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Montag, 27. Mai 2013

Tipps vom 20.05. - 26.05.2013



WHITE TIGER - Ruhig und dennoch einschlagend inszenierter WWII-Kriegsfilm von Karen Shakhnazarov (Gorod Zero), der seine enigmatische Feldjagd auf einen deutschen Superpanzer mit starken mystischen Elementen verziert: Der "Weisse Tiger", eine (vorallem soundtechnisch knallharte) Eigenmacht, auf die es keine klare Erklärung gibt und die nur mit Mühen in die Flucht geschlagen werden kann. *SPOILER IM ANFLUG* Das Ende bleibt offen (natürlich kapitulieren die Deutschen schlussendlich, der Weg dorthin wird aber ausgeklammert - die Kapitulierer wirken auch so ziemlich entgeistert und verwirrt), bietet im Gesamtkontext einen tollen Nährboden für Interpretationen zu Tod, Krieg, Wiederauferstehung, menschliche Natur, etc. (ich glaube ja, der letzte Akt des Films will besonders nochmal deutlich machen, dass Krieg von der Natur des Menschen aus unausweichlich ist, alà "History repeats itself") *SPOILER ENDE* - durchweg feinfühlig und hochgradig atmosphärisch, aber auch stark außerweltlich beobachtend inszeniert, mit sauspannenden Panzergefechten inmitten von Nebel, weiten Feldern und verlassenen Dörfern. Aussergewöhnlich und metaphysisch!





MEIN NACHBAR TOTORO & KIKIS KLEINER LIEFERSERVICE - Miyasaki's impressionistisch/semi-autobiographische Top-Anime-Spielfilme mit süßen Fantasyelementen in einer noch süßeren, der idealisierten Realität nachempfundenen Welt. Geht ganz schön ans Herz und ist mit ganz viel Herz kreiert. Gilt auch für STIMME DES HERZENS aus dem Studio Ghibli von Yoshifumi Kondo (R.I.P.). Weitaus phantastischere Elemente beinhalten da die ebenfalls sehr empfehlenswerten DAS SCHLOSS IM HIMMEL (von Miyasaki) und POM POKO (von Isao Takahata), ersterer mehr Science-Fiction-lastig, der Letztere eher folkoristisch betont. Allesamt auf jeden Fall Pflichtprogramm.




MISSION IMPOSSIBLE 3 - J.J. Abrams' Spielfilmdebüt hat an Bombast, Twists, Spannung, Tempo und Gewitztheit noch immer nichts verloren und besitzt sogar schon viele Versatzstücke, die in STAR TREK INTO DARKNESS ähnlich effektiv eingesetzt wurden. PLUS Michelle Monaghan!




CHAINED - Psychokillerthriller von Jennifer Lynch mit einer recht innovativen Ausgangslage, die aber im Verlauf des Films leider immer mehr dem normalen Schema folgt. Dennoch gibt's viele fies-finstere Supermomente und ab und zu sickert auch ein bestechend schwarzer Humor durch. Ich freue mich noch immer tierisch auf die Doku DESPITE THE GODS mit der Lynch.




HOLLYWOOD HIGH - Technisch und inhaltlich inkompetenter 70's-Skinflick, der mit leidlich talentieren Darstellern & Strandhässchen, einem hilflosen Schnitt-"rhythmus", der viele unnatürliche Pausen einbaut und einer deftig-übertriebenen Synchro das Bumsen in der Sonne ziellos naiv abfeiert, mit dümmlichsten Slapstickeinlagen. Ein Fest!!!




THE KILLING OF AMERICA - Ultraexploitative, fürs ausländische Kino gedrehte True-Crime-Chronik von 1982, eine Art Best-Of der (realtiv) bekanntesten Gewaltakte in der Geschichte Amerikas, angefangen beim Attentat auf Kennedy, über militante Besetzungen in den USA, bis hin zu den härtesten Serienmördern und schlussendlich sogar John Lennon. Gespickt mit verstörendem News-Footage und Tatortfotos, welche u.a. von sleaziger Synthmusik unterlegt werden. Geschrieben von Paul Schrader's Bruder und dessen Frau. Eine in ihrer Direktheit und haltlosen Naivität (und Narrator-Cheesiness) heute undenkbare Dokumentation der Gewalt.

Sonntag, 27. Januar 2013

Tipps vom 21.01. - 27.01.2013



ZERO DARK THIRTY - Chastain zieht ein Martyrium durch, um Osama Bin Laden zu erwischen. Ein Martyrium stellvertretend für die USA und ihrer ersehnten Erlösung vom Terror. Dabei geht es teils wundervoll impressionistisch, teils lethargisch hart (Folterszenen) und besonders im Finale besonders spannend und katharsisch zu. Der Film strahlt eine innere Ruhe aus und lässt die (vorallem auf der Tonspur dann extrem präsenten) Anschläge dadurch wirklich tief wirken. Erfrischend ist hierbei der Verzicht auf allzu großen Pathos - die amerikanischen Methoden zur Informationsbeschaffung werden keinesfalls glorifiziert, der Schmerz dahinter ist durchaus spürbar (der Soundtrack bleibt trotzdem stets sehr intim und zurückhaltend). Als Mittel zum Zweck dienen sie trotzdem und da wirkt der Film zwar gewagt, aber im Grunde stellt er nur reale Vorgänge nach. Sowieso durchzieht Bigelow's dringliche Suche nach Erlösung eine stringende Realitätstreue, die man in Oscar-Konkurrent ARGO doch vermisste. Beide Filme gewinnen jedoch durch ihre letzten Akte, die von extrem hoher Spannung zeugen. Bei ZERO DARK THIRTY fällt diese Spannung aber nicht wirklich in komplette Erlösung ab - Chastain ist zum Schluss hin am Ende ihrer Reise und ihrer Kräfte. Und man kann diese Reise im Nachhinein auch nicht schönreden.




BULLHEAD - Flämischbelgische Charakterstudie - nicht ganz so radikal wie EX DRUMMER aus selbem Lande, aber dennoch tief in der Seele einschlagend ANTICHRIST - My first Lars von Trier - den schon jeder kannte ausser mir ;D - but NOT my last!




DER SILBERNE PLANET - Zulawski's leider durch Staatszensur fragmentiertes Ruinen-Sci-Fi-Epos mit der gewohnten Hysterie (vorallem im Mittelteil) und Naturgewalt, aber auch vielen ungewohnt symphonisch-schönen Sequenzen und Athmosphäre im Übermaß




TV JUNKIE - Ein bekannter Reporter in den USA zeichnet sein Leben auf VHS auf - die tiefsten Stationen dieser Magnetbänder offenbaren sich dem Zuschauer - seelische Offenbarung so nah es geht




COLD FISH - Sion Sono's ultrabrutale Killer-"Farce" über widerwilliges Handeln, japanische Schamgefühle und fehlendes Durchsetzungsvermögen, wo u.a. in geheimen Hütten Leute zerteilt und verbrannt werden




BOXING HELENA - Jennifer Lynch's Debüt - Verzerrter Sexy-Glow-Groschenroman voller innerer Schönheiten




WHITE LIGHTNIN' - White-Trash-Räuden auf BanjoDance & Revenge-Feldzug - ausgewaschene Farben und Ekel-Folk auf dem Soundtrack - beinahe fett




MURDER OF INNOCENCE - TV-Psychodrama, basierend auf einem wahren Kriminalfall. Was ziemlich banal, klischeehaft und holzhammer-dramatisiert anfängt, entwickelt sich mit dem abfallenden Geisteszustand der "Protagonistin" zu einer Tour-de-Force/Freakshow der mental-gestörten-Gewaltspirale. Der Film packt immer mehr und mehr drauf an evil overacting, irren Handlungen und Ausbrüchen, immerzu begleitet und intensiviert durch einen rückhaltlosen Über-Soundtrack von Don Davis (der die 2. Hälfte des Films quasi omnipräsent wird) - es erscheint alles fast zunächst TV-Movie-of-the-Week-trashig (auch weil fast alle Figuren relativ unglaubwürdig die psychische Krankheit unterschätzen und ähnliches wie "Ach, das ist doch normal in einer Ehe" von sich geben), doch offenbart durch die immer mehr erhöhte Dringlichkeit und drastisch-direkte Härte einen stark emotionalen und brutal spannenden Kern, der in ein recht düster-bitteres Finale mündet. Natürlich ist der Film irgendwo chessige TV-Exploitation, aber im Endeffekt ist er doch recht wirkungsvoll. Top!