, gar aufgehoben wurde. Oder könnte man sich nach z.B. „The Dark Knight“ noch einen solchen Film wie „The One“ vorstellen? Gut, beide besitzen eine hohe Anzahl an Hunden (siehe „Der Hund im Film“, Achtung Eigenwerbung).




Apropos, wie unmöglich wäre inzwischen eine Verfilmung wie jene von Kenneth Branagh zu „Mary Shelley's Frankenstein“? Im Zuge von „Bram Stoker's Dracula“ produzierte Francis Ford Coppolas American Zoetrope auch diese Adaption als eine Operette für die Leinwand, bei der von Vorlagentreue nur oberflächlich die Rede sein kann, während im Innern pausenlos das Herz der um Aufregung bemühten Neunziger pocht. Branagh erlaubt sich vielleicht weniger expressionistische Spielereien und Effekte als Kollege Francis Ford, doch die Unmengen an Zoom und Bang, die in seiner Interpretation vorherrschen, definieren Horror auf eine Art, wie er seitdem nimmer mehr so romantisiert und brutalisiert zugleich auf den Mainstream losgelassen wurde. Nun sollte man nicht soweit gehen, das Ganze in „Meat Loaf's Frankenstein“ umzubenennen, schließlich ist das Monster (Robert De Niro) zwischen allen Ambitionen des selbst inmitten der Cholera flamboyant besessenen Viktor Frankenstein (Branagh selbst, dauernd mit nacktem Oberkörper unterwegs) für ein relativ zärtliches Portrait des vom Halbgott verstoßenen Menschenwesen gut, das vielleicht einen bedachteren Film erfordert hätte. Der Brite Branagh agiert in seiner Führung allerdings so amerikanisch, dass er sich nicht schneller an die Kreation des Unmenschen machen könnte, obgleich die Rahmenbedingungen entschieden vom Gros an Adaptionen abweichen, vermeintlich introspektiv bei der Kindheit Frankensteins ansetzen, seine erste Begegnung mit Adoptivschwester/zukünftige Ehefrau Elizabeth (Helena Bonham Carter) sowie den Tod der Mutter knapp 20 Jahre später aufzeichnen, an deren Grab er schon explizit proklamiert, dass er nach einem Ende des Todes suchen wird. Solche plakativen Kernsätze wie später auch „I will have my revenge, Frankenstein!“ ergänzen sich mit Szenen, in denen er anhand einer einzelnen blitzenden Wolke (witziger Effekt, ne) seinen Bezug zur Elektrizität herstellt, während sich die Kamera schon schwindelig dreht, um die Fassung der Charaktere darin zu begreifen. Das hört auch dann nicht auf, wenn der gute Viktor aus der Schweiz zum Studium nach Ingolstadt zieht und dort solange von den Professoren zum Thema Leben und Tod ignoriert wird, dass er sich an den leicht abtrünnigen Dr. Waldeman (ein unerkennbarer John Cleese) hängt und dessen Experimente mit dem Nachleben zu beerben gedenkt. 


Doch hätte er mal auf die Vorzeichen des Films gehört, die eine elektrisch wiederbelebte Affenklaue zum Knochenbrecher machen und eine gleichsam reanimierte Kröte mit Glas-sprengenden Kicks ausstatten, dass man schon die Ninja Turtles erwartet. Das audiovisuelle Konzept platzt ohnehin fast aus allen Nähten, so kinetisch und detailreich Branagh die Gotik als Abenteuer streift, Blut sowie Fruchtwasser spritzen lässt und Patrick Doyles Musik einen rührseligen Bombast in Richtung altdeutscher Dramatik à la Wagner thematisiert; in all dem Trubel aber fast schon vergisst, welch philosophische Kernspaltung in Shelleys Stoff gebettet ist. Wenn er selbst als Schauspieler involviert ist, versucht er dieser zwar in ausgewählten Szenen mit theatralischer Routine entgegenzukommen, doch die Motivation zu Manie und späteren moralischen Zwiespälten kann sich schon vom gehetzten Drehbuch nimmer glaubwürdig gewichten, höchstens nach CliffsNotes-Manier kohärent/spontan zusammenfassen, was ihn zum Zerstückeln von Gliedmaßen gebracht hat und vor allem mit was für einer unerklärlichen Apparatur er die Wiederbelebung ausführt. Zwischen den Zeilen ist insofern nicht viel zu holen, packend kommt das trotzdem halbwegs auf den Punkt, dass da ein Halbgott dem Tod trotzen will, dem profunden Grauen seines Handelns aber erst in dessen allzu menschliches Gesicht blicken muss, um seiner Verantwortung dafür aus dem Weg gehen zu wollen, nachdem er sich allen anderen verschlossen hatte. So hilflos der Mensch eben in die Welt geboren wird, ist auch das Monster nun verloren zwischen Leben und Tod, seinem Aussehen nach von allen verjagt und zwischen den Leichenbergen der Cholera versteckt, ohne Sprache, nur mit „The One“-artigen Kräften binnen der Verwahrlosung ausgestattet, wie Branagh das frühe 19. Jahrhundert eben auch in der extremsten Kluft zwischen Arm und Reich stilisiert, Frankenstein selbst quasi zum Bösewicht/Feigling der Vernachlässigung formt. Später wird sein Monster ihm auch klar machen, wie sehr es zwischen unbändigem Zorn und unendlicher Liebe pendelt, vom Vater eine Weisung braucht, ihn für seine Existenz hasst und doch ergeben um ihn trauern wird. 


Das Monster als empathisch-humaner Kern, abgekoppelt vom künstlichen Nabel eines Göttergleichnis, funktioniert eben auch, weil es als einer der wenigen Faktoren des Films langsam ist, Zeit zum Wachstum erhält, sich von Grund auf gut für eine armselige Familie im Wald einsetzt, die Belohnung einer kleinen Rose im Ärmel pflegt und dann doch von deren Reaktion auf seine Erscheinung enttäuscht wird. Klar kann man da amerikanisiert heraus lesen: „Anders sein tut weh.“, doch das Verständnis für den Außenseiter - auch anhand eines blinden Mannes, der sein Mitleid in der Abtastung des Gesichts ausspricht - kauft man noch am Ehesten ab, ehe Elizabeth ihrer Sehnsucht für Viktor nach zur Hochzeit bewegen will (klingt nach „Immensee“, ebenso voll mit Tänzen, Erinnerungen und rahmenbildenden Flashbacks im Schnee) und ansonsten nicht damit leben könnte, was er vor ihr verheimlicht. Die anschließende Hochzeitsnacht inklusive Coitus interruptus ist durchaus wieder Meat-Loaf-verdächtig auf den Spuren anderer Romanverfilmungen nach Movie-of-the-Week-Prinzip unterwegs, demnach der kitschige Kontrast zu Begegnungen im Eis, die Frankenstein mit seinem verlorenen und wütenden Monster eingeht, um weitere Todesfälle (nach Viktors kleinem Bruder und einer Bediensteten) im Nachspiel seiner Verantwortung zu vermeiden. Wie in Coppolas Dracularama ergibt sich eine Dreiecksbeziehung zwischen Mann, Frau und Monster, was die Angelegenheit für Frankenstein selbst noch mal pointierter ins Herz schneiden lässt, aber eben wieder auch auf Branaghs operettenhafte Attitüde zurückweist - allein diese riesige Treppe und manch ausgeschrieenes „No!“ inklusive Kamerafahrt in die Lüfte. Die Vermengung dieses brachial zelebrierten Körpers mit der durchaus präsenten Gehirnmasse an existenziellen Dilemmata scheint nicht durchweg reißfest, enthusiastisch und doch verhalten, manchmal sogar passiv am Dasein seiner Kreaturen interessiert. Es mangelt an Intimität, doch genau die sticht im Kanon des Expressiven am Gelungensten heraus, bis die Schlussminuten beides konträr wie stimmig als Klimax leidenschaftlicher Gewalten vereinen. Ganz nach Art des Monsters: Durchaus optimierbar, als Imperfektion dennoch sehenswert.

Sonntag, 3. April 2016

Tipps vom 28.03. - 03.04.2016

Neue Woche, neues Glück. Richtung April war die Ausbeute in dem Sinne vielleicht nicht ganz so beachtlich, mal abgesehen von den Kinobesuchen, zu denen demnächst noch Texte folgen werden (es handelt sich um „The Whispering Star“ und „Wild“, soviel schon mal als Vorschau), doch über manche will ich trotzdem das ein oder andere Wort verlieren. Vorerst aber möchte ich auf meine Hauptarbeit der Woche hinweisen, in welche ich rund 9500 Wörter/13-DIN-A4-Seiten investiert und dank praktischer Aufnahmetechnik ins Audiowiedergabeformat gewandelt habe. Es handelt sich dabei um eine hoffentlich unterhaltsame Batman-gegen-Superman-Geschichte, bei der ich mir so einiges an Spaß mit etablierten Charakteren erlaubt habe - Dramatische Vorlesung meinerseits und schnieke Musikuntermalung inklusive. Wer 70 Minuten Zeit hat und/oder was zum Nebenbeihören braucht, kann sich also gerne mit der DC-Show begnügen - ich bin stets gespannt, wie es ankommt.


Zurück vom kreativen Schreiben lässt sich sodann erneut feststellen, dass ich nicht sehr oft aus dem Haus gehe. Zumindest am Freitag ging es wieder in die Bücherhalle und dort habe ich mir erneut zehn Filme ausgeliehen, die in den nächsten Wochen bestimmt an dieser Stelle Erwähnung finden. Gute Freunde, Milchkaffee und Bockwurst mit Brot und Senf waren ebenso zugegen. Vom Start der Woche aus hinüber zum Wochenende lassen sich aber noch über folgende Filme berichten:

 
„Contaminator - Die Mordmaschine aus der Zukunft“ habe ich mir nicht zum ersten Mal einverleibt, doch im Bruno-Mattei-Gesamtwerk hat das in einer Bierbrauerei und ab und an in Venedig gedrehte „Aliens“-Plagiat arge Probleme, einen einvernehmenden Ansporn im Zuschauer zu mobilisieren, so blass sich das Handlungsprozedere durch kaum auseinanderhaltbare Korridore läuft; mit Schablonencharakteren auch nicht mehr macht, als die videotaugliche Action hergibt. Löbliche Ausnahmen sind da ein blonder Surfer-Hühne im Soldatenformat mit Hoschi-Sprüchen sowie die Präsenz von urigen Ungeheuern, die in einem Luigi-Cozzi-Film zur Hauptattraktion erhoben worden wären. Stattdessen bleiben sie vom Narrativ her trotz Bedrohungsfaktor derartig lose im Raum zwischen den Anspielungen auf kaum variierte Vorbilder hängen, dass schließlich noch ein Terminator auftaucht und es bei aller wunderlicher Idiosynkrasie dennoch ebenso schwer hat, in der beliebigen Bilder- & Handlungssuppe hervorzustechen. Eben ein Low-Budget-Abenteuer, das sich aufs Äußerste in seiner Action streckt, ohne eine halbwegs fordernde Grundlage zur Involvierung bereitzustellen. Enttäuschend, selbst für die gewohnten Verhältnisse italienischen Trivialkinos. Lediglich die halbgare Öko-Message weist noch auf die altbekannt tollen Intentionen von Drehbuchautor Claudio Fragasso hin, doch Saft und Kraft sind ihm hier deutlich entglitten.


Etwas besser gestaltete sich sodann das Doppelpacket an Unterwasser-Horror-Thrillern aus dem Jahre 1989, die durchaus im Fahrwasser von „The Abyss“ (ebenso von James Cameron) erschienen. „Leviathan“ und „Deep Star Six“ sind dabei relativ ähnlich geraten und beidesamt Musterbeispiele für sorgfältig konventionelle Drehbucharbeit, besonders inwiefern die jeweiligen Ensembles mit möglichst natürlichen Alltagspersönlichkeiten gezeichnet werden und Motivationen/Zukunftsaussichten im Kontext ihrer Lage darlegen. Beide Filme besitzen auch so ziemlich denselben Schlusspunkt, hinein in die Liebe und weg vom infernalischen Zwang des Kapitalismus, wie dieser binnen der Reagan-Ära Humanes sowie Ethisches gegen Profitabilität einzutauschen versuchte. „Leviathan“ ist da expliziter in seinen Mechanismen der corporate identity verankert sowie in einer aus „Alien“ und „Das Ding aus einer anderen Welt“ zusammengebastelten Plattform an Filmerfahrung. Sean S. Cunninghams „Deep Star Six“ hat in seiner Vermittlung des Creature-Horrors sodann weniger Lust auf die Darlegung direkter Inspirationsquellen und entwirft eher die Spannung einer unbekannten Katastrophe, die sich zudem eher in den menschlichen Konflikten an Bord widerspiegelt, bei denen das Rücksichtslose mit seinen Impulsen des Vorstoßens immer größere Spalten schürft. Fehlgeleiteter Ehrgeiz bestimmt hier die interne Auseinandersetzung, bei „Leviathan“ wäre man hingegen mit der Rückkehr nach oben schon allgemein zufrieden, doch ein Bündel an schleimig heimtückischen Sci-Fi-Transformationen gilt es als Herausforderung oder eben als Ersatz für Charakterentwicklungen zu bezwingen. Das Misstrauen eines „The Thing“ hält sich da z.B. in Grenzen, eher wirkt ein Troubleshooting unter Kollegen nach, wie es als Gleichnis des Arbeitsalltags unter reißerischem Imperialismus nur allzu eindeutig auf den kleinen Mann im Zuschauersessel zukommen will. Jener Film von George Pan Cosmatos wie auch „Deep Star Six“ kriegen gemessen an ihrem konzentrierten Ensemble aber im Verlauf nicht genügend Luft, um sich abseits ihrer schemenhaften Drehbücher zu bewähren, so wenig auch der Terror des Ausweglosen vom Gefühl her akzentuiert wird, stattdessen ein High-Concept zur Erfüllung seiner selbst im Vordergrund steht. Es bleiben gefällige Abenteuer, welche ihre 90 Minuten praktisch durchhalten, in der Theorie allerdings auch zu lange im Kalkulierbaren herumtreiben, ehe die bekannten Muster vom Wer-stirbt-als-nächstes am Meeresspiegel hochsteigen.


Weiter in ähnlichen Genre-Gefilden geht es wieder zurück nach Italien, diesmal zu „Alien - Die Saat des Grauens kehrt zurück“, der sich nicht entschiedener als Rip-Off ausgeben könnte. Seine archaische Umsetzung birgt aber noch einige interessante Beobachtungen, die bei einem „Contaminator“ binnen gelangweilter Optiken verlaufen wären. Dabei scheint das Budget hier noch kleiner ausstaffiert zu sein, so wie sich Cast und Crew zunächst an Astronauten-Archivmaterial orientieren, bald jedoch garantiert ohne Drehgenehmigungen Los Angeles einnehmen, also als Mini-Filmapparat im Geheimen mitten drin ein Figurennetz aufspannen. Jenes besticht nicht unbedingt durch dramaturgische Spitzen und Tiefen, eher aber besitzt das Grüppchen an Höhlenforschern eine kollegiale Leichtfüßigkeit, in die man sich als Zuschauer ebenso gerne hinein verliert, sobald der Roadtrip in die herzliche Belanglosigkeit sowie zu den netten Bekanntschaften unterwegs begibt, die von der Inszenierung gleichsam schludrig abseits von Deutungsabsichten wirken. Einige Aspekte kündigen dabei aber schon die kommende Spannung an, obgleich die plumpe Handhabung ebenso mit einer drolligen Grundnaivität arbeitet, die mit ihren blutigen Schocks und Mysterien vor allem als jugendliches Gemüt Vergnügen bereitet. Protagonistin Thelma (Belinda Mayne) zum Beispiel wird von Visionen und telepathischen Fähigkeiten geplagt, der spärliche Einsatz dessen bringt sie aber nur bedingt weiter, auch im späteren Kampf gegen die außerirdische Bedrohung, während sie im Rahmen der Exploitation auch nackt im Zelt schlafen darf. Zur Ripley gerät sie da nicht, doch nach dem lässigen Arsenal an Zeitkolorit und Hörspiel-artigen Hau-Drauf-Dialogen im Berliner Format erhöht sich das Kinematische am Film durchaus im Betreten der Tropfsteinhöhlen, in deren Dunkelheit die Lichter unserer Recken wie Sterne fallen und Ridley Scotts Version vom unbekannten Terrain effektiv emulieren. Ganz langsam geht es sodann auf die zentralen Gore-Effekte des außerirdischen Grauens zu und tatsächlich wird da auch schon auf eine Körperübernahme mit brachialen Entlarvungen hingearbeitet, wie sie John Carpenter einige Jahre später mit dem „Thing“ perfektionierte. In den Gängen dazwischen bietet sich hingegen reichlich Leerlauf an, der sich offensichtlich auf legitime Spielfilmlänge quält, ehe einen seine Pointen des Schreckens wieder mit hervorspringenden Effekten abholen. Deren direkt in die Kamera fliegenden Charakter sowie die Perspektiven in finstere wie obskure Steinformationen hinein könnten sich dabei auch als 3D-Variante mausern, in etwa wie Werner Herzogs „Höhle der vergessenen Träume“. Abseits dessen ist die Suggestion auswegloser Leere darin gar nicht mal abzustreiten, insbesondere sobald Thelma in den finalen Minuten noch durch ein menschenleeres L.A. läuft, obgleich die Drehumstände frühmorgendlicher Aufnahmen kein großes Geheimnis um die Erzielung dieses Effekts machen. Ciro Ippolitos & Biagio Proiettis Film ist eben ein Werk der Sparsamkeit, der Score von Guido und Maurizio de Angelis spiegelt das Minimale ebenso wieder, und das macht das Gesamtprodukt sympathisch, inwiefern es sich allzu locker mit Potenzial und Inhalten durchschlägt. Einiges an Aufwand, insbesondere in den Effekten, ist da durchaus vorhanden, doch im Grunde macht es aufstrebenden Filmemachern Mut, mit wenigen Ressourcen ein schlichtes Werk auf die Beine stellen zu können, obgleich es mit ein wenig mehr Sorgfalt schönen Boden für Charakterwerte und Einfälle binnen des Gewöhnlichen aufbieten könnte. Kein Brecher unter den Rip-Offs, aber noch lange kein Brechmittel, so naiv das Werk durch simpel definierte Selbstverständlichkeiten wandert.


Den Kurzbericht dieser Woche möchte ich dann auch mit einem weiteren Vertreter des italienischen Films abschließen, ebenso meine Einführung in die streitbaren Leistungen von Regisseur Mario Siciliano, dessen „Der Tag des Söldners“ in den letzten Tagen binnen Schnittberichte.com die Runde machte und zudem die Rede davon war, dass sich seine vorangegangen Filme durchaus an Räudigkeit ergänzen. Obgleich ich eigentlich mit „Häutet sie lebend - Unternehmen Wildgänse“ einsteigen wollte, kam ich zunächst nur an „Stacco“ von 1977 ran, der als asozialer Reißer aber schon einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Lee van Cleef ist darin der Protagonist eines zynischen Weltbilds, innerhalb dessen er nach wenigen Minuten schon von seiner Herzensdame verraten wird und einem missglückten Rennbahnüberfall zufolge einige Jahre lang im Knast einsitzen muss. Daraufhin wird er jedoch von einem Hippie-artigen Mafia-Boss beauftragt, weiter zu töten, was Regisseur Siciliano in ausgesprochen deftiger Montage schon so zeigt, dass Van Cleef mit seinem Scharfschützengewehr und Stelvio Ciprianis Grooves jemanden abknallt, woraufhin ein Flugzeug hochfliegt/landet und sich jene Wiederholungen der Prozedur für den Zuschauer an beiden Händen abzählen lassen. Der letzte Auftrag gilt jedoch einem von Van Cleefs alten Freunden und da lässt er von ab, weil ein Altherren-Ehrgefühl äußerst männlicher Schule noch in seinem Nihilismus vergangener Jahre überlebt hat. Doch die neue Generation an Killern, sprich Robert Widmark aka „ein blondes Arschloch“, ballert alles und jeden mit fiesem Grinsen ab, weshalb auch Van Cleef allmählich grundlos ins Kreuzfeuer der Auftraggeber gerät. Seinen Widersacher spielt er dabei immer wieder clever und kaltschnäuzig aus, doch die Konsequenzen der Anarchie türmen sich ebenso im Wechselspiel der europäischen Arschloch-Haltung. Sleaze ist dabei das Streckenpferd von Sicilianos Thriller, also lässt er die Angelegenheit in finster spekulierte Milieus münden, welche ihren frühen Höhepunkt in einer Transvestiten-Bar finden, wo Van Cleef noch abgeklärt Aufträge empfängt, seinen Verfolger Widmark aber in eine Hütte schmeißt, in welcher dieser sodann von den Männern in Frauenkleidern vergewaltigt und angeschlitzt werden soll. Die Konfrontation dessen fällt dementsprechend grenzwertig aus und wird symptomatisch für dieses dirty picture, bei dem sich die inhärente Coolness im Charakterdarsteller Van Cleef allmählich auch mehr mit ruppigen Impulsen in die Hässlichkeit bugsiert. Schließlich erfolgt dann auch die Begegnung mit seiner alten Flamme, die ihn einst aufs Kreuz legte und sich nun noch weniger an emotionale Bindungen denn an den Opportunismus des Überlebens hält. Wahre Freundschaft gibt es da für Van Cleef nur noch bei Ausweisfälscher, Vogelliebhaber, Barbesitzer und Kriegskamerad Benny (John Ireland), der aber ebenso vom gnadenlosen Widmark der Zerstörung überlassen wird. Um Van Cleef herum können sich nur Leichen versammeln, auch wenn er als Marmorstatue der Y-Chromosome unverhofft Diana Polakov (aus „Supersonic Man“) anlockt und zumindest eine gewisse Hoffnung im Hedonismus anklingen lässt, obgleich Siciliano diese selige Naivität an Freiheit und Lust bald ebenso unter heißer Sonne absterben lässt. Der Krimi-Plot drum herum befähigt sich dann auch eher schleppender Groschenroman-Dramaturgie um Verrat, Zwietracht und Mordkomplotten, ehe die Konsequenz des Ganzen nochmals mit desillusionierter Wut Kugeln hageln lässt sowie mit Easy-Listening globales Übel hinnimmt. Ein Räudenfilm, wie er im Buche steht - ich bin gespannt, wie weit es Siciliano noch trieb.

Bis dahin sind die Nebenerscheinungen der Woche somit abgedeckt, im Folgenden kommen sodann vier Werke zu Wort, die ich grundsätzlich und formvollendet besprochen zur Sichtung empfehlen möchte. Nach den ganzen Alien-Rip-Offs und Italo-Reißern geht es nämlich übergreifend ums Coming-of-Age sowie um Querelen/Gleichnissen menschlichen Miteinanders in:




HÄSCHEN IN DER GRUBE - (Gesichtet im Rahmen des BIZARRE CINEMAS im Metropolis Kino Hamburg, 35mm, besonders rotstichig)

„Unmoralische Auswüchse zu vergeben!“ Roger Fritz erzählt von der Perversion der Unschuld, die von ihrer Korrumpierung binnen jugendlicher Naivität zunächst nichts wirklich zu wissen scheint. Leslie (Helga Anders) ist in dem Sinne auch keine Lolita, sprich eine bewusste Spielerin der Verführung, sondern ein Kind auf dem Pfad zur Adoleszenz, dessen oberflächliches Erwachsensein von der Außenwelt sexualisiert und ausgenutzt wird. Schon früh gibt ihr Stiefvater Maurice (Anthony Steel) dem Zuschauer eben solche Anzeichen der Zuneigung durch, welche Mutter Francine (Françoise Prévost) mit subtilem Frust zu übersehen scheint. Regisseur Fritz setzt dabei aber nicht auf einen expliziten Reißer zum Sachverhalt, dafür ist er grundsätzlich eher dem Zeitgeist zugetan, welcher mit der Hippie-Welle ein neues Verhältnis zu Liebe, Natur und Sozialstatus probierte, ohne jedoch die Moral des Einzelnen entwerten zu wollen. Den Idealen der Ära entsprechend bewegt sich die inszenatorische Beobachtung also zunächst ebenso drollig durchs sonnige Italien, in Zufriedenheit der Bevölkerung entlang, ob nun an der Gemüsehändlerin oder lachenden Kindern vorbei, hinein ins Engagement der Kunst, Oper und Ballett. Sobald Leslie jedoch von jenen durch ihre Eltern entschiedenen Pfade abdriftet, bricht Fritz seine Suggestionen stetig mehr in Eindeutigkeiten auf.


Seine Gestaltung konzentriert sich da zunächst vor allem auf den Sound, der im Intro bereits Autogeräusche durch merkwürdiges Surren ersetzt und die Ungewissheit mit Uli Rövers träumerischer Musik umso stärker fördert. So ist Leslies Spaß im Umgang mit ihrer Umwelt und den Avancen des jungen Kommunen-Schönlings Brian (Ray Lovelock), inklusive kleinem Karnickel im Korb, zwar hervorstechend für eine sinnliche Aura der Gemütlichkeit und Freiheit – die gleichsam stechend kontrollierenden Augen von Maurice halten die Laune jedoch an der Leine. Was zunächst als väterliche Fürsorge nach konservativem Format ausschaut, äußert sich allmählich als drakonischer Missbrauch, der im Verlauf auch zur Kritik an der heuchlerischen Fassade der höheren Gesellschaft beiträgt, so wie diese in ihrer Ideologie die Unterwerfung verlangt, um sich dem Eigennutz hingeben zu können. Die politische Ader von Fritz spricht da durchaus entschiedene Töne, statt Didaktik lässt sie aber eindringliche Bilder und Charakternähe vorantreiben, wenn die Kontrolle des Mannes über der Weiblichkeit wie schon bei „Mädchen: Mit Gewalt“ zum Diskurs steht. Diese trifft sowohl auf Maurice als auch auf Brian zu, obgleich letzterer natürlich eher vom Frust der forcierten Verweigerung her energisch ausartet, während Maurice stets den Willen seiner Tochter maßregelt und gleichsam ihre Mutter mit der Einwilligung dazu emotional erpresst, da er diese sonst verlassen würde. Von Francine wird da also ein Kompromiss eingegangen, der ihre gesellschaftlichen Vorteile inklusive Butler beibehält, ihre Moral jedoch bis zum Äußersten verzerrt, solange sie (schon viel zu lange) die Schmierigkeiten ihres Ehegatten duldet. Da muss sich was ändern!


Wider besseren Wissens macht auch Leslie noch das Spiel des Altbewährten mit, doch mit der Aussicht auf neue Perspektiven und Reaktionen erhält ihr Charakter subtile Signale zur Wandlung, die Fritz innerhalb der glühend schönen Sonne mit durchgängiger Natürlichkeit der Hormone einbaut. Das Drama kommt hier also nicht mit Anlauf auf einen zu, Fritz' Methodik geht aber wie gehabt aufrichtig auf Eskalationen zu, die in kurzer, aber einwirksamer Wucht die Reflexion der Verhältnisse erwirkt - weniger ein Urteil an Einzelpersonen, da diese ohnehin eine Einsicht erfahren. Da bewährt sich Helga Anders zentral genauso stark und verletztlich zwischen Anthony Steel und Ray Lovelock, wie es ihr an Klaus Löwitsch und Arthur Brauss widerfuhr. Hier nimmt sie sich jedoch durchaus ihre Zeit, bis sie sich der Schwere ihrer Lage bewusst werden kann, was aber nun mal an der hier extremisierten Autorität der Erziehung liegt, die ihr Coming-of-Age ausschließlich für sich beanspruchen will und damit fast durchkommt, wenn letztendlich nicht doch noch das menschliche Gewissen zur Selbstbestimmung (auch im Weltgeschehen nebenan) obsiegen würde. Wider der Anpassung, aber hin zur Empathie schafft das „Häschen in der Grube“ also seine dramatische Fesselung mit beachtlicher Leichtigkeit und natürlich einigen zeitbedingten Schrulligkeiten (man beachte auch Ray Lovelocks Songeinlage) sowie einer galanten, teils pointiert drastischen Beobachtung am Zusammenspiel, Höhen und Tiefen von Lokalität, Jugend, Masse und Individuum. Ein weiterer Kandidat zur filmhistorischen Wiederentdeckung.




THE JUNGLE BOOK - "[...] Gewalt gegen Gewalt, das ist natürlich auch hier keine Lösung – oder zumindest erst dann, wenn es darum geht, das funktionell zubereitete Böse zu bezwingen. [...] Berechenbar, wenn auch effektiv, geht die Geschichte vonstatten, die man nun als „Dschungel-Action-Abenteuer“ betiteln könnte, so wie das Tempo vor allem im ersten Akt mehr an einer Parade der Schauwerte als an einer behutsamen Figurenentwicklung gemessen wird. Doch obwohl die in Los Angeles über digitale Mimikry entstandene Dschungelgeschichte ein potenzielles Desaster entsafteter Totkalkulation ergeben könnte, lockert sich das Geschehen zu einer Energie auf, die Jung und Alt gleichermaßen angemessen „frisch“ mit dem alten Stoff bekannt macht. Die Kompetenz Favreaus setzt in der audiovisuellen Ebene vor allem auf kohärente und farbenfrohe Unterhaltung, vielmehr besticht jedoch sein Umgang mit den Darstellern (ob nun mit oder ohne Binärfell), der einen natürlichen Dialog voranstellt, gerne aber auch einige kollegiale oder hippe Floskeln benutzt, den Zuschauer jedenfalls grundsätzlich glaubwürdig im Spiel einnehmen kann. [...] Die Moral von der Geschicht’ bindet sodann auch das Selbstverständnis vielfältiger Kulturen und deren Einflüsse in eine Persönlichkeit, die fernab der Kategorisierung in Spezies einen Frieden finden kann und nicht bloß das Feuer des Hasses schürt. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




UNRUHIGE TÖCHTER - In seiner Gefühlswelt drastisch, wenn auch dramaturgisch konsequent setzt dieser Film von Hansjörg Amon auf einem Pfad zwischen Exploitation und Drama Aspekte der Emanzipation um. Direkt aus dem Jahr 1968 basiert dieses Spiel aus Intrigen und der Schere zwischen freier und fester Liebe binnen Bern auf einem waschechten Kolportageroman aus der „Quick“ von Ilse Collignon, dementsprechend sprunghaft hat man es trotz geradlinigem Narrativ mit einem Episoden-Ensemble an Gehörnten zu tun, welche der freimütigen Susanne auf den Leim gehen. Ihre Jugend ist ihr Kapital zum Vorankommen ihrer Persönlichkeit, im Vergleich dazu werden die konservativen Pfade des Coming-of-Age kontinuierlich ausgehebelt, obgleich Sue in ihrer Abgeklärtheit das nötige Verständnis für jedermann in wirksamen Portionen abliefert. Auch wenn sie ganz frech einen Button mit dem Slogan „J'aime les hommes“ im Klassenzimmer trägt, geniert sie sich auch nicht vor dem gleichen Geschlecht, im Gegenteil. Nur Abenteuer mit Jungs ihres Alters werden bewusst, auch vom Film, ausgeklammert. Der älteren Generation spendiert sie demnach Frische, eben eine Abwechslung, mit der sie laut eigener Aussage aufzeige will, dass es auch anders geht als mit den etablierten Modellen des Lebens. Das Treffen mit einem solchen Freigeist erweckt jedoch erst recht die Sehnsucht in ihren verdrossenen Teilzeitliebhabern, doch einem darin unvermeidlichen Weg in die erneute Bindung verweigert sie sich entschieden, was durchaus zur Tragik der von ihr Verbliebenen führt.


In erster Linie nutzt sie den jugendlichen Leichtsinn darin gewiss zur Förderung der Karriere, sogar hinein ins Filmgeschäft sowie anderen Vorteilen in jener Ausnutzung der versteckten, doch mit Anlauf ausgeführten Amoral ihrer Herrenbekanntschaften. Dass der Film aber natürlich auch aufzuzeigen versucht, wo die Grenzen von Modern und Altbacken liegen, wie angeblich ethisch unvereinbar sie letztlich davon treiben, ist nicht ganz unproblematisch. So erleben wir ihren Lateinlehrer (Jöns Andersson) zunächst als Verteidiger der Ideale, der sich dem liberalen Lehransatz verschreibt und dennoch treu auf seinen Haushalt schwört, bis er Sues Verführung zur Freiheit wahrnimmt und der Hormone wegen selbst im Angesicht der potenziellen Konsequenzen jede Verpflichtung des Lehrkörpers sowie der Ehe über Bord wirft. Den Vollzug zum Geschlechtsverkehr traut er sich nicht zu, damit geht Sue ebenso d'accord und hakt die Sache als Abenteuer ab. Erwin jedoch verliebt sich in sie, was er zu reinforcieren versucht, bis ihm der Skandal in der Beziehung zu Halse steigt und nochmals jede Konsequenz aufgeben lässt. Sue hätte mitgemacht, sie kümmert das öffentliche Bild nicht, sie bleibt so oder so für sich frei und bar jeder Herzensverpflichtung. Die Härte kriegen auch andere Herren zu spüren, die sie simultan um ihre Gunst versammelt, wenn diese sie nun mal als sexuelle Eroberung per Pelzmantel erreichen wollen.


Beim ihr schon länger vertrauten Gönner Pit (Eduard Küber) ist der sexuelle Profit der Beziehung offenbar so einvernehmend abgeklärt, dass er dem Ende dieser kaum hinterher trauert und mit ihrer Entscheidung einverstanden scheint, während einer wie der aufdringliche Regisseur Rex Bingen (Ruedi Walter) - bei dem Pit zudem als Kuppler fungiert hat - seine gehegten Aussichten mit ihr wehmütig in Scherben zerschellen sieht. Die Balance des Einfinden in der Jet Generation hat hier nun mal, einigermaßen im Realismus geerdet, lichte wie dunkle Seiten, die Inszenierung des Ganzen feiert den Sex und beobachtet das Missverständnis an Gefühlen sodann mit ein und demselben musikalischen Leitmotiv von Walter Baumgartner. Die Leichtigkeit dessen unterstreicht mit seinen Orgeln und treibenden Beats anfangs noch das Chillen am See mit Speedboat und die luftigen Autofahrten durchs nächtliche Bern, später akzentuiert es dann noch die Euphorie des Sex und schlussendlich die Reise im Fortschritt eines Individuums, von dessen vermeintliche Liebe sich andere unter Tränen verabschieden müssen. Gleichsam stellt der Film das Gift in solchen heraus, die ihre Missgunst gegenüber dem Fortschritt in Hass und Erpressung münden lassen (siehe den nerdigen Schüler Harry) oder mit puritanischer Enthaltsamkeit über das Schicksal misslicher Lagen zu urteilen glauben, die in ihrer Ideologie nur eine strenge Lösung kennen lernen dürften. Zeitweilige Nutznießer teilen hier in ihrer Doppelmoral ohnehin auch gerne schlechte Noten aus.


Sues sonntägliche Schülerinnenrunde (die Authentizität dessen sei mal dahingestellt) offenbart da einiges, vor allem im Bezug zur Geschichte der Mitschülerin Monika, die zwischen Abtreibung und gekaufter Heirat steht sowie hinsichtlich Ruth, die für Sue schwärmt, auch traumatische Schmerzen aufnimmt und von ihr liebevoll aufgelesen wird, obgleich diese sich nicht viel draus macht. Im Nachhinein versucht sie sie sogar mit einem tendenziell homosexuellen Jungen zu verkuppeln, woran der Film zwar keine grenzwertig naive Lösung letztendlich gefundener Liebe versucht, in seinem Gesellschaftsmodell aber durchaus nicht frei von Plakativität und Klischees vom Merkwürdigen ist. Die Konstruktion um solche Stereotypen unterminiert die Wahrhaftigkeit im Gesamteindruck, mit den Ansätzen der Leichtigkeit im Verständnis von Selbstbestimmung und Sex wird diese Trivialproduktion von Erwin C. Dietrich, auch mithilfe des charmanten Zeitkolorits, aber ebenso gehaltvoll wie auch anhand der Ambivalenz zur Reflexion der Gefühle der Zweisamkeit, an der zudem die Sympathie mit Sue stets zwischen den Stühlen steht. Viele Ideale werden daran kranken, bestätigt oder entgegen der heutigen politischen Korrektheit kritisch hinterfragt - das ideologische Spektrum positioniert sich weder ausschließlich zur verblendeten Fantasie, noch zur spaßbefreiten Verklemmtheit. Ein ziemlich diskutables Wesen, welches dieser Film aus der Mitte ausstrahlt, aber zumindest etwas, was ihn aus dem fix verdaulichen Standard heraushebt.




HIGH-RISE - "[...] Die Perversion des Komplexes folgt der Beibehaltung von Establishment und Arbeiterklasse, selbstverständlich mit geringen Aufstiegschancen, und ist demnach auf Konfrontation aus. [...] Missgunst macht sich breit und verschärft sich selbst in trivialen Treffpunkten wie Kindergeburtstagen und Supermarktbesuchen, bis die Herausforderung, wer die besseren Partys schmeißt, das Übel aller weckt. Die Blindheit vor dem Wesentlichen schafft umso energischer die Abgrenzung von Idealen und Empathie. [...] Solche Sachverhalte fängt Wheatley effektiv in audiovisuellen Collagen ein, die manchmal die übergreifende Bewandtnis des Ganzen und deren Abläufe abstrahieren und mit schwarzem Humor voll verziertem Horror auftrumpfen. Der Style des nahenden Untergangs muss sich manchmal aber mit allzu eindeutigen Phrasen arrangieren, die den Inhalt der zwischenmenschlichen Beziehungen und anderer Subtexte in selbsterfüllender Prophezeiung zusammenfassen. [...] Ben Wheatleys Betrachtung des menschlichen Wahns, die er schon mit „Sightseers“ und „A Field in England“ ansetzte, schafft auch hier [...] die Stärke vom (im filmtauglichen Sinne) kohärenten Aufbau in soziologische Tiefen. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)

Sonntag, 3. Mai 2015

Tipps vom 27.04. - 03.05.2015

Bevor es knackig mit den Tipps losgeht, gibt es erstmal wieder einen kleinen, aber feinen Blick auf den Filmmonat Mai zu erleben - und zwar in der Form eines weiteren Videos via CEREALITY.NET!



Und weil wir da wie gehabt nicht nur auf Bilder setzen, haben wir auch an die fünf Empfehlungen zum Monat parat - bevor ihr noch mehr zu lesen habt ;)

http://www.cereality.net/thema/filmempfehlungen-im-mai-054803

So und weiter geht's mit den speziellen Tipps dieser Woche - geht ab, wa? :D




LOVE & MERCY - "[...] Regisseur Pohlad dringt dort intensiv in den Charakter vor und zieht die Spannung im Angesicht missbräuchlicher Widerstände an einem Mann auf, der zeitlebens in kindlicher Unschuld gefangen steckt und von Vaterfiguren seelisch ausgebeutet wird; der Außenstehende und Geliebte von sich abweist, damit diese an seinem Bruch nicht ebenso zerbrechen. Die audiovisuelle Vermittlung (unter anderem mithilfe eines Scores von Atticus Ross) stellt sich aber nie über die Belange des Charakters, sondern unterstützt sie mit gemäßigter und dennoch effektiver Sinnlichkeit. Die Montage übernimmt dabei nur eine mentale Surrealität, die zwar gleichsam aussperren und in brutale Tiefen vordringen kann, aber auch keinen spekulativen Schauwert abgibt. [...]"

(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




FOOTLOOSE - Da ich im Vornherein schon das Remake gesehen habe, wurden mir natürlich Story-technisch keine grundlegenden Überraschungen offenbart - doch meine Einschätzung darauf zu basieren, wäre ja wohl mal übelst unfair. Immerhin wirkt die dramaturgische Konstellation hier so dermaßen eigenwillig, dass alles ein Stück weit ruppiger und saftiger im Vergleich zur Neuverfilmung wirkt.

Was einem an der Charakterisierung des Ganzen aber das Hirn wegbrezelt, ist der permanente Slang der deutschen Synchro, mit dem die Teens sich dermaßen kryptisch zuräuden, dass man kaum noch weiß, was als Kompliment oder Beleidigung gemeint sein könnte; weshalb man aus dem Lachen nicht mehr rauskommt - ganz zu schweigen von mehreren abwegigen Situationen der provinziellen Anti-Tanzkultur, die trotz gemäßigter Visualisierung auf die kognitiven Barrikaden gehen.


Am stärksten beeindruckt dabei aber neben dem erlesenen Soundtrack die schon an Bipolarität grenzende Lebensmüdigkeit des Love Interests Ariel Moore (Lori Singer). Die prügelt sich sodann noch härter mit den Fieslingen des Films, als es Kevin Bacons gutmütiger und doch rebellischer Ren MacCormack tut. Immerhin hat er trotzdem den Hau weg, wenn es darum geht, gegen das unsinnige Tanzverbot anzustinken und lässt daher neben Momenten der Romantik nichts unversucht, knackig choreographierte Rechtschaffenheit walten zu lassen.


Surreal übertrieben sind dabei die meisten Maßnahmen des Films, doch im Verlauf der zweiten Hälfte spielt er seine narrative Souveränität recht behutsam aus, um dem Freiheitsdrang der Jugend ihre pathetische Erhebung inklusive markiger Rockgitarre à la Jerry Bruckheimer zu liefern.

Das alles und noch viel mehr bietet ein sympathisches Filmerlebnis, das besonders erfolgreich jenen Rhythmus verfolgt, der entgegen dröger Gewohnheit unterhält. Hauptsache am Ende hängt die Lichterkette sogar an der Kamera dran, während Chris Penn (R.I.P.) das joviale Tanzbein schwingt. Pflichtveranstaltung für 80er Aficionados, Sehnsuchtsfreunde und solche, die es werden wollen, bis man sich totlacht.




AMERICAN FIGHTER - "[...] Regisseur Firstenberg probiert sich hier also an einem bestechend naiven Plot, der dementsprechend kurzweilig Schauwerte des bewährten Jungskinos aufleben lässt. Ninja Joe ist schon dank Dudikoffs Darstellung als charmant-schnörkelloser Muskelsympath ein Aufhänger der Identifizierung. Kumpel Jackson versichert ihm noch dazu eine unbedingte Unterstützung unter Waffenbrüdern, wie sie auch für Kinder verständlich sein dürfte: Sie zeigen sich gegenseitig, wie gut sie kämpfen können, und sind danach Ritter des Rechts – auch weil Joe mit Patricia gerne romantische Sonnenuntergänge auf dem Kawasaki-Bike erleben will. Ein Wunschtraum, der wie die sonstige Logik des Films eher einer beglückenden Genre-Erfüllung hinterher strebt und dafür gerne ins Unmögliche vordringt. [...]"

(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




NIGHT HUNTER - "[...] Natürlich sind solche Großkotzigkeiten reichlich übertrieben, da das Production Value eher mittelmäßiger Natur ist und der Regie in der Einhaltung enger Drehpläne gewisse Flüchtigkeitsfehler sowie andere Merkwürdigkeiten passieren. So darf man mäßige Kulissen und Achsensprünge bewundern, während zudem alle Szenarien wie schon bei anderen Golan-Globus-Produktionen von kultureller Unkenntnis gezeichnet sind. Gerade das macht aber den Hauptbestand an Spaß aus, wie fern jeder Subtilität grundlegende Gerechtigkeitsgefühle freigelegt und mit einem pointierten Best-of des Heldenvokabulars betont werden. [...]"



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KISS THE COOK - Wer auf Foodporn steht, muss zwar im Verlauf dieses dafür reichlich selbstzweckhaften Films einige Durststrecken in Kauf nehmen, aber wenn es brutzelt, dann richtig. Nur eben das ganze Drumherum ist nicht ganz so formvollendet gelungen - muss man zum wieder mal recht Kritiker-kritischen Film (siehe auch "Ratatouille") leider wiederum kritisch anmerken. Harmloser Kumpeltalk zur beruflichen Selbsterfüllung trifft da auf eine Vater-Sohn-Geschichte, die auf 90 Minuten effektiver nachwirken würde, hier aber für eine angebliche Leichtigkeit Platz machen muss, die den Prozess zur Substanz des Ganzen leider eher aufhält.

Ganz schlimmes Manko aber: Dieser penetrante Fokus auf Social Media, bei dem Favreaus Charakter und auch der Zuschauer wie in einem Grundkurs zum Internet ständig an der Hand herumgeführt werden müssen; sprich, wie Twitter funktioniert, was virale Reichweite verursacht, wie man mit Geotagging Kunden akquiriert, etc., etc. Spätestens in 10 Jahren wird der Film deswegen maßlos trottelig rüberkommen, aber schon in diesem Rahmen ist er von unzeitgemäßer Unkenntnis gekennzeichnet. Und so naiv bin ich auch nicht, dass ich den einen Miami-Etablierungsshot mit dem Flugzeug über dem Miami-Billboard nicht sofort aus "Bad Boys" erkennen würde.

Das alles hält den Film aber noch lange nicht auf, einen gewissen Charme sowie einige treffende emotionale (und gleichsam mediale) Momente zu schaffen, die aus reiner Schaffensfreude, Freundschaft und Aufrichtigkeit aufgebaut sind. Wie selbstverständlich jeder Topf zum Schluss hin seinen Deckel findet, macht die schon schleppende Erfahrung zwar nochmal ein Stück belangloser, aber immerhin darf hier das Kochen als Alternative zum Sex ausgezeichnet überzeugen. Lasst's euch schmecken!




THE LUCKY ONE - FÜR IMMER DER DEINE - Im Sparks-Kanon ist diese Verfilmung natürlich eine größtenteils arg austauschbare Sache, aber darin lassen sich kurz gesagt noch immer genügend Humor und kurzweilige Romantik-Schübe rausschlagen. Zac Efrons Blicke des Verständnisses kriegen dabei selbst mich rum, obwohl er gegen den Stapel an Klischees schon ein bisschen die krumme Wurst machen muss. Zudem hatte ich den Film mit meiner Mutter gesichtet, die hier ihren ersten Sparks erlebte - ihr Gesichtsausdruck war stets im Frust verankert, vor allem, wenn sie schon auf alle Plotpoints aus millionen Meilen Entfernung treffend spekulieren konnte. Es geht also gerne noch wahnwitziger im Oeuvre des Kitsch-Kings, fließt hier aber soweit technisch ganz souverän runter, wenn man denn schon ein Stück Toleranz für derartigen Einwegplunder aufbringen kann.


BONUS-ZEUGS:




TURM DER LEBENDEN LEICHEN - Gegen obiges Meisterwerk von Poster kann der Film leider unter keinen Umständen mithalten, dennoch hat er ein paar starke Exploitation-Unbeholfenheiten, ein lachhaftes Frauenbild, lumpige Effekte und zumindest zum Ende hin ein besonders ekelhaft aussehendes Monstrum inklusive Feuer und Explosion in petto - ganz zu schweigen von der dürftigen Synchro mit freundlicher Unterstützung von brachialer Logikunkenntnis; muss halt sein. Wenn doch bloß nicht diese verdammten Längen wären, ohgott, diese Längen. Dagegen kann der Mammutanteil an nackter Haut und irren Flashbacks in der ersten Hälfte leider nur bedingt was am klassischen und doch lahmarschigen Prozedere des britischen Grusel-Schlocks wettmachen. Habe es jetzt aber nicht bereut - mehr will ich mich nicht dazu äußern :D




DIE ABHANDENE WELT - "[...] Von Trottas Realitätsverständnis gründet sich hier auch auf einer Frauenromanfantasie, die voll spannungsfreier Selbstverständlichkeit Abziehbilder von Figuren zum Ziel der Familienzusammenführung finden lässt und dabei nicht einmal die Wirksamkeit der RTL-Sendung „Vermisst“ erreicht. Stattdessen werden triviale Konflikte beschrien und zigmal über dasselbe Maisfeld zur Besinnlichkeit gezwungen, dass es den Zuschauer einerseits auslaugt und andererseits massiv unterhält. Dennoch bleibt der fade Nachgeschmack eines unverschämt belanglosen Werkes, das von mehreren Stellen gefördert wurde und einer Regisseurin zugutekommt, die hier weder etwas Interessantes zu erzählen hat noch jenes Prozedere interessant inszenieren kann. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)