Montag, 26. Januar 2015

Tipps vom 19.01. - 25.01.2015



QUEST - "[...] Die Entfernungen, die dabei überwunden werden, sind jene tiefe Masse des Schicksals, die den Befreier antreibt und zieht – jetzt komplett sicht- und greifbar, audiovisuell mächtig und grotesk-verzweigt. Wir werden genauso von ihr eingenommen, wie der oft nur stumme Protagonist: ein Wanderer der Welten, wie ihn nur das Kino darstellen kann. Schließlich ist Kino unter anderem künstlerische Zeitkapsel und dimensionale Abstraktion zwischen Realität und Fiktion. Wie die Verhältnisse zwischen letztgenannten Ebenen stehen, entscheidet in diesem Fall vor allem das Medium. Der Mensch beziehungsweise Charakter kann dies zumindest konfrontieren, sich anpassen und lernen. [...]"


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DENN DAS WEIB IST SCHWACH - "[...] Doch wenn drumherum bloß der Beton die Richtung vorgibt, der Nihilismus der Nacht in den Straßen lauert und die Kinder nur im Schrott spielen können, ist ein Wink der Romantik vielleicht das höchste Gut überhaupt – davon profitieren sowohl Gebhardt als auch Hanna, obwohl sich alles auf einer Lüge gründet. Wie viel Wert Vertrauen nach Auschwitz und Hiroshima überhaupt noch hat, darauf hat eh keiner eine genaue Antwort parat. Wahrscheinlich fährt man deshalb so langsam in die Pläne einer ungewissen Zukunft hinein. Wenn man sich verplappert, geschieht unfreiwilliger Verrat und nichts kann das Unglück aufhalten. Ohnehin wirken die einzigen Intrigen als bloße Aufdeckungen der Wahrheit. [...]"


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DORA ODER DIE SEXUELLEN NEUROSEN UNSERER ELTERN - "[...] Jene Gefühlswelten weiß Werenfels aufreizend zu visualisieren und stellt zusammen mit der freimütigen Sprache Doras einen Kontrast zu den biederen Vorsichtsmahnungen und Diskussionskonstrukten der Eltern auf, die ihre Tochter seit jeher als Sorgenkind halten. Insbesondere Mutter Kristin operiert dabei allerdings mit zweierlei Maß: Einerseits will diese schon seit Längerem die Zeugung eines zweiten Kindes vorantreiben, um eine entlastende Normalität zu erreichen; andererseits baut sie eine Kontroll- und Eifersucht in sich auf, sobald die Ekstase ihrer Tochter anstatt ihrer eigenen aufschlägt [...]"


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SHADOW UND DER FLUCH DES KHAN - Russell Mulcahy, visueller Virtuose aus Australien, verwirklichte hier besten Gewissens ein Stück puren Eskapismus. Seine Superheldenmär basiert auf Radiohörspielen, Groschenromanen und Serials, lässt sich daher gut in Episodenform denken, weshalb der Schlusspunkt - nach dem durchweg kurzweiligen Rumgehopse durch Genre-Schauwerte en masse - recht antiklimatisch wirkt. Was damals allerdings gehetzt schien, funktioniert fürs heutige Auge effektiv und impulsiv, speziell hinsichtlich der Pointierung von Jerry Goldsmiths aufbrausendem Score. Narrative Parallelen zu Burtons BATMAN sind zwar nicht nur dort von der Hand zu weisen, wie auch Mulcahys Inszenierung von einem Sam-Raimi-Storyboard abgepaust sein könnte (Raimi werkelte ohnehin jahrelang an einer Shadow-Verfilmung - bezeichnenderweise stieß der hiesige Drehbuchautor David Koepp später zu seinen Spiderman-Eskapaden). Nichtsdestotrotz geht die Sause im Spiel mit telepathischen Täuschungen und Duellen auf, wie auch Shadows Vernetzung mit seinen "geheimen Agenten" eine recht obskure Heldenbildung stilisieren. Eben surreale 1940's-Period-Fantasy in verschrobener Comic-Selbstverständlichkeit; Schlagfertigkeit und Sexiness inklusive, allein vom Set-Design und Matte-Painting-Wahn her schon dufte. Eine bewährte Formel des Gelingens mag sich in der Umsetzung nicht verleugnen, wie auch die inzwischen antiquierte CGI-Effektarbeit, aber ungenierter Spaß mit übernatürlicher Mystik ist dennoch durchweg gegeben.




DIE LÜGEN DER SIEGER - "[...] Journalistische Methodik im Film – ohne Wenn und Aber ganz reizvoll anzusehen, doch wie der Großteil dieses Arbeitsprozesses mit aufbäumend komplexen Orchester-Wellen versehen. So entsteht zwangsläufig eine Schere zum Geschehen, es wirkt prätentiös und ziellos aufgesetzt; im Grunde äußert sich daran aber die unterschwellige Ablenkungsarbeit höherer Mächte, welche eine Saat der Täuschung setzen und zu ihrem Gunsten Menschen steuern – bis in den Tod. Daran mag man zwar spüren, dass irgendetwas nicht stimmt, aber am Kreislauf kann man nichts ändern – also dreht sich alles weiter. [...]"


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Bonus-Zeugs:





HEUTE BIN ICH SAMBA - "[...] Am besten sollte man sich ein Beispiel an ihnen nehmen – so wie sie sich gegenseitig helfen, aufbauen und füreinander da sind, wenn es mal brenzlig wird. Verächtlich sind diese Werte weiß Gott nicht. So wie die Regisseure sie jedoch innerhalb der bewährten Feel-Good-Palette aufzeichnen und somit fortwährend dem Fokus der eigentlichen Problembehandlung entgehen, bleiben nicht viel mehr als einsilbige Mitleidsszenarien übrig. Gepaart mit einer nur halb gar aufrechterhaltenen Nüchternheit (schließlich kann man es sich nicht nehmen, doch mal auf die Tränendrüse zu drücken) und einer kaum anpackenden Sozialkritik (bei der sich eh alle versöhnen) kann dieser Film einem nur leidlich Mut machen. [...]"

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DIE GÄRTNERIN VON VERSAILLES - "[...] Es lässt sich nicht nur an jener Szene feststellen, wie naiv und gemütlich der Film sich mit der Ära verbrüdert, sie romantisiert. Eine stimmige Reflexion, auch zum Gegenwärtigen, mag man daher nicht heraus ziehen, da auch Sympathie und Ergriffenheit größtenteils mit stationärem Ernst im Spiel (Ausnahme: Stanley Tucci) und in der Gesamtgestaltung vermittelt werden. Dies ergibt ein Paradebeispiel abweisender Selbstherrlichkeit, wobei schon die einzelnen narrativen und emotionalen Elemente zu nichts Handfestem führen. [...]"

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