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Sonntag, 19. Juni 2016

Tipps vom 13.06. - 19.06.2016




WIENER-DOG - "[...] Im Land unbegrenzter Möglichkeiten sind eben auch Konformität und ein gebrochener Wille erforderlich, sofern man nicht doch im Stillen nach der Güte schaut, die sich des kollektiven Drangs wegen nicht weiter als vor die Haustür trauen mag. Die Gesellschaftsmodelle, Symbole, Hunde und Menschen verlaufen hier nahtlos und doch still im Nirgendwo, dass eben das eintritt, was die erste Episode prophezeite: Die Gnade in der Emotion gegenüber der Sterblichkeit [...] Und obwohl Solondz an jener Stelle nur bedingt mit der „Happiness“ kokettiert, bleibt er human und in entscheidenden Momenten zärtlich, den Außenseitern verpflichtet und doch nicht so voller Ernst geladen, wie es ein Robert Bresson gezeichnet hätte. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




SCHAU MICH NICHT SO AN - "[...] Sex ist Sex, scheiß auf die Scham; auch davor, vielleicht nicht jede Nuance mit absolutem Realismus zu treffen. Dem Spaß kann es nicht schaden, Borchu lässt das Spannungsfeld der Verhältnisse jedoch nicht aus den Augen. Kontraste und Erwartungen von Beziehungsmodellen lassen sich auf eine Begegnung ein, die nur allzu konsequent den Mächten von Zweisamkeit und Willkürlichkeit erliegt und einen Konflikt erschafft, bei dem sich kein Mittelweg finden lässt. Wo die Liebe hinfällt, kann ebenso die Enttäuschung, ein Wandel ohne Wiederkehr, Vertrauensbruch und Gift entstehen. [...] Da sie weder auf Ziellandungen noch auf Belanglosigkeiten setzt, besitzt ihr stringentes Chaos Format, so wie die Erdenbürger der Postmoderne gegenwärtig doch verstärkt ungewiss der eigenen Rolle gegenüberstehen, diese infrage stellen, Umstrukturierungen beinahe tagtäglich erleben und erwirken. Dem Zwiespalt noch mit Pietät begegnen zu müssen, wäre da nur widersinnig [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)




MONSTER DOG - Nun, wie soll man an genau dem Film vorbei kommen, wenn er nicht bloß die audiovisuelle Handschrift eines Claudio Fragasso trägt, sondern auch noch Alice Cooper als Hauptdarsteller beherbergt, dessen Rollenname ausgerechnet Vincent Raven (!) lautet und sowieso einige Eckdaten aus Werk & Wirken der Hard-Rock-Legende übernimmt? Der gotische Appeal in dessen Aufmachung schlägt dementsprechend auch in Fragassos Horror-Abenteuer ein, so energisch dieser seinen Aufhänger nutzt und nicht bloß als Nebenrolle mit Star-Status abkanzelt. Ehe man nämlich herausfindet, inwiefern die titelgebende Bestie mit dem Mann hinter „School's Out“ zusammenhängt, überlässt Fragasso seinem Vincent die Bühne für ein Musikvideo voll gespaltener Identitäten. Die Hinweise zur inneren Fassung unseres Helden lassen sich hier schon erahnen, womöglich auch die Impulsivität des Films an sich, der mal dies, mal das versucht und im Kampf um das eigene Image ein recht bissfestes Gesamtbild ergibt. Vom bunten Kostümspiel verschlägt es ihn nämlich alsbald in den Nebel der Nacht, hinein zu Fragassos herzlich naiven Genre-Vorstellungen, die Herrn Raven sodann in Begleitung der Liebsten, Sandra (Victoria Vera), sowie einiger weiterer Freunde im Van heimsuchen, obgleich die Herrschaften nur dort einen neuen Videoclip drehen wollen, wo Vincents Familie einst berüchtigterweise residierte.


Viele Vorboten tragen aber schon die Missgunst mit sich, als im Radio von mordenden Killerhunden die Rede ist und selbst die Autoritätspersonen wenig Vertrauenserweckendes mit sich bringen. Fragasso's Rednecks sind dabei eine besondere Gattung - irgendwo zwischen Western-Machismo, Heugabel schwingenden Vertretern des Aberglaubens und sleazigen Home-Invasion-Räuden verordnet, sind sie jedoch anfangs kaum involviert, später umso überraschender ein entscheidendes Handlungsmittel. Viel mehr bahnt sich der Schrecken aber noch in zerfetzten Wandlern an, von Flüchen erzählend, während ringsum die bösen Kläffer zuschlagen, optisch natürlich wie die niedlichste Ballung von Schäferhunden, Rottweilern, Riesenschnauzern und Co. erscheinen. Der undurchsichtige Terror daran inspiriert Fragasso zu Jumpscares, die auch in heutiger Relation eine passable Figur machen, während der Schnitt sich manch hastige Entscheidung erlaubt (was offenbar aber zeitweise dem Verleiher geschuldet ist) und dennoch verstärkt traumwandlerisch Eindrücke der Verlorenheit aufnimmt. So kommt unser Raven-Trupp trotz reichlich unheimlicher Geschehnisse wie selbstverständlich beim Anwesen an und blendet alle Verdächtigungen aus, obwohl Vincent das Areal mit der Schrotflinte erkundet, nicht von ungefähr an „Resident Evil“ erinnert und auch dann nicht Ruhe lässt, sobald sich seine Erinnerungen um den Mythos des Werwolfs kreisen (und Fragasso dafür sogar ein Lon-Chaney-Porträt zur Beweisführung ausgräbt).


Die verborgene wie ungefähre und unfaire Schuld, der Zweifel am Innern - das vermittelt ein Cooper so klein und effektiv, wie er auch zur zweiten Hälfte hin ganz er selbst wird, wenn der mörderische Trip um ihn herum seinerseits ohne Fragen in Make-Up und Leder-Outfit ausgeführt wird. Jene Linie allein wäre schon obskur genug für jeden Film, doch Claudio Fragasso rast durch mehrere lebhafte Adern des Unwirklichen, wie die albtraumhaften Visionen Angelas (Pepita James), die im zeitweise kaum trennbaren Rahmen mit der Filmrealität Gewalt vorherrschen lassen und dort mit Metaphysik verstrahlen, wo eine Sandra mit dem Beharren auf technische Zugänglichkeiten der Moderne für Rationalität einsteht. Letztere Ambitionen nimmt man dem Spiel von Frau Vera kaum ab, erst recht innerhalb der Umstände von Fragassos Spukschloss, das Monsterköter auf Gemälden verewigt und den Schauer bestätigt, wo sodann ein makabres Musikvideo Platz finden soll. Mit Musikalität kann sich der Film übrigens ganz hervorragend brüsten, sobald er eine visuelle Sequenz des Schaffens im Rhythmus unheilvoller Synths in voller Länge ausspielen lässt und unbedarft der Zwischenwelt frönt, wie sie Vincent sodann auch von der Schminke zu Blut und Blei führt, die menschlichen Monster einlädt und gnadenlos zerschießt, wie auf einmal auch die Hunde ihre Fresssucht binnen dynamisch abgelichteter Mauern beweisen.


Das Reißerische am Creature-Effekt kommt dann auch noch zu Besuch und liefert sogar im Gegenschnitt zum normalen Hunde eine so natürliche Pointe, wie sich im Folgenden auch die Legende in Vincent fortsetzt, der diese nie inne haben wollte und weit mehr Verstoßung suggeriert, als der Film auszusprechen vermag. Umso reizvoller wird seine unsichere Miene, sodann erst recht sein Standbein voll greller Unerklärlichkeiten im Türrahmen unter Tieren. Da kommt selbst Sandra nicht mehr mit, die im Verlauf auch öfter fast ihren inneren Reißzahn herausfetzt und sich doch letztenendes so erledigt im Niemandsland vortastet, dass man selbst Fragasso Erschöpfung attestieren könnte. In dem Sinne hat er von Vornherein aber Energien abgesondert, welche in dieser Konstellation wie gehabt bei ihm eine ganz eigene Variante von Leben und Kino denkt, Taktlosigkeit per Wahnwitz kaschiert und jede Ebene des Genres aufwendet, um sie gewiss etwas planlos, aber nicht ohne Herzblut gegen die Leinwand zu fahren. Ein faszinierendes Unikat!




CENTRAL INTELLIGENCE - "[...] Der Vergleich zwischen Mini-Neurotiker Hart und Pain-&-Gain-Sympathikus Johnson kommt natürlich auf eine Dynamik à la „Twins – Zwillinge“ – vielerlei Pointen brauchen lediglich Referenzen an vergangene Filme, um die Lachquote aufrechtzuerhalten. Da wird’s entsprechend plump; doch manch Charakterzug übertrumpft solch fades Namedropping. So ist es reizvoll, wie bedingt schlau man daraus wird, warum Bob seinen Golden-Jet-Schwarm mit grinsendem Sadismus zu tödlich gefährlichen Abenteuern verleitet und in eine Angelegenheit internationaler Größenordnung hineinzieht [...] Nicht, dass Regisseur Thurber die volle Route Political Correctness beschreitet, doch auf halbem Wege fängt er durchaus Empathie ein, wo der Schritt zum Zynismus ein ach so leichter wäre – und manch leichten Weg lässt der Film trotzdem über sich ergehen, damit Klischees eben nicht Mangelware bleiben. Damit geht ein gedrosseltes Tempo einher, das vor allem im letzten Drittel geradezu wie in Portionen den Agenten- und den Komödienanteil separat zu erfüllen scheint. [...]"



(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)

Sonntag, 29. März 2015

Tipps vom 23.03. - 29.03.2015

 

EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN - Was hier nicht alles drin steckt! Eine zeitlose Satire über suburbane Americana; ein zu Herzen gehendes Märchen-Melodram; eine symphonische Verbeugung vor der Fantasie, dem Expressionismus und schlicht dem Außergewöhnlichen; ein leichtfüßiges Ensemble-Stück knalligsten Kleinbürgertums, geschmeidig und clever in deren Farben, Frisuren, Haustieren, Faszinationen, Ängsten, Nettig- und Schwierigkeiten eintauchend; eine klassisch-süße Jugend-Romanze; der unfreiwillige, doch symbolisch-aufrichtige Abschied von Leinwandlegende Vincent Price; ein Film von selbstverständlicher Güte und tiefem, auch sehr visuell veräußerlichtem Verständnis für missverstandene Aussenseiter und ihrer Ambition nach Zusammengehörigkeit mit ihren Mitmenschen; ein Stück Kaspar Hauser; ein gutes Stück Camp; ein Stück Frankenstein und Frankenweenie sowieso; kalifornische Weihnachten; Provinznaivität und Schönheitswahn; zudem noch getragen von einer Rahmenhandlung der zauberhaften Gute-Nacht-Erzählung-mit-emotionaler-Reminiszenz. Da könnte man zweifellos noch ausführlicher werden, aber in diesem kaum gealterten 90er-Jahre-Werk von Tim Burton kann man so viel entdecken und lieben lernen, dass es sich kaum fassen lässt, wie natürlich das alles zusammenfindet. Eine schöne und noch bis zum heutigen Tage quicklebendige Leistung mit Tränengarantie! Wer da eine fix konzentrierte Ladung vom empathischen Kern als Motivation zur Ansicht des Films braucht, sollte sich einfach mal diesen alten Teaser Trailer anschauen, lohnt sich:






'84 TAEKWON V - Um 1984 herum hatte die südkoreanische Animationsschmiede Seoul Donghwa den Dreh einigermaßen raus. Im Vergleich zu Kim Cheong-gisRun, Wonder Princess!“ (1978) bringt derselbe Regisseur mit „'84 Taekwon V“ zumindest aufwendigere Bilder und Bewegungen zum Vorschein. Allerdings hat sich innerhalb der sechs dazwischenliegenden Jahre nicht alles zum Positiven gewendet. So beherbergt dieser Film als sechster Teil von insgesamt sieben „Robot Taekwon V“-Streifen einen Abklatsch von Mazinger Z, jenen bekannten Riesenroboter aus japanischen Mangas und Animes, als titelgebenden Beschützer der Menschheit. Plagiatsvorwürfe kann man also auch hier machen. Auch was die Sorgfalt zur Synchronisierung der Tonspuren angeht, lässt zu wünschen übrig - da werden teilweise sogar ganze Einstellungen mit bewegten Mündern gezeigt, ohne, dass überhaupt Dialoge herauskommen oder noch anhand fehlerhafter Anpassung nachgereicht werden.


Dies geht auch einher mit gewissen anachronistischen Hintergründen und Kontinuitätsfehlern in der visuellen Gestaltung, über deren Einsatz man sich schlicht nur wundern oder transzendentale Metaphysik hineininterpretieren kann (siehe den Endkampf, in welchem Bösewicht Hyun eigentlich im Cockpit des Roboters Kang-ga Q sitzt, dann aber in einer Einstellung irgendwie doch direkt hinter ihm zu schweben scheint). Ganz besonders der kleine Sidekick Chul lebt von fantasievollster Logik, da er in seiner Verkleidung als Roboter mit einem Teekessel als Kopf anthropomorphe Mimiken darbieten kann - dasselbe gilt übrigens für manche Mechs, die mit der Wut eines Gorillas gestikulieren können. Ein Vorteil, den man als internationaler Zuschauer aber aus der ganzen Sache ziehen kann, ist, dass eine Fassung mit Untertiteln existiert. Nur ist es ein Stück ernüchternd, welche Inhalte in den Dialogen transportiert werden. Im Grunde tragen sie die schlichte Einfältigkeit der Bilder genauso stimmig zusammen, wie man es auch mit Sprachbarriere hinkriegen könnte; zudem wird ständig explizit das ausgesprochen, was gerade passiert und wer derjenige ist, der etwas macht - als wenn man das nach einiger Zeit nicht langsam wüsste.


In der Handlung geht es jedenfalls zunächst darum, dass sich der junge Hühne Hoon auf eine nahende Taekwondo-Meisterschaft vorbereitet, wobei er mit seiner Kampfkunst zugleich im Auftrag des Militärs die Bewegungen von Robot Taekwon V - laut seines Erfinders Dr. Yoon der stärkste Roboter im ganzen Universum (!) - ausführen kann. Hoon bandelt ansonsten gerne mit seiner Freundin Mina an, doch sie ist betrübt von der manisch abweisenden Ambition ihrer Mutter Dr. Cho, den toten Bruder Hyun wieder zum Leben erwecken zu wollen. In dem Fall nimmt der Film nämlich eine Gegenhaltung zur Wissenschaft ein, da Frau Cho in dem Sinne Gott spielt und gegen die Natur handelt - diese Ideologie wird nicht nur vom Narrativ, sondern auch vom Erzähler zum Schluss hin mit eben jenen religiösen Implikationen forciert. Irgendwie eine recht geheuchelte Moral, wenn dann gerade humanoide Roboter die Welt davor retten.


Jedenfalls erklärt sich der Film seine Antipathie dadurch, dass Hyun zwar mit wohlgemeinten Vorsätzen kreiert wurde, jedoch als Cyborg mit weit klügerem Hirn als das eines Menschen (was er auch so knapp zwanzig Mal erwähnt) die Weltherrschaft anstrebt, gegen seine Schöpfer rebelliert und Armeen an Robotern zum Angriff von einer Vulkaninsel aus mobilisiert - ein kleiner Vorgeschmack auf „Avengers: Age of Ultron“? Nun gilt es also, den Fiesling auszuschalten und das ergibt sich in einem mehr oder weniger kurzweiligen Prozedere der Infiltration mit gelegentlichen Kampfmanövern in angenehm portionierter, aber berechenbarer Reihenfolge. Sowieso erscheinen die Genre-standardisierten Anzüge, Helme, Kampfstationen und Laserknarren auch nicht gerade beschwingter, wenn man sie denn schon wie in diesem Fall zum sechsten Mal in Reihe sieht und diese ohnehin aus anderer Quelle geborgt wurden.


Dennoch bleibt ein souveränes und actionreiches Kinderabenteuer mit einigen verballerten Spitzen, wie zum Beispiel jene Szene mit einigen Robotern, denen die Schaltkreise durchbrennen, nachdem ihnen (geradezu bezeichnend für den Gesamtfilm) schlicht gesagt wird, dass eine der taffen Mädels vom Taekwon-V-Team, das sie gerade vor sich sehen, eine heiße Roboterdame wäre. Da steigen sogar Herzchen aus den Maschinen in die Luft! Dennoch fehlen einem als Gourmand außergewöhnlicher Filmerfahrungen die unfassbaren Sparmaßnahmen der Animation eines „Run, Wonder Princess!“ oder auch die ungestüme Manie eines „Lightning Atom“. Eben viel zu normal, um einen faszinierenden Einblick in die abgefahrenen Tiefen verhonkten Zeichentricks abzugeben.




SCALPS - Wenn Bruno Mattei und Claudio Fragasso, die Superhirne hinter solchen Botschaftsknallern vom Schlage "Hölle der lebenden Toten" und "Die Riffs III - Die Ratten von Manhatten", einen Südstaaten-Western in Angriff nehmen, sollte man keine allzu feinfühlige Interpretation des Genre-Terrains erwarten.

So ist ihr relativ spät nachgeholtes Italo-Wüstenabenteuer vollgepackt mit plakativen Konföderierten-Arschlöchern inklusive Rape-&-Massenmord-Auftrag à la "Das Wiegenlied vom Totschlag", reißerischen Gewaltszenen (es wird dem Titel gemäß ohnehin reichlich skalpiert) und einer zentralen Botschaft, Rassismus und Unterdrückung zu besiegen, indem "Weiß" und "Rot" zur tödlichen Gegenwehr ansetzen (natürlich als Mann & Frau, weshalb Er als Weißer zugeben muss: "Du bist nicht so wie die anderen Indianer (oder wie er sie meist nennt: Savages. War wohl halt damals so.)."); in großen kathartischen Gesten das Haupthaar von der Schädeldecke schnippeln.


Dazu gibt's immerhin einen kurzweiligen Bilderreigen auf mittelmäßigem Standard, zweckmäßige Darstellerleistungen (wobei Mapi Galán als Yari das intensivste Leiden aufspielen darf) und einen Soundtrack, der einerseits elektronische Orchester auffährt und andererseits aus dem Archiv der Meister (u.a. Morricones & Nicolais Score zu "Lauf um dein Leben") plündert. Passt zum Film, der größtenteils ziemlich austauschbar ist und seine Genre-Selbstverständlichkeiten als platt-zynisches Rache-Ventil von Gut & Böse gebraucht.


Ist nicht unbedingt die schlechteste Option und in der Ehre zum Spaghetti-Western auch einem ordentlichen, wenn auch räudigen Showdown zwischen "Zwei glorreiche Halunken" und "Wild Bunch" verpflichtet (ein bisschen "Der Mann, den sie Pferd nannten" ist dank Nippelhaken ebenso vertreten), der in seiner dramaturgischen Bedeutungsabsicht zudem typisch Fragasso'sche "Größe" besitzt.


Insgesamt dennoch ein Stück sehr simpel, sowieso exploitativ, nicht unbedingt mit einem adäquaten Frauenbild ausgestattet und naiv bis zur Hutschnur, aber auch kein lahmer Kuhfladen wie einige Joe-D'Amato-Western. Wenn man schon alles vom Genre sehen will, dann sollte man sich auch hier keinen Zwang antun - auch wenn's teilweise echt assig ist.


Bouns-Zeugs:




DER NANNY - "[...] Jedenfalls sind die Kids über ihren neuen Bewohner nicht gerade erfreut und testen schon mal aus, wie heiß sie ihm das Leben zur Hölle machen können. Deshalb kriegt er wortwörtlich einen Chili-Cocktail serviert. Nun blubbert es im Magen, Verdauungshumor inklusive verdrehter Augen im Anmarsch! [...] Wem bei diesen Aussichten schon ein Lachkrampf überkommt, sei gewarnt, dass der Film sich dann doch im Verlauf etwas ernst nimmt. [...] Es ist geradezu unfassbar, wie engstirnig die ältesten Kamellen aus über hundert Jahren Filmgeschichte zur Hymne für Familienzusammenhalt aufgewärmt werden. [...]"

(Die komplette Kritik gibt es auf CEREALITY.NET zu lesen.)